Hallo,
und dann will ich doch auch noch was beisteuern:
Als der Steinbruch in Becke-Oese (Sauerland) noch in Betrieb und ich noch im jugendlichen Alter war, traf ich dort eines Tages auf einen Sammler, der aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nur "sehr verhalten" sammeln konnte. Er beschränkte sich darauf, hier und dort mal ein Stück aufzulesen und nur ganz vereinzelt seinen Hammer zum Einsatz zu bringen. Plötzlich entdeckte er einen sehr großen Brocken, der von außen Klüfte mit Calcit und Kupferkies erahnen ließ. Nachdem er diesen einige Zeit inspiziert und festgestellt hatte, dass er an daran mit seinem Werkzeug nicht viel ausrichten konnte, wandte er sich schließlich an mich und fragte, ob ich mit meinem Vorschlaghammer mal draufhauen würde. Es war unverkennbar, dass ihm das Äußern dieser Bitte nicht leicht viel. Ich half ihm aber gern, zertrümmerte das Teil und formatisierte danach auch noch die zu Tage kommenden Stufen. Der ältere Sammler wusste gar nicht wie ihm geschah, als plötzlich neben seinem Rucksack zahlreiche schöne Stücke lagen und ich sein Angebot, doch wenigstens eins davon für mich einzupacken, auch noch ausschlug. Ich habe selten einen derart glücklichen Mann gesehen. Wir haben dann bestimmt noch eine Stunde über sein Sammlerleben gesprochen und die schönsten Erlebnisse ausgetauscht. Einige gute Tipps konnte ich auch noch mitnehmen.
Sicherlich fragt sich die/der ein oder andere nun, was daran kurios ist. Es ist deshalb kurios, weil ich gerade als junger Sammler viel zu selten erlebt habe, dass sich gestandene, erfahrene "Meister" herabgelassen haben, mit einem vermeintlichen Anfänger ein Gespräch zu führen, diesen ernst zu nehmen oder gar dessen Hilfe anzunehmen. Das hat mir damals sehr gut getan.
Carsten