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Autor Thema: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen  (Gelesen 38819 mal)

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Offline aca

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #15 am: 30 Apr 07, 11:11 »
Hallo,
nur mal so nebenbei als Info. Das Löslichkeitsprodukt von CdS ist so klein, dass man das löffelweise schlucken könnte, ohne dass man etwas befürchten müsste  ;)
Das gleiche gilt übrigends auch für As-Sulfide.

Was ist denn das Löslichkeitsprodukt von CdS bei pH 1-2?
Ich kenn die Analyse-Reihen aus dem Jander-Blasius leider nicht auswendig und hab ihn gerade nicht hier, habe also google bemüht. Nach meinem Verständnis fällt CdS in der H2S-Gruppe als letztes in schwach saurer Lösung (ca. pH 3-5) aus.
Auf die orale Einnahme sollte man also lieber verzichten. Es sei denn, man hat sich vorher 1 Liter Schnaps genehmigt (hemmt die HCl-Produktion im Magen).
In unserem Verdauungsapparat schwirren viele seltsame organische Verbindungen rum, bei denen man nie so genau weiss, wie sehr sie sich zu dem einem oder anderen Metall-Ion hingezogen fühlen.

As und seine Verbindungen sind gerne mal karzinogen und da Arsensulfide nicht besonders stabil sind, weiss man auch nicht wirklich, was für Verbindungen sich in so einer Stufe verstecken. 
CdS steht im Verdacht, karzinogen zu sein.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Nix für ungut, ich habe ja auch ein bißchen Torbernit zu Hause.

Gruß
Amir


Offline Hg

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #16 am: 30 Apr 07, 15:31 »
Hallo Amir,
das führt alles zu weit vom ursprünglichen Thema weg. Schreib Dir dazu ne PM  ;)
Gruß
Andreas

Offline sabine

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #17 am: 30 Apr 07, 17:01 »
hui, hier ist ja was los - danke fuer eure zahlreichen antworten! ;)

Ich finde es eher problematisch bei Mineralien wo man eben NICHT so genau über die Gefährlichkeit Bescheid weiss.

das ist auch noch so eine sache - meistens steht uranmineral oder uran-(init)(-orcircit) etc. dabei, aber ich habe auch schon ein paar angebote gesehen, bei denen das nicht so ist... bei ebay z.b. um nicht gleich rausgeworfen zu werden wegen (laut agb verbotenen) handel mit radioaktiven stoffen. bei einigen stehen dann hinweise dabei (nicht essen, in dosen aufbewahren, etc.), aber auch nicht immer... wenn man also "einfach mal so" (als nicht-sammler bzw. mineralien-kundiger mensch) eine stufe kauft weil mein ein fluoreszierendes stueck sucht, dann kann man sich schon mal ohne es zu wissen ein radioaktives mineral nach hause holen... schliesslich gibt es ja auch genug nicht-radioaktive mineralien die trotzdem fluoreszieren... und leuchtschrift... und uv-bilder und deko... ich kann mir schon vorstellen, dass nicht jeder daran denkt zu ueberpruefen, ob das mineral radioaktiv ist. ich meine, ich habe mir als kind auch einfach eine amethystdruse auf einem markt gekauft ohne zu wissen was das fuer ein mineral ist... einfach weil's schoen aussah (gut, die war ungefaehrlich, aber keine ahnung was da noch so rumlag - ich kannte mich ja kein bisschen aus).

Offline smoeller

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #18 am: 30 Apr 07, 17:16 »
Hallo,

Apropos Leuchtzifferuhren: Insbesondere ältere Modelle sreahlen tüchtig, da Radium als Leuchtmaterial verwendet wurde. Meist ist die Strahlung dann höher als die eines MM-Stüfchens mit Uranmineralien.

Auf Börsen halte ich es tatsächlich für etwas problematisch. Es wird nicht immer dran geschrieben, dass dieses Mineral gesundheitsgefährdend ist. Ich weiss noch: Im Jahre 1993, mein erster Börsenbesuch in Hamburg. Damals konnte man Autunit und Chrysotilasbest einfach so erwerben. Ich hätte als Kind (damals war ich 13) vermutlich einfach die Stufen kaufen können. Einen Autunit hatte ich sogar schon in der Hand, da das Etikett drunter lag und vom Stück verdeckt wurde. Kein Hinweis auf die adioaktivität des Stückes. Da ich jedoch damals schon genau Bescheid wusste, ist das Stück natürlich beim Händler geblieben, genau wie der Asbest.

Glück Auf!
Smoeller

Offline joachimotto

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #19 am: 30 Apr 07, 22:06 »
Naja nebenbei, 1985 war ich mit der Familie in Südnorwegen.  Da ich mich da auch schon für Steine interressierte waren wir auch in einem wirklich tollen Steinbruch zum Mineralien suchen (Evje). Nun, ich war 13, hatte keine Ahnung, meine Eltern auch nicht. Und es gab viele radioaktive Mineralien dort. Ich habe erst kürzlich in dem alten Material etwas Uraninit darin gefunden. Nimand von uns hatte gewusst das es da Uran gibt. Wir Kinder hatten nach Pyrit und Bergkristall gebuddelt, und Fluorit weil der so schön lila war. Das unter den vielen Steinen auch etwas Uran ist habe ich erst 20 Jahre später erfahren.

oro

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #20 am: 01 May 07, 07:59 »
Greenockit: Ich dachte auch ich hätte schöne Handstufen mit Greenockit gefunden. Lill Halde in Pribram, etwa 1990. Nun, letztes Jahr untersuchte es ein Freund und siehe da -es war kein Greenockit sondern m-Tyuyamunit.

Offline Markus J

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #21 am: 04 May 07, 06:27 »
Radon ist ein geruchs- und farbloses Edelgas.
Unter Aussendung von zwei Protonen und zwei Neutronen, dem so genannten radioaktiven Alpha-Zerfall, bildet sich Radon als Folgeprodukt von festem Radium. Das Mutternuklid dieser natürlichen Zerfallsreihe ist das Element Uran. Nach einer Halbwertszeit von 3,8 Tagen zerfällt Radon in sein Folgelement Polonium, ebenfalls unter der Aussendung von Alpha-Teilchen. Der Zerfallsreihe folgend bilden sich nacheinander Radium=> Radon=> Polonium=> Blei=> Wismut=> Polonium=> stabiles Blei.
Die für den Menschen bedeutsame Radon-Strahlenproblematik wird durch den Prozess der Bildung des Radon aus festem Radium bedingt. Prinzipiell erfolgt der Zerfall innerhalb der festen Gesteinmatrix. Allerdings wirkt durch die Aussendung des Alpha-Teilchens eine Rückstoßenergie auf das Radonatom. Dadurch kann dieses aus dem festen Gesteinsverband gedrängt werden und in das Porensystem eindringen. Dem Prinzip der Diffusion folgend breitet sich das Edelgas aus. Konvektionsströme innerhalb des Porensystems befördern es an die Atmosphärengrenzfläche.

Offline Krizu

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #22 am: 04 May 07, 08:46 »
Radon ist ein geruchs- und farbloses Edelgas.
Unter Aussendung von zwei Protonen und zwei Neutronen, dem so genannten radioaktiven Alpha-Zerfall, bildet sich Radon als Folgeprodukt von festem Radium.

Sage lieber eines He-Kerns, die vier Teilchen hängen zusammen.

Zitat
Allerdings wirkt durch die Aussendung des Alpha-Teilchens eine Rückstoßenergie auf das Radonatom.
Man müsste mal den Impuls durchrechnen, das Radonatom ist immerhin 55x schwerer. Das ist Extremer als ein Sportwagen gegen einen stehenden Laster (1t vs. 40t) !

Zitat
Dem Prinzip der Diffusion folgend breitet sich das Edelgas aus. Konvektionsströme innerhalb des Porensystems befördern es an die Atmosphärengrenzfläche.

Der erste Teil ist korrekt, aber eine Konvektion (= durch Wärmeunterschiede angetriebene Strömung) in einem Porensystem (Durchmesser wesentlich kleiner als die Längen)?
Da würde ich das ganze auch auf Diffusionen oder Strömungen schieben.

MfG

Frank
(BTW: Mein 1000. Beitrag  8) )


 

Offline sabine

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #23 am: 04 May 07, 12:35 »
sagt mal, mit welchen messmethoden kann man eigentlich feststellen, welche radioaktiven elemente gerade praesent sind?

welches messgeraet kann zwischen alpha, beta und gammastrahlung differenzieren?

kann ich also davon ausgehen, dass alles, was ich an einem mineral ausserhalb eines versiegelten (!) plastikkaestchens messe, beta-strahler sind? die alphastrahler sollten ja noch nicht mal papier durchdringen koennen. gammastrahler gibt es in der zerfallreise uran 238 -> blei 206 ja nicht.

dankeschoen! ;)



Offline Krizu

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #24 am: 04 May 07, 12:40 »
Hallo,

eigentlich sollte  - fast immer - bei einem Kernzerfall Gamma-Strahlung frei werden. Damit regt sich der entstandene Kern ab.

Tja, die Messtechnik. So für den Hausgebrauch fällt mir da nichts sichers, insbesondere mit Element/Isotop-Bestimmung, ein.

MfG

Frank

Offline Hg

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #25 am: 04 May 07, 12:50 »
Hallo,
Zitat
gammastrahler gibt es in der zerfallreise uran 238 -> blei 206 ja nicht.

oh doch; in der Zerfallsreihe sind, wie schon krizu sagte, jede Menge Gamma-Strahler drin. Siehe auch hier:
http://www.mineralienatlas.de/showpict.php?pict=1151310764.Gammaspektrum.jpg
Und für den Hausgebrauch ist mir auch nichts bekannt. Mit einem Geiger-Müller kann man nur Alpha und Beta nachweisen, aber keine Energie der Teilchen bestimmen (Unterscheidung geht vielleicht gerade noch so).
So ein Gamma-Spektrometer kostet eine Kleinigkeit von ca. 20.000 € und braucht etwa einmal pro Woche ne frische Ladung flüssigen Stickstoff zum Kühlen  :P
Also das Zeug gut eindosen und nicht unterm Kopfkissen aufbewahren.
Gruß
Andreas

Offline sabine

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #26 am: 04 May 07, 12:54 »
@ Frank

hmmm... dann muesste ich die mineralien ja in einem riesigen betonblock aufbewahren? ???

was gibt es denn fuer den nicht-hausgebrauch zur bestimmung der elemente und isotope? stichwort reicht (sowas wie "elektronenmikroskop", das ist ja auch nicht fuer den hausgebrauch geeignet), dann kann ich googlen. ;)


@ Andreas

naja, ich wollte mir soetwas auch nicht fuer zuhause anschaffen... sondern nur mal nachlesen wie soetwas genau funktioniert. :)

aber das, was aussen an einem versiegelten kaestchen messbar ist, das sind dann definitiv KEINE alphastrahler, oder?


Offline Hg

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #27 am: 04 May 07, 13:00 »
Hi,
dann schau mal im Lexikon unter Gammaspektrometrie oder Geiger-Müller-Zählrohr nach. Da müsste alles einigermaßen verständlich beschrieben sein  ;)
Alpha-Strahlung dürfte nicht durch die Plexiglasabdeckung der Dosen kommen.
Für den Hausgebrauch gibt es keine Möglichkeiten der Element- oder sogar Isotopenbestimmung. Da wäre eine Methode der Wahl die ICP-MS. Aber auch nichts für's Wohnzimmer  ;)
Gruß
Andreas

Offline Krizu

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #28 am: 04 May 07, 13:23 »
Wenn schon ICP mit MS dann aber im Sektorfeld 8) und nciht als Quad  ;)

@Sabine:
Alphaspektroskopie
Betaspektroskopie
Gammaspektroskopie
Also immer Messtechniken, die die Energie der Strahlung messen.

Das Massenspektrometer (MS) bestimmt die Mase der Atome/Cluster/Moleküle in einem Gas, bei der ICP wird das Gas über eine Plasmazerstäubung erzeugt.

BTW:
REM mit EDX oder besser WDX geht auch. Bei hochaktiven synth. Präparaten soll man nicht einmal den Elektronenstrahl brauchen  ;D

MfG

Frank

Offline sabine

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Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
« Antwort #29 am: 04 May 07, 13:29 »
vielen dank euch allen - da hab ich ja heute abend ordentlich was zu lesen. :D

 

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