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Autor Thema: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?  (Gelesen 21594 mal)

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Offline berthold

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #15 am: 15 Jun 05, 16:31 »
Hallo,

volle Zustimmung, Tobias. Betrug ist Betrug, mit oder ohne Gewerbeschein. Wenn mich jemand übers Ohr haut tut es nichts zur Sache, ob er ein Gewerbe angemeldet hat, oder ob er das privat macht, der Vorsatz ist entscheidend:

Zitat
§263 StGB

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Problem ist nur: Wo kein Kläger, da kein Richter!

Andererseits könnten die Händler schon was tun: Abmahnungen !

@Collector "DIE LEUTE WOLLEN VERARSCHT WERDEN  !!!" - nein, ich nicht. (bin auch schon auf den MM mit geklebter Stufe reingefallen) An dem betrügerischen Anbieterverhalten ändert das nichts - auch wenn ich vorher den Betrug bemerke und deswegen nichts kaufe. 

"2. Niemand kann einem Händler mit oder ohne Gewerbeschein verbieten, Ware anzubieten, die letztendlich gekauft wird." - Das sehe ich anders (siehe oben Zitat StGB).

"GEHT MAL AM MONTAG ZUM ALDI ODER PENNY - DA LIEGEN DIE GAMMELIGEN SALATE UND TOMATEN VOM FREITAG - UND SIE WERDEN GEKAUFT 11" - mag sein, jedoch werden da nicht Stachelbeeren rasiert und als Weintrauben verkauft.

Gruß

Berthold

Offline Micha

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #16 am: 15 Jun 05, 16:52 »
In diesem Zusammenhang kann ich eigentlich nur mein Angebot erneuern, eine Tauschbörse ala Trüffelschweine in den Räumen unserer Scheidebank durchzuführen. Klar werden Sammler ersma Sammler unter sich sein, und es werden die Superhalligalli-Stufen aus Schlagmichtodweitweg fehlen. Aber Tag 1 mit "open end" wär den Ausstellern (falsches Wort, besser: Teilnehmern) vorbehalten. Ungestörter Schwatz, Zeit zum Gucken, Vergleichen, Tauschen. Abendbier. 2. Tag: Öffnung nach außen: interessiertes Publikum zum symbolischen Eintrittspreis willkommen. Kosten "Saalmiete" insgesamt 350,00 € (Das entspricht den Unkosten, die unser Verein für Saubermachen, Wasser, Abwasser,... tragen muss.) Bei sagen wir mal 15 Teilnehmern sind das nich mal 25 EURO für zwei Tage als "Standgebühr" (auch ein hässliches Wort). Wenn der erste tag der Samstag ist, kann man bedarfsgerecht für den Abend vorsorgen in Sachen "AG,AfG,S+R".
Achso: Ort: Zug bei Freiberg

Offline Ralf

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #17 am: 15 Jun 05, 16:55 »
Völlig korrekt Collector,

und jetzt hau ich nochmal drauf.

Sagen wir einmal ganz pauschal, alle Börsenveranstalter sind nur auf´s Geld aus ( stimmt nicht, aber trotzdem ). Sie wollen also so viele Aussteller wie möglich in ihren Räumen unterbringen. Ist das Raumangebot nun größer als die Zahl der Aussteller, nehmen sie jeden Klimperhändler und potentiellen Betrüger in ihre heiligen Hallen auf. Klar, sie wollen ja keine leeren Stände.

Und jetzt nochmal an die Obermeckerer. In dem Moment, wo die Zahl der teilnahmewilligen Aussteller größer ist als das Platzangebot hat der Veranstalter die Qual der Wahl. In so einem Fall wird er sicher zwielichtige Händler der Börse verweisen und dafür korrekte zulassen.
Und genau das könnt Ihr beeinflussen. Bis jetzt hat sich noch keiner der Kritiker dazu geäußert, warum er nicht selbst einen Tisch mietet und seine Doubletten dort anbietet.

Denn im Prinzip ist es doch so, ihr wollt gute Stufen für´n Butterbrot kaufen. Ihr seid sauer, weil das keiner macht und werft den Ausstellern und Veranstaltern Geldgeilheit vor. Ihr seid selbst aber ( verständlicherweise ) auch nicht bereit Zeit und Geld zu verschenken, um anderen Sammlern eine Freude zu machen. Ihr seid außerdem nicht bereit, Sammlern und seriösen Händlern eine mittelprächtige Calcitstufe aus einem Deutschen Steinbruchauch nur für 5 € abzukaufen, logisch habt ihr alle schon. Ihr seid auch nicht bereit 3 € für einen Topas oder Pseudobrookit vom Emmelberg zu zahlen, selbst wenn der um vieles besser ist als die in Eurer Sammlung.
Liebe Leute , Geldgeilheit kann man in zwei Richtungen auslegen. Beim Einnehmen und beim Ausgeben.
Jahrelang hab ich als Aussteller auf Börsen wirklich gute Micromounts aus der Eifel angeboten. Immer war ein Tisch für diese Stüfchen und das Mikroskop belegt. Selbst auf der sehr schönen Börse in Bergisch Gladbach, wo sich Dutzende Eifelsammler treffen, hab ich dann jedesmal vielleicht für 10 € verkauft. Der Tisch kostet schon alleine 35€. Die meisten haben sich die Sachen noch nicht mal angeschaut. Gefragt wirste nur nach absoluten Raritäten, die sowieso keiner verkauft. Und wenn doch mal was interessantes auf dem Tisch stand, was dann 10€ kosten sollte weils eben schweineselten ist, wird man noch blöd angekuckt und als Geldgierig bezeichnet.
Leute, hab ich sie noch alle ?????
Jetzt stehen auf dem Tisch sehr gute Stücke aus aller Herren Länder. Alle korrekt bezeichnet und garantiert nicht manipuliert, DAS wird gekauft. Ich habs nicht nötig, geklebte Stufen oder Edelsteinbäumchen zu verkaufen. Und wenn sich jemand bei mir einen guten Bergkristall kauft, um damit seine Hämmorhoiden zu behandeln, dann freuts mich und den Käufer auch.

Sorry, wenn ich ein wenig heftig war, aber es musste mal gesagt werden.

Ralf

Offline berthold

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #18 am: 15 Jun 05, 17:48 »
Hallo,

naja, aus Sicht des Händlers ist es immer etwas anders. Ich für meinen Teil mache auf Börsen keinen Stand, weil ich nichts (oder nicht die Menge) habe, was so eine Aktion rechtfertigen (kostentragend) würde. Nun, bei Micromounts auf einer Börse ist das immer so eine Sache, da kann ich mir gut vorstellen, dass das nicht so geht - Gründe liegen auf der Hand. Aber wenn es gute Stufen sind wurden/werden allemal noch auch gute Preise erzielt. Das Ganze hat meiner Ansicht nach aber nichts mit dem Thema hier "Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?" zu tun.

In 2001 hab ich mir mal das Vergnügen geleistet und war insgesamt auf 30 Börsen. Nur soviel: Die Veranstalter sind nicht machtlos, sie machen nur nichts (manchmal sind die Veranstalter zugleich auch Händler, da braucht man sich nicht wundern, die werfen sich ja nicht selbst raus). Die Händler sind nicht machtlos, die machen nur eben auch nichts gegen die schwarzen Schafe in ihren Reihen. Und die Besucher / Sammler sind auch nicht so machtlos, machen aber vieleicht zu wenig. Gegen die Auswüchse stehen von der Verantwortung her 1.) die Verkäufer, 2.) die Veranstalter und 3.) am wenigsten die Besucher in der Pflicht. - Oder ?

 Ach ja, es gibt schon noch Börsen wo man Mineralien kaufen kann, ohne Gefahr zu laufen angesichts der gefärbten Phantasie-beschrifteten Esoterik-Eier die Stände vollzukotzen. Aue, Ehrenfriedersdorf, Windischeschenbach ...

Gruß

Berthold

Offline geomueller

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #19 am: 15 Jun 05, 18:07 »
Hallo Collector,

deinem langen Artikel eine kurze Antwort:

1. Mich zwingt natürlich keiner diesen Schott zu kaufen, ich kaufe ihn ja auch nicht weil ich ihn erkenne, der Laie aber nicht. Und wenn der Laie wüsste, das es Fälschungen sind, würde er es auch nicht tun.

2. Keine noch so hohe Standgebühr und sonstige Händlerausgaben berechtigen zu offenem Betrug. In Deinem Bericht klingt es ja geradezu so als ob die armen Händler auf Grund der hohen Ausgaben dazu gezwungen werden Fälschungen in Massen zu produzieren. Auch kein Händler wird gezwungen zu einer Börse zu fahren wo die m-Gebühr 250.- € kostet, und die Fälschungen gibt es überall auch auf kleineren Börsen!

@Berthold Deiner Meinung stimme ich voll zu, jeder hat es in der Hand etwas dagegen zu machen, auch der Kunde, nicht kaufen was anrüchig ist und auch mal drauf aufmersam machen.

Gruß Jürgen
« Letzte Änderung: 15 Jun 05, 18:15 von geomueller »

Offline Bernd G

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #20 am: 15 Jun 05, 18:13 »
hallo, ich denke mal es kann sich heute kein verkäufer mehr leisten fälschungen oder manipulierte stücke auf börsen anzubieten.das spricht sich so schnell rum gerade in der heutigen zeit ,versuche gibt es aber bestimmt immer .
nur bei den verkäufern kauft doch keiner mehr was.
wegen der preise, es ist doch jedem selbst überlassen zu welchem preis er was verkauft oder für welchem preis er was einkauft .
mir gefällt es auch nicht wenn ich auf börsen komme und dann jede menge schmuck usw. sehe, aber ich muß ja keinen kaufen oder ansehen. bleibt doch jedem selbst überlassen.
die veranstalter von börsen haben manchmal keine ahnung von mineralien und fossilien und ich glaube sie wären auch etwas überfordert ein urteil über manipulierte stücke abzugeben. ich denke da wären eher die anderen verkäufer die auf börsen sind gefragt und sollten auch was gegen solche machenschaften untermehmen. es fällt ja auf alle zurück.
« Letzte Änderung: 15 Jun 05, 18:19 von Bernd Gutschera »

Offline Godot

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #21 am: 15 Jun 05, 18:34 »
Hallo,

ich denke, einen wichtigen Punkt haben wir noch nicht angesprochen:
Die meisten Leute, die auf eine Börse kommen, sind keine Sach- oder gar Fachkundige, sondern Leute, die dahin gehen, weil da etwas los ist und ggf. einen bunten Stein kaufen möchten. Hinzu kommen die, die meinen, dort billige Steine zu bekommen, aber nicht unbedingt als Mineraliensammler zu bezeichnen sind.
Diesen Leuten ist es egal, ob der gezeigte Stein von selber so schimmert oder ob er geölt wurde, die Hauptsache, er macht sich im Setzkasten oder auf dem Kaminsims gut und passt zur Tapete. Diesen Leuten ist es auch egal, ob eine angebliche Stufe montiert ist oder nicht, diesen Leuten ist es egal, ob der Teller aus Fossilien nun einen geschliffenen Originalfundzusammenhang darstellt oder ob er von 4629 Standorten gemischt wurde. Die wollen dekorative Dinge billig kaufen oder auch nur ein "nettes Andenken".
Hier ist auch jedes Etikett vergebliche Liebesmüh, denn ob der Stein nun Fluorid heisst und aus England kommt (von der Groverake Mine und Weardale haben sie eh noch nichts gehört) oder als Kyanith aus China oder als Mafait aus Bayern bezeichnet wird. Die Hauptsache ist, daß er sich mit dem Schnitzengel aus Seiffen und der Schneekugel vom Kölner Dom versteht.
Hier sind Mineralien und Fossilien Dekorationsartikel, da stört es nicht weiter, wenn sie eingefärbt, bestrahlt, geölt oder montiert sind, es ist kein Mangel in der gewünschten Funktion, so lange die dekorativen Eigenschaften sich mit der Zeit nicht verändern.

Die zweite Gruppe ist auf Börsen, weil ein bestimmter "Lehrer" oder ein "Lehrbuch" ihnen sagt, daß gewisse Steine gewisse Eigenschaften haben und sie mit diesen eine bestimmte Veränderung an Körper und Geist erzielen möchten. Hier ist das Hauptkriterium der Name und daß die Kunden glauben möchten, daß sie wirken.

Anders ist das, wenn jemand sachkundiges etwas für seine Sammlung sucht. Dann gehts meist nicht nur um "das ist aber schön", sondern um ein ganz bestimmtes Mineral, die Kristallform, Herkunft usw. Das brauch ich ja hier nicht zu erzählen, das ist ja bekannt. Hier ist Dekorativität nur ein Teil der gewünschten Eigenschaften, hier gehts um "mehr". (Ich setze das in Anführungszeichen, denn das Ziel ist genauso ernsthaft wie das, ein Dekostück zu kaufen) Die Ansprüche an das Objekt werden größer. Es muß das richtige Mineral in der richtigen Morphose vom richtigen Standort sein, die Stufe sollte das Mineral gut zur Geltung bringen und nicht zu groß oder nicht zu klein sein. Die Herkunft und ggf. Vorbesitzer müssen gut dokumentiert sein und das Ganze sollte als naturwissenschaftliches Belegstück in einem natürlichen bzw. naturnahen Zustand sein, mit anderen Worten: Außer Reinigung und Formatierung darf keine weitere Bearbeitung stattgefunden haben, wenn man von der Fixierung von empfindlichen Mineralien absieht.
Diese Anforderungen sind höher und viele Mineralproben können ihn nicht erfüllen, sind also aufgrund verschiedener Mängel für einen Fachkäufer nicht attraktiv.
Die Zahl dieser Kunden ist vergleichsweise gering, die Zahl der Mineralien, die auf der Börse gekauft werden, genauso. Häufig gibt es Händler, die auf diese Kunden spezialisiert sind, so daß sie bei anderen Händlern kaum in Erscheinung treten.  

Diese drei Gruppen haben nur in wenigen Berührungspunkten gemeinsame Interessen, die Qualität der Mineralien ist nur bedingt eine dieser Interessen. Der niedrige und -wie oft auf Börsen- verhandelbare Preis sind da eher im Interesse der Kunden. Das ist einer der Gründe, warum ein Kunde auf einer Börse grundsätzlich behaupten wird "das ist aber teuer", am besten ohne sich ein MM oder so näher anzusehen. Die wirkliche Kultur des Feilschens ist in Deutschland nicht beheimatet und die Art und Weise, auf die gefeilscht wird, ist oft nicht wirklich kultiviert, aber von beiden Seiten.

Generell habe ich, wenn ich auf eine Börse gehe, ein Budget, ein Ziel (z.B. ich möchte einen grünen Pyromorphit) und im Zweifelsfall die Frage nach der Visitenkarte. Wenn der Händler nicht allzu weit weg ist, kann man ihn nach der Börse auch noch besuchen. Wenn er zu weit weg ist oder keine Karte hat, geht mein Geld oft an jemand anderen.

Da, wo ich die Ware direkt sehen kann, bin ich noch nicht betrogen worden (glaube ich).

schöne Grüße

Tobias

Offline McSchuerf

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #22 am: 15 Jun 05, 19:57 »
.. und hier noch die Übersicht über einige bekannte und unbekanntere Fälschungen der Vergangenheit und z.T. noch Gegenwart auf zahlreichen Börsen!

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/F%E4lschungsliste?redirectfrom=F%E4lschungen

Gruß Peter

Offline geomueller

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #23 am: 15 Jun 05, 20:37 »
Die vielen tollen und auch ausführlichen Beiträge so vieler Mitglieder zeigt einerseits die Brisanz des Themas aber auch auf welchem hohen Niveau fach- und sachkundig hier diskutiert wird, einfach toll.

Vieles ist hier schon auch kontrovers und provokant, was gut ist, zur Sprache gekommen. Was mich immer besonders auf die Palme bringt ist das von manchen Händlern offensichtliche Fälschungen oder Manipulationen auch nach Aufdeckung verleugnet werden und wenn man hartnäckig drann bleibt dann doch zugegeben werden.

Ein weiteres was mich immer aufregt und wo ich schon öfter eingeschritten bin in dem ich den potentiellen Käufer informiert habe ist wenn gezüchtete Kristalle von teils giftigen bzw. gesundheitsgefährdenten Stoffen (z.B Blutlaugensalz, Kupfersulfat) an Kinder oder Eltern für ihre Kinder verkauft werden ohne diese darauf aufmerksam zu machen. Das ist einfach verantwortungslos!!

MfG Jürgen

Offline loparit

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #24 am: 15 Jun 05, 20:43 »
Hallo nochmals an alle,

dass hier so viele Leute diese Menge Text durchlesen spricht für die Wichtigkeit dieses Dikussionspunktes!

Natürlich gibt es viele verschiedenen Ansichtspunkte und auch Orte von denen man diese Punkte betrachten muß. Sei es, Börsenveranstalter, Händler, Sammler, Schmuckverkäufer, Käufer eines Dekorationsstückes oder Käufer einer MM Stufe etc.

Doch eines Denke ich kann doch ganz klar gesagt werden, egal wo man steht.

Der Käufer egal was er kaufen möchte, ein Stück für die Sammlung oder als Dekoration kauft das Teil weil es ihm gefällt oder weil er es für seine Systematik, oder sonstige Sammelrichtung haben will. Er kauft es auch wenn es nicht geklebt, geölt, verschönt etc ist.

Natürlich spielt da auch der Preis eine große Rolle. Da es Personen gibt die auf 1 Euro achten müssen und eben auch Personen gibt die nicht auf 1000 Euro achten müssen, heißt das noch lange nicht, dass diese Personen getürktes Material kaufen wollen.

Warum kann es nicht selbstverständlich sein, dass der Händler, gute Ware für das gute Geld das er bekommt, anbietet  ???

Und warum kann es nicht sein, dass eine Mineralien- Fossilienbörse eben auch nur Mineralien und Fossilien anbietet  ???

Deshalb wird es höchste Zeit, dass Börsen für Sammler und "Jäger"  ;D angeboten werden auf denen eben diese Punkte von der Börsenleitung überwacht werden. Natürlich kommt dort weniger Publikum, aber eben Publikum das nicht die Okenite aus Indien mit dem Aufschrei "oh schau mal Schatz ein Schimmelpilz" kaputtdrücken ::) ::) .

Natürlich kann es dann auch Börsen geben, mit Schmuck, Esoterik, Heilsteinen etc. Das heißt aber nicht, nur weil die Besucher dieser Börsen ein anderes Klientel darstellen, dass die Händler deshalb getürkte Stücke und Material anbieten müssen.

Ganz klar ist es letztendlich jedem selbst überlassen, ob er getürktes Material kauft oder nicht aber das rechtfertigt noch lange nicht das anbieten solcher Dinge.

Oh wollte eigentlich nicht so viel schreiben  ;D ;D

Gruß
loparit


Offline McSchuerf

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #25 am: 15 Jun 05, 20:57 »
Zitat
Natürlich kann es dann auch Börsen geben, mit Schmuck, Esoterik, Heilsteinen etc. Das heißt aber nicht, nur weil die Besucher dieser Börsen ein anderes Klientel darstellen, dass die Händler deshalb getürkte Stücke und Material anbieten müssen.

nein, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist tatsächlich viel größer als auf 'echten Sammlerbörsen' von denen es ohnehin nicht mehr genügend gibt.

--------------

Zitat
Was mich immer besonders auf die Palme bringt ist das von manchen Händlern offensichtliche Fälschungen oder Manipulationen auch nach Aufdeckung verleugnet werden und wenn man hartnäckig drann bleibt dann doch zugegeben werden.

Ein weiteres was mich immer aufregt und wo ich schon öfter eingeschritten bin in dem ich den potentiellen Käufer informiert habe ist wenn gezüchtete Kristalle von teils giftigen bzw. gesundheitsgefährdenten Stoffen (z.B Blutlaugensalz, Kupfersulfat) an Kinder oder Eltern für ihre Kinder verkauft werden ohne diese darauf aufmerksam zu machen. Das ist einfach verantwortungslos!!

..und darüber rege ich mich auch schon seit rd. 25 Jahren auf!

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 15 Jun 05, 20:59 von McSchuerf »

Offline TKMineral

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #26 am: 15 Jun 05, 22:14 »
Zitat
Ein weiteres was mich immer aufregt und wo ich schon öfter eingeschritten bin in dem ich den potentiellen Käufer informiert habe ist wenn gezüchtete Kristalle von teils giftigen bzw. gesundheitsgefährdenten Stoffen (z.B Blutlaugensalz, Kupfersulfat) an Kinder oder Eltern für ihre Kinder verkauft werden ohne diese darauf aufmerksam zu machen. Das ist einfach verantwortungslos!!
..oder Uranmineralien....

ich finde , das diese ausdrücklich auf den Ständen als radioaktiv ausgezeichnet werden müssen (was leider nicht jeder macht , besonders bei MM/KS..)...sowas gehört ebenfalls auch nicht ins Kinderzimmer....

Offline Chris18

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #27 am: 15 Jun 05, 23:46 »
Was mir auch immer etwas zu denken gibt sind die Fundorte....
ob die da wirklich so stimmen ...  :P :-X


Offline Ralf

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #28 am: 16 Jun 05, 00:07 »
Jaja, es ist schon eine hochkomplizierte Sache mit den Börsen, aber auch mit dem Mineralienhandel allgemein. Es ist vielleicht ein wenig schade, das hier ( auch von mir ) zwei Themen miteinader vermischt wurden.

1. Fälschungen und Betrug
2. Das gemischte Angebot

Zum ersten Punkt kann man ruhig sagen, daß niemand hier damit einverstanden ist oder es auch nur toleriert. Ob es jemals besser wird steht in den Sternen. Wirklich und letztendlich beeinflussen kann es nur der Veranstalter. Ich mach mir jedesmal die Mühe, egal ob als Besucher oder als Aussteller, die Börsenverantwortlichen auf solche Mißstände hinzuweisen. Nutzen tut´s meist nix, weil eben nur wenige auf der Börse den Mund aufmachen.

Über den zweiten Punkt kann man jedoch sehr kontrovers diskutieren. Vielleicht wenn man´s in verschiedene Börsenklassen einteilt.

Da gibts zuerst die reinen Sammlerbörsen, wo kein Schmuck und Tand zugelassen ist und jede erkennbare Fälschung sofort zu einem Eklat führt. Hier sind die Veranstalter doch meist rührige Vereine oder deren Mitglieder oder einfach nur Interessengemeinschaften. Da gehts nun wirklich nicht ums Geld, sondern um den Erfahrungsaustausch und den Spass an der Freude. Solche Börsen sind Perle, die es zu erhalten gilt. Den Aufwand und die Mühe, die von den Veranstaltern und Teilnehmern aufgebracht werden, kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Die Besucherzahlen sind eher klein und das Publikum besteht überwiegend aus mehr oder weniger Fachkundigen Sammlern samt Familie. Die Tischmieten sind meist sehr gering und dienen nur der Deckung der Kosten.

Die nächste Klasse bilden gute Börsen, die ein sehr ausgewogenes Angebot bieten. Ich hatte da schon Bergisch Gladbach und Freisen genannt, es gibt ganz sicher auch andere. Auch die Achatbörse in Worms kann man übrigens dazuzählen. Hier ist entweder gar kein Schmuck/ Esotherik zugelassen, oder nur in sehr geringem Umfang. Hier sind auch die Aussteller gemischt. Vom reinen Sammler, der hier seine überzähligen Funde anbietet, über den Feierabendhändler, der sich damit nebenbei ein paar Euro zu verdienen versucht bis hin zu gewerblichen Händlern. Sie sind meist etwas größer als die vorherigen Veranstaltungen. Der Veranstalter hat in der Regel auch höhere Kosten, weil der Saal größer oder teurer ist, weil die Reinigung bezahlt werden muß etc. Vielleicht will er auch ein paar Euro daran verdienen, soll er doch auch. Die Tischmieten sind schon etwas höher, aber durchaus noch im grünen Bereich. Das Publikum setzt sich etwas zur Hälfte aus Sammlern und zur Hälfte aus
 " Sehleuten " zusammen, heißt Menschen die ein latentes Interesse an schönen Mineralien oder Fossilien haben. Und natürlich gibts da auch einige Esotheriker. Auch hier haben es Betrüger und Fälscher in der Regel schwer.

Dann gibt´s da die, ja wie soll ich sagen , kommerziellen Kleinbörsen. Mit kommerziell meine ich nun den Veranstalter. Oft halten solche Veranstalter mehrere Börsen in unterschiedlichen und z.T. weit auseinander liegenden Städten ab. Solche Börsen sind vom Veranstalter ausschließlich auf Gewinn ausgerichtet und es ist ihm vollkommen Wurscht, was da auf den Tischen steht. Je mehr Aussteller desto besser. Die Tischmieten sind dem zur Folge schon recht abenteuerlich. Hier findet man in erster Linie " Gemischtwarenhändler " , die neben Mineralien auch Schmuck und sonstiges Kunsthandwerk anbieten. Fälschungen bzw. manipulierte Stücke finden sich hier zu Hauf. Seriöse Mineralien- oder Fossilienhändler wird man hier vergebens suchen, die können hier nämlich nichts verdienen. Grund dafür ist das Publikum, das sich überwiegend aus Esotherikern und latent interessierten Laien zusammensetzt. Gute Stufen für gutes Geld kann man hier nicht verkaufen, wohl aber billigen Nippes und Tand.

Bleiben zuletzt noch die Großveranstaltungen wie Dortmund, München oder St. Marie. Das sind hochkommerzielle Börsen unter dem Deckmantel des Mineralien- und Fossiliensammelns. Die Aussteller sind fast Ausschließlich Großhändler und große, bzw. hochspezielisierte Einzelhändler. Die Tischmieten sind gigantisch und alles, aber auch wirklich alles ist auf Kommerz ausgerichtet. Die Besucher setzten sich aus allen möglichen Schichten zusammen. Große und kleine Händler, Sammler, Esotheriker, Goldschmiede und was weiß ich. Da verkauft einer zentnerweise Trommelsteine und am Stand daneben stehen Rhodochrositstufen für mehrere hundert Euros.
Hier findet man leider auch viele Fälschungen und manipulierte Stücke. Und hier finde ich das besonders verwerflich. Diese Börsen werben mit Ihrer Fachkunde und gaukeln dem unwissenden Publikum somit eine Qualitätssicherheit vor, die gar nicht vorhanden ist.

Sicher gibt es noch eine ganze Reihe von Börsen, die irgendwo dazwischen liegen.

Ganz sicher aber haben alle diese Börsen auf ihre Art ihre Berechtigung. Hier wird Geld verdient. Und das ist doch etwas, was wir alle tun müssen. Nicht zu vergessen, daß an den komerziellen Börsen Arbeitsplätze hängen. Hier arbeiten Menschen, die sich vielleicht in keinster Weise für Mineralien interessieren. Man sollte solche Börsen also nicht grundsätzlich verdammen. So vielschichtig wie die Interessen der Menschen an Steinen in jedweder Form ist eben auch das Angebot.

Letztendlich bestimmt doch jeder selber, wo er hingeht und was er kauft. Stellt man Fälschungen fest, oder sieht man die giftigen Kunstprodukte soll man auch den Mund aufmachen. Ich finds total in Ordnung, wenn man ahnunglose Käufer vor dem Erwerb solcher Stücke warnt. Das kann ruhig in aller Öffentlichkeit und auch bei der Börsenleitung geschehen. Gefällt mir das Angebot auf einer Börse als Besucher nicht, geh ich nicht mehr hin. Hab ich einen Stand dort und stelle fest, daß mein Angebot nicht genügend Käufer findet, geh ich ebenfalls nicht mehr hin.


Ach ja, noch was zu dem Beitrag von Collector. Er schrieb ja, daß die Leute verarscht werden wollen.
 
Das stimmt !!!!! Man nennt das Werbung. Gefälschte oder geschönte Sachen sind Werbung, wenn auch meistens illegal oder weit an der Wahrheit vorbei. Ich werbe als Händler auch, aber eben mit anderen Argumenten. Und manchmal muß ich leider feststellen daß die bunte oder illegale Werbung besser verkauft. Aber deshalb muß ich´s und viele andere Händler Gott sei Dank nicht nachmachen.

Ralf

Offline CARCHARIAS

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Re: Machtlos gegen Fälschungen auf Börsen?
« Antwort #29 am: 18 Jun 05, 10:33 »
Moin ;D
Ok Fälschungen und Giftmineralien die an Kinder verkauft werden sind Mist. >:(
N kleiner Tipp: Selbst suchen is auch ne Lösung. ;)
Gruß CARCHARIAS :)