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Autor Thema: Eiszeitfund?  (Gelesen 13151 mal)

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Offline Grenzton

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Re: Eiszeitfund!
« Antwort #15 am: 23 Jun 07, 12:42 »
Dieser Zahn dürfte vom Bison priscus sein.
« Letzte Änderung: 23 Jun 07, 12:48 von Grenzton »

Offline Grenzton

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Re: Eiszeitfund!
« Antwort #16 am: 23 Jun 07, 12:44 »
... und hier noch Kleintierknochen.

Gruß,  Kalle

Offline Grenzton

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Re: Eiszeitfund?
« Antwort #17 am: 25 Jun 07, 18:28 »
Die Knochen des unteren Bildes habe ich nun mal unter dem Bino gehabt und auf dem unteren Knochen einige Nagerspuren entdeckt.

Kalle

Offline Rob

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Re: Eiszeitfund?
« Antwort #18 am: 27 Jun 07, 11:36 »
sau interessante funde.
gratuliere. ganz spannend das ganze. bist du zufällig auf die gegend gekommen oder war dir die als fossilienlagerstätte schon vorher bekannt?

Grüße
ROb

Offline Grenzton

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Re: Eiszeitfund?
« Antwort #19 am: 05 Jul 07, 13:53 »
Gestern konnten wir endlich wieder die Fundstelle aufsuchen, der Herr von der Dortmunder Stadtarchäologie, ein Archäobotaniker der Uni Köln und ich trafen uns im Aufschluss. Der Archäobotaniker nahm Bodenproben, und man fachsimpelte.
Die Meinungen gehen von Nacheiszeit bzw. Zwischeneiszeit wegen der Tiefe der mächtigen Humushorizonte, bis hin ins Mittelalter wegen der vorläufig bestimmten Tierknochen von mindestens 5 Individuen bzw. Spezies.
Was allerdings fehlt sind eindeutige Spuren vom Menschen, bis auf ein kleines Bruchstück kalzinierter Knochen, der aber auch durch ein natürliches Feuer entstanden sein kann.

Alles deutet darauf hin, das sich dort mehrmals im Wechsel eine Auenlandschaft befand die zeitweise versumpft war, nach und nach verlandete, und längere Zeiten trocken lag. Von einem Bach wurde dann mindestens zweimal Sediment mit Treibholz und kleinen Muscheln und Schnecken eingeschwemmt.

Die Fundstelle bleibt also weiterhin spannend.

Man versucht nun noch einen Geologen zu rate zu ziehen um einen weiteren Termin in der nächsten Woche zu planen.
Dann werden die Horizonte vermessen, und an mindestens vier Stellen wird das Bodenprofil abgezogen, um die Schichtung genauer zu untersuchen.

Vielleicht habe ich gerade den richtigen Zeitpunkt getroffen (Urlaub), aber auch bei den Behörden in Dortmund ist man Dankbar um jede freie Hilfe, denn zu meiner Überraschung zeigte sich der Archäologe einverstanden diese Arbeiten mit mir gemeinsam durchzuführen.

Aber ich denke es ist deshalb wertvoll für dieses Forum, da es doch wieder zeigt, das für mich die Zusammenarbeit mit den Behörden weitere Früchte trägt.

Gruß,  Kalle

Offline Grenzton

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Re: Eiszeitfund?
« Antwort #20 am: 05 Jul 07, 13:57 »
Achso, hatte ich fast vergessen,
die Knochen und Zähne wurden von einer Knochenspezialistin per Fotos vorläufig auf folgende Individuen bestimmt.
Rind und Kalb
Vögel,
Hase,
Frosch,
Hund.

Kalle

Offline CARCHARIAS

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Re: Eiszeitfund?
« Antwort #21 am: 05 Jul 07, 17:13 »
Mion Grenzton :)
Is ne interessante Sache das mit den Rillen auf dem Knöchelchen.
Das könnten auch Spuren von ner Steinklinge oder nem Messer sein.
Aber noch was zur Zusammenarbeit mit den Behörden.
Es kommt drauf an wo und mit wem, nich alle Archäologen oder Paläontologen sin so unterwegs wie der mit dem du es zu tun hast.
Gruß Carcharias  ;)

Offline Grenzton

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Re: Eiszeitfund?
« Antwort #22 am: 05 Jul 07, 20:21 »
Hi Carcharias.

Die Nagespuren sind derart fein, die kannst Du mit dem bloßen Auge nicht erkennen, da musste schon mein Bino her.
Ich glaube nicht das sie von einem Werkzeug stammt.

Was die Zusammenarbeit mit der Archäologie angeht, ist es auch immer eine Sache wie man das selber angeht.
Das einfachste ist, Funde melden, alles Vorlegen was mal gefunden hat. Es wird einem doch nichts weg genommen. Die Funde werden wissenschaftlich untersucht, z. T. gezeichnet und danach bekommt man sie mit einer Expertise zurück.
Wichtig ist für die Wissenschaft den Fund zu kennen, alle Umstände wie Fundort, Lage, Horizont und so weiter.

Wenn Du mit Metalldetektor und Schaufel unterwegs bis hast Du Dich schon strafbar gemacht, selbst wenn Du dann Deine Funde abgibst, hast Du schon verloren.
Denn das suchen mit Sonden ist laut DSchG. verboten.
Du musst schon längere Zeit bei den Behörden bekannt sein, und Dir das Vertrauen "verdient" haben, bevor Du eine Genehmigung zum Sondengehen bekommst.

Da ich im April neben dieser hier beschriebenen, eine Eisenzeitliche Siedlung entdeckt habe, und den Behörden jede Menge seltene Fundstücke (Keramik, Werkzeuge, Knochen und Zähne, Schmuck und Edelmetall) gemeldet habe, und ich auch das Bedürfnis habe den ganzen Fundkomplex zu entschlüsseln, ist es mir schon wichtig sowas nicht durch wilde "Raubgräberei" für immer und alle Zeiten zu zerstören, nur weil ich aus Gewinnsucht scharf auf die Funde bin.
Dort durfte ich bei der angelegten Grabung helfen, was den Wissenschaftlern viele weitere Fund bescherte.
Wir haben eben nur eine Vergangenheit.
Vom Bodendenkmalamt in Münster habe ich im Mai dann ein Schreiben erhalten, in dem meine freie Mitarbeit für die Archäologie bestätigt wird, dieses Schreiben beinhaltet auch die Bitte an Eigentümer bzw. Bauleitungen mir den Zugang zu entsprechenden Grunstücken und Baustellen zu gestatten und mich dabei zu unterstützen um das Gelande zu prospektieren. Diese Bescheinigung bezieht sich auf den Kreis Coesfeld und Recklinghausen.
Ich denke das war der zweite Schritt.
Ich werde auf jeden Fall am Ball bleiben denn ich strebe eine ehrenamtliche Mitarbeit in der Archäologie an, und wenn ich das noch auf Dortmund erweitern kann, gerne. Ich komme viel 'rum.

Gruß,  Kalle

Arminius

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Re: Eiszeitfund?
« Antwort #23 am: 05 Jul 07, 22:21 »
Hallo Grenzton!

ich habe gerade erst Deinen gesamten Beitrag hier gelesen und bin wirklich beeindruckt. Wie die Zusammenarbeit bei euch läuft ist auch sehr bemerkenswert und ich denke Deine Herangehensweise ist genau die richtige. Allerdings kann es auch anders laufen. So sind in NRW einige Fossilien Sammler doch kürzlich erst ihrer Funde aus Hagen enteignet worden. Ich denke, dass das der falsche Weg zwischen "Laien" und "Wissenschaftler" ist.
Etwas Off-Topic, aber lag mir gerade auf der Seele.

Wünsche Dir noch spannende Erkentnisse bei dieser Grabung und viel Erfolg. Ist etwas über die eiszeitliche Siedlung publiziert worden, bzw kommt dort etwas? Hört sich interessant an.

Gruß,
Armin

Offline CARCHARIAS

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Re: Eiszeitfund?
« Antwort #24 am: 06 Jul 07, 12:58 »
Moin Grenzton :)

Is ja nich so das ich nich mit einigen Paläontologen bzw Geologen zusammenarbeite, n römischen Gutshof hab ich auch schon in Mainz gemeldet un kein Stress bekommen. Die  ham mir sogar n kleines Dankeschön in form von nem Buch gegeben.

Ich hab allerdings auch schon von anderen Verhaltensweisen der Behörden von RLP gehöhrt: Enteignungsversuche, Anzeigen usw. und das obwohl die Funde der wissenschaft zugänglich gemacht wurden und keine Sonde im Spiel war.

Der Obergeoamtsschimmel von Rlp denkt nämlich alles was im Boden liegt gehöhrt ihm und wenn 90% davon in Brechern oder in Straßenbaustellen landet is es immer noch besser als wenns bei einem wie uns in der Sammelung liegt.

Gruß Carcharias ;)

Offline Grenzton

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Re: Eiszeitfund?
« Antwort #25 am: 06 Jul 07, 19:18 »
@Armin:
Mit Hagen meinst Du sicher Vorhalle. Da herrscht Klopfverbot weil Geotop, wer es trotzdem tut muss damit rechnen...

@Carcharias:
Das habe ich von anderen Seiten auch schon gehört das in RLP die Uhren anders herum laufen.
Die sollten lieber froh sein wenn ehrliche Finder was meldenund dazu beitragen etwas Licht in unsere Vergangenheit zu bringen. Ich denke aber die sind schon so oft verars..t worden, und greifen sich jeden der nur daran denkt was aufzuheben.
Viele Hobbyarchäologen arbeiten unermüdlich an der Verbesserung des Verhältnisses zu den Behörden, und auch durch Rückschläge werden wir nicht müde, weiter zu machen.
Mein Weg hat sich bewährt...

Die Grabung der eisenzeitlichen Siedlungsreste ist lange noch nicht abgeschlossen. Aber wenn alle Arbeiten und Auswertungen gemacht sind wird die Fundstelle sicher veröffentlicht.
Nicht zuletzt weil sich dort ein seltener Blick in diese Zeit eröffnet. Normalerweise ist aus der Eisenzeit kaum was überliefert, und hier finden sich sogar noch Knochen und Holz bzw. Holzkohle.
Da waren die Archäobotaniker regelrecht entzückt als sie das erblickten.
Schaut auch gerne mal dort hinein:  http://www.sucherforum.de/smf/index.php/topic,24366.0.html
Da findet Ihr die ganze Geschichte!

Gruß und viel Spaß mit dem Link.

Kalle

Offline CARCHARIAS

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Re: Eiszeitfund?
« Antwort #26 am: 07 Jul 07, 16:04 »
Moin Grenzton :)
Is schön wenn man so mit den Behörden zusammenarbeiten kann.
Die scheinen bei dir ja echt locker unterwegs zu sein.
Wenns beim Landesamt für Geologie in RLP auch so wäre fänd ich das sehr schön.
Mit den Archäologen von der äbsch Seit (RLP) hat ich bis jetzt auch nur gute Erfahrungen.

Find auch toll das sich der Weg für dich bewährt hat für mich ist er leider nur bedingt tauglich.
Mach weiter so un viel Erfolg.
Gruß Carcharias ;)

Offline Donnerkeil 85

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Re: Eiszeitfund?
« Antwort #27 am: 07 Jul 07, 21:38 »
hi grenzton zeige dir jezt paar bilder von meinen funden

Offline Donnerkeil 85

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Re: Eiszeitfund?
« Antwort #28 am: 07 Jul 07, 21:40 »
hi
der rest folgt

Offline nils

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Re: Eiszeitfund?
« Antwort #29 am: 14 Jul 07, 10:22 »
Hi!
Der Wirbel sieht aus wie von Coelodonta antiquitatis (Wollnashorn), as andere Ding scheint ein Rippenfragment zu sein.
Hab mal so ein Mistvieh abgegossen, die Knochen sahen ganz ähnlich aus.
Gruß Nils

 

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