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Preiskorrektur amerikanischer Mineralienhändler?
Collector:
Hallo Ingo aus Langenfeld
ich möchte mal auf DeinenBeitrag eingehen .............
Ein Arbeiter in einer tropisch-heißen Chiquita-Bananenplantage verdient am Tag 6-8 €. Dafür pflückt er, schleppt er, lädt er 1.500-2000 Bananen. D.h. für eine Banane erhält er ca. 0,00533 € um eine Vergleichbarkeit mit dem Minenarbeiter herzustellen.
Wir kaufen im Supermarkt 1 Kilo Chuiquita, d.h. ca. 5-6 Bananen für € 1,50. Das heißt, pro Banane € 0,25. Zwischen dem Bergmanns- (Verzeihung: Bananenarbeiter-) -Verdienst und unserem Einkaufspreis liegen einige tausen Prozente. Komisch: Das nehmen wir alle als selbstverständlich hin ! ::).
Und das gleiche gilt für Kaffe. Und für spanische Orangen, Mandarinen, Tomaten, Pflaumen und Äpfel, die von senegalesischen Erntehelfern mit 3.- Euro Stundenlohn gepflückt werden. Und für Autoteile oder Nokia-Handys, die in Bulgarien oder Rumänien von Arbeitern mit 5 Euro Stundenlohn gebaut werden und für Hemden, made in Malaysia oder Hongkong für € 3.-. Gestehungskosten, die dann hier € 45-100 kosten ...... etc etc etc .
Ich weiß nicht, ob Du die Mineralienszene in Marokko kennst, aber: Noch vor 40 Jahren gabs in Mibladen nur eine Staubpiste, 5-6 baufällige Lehmhütten, viel Kerosinlampen, keine Klosetts und alle gingen zu Fuß oder transportierten mit Eseln.
Seit etwa 15 - 29 jahren gibts nach Mibladen eine asphaltierte Straße, elektrisches Licht, sanitäre Anlagen, festgemauerte Steinhäuser, überall Fernsehantennen mit Sat-Schüsseln, alle Kinder gehen in die Schule und fast jede Familie hat ein Auto. Manch ein Mibladener hat sogar den Sprung in die nahe Kreisstadt Midelt geschaftt, dort eignes Geschäft, Auto, Haus und Einkommen.
Weiß Du, woher dieser Wohlstand kam ? Von Vanadinit ! Das Mineral hat den Menschen vor Ort mehr gebracht als uns Deutschen die Steuerreform in 50 Jahren.
Nicht wenige Mibladener sind im Mineraliengeschäft tätig, besuchen regelmäßig die französischen, spanischen und tw. auch deutsche Börsen (was immer viel Geld kostet). Und dennoch kannst Du immer noch im Mibladen ein ganzes Lot feiner Vanadinitstufen (Beispiel 8-10 Handstufen, davon 1 Top, 2 sehr gut, 7 in Ordnung, aber Durchschnitt) für 250-300 Euro kaufen, wobei die Top-Stufe allein schon einen deutschen Heimatwert von 500 Euro haben kann. Und 250 Euro sind für einen marokkanischen Bergmann ne ganze Menge Geld mit ner ganzen Menge Kaufkraft.
Dein soziales Gewissen in Ehren - aber Du kannst absolut nicht den marokkanischen Bergmannsverdienst mit deutschem Einkommen messen.
Es ist völlig irrelevant, deutsche Stundenlöhne in Afrika, Asien oder Südamerika anzusetzen. Dort kostet aber ein Brot auch nur wenige Cent, ein einfaches Haus ein paar tausend Euro und es gibt keine hohen Steuern und Solidaritätszuschläge und all den anderen Irrsinn, den wir hier bezahlen (müssen).
In diesem Sinne Gruß aus Frankfurt
collector
endeavour-minerals:
@Peter,ich meinte die "Schwemme" ab ende der 90er.Dazwischen wars ja ziemlich Ebbe mit Vanadinit.Es ist halt immer schwierig für mich das im Text wiederzugeben was ich denke.Deshalb ist ein Gespräch mir immer lieber als etwas zu schreiben.Das was du in deinen Beitrag geschrieben hast ist 100% das was ich auch Meine und Denke.
@Ingo
Ein Minero bei Immsa und auch Penjoles bei den Minen in Zacatecas/Mexico verdient im Monat 900$.Auszahlrütmus ist aber aller 14 Tage.Dort kostet der Sprit ca. 1/3 des hiesigen Preises.TÜV , AU und diverse Gebüren wie hir in Deutschland üblich gibt es nicht!Die Lebensmittel sind Preislich so etwa gelagert wie bei uns,wobei es ja hier in der letzten Zeit massiv teurer geworden ist.Mexico ist aber auch in der Lage sich unabhänig von Importen zu machen.Soll heißen es kann durchaus seine Bevölkerung selbst Ernähren und sich teoretisch unabhängig von anderen Ländern zu machen.Und welche voraussetzungen hat Deutschland?........Vergleicht man das mit unseren unteren mittleren Einkommen,haben die Leute am Ende auch nicht so sehr viel mehr als wie ein Mexicanischer Bergmann und das ist ein Schwellenland.
Um so mehr die Mineros in Mexico verdienen um so weniger Mineralien nehmen sie mit aus dem Bergwerk,was übrigens offiziell dort verboten ist.
Übrigens kommen seit China mit am Markt mitmischt sehr viele gute Mineralien,was es in dieser Form davor nicht in diesem Umfang gab.Bedingt natürlich durch die Abbaumethode von anno dazumal.Wenn dann dort auch die Technk einzug hält wird es dann auch weniger,aber noch ist der Mensch billiger als eine Maschine und dazu in fast unendlichen Maße vorhanden.
Gruß Ingo
ingo:
Hallo Leute, ihr habt ja alle recht. Übrigens, das mit den Löhnen hab ich tatsächlich nicht gewußt, ich hab da wirklich die Idee gehabt Bananenpflücker=Bergmannsgehalt. Ich persönlich war noch nie in diesen Ländern. Mir ging es aber auch um etwas ganz anderes, aber lassen wir das. Danke und Glück Auf
Ingo
Tobi:
Wie ich sehe, wurde ich anscheinend falsch verstanden, daher muss ich das Thema noch mal aufwärmen:
--- Zitat von: Collector am 05 Mar 08, 10:23 ---Amüsiert hat mich der Ausdruck "Massenproduzent Marokko". Soweit bekannt, fördert Brasilien hundert mal mehr Aquamarin (in Tonnen) als Marokko Vanadinit. Und Turmalin? Eine Monatsförderung in Brasilien dürfte einer 3-Jahresproduktion von allen Sammlermineralien in Marokko entsprechen. Schön wärs, wenn Marokko Massen an Mineralien produzieren würde. ;D
--- Ende Zitat ---
Damit meinte ich nichts weiter, als dass relativ große Mengen von Vanadinit aus Marokko kommen. Natürlich ist das kein Vergleich mit den gigantischen Massen mancher Minerale, die in Brasilien zu Tage gefördert werden. Aber sooo extrem exquisite Ware ist marokkanischer Vanadinit nun auch nicht, sonst gäbe es nicht auf jeder noch so kleinen Börse zehn Tische, die randvoll damit sind (über die Qualität, die da oft dabei ist, müssen wir jetzt nicht reden ...). Und mit "Masse" meinte ich darüber hinaus, dass Marokko den Löwenanteil dieses Minerals stellt. Zumindest habe ich noch auf keiner Börse Vanadinite gesehen, die von anderswo (Arizona, Mexiko) kamen. Genauso wie Madagaskar DER Produzent von Coelestin oder Indien DER Produzent von Apophyllit auf dem aktuellen Sammlermarkt ist, ist nun mal Marokko das Land, aus dem 99,9% der gehandelten Vanadinite stammen, deswegen hatte ich den Begriff "Masse" verwendet ...
So, und hier einmal ein Beispiel dafür, was ich als maßlos und unverschämt betrachte:
http://www.matrix-minerals.de/Sammlungen/Tucson%202006/Bilder/CIMG7171_JPG.jpg
Umgerechnet exakte dreitausend Euro für ein Stüfchen aus Mibladen, das ungefähr die Größe eines Etiketts hat?
;D ;D ;D
Gruß
Collector:
Hallo
wer immer so'n Stüfchen für diesen Preis anbietet - den hätte Jesus als Wucherer aus dem Tempel geworfen oder im Mittelater wären er/sie an den Pranger gekommen.
Bei diesen Preisen wie abgebildet hört das Mineraliensammeln auf.
Schade, dass es kein Wucherverbot gibt.
Die Stufe hat nen Liebhaberwert von recht weit unter 50.- Euro.
Gruß
collector
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