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Übertriebende Namensvielfalt beim Achat

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Ralf:
Hallo Roland,

ich hab Dich schon richtig verstanden und gebe Dir bezgl. Picasso recht. Klarer Fall. Was den Namensgeber da angetrieben hat, wird wohl immer sein Geheimnis bleiben.

Es ist ja zumeist so, dass die Namensgebung durch den Händler geschieht, der die Ware als erster oder als erster in größeren Mengen auf den Markt bringt. Oft geschieht das in den USA und so ist der Name schon etabliert bevor die Sammler darüber diskutieren können, so z.B. auch beim Picasso Achat.
Ungeachtet dessen finde ich es gut und richtig, wenn Leute wie Peter diese Fantasienamen dann mit Hintergrundinformationen und dem ausklabüsern der korrekten Fundstelle aufklären. So bei den Condor- und Pumaachaten. Ob man das Kind dann wirklich umtaufen muss, weiß ich nicht, es wird auch schwer sein. Die Namensgebung nach Lokalität ist sicher der beste Weg. Aber auch da gibt es ein Problem, nämlich die Aussprache. Manchmal werde ich nach Dendritenachaten aus Eskesehir gefragt. Gesprochen wie geschrieben. Richtig ausgesprochen heißt es aber ( hoffe ich zumindest ) Eschkeschir. Frag mal einen Türken, wo Eskesehir ( gesprochen wie geschrieben ) liegt. Er wird es nicht wissen.
Und wenn ich dann jetzt an Chinesische Achte denke, wird mir ganz übel  ;D

Es gibt dort übrigens wunderschöne Achate, aber leider kaum Sammler wie bei uns. Und die Händlerschaft muß diesen Markt erst noch entdecken. Außerdem ist es wohl nicht erlaubt Rohsteine aus China auszuführen, so hat es mir jedenfalls ein Chinesischer Freund gesagt. Also gibts zur Zeit nur Trommelware. Aber das ist ein anderes Thema.

Um es noch eimal zu bekräftigen. Namensgebungen die bewusst in die Irre führen oder gar hart am Rande des Betrugs wandeln sind klar abzuklehnen. Ich erinnere da nur an die spektulären " Tuxedo achate " .

Ralf

PS. Ich bin sehr froh darüber, dass die Pumaachate nicht den Geruch mit dem echten Puma gemein haben. Wir würden sie dann wohl aufbewahren wie andere Ihre Uranmineralien :P

HeikoB:
Hallo Leute,

herzlichen  Dank für Eure regen Anteilnahme bezüglich dieses Themas. Ihr habt sehr schön hinterleuchtet , wie
diese Namen (z.B. Condor-Achat, Puma-Achat) überhaupt zustande gekommen sind, was von meiner Seite nicht
bekannt war.

Eine Umbenennung solcher Achate, wäre wahrscheinlich sinnlos, da sich diese Namen schon so eingebrannt haben.
Bei neuen Achatfundstellen wäre es allerdings sinnvoll, nur befürchte ich, dass das so weiter gehandhabt wird wie
bisher, nämlich, dass weitere fantasievolle Namen erfunden werden.

Den "Skolezitachat", diese Bezeichnung finde ich wie Mineralroli auch schon murniert hat, in den meisten Fällen nicht
zutreffend ist. Man sollte sich eher an den Begriff  "Pseudomorphose" halten.

Ich denke, dass wir Sammlerinnen und Sammler bei der Namensgebung von  Achaten eine Vorbildfunktion ausüben
sollten und Achate korrekt benennen müssen, also entweder nach Fundregion und, oder nach allgemeingültigen Begriffen
des Aussehens (z.B. Lagenachat (Uruguaytyp), Festungsachat, Röhrenachat, Gangachat usw.).

Glück Auf  !

HeikoB



agatefreak:
Hallo Heiko,

noch ein typisches Beispiel einer fantasievollen Namensgebung ist der "Crazy Lace" Achat aus Mexiko. Fundort: Sierra Santa Lucia , Chihuahua , Mexiko. Der Name hat sich schon vor über 30  Jahren vorallem in den USA ausgeprägt. Heute ist die Bezeichnung allgemein üblich und in der Literatur voll anerkannt. Dies ist ein schönes Beispiel wie sich auch Fantasiebezeichnungen voll durchsetzen können. Solche Achatbildungen sind natürlich besonders außergewöhnlich und lassen dadurch eigene Namensgebungen sinnvoll erscheinen. Ähnlich ist es mit dem "Skolezit-Achat" von Wendelsheim. Hier fand die Namensgebung ca. 1972 statt. Wie jeder versierte Achatsammler heute weiß ist dies natürlich in erster Linie eine Achatpseudomorphose. Die Bildungen können von vielen anderen Mineralien gebildet worden sein , also nicht nur Skolezit aber auszuschließen ist dies nicht. Auch hier hat die Namensgebung nun seit über 35 Jahren Eingang in die Sammlungen gefunden und ist nicht mehr wegzudiskutieren.
Viele Grüße und noch viel Spaß beim Achatesammeln
Peter

Mineralroli:
"Crazy Lace" Achat aus Mexiko.Diese Bezeichnung ist durchaus o.k. denn wenn man sich diese Bänderstrukturen (auch mal durch das Mikroskop) anschaut dann sind diese wirklich verrückt und teilw. mit der Achatgenese nur schwer erklärbar.
Wer nun seinen Pseudoachat von Wendelsheim in seiner Sammlung als Skolezitachat bezeichnet das sein ihm überlassen.Ich lege mich da nicht fest und werde in der Zukunft einige dieser Achat untersuchen lassen ob der Großteil aus Skolezit besteht.Sollte ich falsch liegen so werde ich mich auch korrigieren.
Gruß Roland

Stephkling:
Hallo miteinander,
möchte dieses Thema doch noch einmal aufgreifen.
- ich finde (als relativer Neuling) die Namensbezeichnungen in Ihrer Vielfalt schon sehr verwirrend. 8)
   So langsam versteh ich die Einteilung schon, denke aber -  bei der riesigen Vielfalt der Achate ist auch
   die riesige Auswahl der Namen nicht verwunderlich; die wissenschaftliche Einteilung nicht einfach.
- Die Bezeichnungen 'Friedensachat' (in Büchern) und 'Fleischachat' (Achatschleifer in Idar-Oberstein für
  die rosafarbigen Achate) sind mir im Forum noch nicht begegnet, ebenso der Begriff 'Jaspachat' -
  lieber wieder vergessen?
- Bei der Vielfalt der Namen gibt es einen Achattyp aus der Freisener Region für die ich im Lexikon noch
  keine passende Bezeichnung gefunden habe. Der Achatschleifer aus Idar-Oberstein bezeichnete ihn
  als 'Fleischachat'. Allerdings gibt es diese Art auch in weiß und gelb. Bei einigen ist verwunderlich, daß 
  sie im Rohzustand Feuchtigkeit aufzusaugen scheinen.
- Viele Achate aus dem Lierbachtal sind doch eher Chalcedone da sie keine Bänderungen aufweisen,
  vor allem die schönen grünen, oder irre ich?

Ich hoffe jemand kann mir helfen ein bischen Licht ins Dunkel zu bringen. :D

Grüße Stephan

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