Hallo Berthold,
danke für das Zitat. Ich habe es mir gerade mal durchgelesen.
Jahn, St. & Bode, R. (2003): Mineralogische Neuigkeiten vom Erongo in Namibia (III). Mineralien-Welt 14 (6), 58-64.
S. 63: "Später sollen zumindest die hemimorphen Turmaline mit positivem und negativem ("ausgefransten") als der alkalidefizitäre "Foitit" identifiziert worden sein; entsprechende Veröffentlichungen fehlen bis heute."
[Anmerkung: Ja, hier fehlt ganz offensichtlich im Originaltext ein Wort nach 'negativem'.]
Auf S. 64 wird Pirajno, F. & Schlögl, H. U. (1987): The alteration-mineralization of the Krantzberg tungsten deposit, South West Africa/Namibia. South Afr. J. Geol. 90, 499-508.
sinngemäß zitiert: Turmalinnester im Erongogranit haben Na2O-Gehalte von lediglich 1,6 bzw. 0,67 % Na2O. Nach dem Mineralien-Welt-Artikel bezeichnen Pirajno & Schlögl (1987) diese Turmaline als Schörl. Ob der F-Gehalt dieser Proben bestimmt wurde und wie genau die Werte mit welchen Methoden gemessen wurden, müßte man in der Originalliteratur nachlesen.
Auf S. 64 werden von G. Blaß durchgeführte standardlose EDS-Analysen an nicht angeschliffenen Proben erwähnt, die Na2O-Gehalte von "0,8 bis 1,7 Gew.%" ergaben.
Weitere Berechnungen von Jahn & Bode (2003) unter einigen Annahmen (die besser überhaupt nicht hätten zugrunde gelegt werden dürfen, da eine Herumrechnerei mit solchen standardlosen EDS-Analysen ziemlich sinnlos ist; außerdem ist der Fluor-Gehalt nicht bestimmbar) könnten "Na2O-Gehalte von 0,7% bis 1,4%" ergeben, was auf "Na0.25 bis Na0.53" pro Formeleinheit hinweisen könnte, also ein potentielles Vorhandensein von Foitit (Na<0.50).
S. 64 "Weiterhin erwiesen sich die Erongo-Turmaline als Fluor-frei und als sehr stark eisenhaltig, wohingegen der Aluminiumgehalt erstaunlich gering ist."
Sehr fragwürdiger Kommentar, da standardlose EDS-Analysen geringe Mengen von Fluor überhaupt nicht oder nur sehr ungenau messen können.
S. 64 "Die Z-Position dürfte neben Al fast zur Hälfte, zumindest aber zu einem großen Teil von Fe3+ besetzt sein."
Sehr fragwürdiger Kommentar, da auf der Z-Position selbst bei den Fe-reichsten Turmalinen aus solchen Pegmatiten der Fe-Gehalt nie mehr als ca. 5-10% erreichen kann (eine Povondrait-Komponente gibt es in solchem Material nicht).
In jedem Fall kann man sich dem Fazit von Jahn & Bode (2003) am Ende ihres Artikels anschließen, nämlich dass genaue Analysen und weitere Untersuchungen von Turmalinexperten an den Erongoturmalinen nötig sind.
Habe Beschwerden bez. der für Erongo hochgeladenen (wenigen) Foitit-Photos bei Mindat ausgeschickt und den Foitit aus dem Erongo mit einem Fragezeichen versehen.