Hi Uwe
Nunja, ich gehe mal davon aus, das alle Hauptkomponenten der Schmelze in so hohen Konzentrationen (=Übersättigungen) vorliegen, das es zur spontanen Kristallbildung kommt. Nachdem die Hauptkomponenten auskristallisiert sind, bleiben die Ionen (Elemente) in Lösung, die nicht so richtig in die Gitter der Hauptminerale passen und natürlich diverse Fluide wie Wasser und auch Kohlendioxid. An geeigneten Stelle (Schrumpfrissen, Blasenhohlräume) können dann die weniger passenden Elemente Minerale bilden, ich nenne sie einfach mal "Nebenkomponenten". Ich denke da z.B. an den Anatas vom Petersberg bei Halle. Nachdem nun auch die Nebenkomponenten ihren Platz gefunden haben, bleiben nur noch die wirklich seltenen Elemente übrig, wobei man natürlich im Hinterkopf behalten sollte, das diese nicht nur in einem Mineral gebunden werden können. Das bedeutet, das in den Restlösungen bestimmte Mineralzusammensetungen (z.B. die Kombination zur Bildung von Gadolinit) in so geringen Konzentrationen vorliegen, das sie nicht mehr spontan auskristallisieren können. Ok, irgendwo gibt es dann doch mal einen Keim der zu einem Kristall heranwachsen kann und man hat einen u.U. recht beachtlichen Gadolinitkristall in einer sonst eher gadolinitarmen Umgebung. Das wäre dann die direkte Anwendung bzw. der direkte Bezug zu eben jenem Ostwald-Miers-Bereich, da ja genau diese Bedingungen herschen: Keine spontane Keimbildung möglich, aber evtl. vorhandene Kristalle wachsen weiter. Was letztlich dazu führt, das hier und da dann doch mal ein Keim zu einem Kristall werden kann, wird sich kaum sichre klären lassen. Grade bei dem Steinbruch Petersberg ist mir schon oft aufgefallen, das die Synchisite in ein und demselben Brocken sehr unterschiedlich verteilt sein können und gelegentlich ware Nester bilden. Und dann findet man auch Brocken, wo fast statistisch verteilt immer mal wieder einzelne Kristalle oder kleine Gruppen auf den Kuftflächen zu finden sind. Bei den Nestern gab es eine hohe Konzentration von Synchisit-"Bausteinen" die zur spontanen Kristallbildung ausreichten und dann die beobachteten Nester bildeten und bei den statistischen verteilungen war die Lösung mit der Bausteinkonzentration irgendwo im Ostwald-Miers-Bereich. Das ist so im Großen und Ganzen die Theorie, die ich mir zu diesem Thema zurechtgebastelt habe - keine Ahnung, ob das so korrekt ist, ich sehe aber auch keine offensichtlichen Fehler in dem Erklärungsmodell. Vielleicht kann ja noch jemand anderes etwas dazu beitragen...
Grüße
Markus
P.S.: Entweder mein Browser oder das Forum zickt grade ganz gewaltig rum: Beim tippen springt die Ansicht immer in die Mitte meines Textes was ein vernünftiges Schreiben nahezu unmöglich macht - geschweige denn Fehlerkorrektor...