Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Zeugen des Bergbaus / evidence of mining
Erneut Bergbau im Erzgebirge ?
geomueller:
Hallo alle,
ich möchte dieses Thema noch einmal aufgreifen. Ich habe gerade den Sachsenspiegel (Regionalfernsehen) im MDR gesehen. Dort kam ein kurzer Bericht von der "Rohstoffkonferenz Sachsen" die heute in Freiberg (wo sonst ;D ;D ) statt fand. Dort wurden erste Ergebnisse der seit einem Jahr wegen der steigenden Weltmarktpreise für Rohstoffe in Arbeit befindlichen Rohstoffneubewertung sächsischer Lagerstätten vorgestellt.
Im Ergebnis dieser Neubewertung wurden folgende sächsischen Lagerstätten als mögliche Kandidaten für eine Aufnahme eines erneuten Bergbaus genannt:
- Flußspatlagerstätte Schönbrunn Vogtland,
- Zinnerzlagerstätte Gottesberg Vogtland,
- Flußspatlagerstätte Niederschlag Erzgebirge,
- Polymetalllagerstätte Pöhla/Tellerhäuser Erzgebirge,
- Zinnerzlagerstätte Altenberg,
- eine nicht näher bezeichnete Barytlagerstätte, wird wohl Brunndöbra im Vogtland sein.
Ob an diesen Orten und vielleicht noch weiteren jemals wieder Bergbau statt findet und wenn ja in welchem Ausmaß wurde in dem Bericht natürlich offen gehalten, aber dies sind die heißesten Kandidaten.
Gruß Jürgen
joachimotto:
Naja, in meiner alten Heimat, dem Harz, wird wohl nichts mehr gehen. Da ist alles alle. Egal ob Flussspat in Rottleberode (der war zu DDR Zeiten eigendlich schon alle), oder der Rammelsberg in Goslar, wo noch kleine Reste Armerz sind. Vielleicht wird ja das schlechte Eisenerz bei Salzgitter wieder abgebaut.
Ich denke das die Rohstoffpreise noch ziemlich steigen müssen, bis hier wieder Bergwerke entstehen. Aber sicherlich kann es noch viele Überraschungen geben.
geomueller:
Hallo,
in der sächsischen "Freien Presse" (auflagenstärkste Regionalzeitung Deutschlands!!) wurde heute nochmal das bestätigt was gestern im Fernsehen kam (siehe zwei Beiträge weiter oben), mit dem Zusatz das das Land Sachsen ab 2008 mit einer Visitenkarte jeder abbauwürdigen offensiv auf mögliche Investoren und Bergbauunternehmen zugehen will um den Bergbau wieder in Gang zu bringen!
Das klingt doch gut, heißt aber trotzdem noch nicht das es wirklich los geht. Ich finde diese Entwicklung sehr interessant, vor allem weil es vom Land ausdrücklich gewollt und gefördert wird.
Mal sehen vielleicht bekomme ich ja noch meine Untertagejahre bis zur Rente voll ;D ;D ;D ;D
Gruß Jürgen ;)
Manganit:
--- Zitat von: joachimotto am 21 Mar 07, 23:22 ---Naja, in meiner alten Heimat, dem Harz, wird wohl nichts mehr gehen. Da ist alles alle. Egal ob Flussspat in Rottleberode (der war zu DDR Zeiten eigendlich schon alle), oder der Rammelsberg in Goslar, wo noch kleine Reste Armerz sind. Vielleicht wird ja das schlechte Eisenerz bei Salzgitter wieder abgebaut.
Ich denke das die Rohstoffpreise noch ziemlich steigen müssen, bis hier wieder Bergwerke entstehen. Aber sicherlich kann es noch viele Überraschungen geben.
--- Ende Zitat ---
Zum Thema schlechte Eisenerze im Salzgitter Trog gibt es jetzt Neuigkeiten im Zwischenbericht zum 1. Halbjahr der Salzgitter AG: http://www.salzgitter-ag.com/gb/2013q2/de//Zwischenlagebericht/Besondere_Vorgaenge/
Erwerb von Eisenerzabbaurechten
Zum Erwerb von Rechten zum Abbau von Eisenerz in Niedersachsen wurde mit der Preussag Immobilien GmbH, einer Konzerngesellschaft der TUI AG, ein Kauf- und Übertragungsvertrag geschlossen. Schwerpunkte des in den 1950er Jahren näher erkundeten Eisenerzvorkommens sind unter anderem die Regionen Salzgitter, Peine und das Gebiet zwischen Salzgitter und Gifhorn, der Gifhorner Graben. Die seinerzeit verliehenen Bergrechte gewähren das ausschließliche Recht, Eisenerz abzubauen. Es handelt sich um 236 Bergwerksfelder mit einem Gesamtflächeninhalt von weit mehr als 500 km2 und das bedeutendste Eisenerzvorkommen Deutschlands.
Aufgrund der Bedingungen zum Bezug von Eisenerz auf dem Weltmarkt im Vergleich zu den Kosten inländischer Förderung und Aufbereitung sind die Abbaurechte derzeit nicht wirtschaftlich nutzbar. Dementsprechend ist nicht beabsichtigt, in absehbarer Zeit davon Gebrauch zu machen. Der exorbitante Preisanstieg für Eisenerz in der zweiten Hälfte des letzten Jahrzehnts hat allerdings gezeigt, dass eine künftige Nutzung heimischen Eisenerzes nicht völlig ausgeschlossen sein muss. Im Sinne langfristiger Daseinsvorsorge haben wir dafür die Rechte zu einem Kaufpreis von einem Euro sowie der Übernahme von Sicherungspflichten erworben.
Die Menge machts halt: Milliarden Tonnen 30%iger saurer Erze (SiO2) erlauben in Zukunft sicher eine vernünftige Ausbeute, und der Schacht Konrad 2 ist direkt auf dem Stahlwerksgelände in Salzgitter Watenstedt, da wird eh gebuddelt. Ich habe da mal ein Praktikum gemacht im Stahlwerk.
dendrocopos:
Heute in der Presse gefunden:
Der Wochenreport von WIRTSCHAFT+MARKT
Sachsen: Erzaufbereitungsanlage in Mittweida vor dem Start
Leipzig. Das Bergbauprojekt der Saxony Minerals & Exploration AG (SME AG) zum Abbau von Wolfram, Zinn und Flussspat in Pöhla bei Schwarzenberg geht in die erste Phase. Während oberhalb von Pöhla, unweit der alten Zinnstollen derzeit ein Erkundungsschacht vorangetrieben wird, kommen im Gewerbegebiet Mittweida-West bei Lauenhain momentan die Anlagenteile für die Gesteinsaufbereitung an. Bei der Anlage, die im Gewerbegebiet West aufgebaut werden soll, handelt es sich um eine Pilotanlage für die künftige Aufbereitungsanlage in Pöhla. Die Arbeit aufnehmen soll sie, so die Planung, im Dezember. „In Mittweida geht es uns erst einmal nur um die Erze Wolfram und Flussspat“, berichtet Dr. Martin Welke, Chefchemiker der SME AG vor Ort. „Wir untersuchen dabei, mit welchem Verfahren sich Erze am besten aus dem geförderten Gestein herauslösen lassen.“ Projektmanager Finder geht davon aus, dass sich mit der Pilotanlage die Wiederaufnahme des Bergbaus in Pöhla in die entscheidende Phase begibt.
Glückauf!
Frank
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