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Wünschelrute ...

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montanpark:
Leutz,

ich habe nicht von Wasseradern, Erzgängen und Leitungen gesprochen, sondern von Anomalien .. welche das auch waren. Und die hat er gefunden .. wie auch immer. Das Auspendeln von Heilsteinen, Ausrichten der Bettstätte etc, halte ich genauso für Humbug. Ich habe auch nicht gesagt, dass ich es für mein Weltbild brauche (@frank) sondern dass ich den Nutzen daraus gezogen habe, dass da jemand in der lage war, ohne geophysikalische Gerätschaften meine Stollen zu finden (und nu sag keiner, die kann man eh im Gelände sehen etc. .... ich hab da nun wirklich schon lange Erfahrung und da war NIX zu sehen .. komplett verrutscht).

Ich habe auch nicht gesagt dass ich an Rutengänger GLAUBE .. ich habe nur beobachtet dass jemand das erfolgreich eingesetzt hat...

Vor zig Jahren hat man auch einige Dinge noch nicht gewusst bzw. wissenschaftlich nachweisen können .. vielleicht kommt das ja noch. Aber bis dahin verhalte ich mich bei dem Thema streng phänomenologisch  ;) ... und ich behaupte immer noch nicht dass da wissenschaftlich was dran ist.

euch nen schönen Nachmittag

Roger

der Sauerländer:
Hallo Berthold

Ich denke, dass Wissenschaftler ein riesiges Problem mit solchen "Methoden" haben. Die wollen das garnicht bewiesen wissen.
Ähnlich wie in der Medizin, wo sich die Schulmedizin hartnäckig dagegen sträubt, dass es andere bzw. neue Erkenntnísse gibt. Von Schamanen fange ich jetzt erst garnicht an.

Klar...man kann mit Realismus sehr gut leben. Is aber stinklangweilig, oder?

Jetzt werd ich mir n Pülleken Blanco aufziehen, über Gott und die Welt diskutieren und den Göttern unter der Erde den letzten Schluck gönnen. Auf dass sie uns Allen wohl gesonnen sind.

Glück Auf

thannator:
einfach "Inherit the wind" lesen .... dann seh' ich schon das genau gleiche problem ....  ::)

stollentroll:
Für den "Erfolg" von Wünschelrutengängern spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Ein Faktor ist sicher die Diskrepanz zwischen dem von giantcrystal beschriebenen tatsächlichen Vorkommen von Wasser, aber dem hartnäckigen Glauben von bestimmt 99 % der Bevölkerung an die Existenz von "Wasseradern".

Schlägt nun bei einem Wünschelrutengänger die Rute aus und dort wird ein Brunnen angelegt, der dann auch noch tatsächlich Wasser führt, sagen alle: "super, es hat funktioniert, er genau die Wasserader gefunden, das ist der Beweis, dass es geht". Wenn man aber vielleich 10 oder 20 oder sonstwieviel Meter daneben gegraben hätte, wo die Rute nicht ausgeschlagen hat, dann wäre man dort wohl auch auf Wasser gestoßen, zumindest in den meisten Fällen (sicher wird man auch mal geologische Situationen haben, wo das nicht so der Fall ist).
Ein zweiter Punkt ist natürlich die Erfahrung. Geländemorphologie, Geologie, Pflanzenbewuchs (Arten und Größe) sind natürlich Anzeiger. Verschiedene Details werden unbewusst (oder auch mal bewusst) verarbeitet und man wird dann so ein "Gefühl" dafür bekommen, und die Rute schlägt aus.

Laborexperimente liefern, wenn die Versuchsanordnung wirklich belastbar ist, Ergebnisse um die statistische Wahrscheinlichkeit.
Feldexperimente haben meist eine von vorneherein höhere Wahscheinlichkeit beim Erfolg. Das ist auch zu erwarten, wenn nach "Wasseradern" in einem Gebiet mit einem flächenhaften Vorkommen von Wasser gesucht wird.


Und noch ein eigenes Erlebnis, etwa 25 Jahre her: in der Nähe von Glauchau in Sachsen gab es eine Fundstelle für roten Turmalin. Beim Bau einer Eisenbahnlinie ist ein Felsen mit pegmatitischen Partien gesprengt worden, und in dem feinen Sprengschutt konnte man roten Turmalin (seltener auch grünen oder farblosen) finden. Man konnte entweder in dem Material herumscharren oder es auswaschen. Ich habe damals gescharrt und die Turmaline herausgesammelt. Da die Turmaline dort wahllos verstreut im Schutt vorkamen, konnte man immer etwas finden. Neben mir hat jemand mit der Wünschelrute gesucht. Da ich den Schutt durchwühlt habe, habe ich recht gut gefunden, der Wünschelrutengänger war die ganze Zeit mit wünscheln beschäftigt und hatte noch fast nichts. Nachdem ich in einem kleinen Loch zwei recht hübsche Kriställchen gefunden hatte, wünschelte er auch mal über diesem Loch, die Rute schlug stark aus, und er meinte, das sei eine sehr gute Stelle (natürlich, ich hatte ja schon gut gefunden). Nach weiteren drei Zentimeter buddeln (bei denen ich nichts mehr gefunden habe), war ich durch den Spengschutt durch und auf dem ursprünglichen Boden, wo natürlich kein Turmalin mehr zu finden war.

Glück Auf
der Stollentroll
 

Erik:
Genau diese Erfolge beim Auffinden von Wasser/"Wasseradern" - was ja in den meisten Fällen als "Beweis" herangezogen wird - sind für mich kein Beweis daß das Rutengehen funtioniert.
Niemand käme doch auf die Idee an Stellen wo es geologisch oder geländemorphologisch unsinnig wäre nach Wasser zu suchen - sei es nun mit Wünschelruten oder auf konventionelle Art. Trifft man aber irgendwo auf Wasser ist die Wahrscheinlichkeit daß man in der näheren Umgebung auch auf Wasser trifft hoch. Wir hatten mal solche sehr öko-mäßig veranlagten Nachbarn die steif und fest behaupteten nachts nicht schlafen zu können da ihr Bett über einer "Wasserader" stände (der Hinweis daß es keine Wasseradern gibt zog nicht...aber das ist ne andere Sache.. ;D). Auf jeden Fall ließen sie ihr Grundstück darauf von einem Wünschelrutengänger (der von sich behauptete seriös zu sein) absuchen - das Resultat war eine (glaube) 50cm starke "Wasserader" die sich durch ihr ganzes Grundstück zog...  ::)
Jetzt ist es aber grad egal wo man hier - sei es dort oder bei uns im Garten oder in 'nem Umkreis von einigen hundert Metern - gräbt, spätestens ab 1m Tiefe kann man Wasser abschöpfen (unser Gartenteich wurde eine Zeitlang auf diese Weise befüllt bis die Pumpe ihren Geist aufgab..)

Und solche Beispiele gibt es hier viele - und niemand will einsehen daß es meist völlig egal ist wo man nach Wasser gräbt wenn die Geologie (Lehme/Tone des Bröckelschiefers in diesem Fall) die selbe ist. Und genau deswegen kann man mich mit diesen "Erfolgserlebnissen" überhaupt nicht überzeugen.

Gruß, Erik

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