Noch ein Erlebnis, was ich wohl nie vergessen werde.
Vor vielen Jahren war ich mal wieder in Holzen unterwegs. Damals stand noch der alte Hochspannungsmast und in den Bereich darunter kamen immer wieder sehr schöne Klüfte vor. So auch an diesem Tag. In etwa vier fünf Meter Höhe sah ich eine interessant erscheinende Kluft. Da die Wand nicht sehr steil und auch nicht sehr hoch war, beschloss ich einzusteigen. Die Kraxelei war zwar nicht gefährlich, aber doch recht schwierig. Aber es sollte sich lohnen. Nachdem ich die Kluft freigeräumt hatte, konnte ich neben vielen kleineren Stufen ein echtes Prachtstück bergen, ca. 20 x 20 cm groß, mit herrlichen Calciten, Kupferkies und Zinkblende. Nun war es schon schwierig, zu der Stelle hochzukommen. Runter war´s noch komplizierter. Dennoch schaffte ich es, die Stufe heil nach unten zu bringen und legte sie, zusammen mit den anderen Funden, bei meinem Rucksack ab.
Wieder stieg ich hoch, um die Kluft weiter zu bearbeiten. Während ich so vor mich hin arbeitete, kommt ein Auto in den Bruch gefahren. Der Fahrer hat mich offenbar gesehen und kam mit seinem Gefährt bis zu meinem Rucksack gefahren. Er stieg aus, wir grüßten uns und er fragte nach meinen Funden. Ich erwiederte, dass es eine gute Kluft war, wie er auch an den ausgelegten Stufen sehen könne. Er betrachtete die Stufen, nahm die große Stufe auf, drehte sich rum, stieg in sein Auto und fuhr weg. Mit meiner Prachtstufe. Ich war zunächst wie gelähmt und wusste gar nicht was da abgeht. Das kann doch nicht sein !! Und doch, es war so. Er verschwand auf Nimmerwiedersehen. Ich konnte so schnell gar nicht aus der Wand und den Hammer hinterher werfen war auch nicht mehr möglich.
Heute muß ich über diese Dreistigkeit lachen, aber damals hätte ich töten können.
Ralf