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"Milchquarz": Bergkristallvarietät oder eigene Quarzvarietät?

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Bergmeister:
Die SiO2-Modifikationen werden in kristalline Ausbildungen (Quarz):
zBsp. Bergkristall, Rauchquarz, Milchquarz, Amethyst, Citrin, Rosenquarz usw.

und mikrokristalline Aggregate (Chalcedon):
zBsp. Karneol, Chrysopras, Achat, Jaspis usw. unterschieden.

Während Bergkristall farblos, klar und durchsichtig ist sind Milchquarze meist durch Gas- und Flüssigkeitseinschlüsse milchig gefärbt.

Gruß Bergmeister

Gerdchen:
Hallo
Milchquarz ist keine eigene Quarzvarietät. Die milchige "Färbung" kommt durch Verunreinigungen wie z.B. Gasbläschen und ist daher zu den Bergkristallen zu zählen. Eine eigene Varietät ist es nicht. Auch hat es nichts mit mikro- und makrokristallinen Varietäten zu tun. Während bestimmte Quarzvarietäten durch Gitterstörungen und/oder durch bestimmte Elemente gefärbt werden, handelt es sich hierbei nur um Einschlüsse.
Gruß
Gerdchen

Tobi:
Tja, da haben wir die erste Gegenstimme :-\

Andere Meinungen bitte: Ist Milchquarz eine Quarzvarietät oder ist Milchquarz lediglich trüber Bergkristall?

Ralf:
In Fauna und Flora spricht man von Varietäten, wenn einige Angehörige einer Art  unter gewissen Umständen und wiederkehrend eine andere Erscheinungsform haben als die Stammform, ohne sich genetisch zu unterscheiden.
Bezogen auf die Mineralien sind da sicher die gleichen Regeln anzuwenden. Die Stammform ist Quarz. Ein Bergkristall ist halt nur ein besonders klarer Quarz, ein Milchquarz ein besonders trüber. Dazwischen gibt es unzählige Mischformen. Noch schlimmer, ein Zepterquarz kann sowohl aus Milchquarz bestehen als auch aus Bergkristall. Es handelt sich also immer um bestimmte Wachstumsformen des Quarzes in unterschiedlicher Ausbildung und Färbung.
Demnach kann Milchquarz keine Variante des Bergkristalls sein, denn das würde unterstellen, dass der Bergkristall die Stammform - und somit ein eigenständiges Mineral - ist.
Folgt man Gerdchens sicher nicht aus der Luft gegriffenen Argumentation, steht man vor dem nächsten Dilemma. Denn dann wäre auch Bergkristall keine eigene Varietät, sondern lediglich ein sehr klarer Quarz.
Es wird sicher keine alle zufriedenstellende Lösung geben, weil halt sehr viel Spielraum für subjektive Einschätzungen vorhanden ist.
Für meinen Teil habe ich mich schon lange entschieden Quarze nur dann als Bergkristall zu bezeichnen, wenn sie aus alpinen oder alpinotypen Fundstellen stammen. Da kommt letztlich auch die Namensgebung her, die es meines Wissens so auch nur im Deutschsprachigen Bereich gibt. Alles andere zwischen klar und trübweiß bezeichne ich als Quarzkristall.

Ralf

Bergmeister:
@Gerdchen

Milchquarz ist Deiner Meinung nach also keine eigene Quarzvarietät? Soso, dann sind die Buchautoren Trottel.

Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen gebe ich hier mal den alten Rösler wieder. Der unterscheidet die Quarz-Varietäten in phanerokristallin und fein- bis kryptokristallin. Bei phanerokristallin noch in idiochromatische- (Amethyst, Bergkristall...) und allochromatische- (Eisenkiesel, Milchquarz...) Farbvarietäten sowie Formvarietäten ( Kammquarz, Zepterquarz...)  :o.
Die fein- bis kryptokristallinen in Pseudomorphosen (Tigerauge, Katzenauge...) und Chalcedone (Achat, Chrysopras...).

Bergmeister

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