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Autor Thema: Minerale Abraham-Halde  (Gelesen 24071 mal)

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Offline minuwe

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #30 am: 28 Nov 07, 13:48 »
@Uwe, da gerade die Sekundärminerale angesprochen werden. Was ist dann damals bei deinem "sekundär"- Proustit von Lauta rausgekommen? http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,13564.0.html Habe neben weiteren Sammlern auch so ein Stück gefunden, Proustit in ockergelber Kruste. Sekundär oder nicht? In Krusten verbackene primäre Proustite oder was?

Glück Auf
Uwe

Offline berthold

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #31 am: 28 Nov 07, 14:04 »
Hallo,

@Stollentroll:
Zitat
Um bei einem Uranglimmer zu bleiben, ich habe Torbernit als Haldenbildung gefunden, der hat maximal 20 - 30 Jahre zur Entstehung gebraucht. und von der Grube Willi Agatz in Dresden habe ich grünen kugeligen (!) Torbernit, der hat höchstens 10 Jahre gebraucht.

Supergen war mir bekannt, aber Uranglimmer als Haldenbildung? Da würde mich sehr interessieren wie Du zu den Altern kommst.

Gruß
Berthold

Offline stollentroll

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #32 am: 28 Nov 07, 14:38 »
Der Torbernit saß auf der Oberfläche von Alaunschiefer-Stücken, nicht auf Klüften, Drusen oder so und hat sich eindeutig erst gebildet, nachdem das Gestein gebrochen und transportiert wurde. Es waren allerdings keine Kristalle sondern unscheinbare kugelig-nierige Aggregate. Gefunden vor etwa 10 Jahren auf der Absetzerhalde vom Tagebau Lichtenberg, Ronneburg. Der Tagebau ist ja nicht alt, und die Fundstelle lag auch noch in einem jüngeren Bereich der Halde.
Nachweis mit XRD und EDX.

Glück Auf
der Stollentroll


Offline Uwe Kolitsch

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #33 am: 28 Nov 07, 19:50 »
Grüne glasige Kugeln aus dem Schwarzwald hatten sich mal als Bastnäsit erwiesen...

Offline uwe

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #34 am: 28 Nov 07, 20:00 »
@Stollentroll: 
Emplektit - Kann man davon ausgehen, daß es sich um Emplektit handelt, wenn auf die Nadeln (natürlich die, welche aus dem Fluorit herausschauen) grüne Sekundärbildungen aufgewachsen sind ?

Wenn sich auf Halden gebildeter Torbernit als grüne nierige (warum nicht kuglige) Krusten darstellt, dann könnte es sich ja in meinem Fall bei den Würfeln um Torbernit handeln auf denen sich durch Umbildung in Folge von Haldeneinflüssen die kugligen Torbernite gebildet haben. Die grünen Kugeln sitzen ausschließlich auf den Würfeln. Was meinst Du dazu ?

@minuwe:  Die zugegeben sehr zarten Bildungen sind leider beim Untersuchen zerfallen. War allerdings nicht schade darum.

@ Uwe: Ich hatte immer angenommen Bastnäsit wäre eher gelb bis orange. Bastnäsit paßt allerdings nicht in dei Marienberger Lagerstätten.

Gruß
Uwe

Offline stollentroll

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #35 am: 28 Nov 07, 23:22 »
Zu dem Emplektit-Problem: grüne Sekundärbildungen sind nicht unbedingt ein Hinweis auf Emplektit, es gibt dort auch grünen Bismutit, der sich aus Bismuthinit gebildet hat.

Ob diese "Würfel" Torbernit oder Zeunerit oder etwas anderes sind, kann man nach dem Foto auch nicht sagen, es ist nur eine Vermutung.

Die grünen Kugeln halte ich nicht für Torbernit, aber man kann es ohne Analyse sowieso nicht sagen.

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der Stollentroll
 

Offline -M-

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #36 am: 29 Nov 07, 03:16 »
Hallo Uwe,
1.- ein mit unter brauchbares Indiz für die Unterscheidung von Emplektit und Bismuthinit , ist die Tenazität.
B. ist i.d.R. sehr milde  - E. dagegen oft  ziemlich spröde.
2.- will ja nicht drängeln ! , aber wie siehts mit dem Bild aus ?!
Gruß-M-


Offline uwe

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #37 am: 29 Nov 07, 18:32 »
@ -M- :

Wegen der Bilder bin ich noch am probieren, ob es mit der Speigelreflexkamera besser geht.

Gruß
Uwe

Offline uwe

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #38 am: 29 Nov 07, 19:19 »
@ -M-:

Ich denke die beiden angehängten Bilder sind etwas besser. Mal sehen, ob ich die Aufnahmen noch etwas optimieren kann.

Gruß
Uwe

Offline smoeller

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #39 am: 30 Nov 07, 09:36 »
Hallo,

Danke für die neuen Bilder. Ziemlich sicher ein sekundäres U-Mineral. Eventell leicht Cu-haltiger Novacekit oder hell gefärbter Meta-Zeunerit. Beides fluoresziert nicht oder nur sehr schwach. Sicherheit nur per Analyse.

Glück Auf!
Smoeller

Offline uwe

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #40 am: 30 Nov 07, 17:31 »
Hallo Diskusionsrunde,

unabhängig davon, daß sich die von mir gezeigten Minerale nur durch eine Analyse genau bestimmen lassen, werde ich dem Kind nun einen Namen geben. Der letzte Hinweis von Sebastian ist dabei für mich ausschlaggebend.

Da der Großteil der betreffenden Würfel weiß bis gelb ist denke ich daß es sich um Novacecit handelt. Wie ich beim Formatieren gemerkt habe sind die Fluorite relativ stark mit Arsenopyrit durchsetzt. Freie As-Ionen waren also auf der Halde reichlich vorhanden. Nachträglich dürften Haldenwässer mit Cu-Ionen eingedrungen sein, welche wohl die teilweise grüne Farbe der Kristalle verursacht. Möglicherweise hat sich teilweise auch Zeunerit gebildet - geht so etwas und gibt es eigentlich eine Verwachsung von Novacecit und Zeunerit ?

An Torbernit glaube ich nicht mehr, zumal auf der Halde Abraham meines Wissens keine Phosphate vorkommen. (Der angebliche Fund von Pyromorphit könnte wohl auch Mimetesit sein.)

Auf Grund des hohen Arsenspiegels wird es sich bei den blauen Täfelchen wohl um Tirolit handeln.

Somit lege ich einfach mal fest: Tirolit und Novacecit (ob Meta oder nicht lassse ich mal dahingestellt). Wissenschaftlern ist meine Vorgehensweise ein Graus, ist mir schon klar, aber ich denke die Wahrscheinlichkeit daß es stimmt ist recht hoch.

Ich danke allen Diskussionspartnern. Falls einer noch meine o.g. Frage beantworten kann wäre das prima.

Gruß
Uwe


Offline stollentroll

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #41 am: 01 Dec 07, 00:20 »
Der "angebliche Fund von Pyromorphit" ist analysiert, soviel zum Thema es gibt dort keine Phosphate.

Die Wahrscheinlichkeit, das es sich bei den blauen Täfelchen um Tirolit handelt, halte ich für recht gering. Devillin ist z.B. viel wahrscheinlicher und aus dem Revier auch schon mehrfach nachgewiesen.
Und Novacekit - vielleicht, vielleicht auch nicht. Eine blassgelblichen Uranglimmer aus dem Marienberger Revier habe ich z.B. als Meta-Uranospinit identifiziert (XRD und EDX).

Ich halte es schon für problematisch, so gleich zwei Minerale zu bestimmen, die von Marienberg noch nicht bekannt sind (und Tirolit ist meines Wissens nach aus dem ganzen Erzgebirge noch nicht nachgewiesen). Solche Dinge tauchen irgendwann in Minerallisten auf und man bekommt sie nie wieder raus.

Glück Auf
der Stollentroll

Offline uwe

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #42 am: 01 Dec 07, 08:50 »
Auf Grund der Antwort von "Stollentroll", den ich als excellenten Kenner der erzgebirgischen Minerale schätze, werde ich wohl die beiden Minerale neu beurteilen.

Gruß
Uwe

Offline smoeller

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #43 am: 01 Dec 07, 09:20 »
Hallo,

@Stollentroll: Was ist mit der Grube Fortuna in Deutschkatharinenberg? Ist das nun Tirolit oder Lavendulan? Gibt es da genauere Analysen?
Und Uranospinit müsste doch unter UV leuchten. Könnte vieles sein, da hast du Recht. Mein Uranospathit aus dem Schwarzwald hat auch eine starke Ähnlichkeit mit dem vorliegenden Mineral. Wäre schön, bald mal was über Analysen von dem Material zu lesen. Bin gespannt, was da herauskäme.

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Smoeller

Offline stollentroll

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #44 am: 02 Dec 07, 08:22 »
@Smoeller:
Mir ist zumindest keine Analyse bekannt. Lavendulan-ähnliches Material gibt es zumindest an mehreren Stellen im Erzgebirge, wobei die Sache hier auch recht kompliziert ist und es hier noch Potential für neue Minerale gibt.

@Uwe:
Solche Minerale sind einfach ohne Analyse nicht zu bestimmen und man wird dann auch immer wieder auf Überraschungen stoßen. Ich habe es oft erlebt, dass ich vorher an etwas seltenes gedacht habe und dann hat es sich als etwas eher gewöhnliches in einer ungewöhnlichen Ausbildungsform erwiesen, aber auch umgekehrt, bei Stücken wo ich eigentlich nichts besonderes erwartet hatte, war es dann etwas sehr seltenes.
Bei den weiter oben erwähnten grünen Kugeln von Pöhla z.B. war die allererste Vermutung auch so in Richtung Conichalcit oder Cornwallit, aber die Paragenese gefiel mir nicht, die nächtse naheliegende Idee war dann ein Uranmineral weil es direkt auf verwittertem Uraninit sitzt - und nach der Analyse war es dann Antlerit, was ich nie vermutet hätte.

Lieber so ein Stück erstmal als unbestimmt führen und einen Zettel dazu packen, wo man vermerkt, was an Überlegungen dazu schon angestellt wurde.

Glück Auf
der Stollentroll