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Autor Thema: Pseudomalachit??  (Gelesen 5733 mal)

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Offline Kupperdroll

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Pseudomalachit??
« am: 15 Sep 08, 20:27 »
Hallo,Kollegen!!
Habe mal wieder ein  Problem:Handelt es sich hierbei um Pseudomalachit oder vielleicht Antlerit?Habe diese Stufe,ca.25x35 mm, auf einer Halde im Mansfelder Land gefunden.Lag schon lange an der Oberfläche(Wind und Wetter),da der Haldenanbruch doch sehr verunreinigt ist,viel Melme!
Da diese Kügelchen <1mm sind lässt sich mit meinen Mitteln nicht viel machen.An einer Ecke konnte ich einen Strich erzeugen: hellgrün!!
Hat jemend eine Idee??

Offline smoeller

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Re: Pseudomalachit??
« Antwort #1 am: 15 Sep 08, 21:40 »
Hallo,

Optisch ist da absolut nichts mit Bestimmung. Alle grünen Cu-Minerale und auch Cu-Pb-Minerale wie Bayldonit bilden solche Kugeln. Auch wenn hellgrüner Strich eher gegen Pseudomalachit spricht. Zumindest eine XRD, besser auch eine EDX ist zur Bestimmung absolut notwendig.

Glück Auf!
Smoeller

Offline raritätenjäger

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Re: Pseudomalachit??
« Antwort #2 am: 16 Sep 08, 11:43 »
Hallo,

Anhand des Fundortes würde ich zuerst mal Malachit, dann evtl. Brochantit in Betracht ziehen.

Gruß
Andreas

Offline stollentroll

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Re: Pseudomalachit??
« Antwort #3 am: 16 Sep 08, 12:54 »
Ich würde nach dem Fundort auch Malachit als das wahrscheinlichste ansehen. Brochantit habe ich von Mansfeld noch nie in solchen Kügelchen gesehen, auch sitzt er üblicherweise direkt auf dem Kupferschiefer. Pseudomalachit ist im Mansfelder Land eine extreme Rarität.

Glück Auf

Offline cmd.powell

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Re: Pseudomalachit??
« Antwort #4 am: 17 Sep 08, 01:52 »
"Mit meinen Mitteln" ? Also mit 5%iger Salzsäure könntest Du den Kreis der in Frage kommenden Minerale mit etwas Glück schonmal drastisch einengen. Salzsäure ist noch relativ  einfach erhältlich, ggf. mal in Apoteken nachfragen, manchmal gibt es die auch im Baumarkt. Salzsäure sollte bei keinem halbwegs ernsthaften Mineraliensammler fehlen.
Natürlich nicht die Salzsäure über oder auf die Stufe geben, sondern vorsichtig mit einer Nadel o.ä. eines der Kügelchen abpräparieren (wenn Möglich unter dem Binokular) und dann mit Salzsäure prüfen. Wenn sich das Kügelchen mit starken Sprudeln oder Blubbern schnell auflöst, ist es Malachit !
Mit einer etwas besseren nasschemischen Ausstatung kann man sich übrigens das XRD und EDX schenken und auch so rausbekommen (oder zumindestens deutlich einengen), welches Mineral das ist. Das setzt allerdings schon etwas Erfahrung im Umgang mit Chemikalien und Kentnisse in analytischer Chemie vorraus - was übrigens weit weniger drastisch ist, als es im ersten Augenblick klingen mag  ;)

Offline berthold

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Re: Pseudomalachit??
« Antwort #5 am: 17 Sep 08, 12:25 »
Hallo,

Zitat
Mit einer etwas besseren nasschemischen Ausstatung kann man sich übrigens das XRD und EDX schenken

glaube ich nicht. Die Analyse von grünen Kügelchen -bisher als Malachit angesprochen- aus Freihung / Oberpfalz brachte z.B. Luddenit. Ich behaupte, bei den zur Verfügung stehenden Probemengen wäre das auf nasschemischen Weg eher nicht rausgekommen. Und selbst wenn - der Aufwand ist doch erheblich größer als z.B. für eine EDX.

Gruß
Berthold

Offline Krizu

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Re: Pseudomalachit??
« Antwort #6 am: 17 Sep 08, 12:48 »
Mein Spruch zur REM-EDX ist:
in 1min an 1µm fast alle Elemente (naja eher ab Na) deutlich besser als 1%.
Die längste Zeit ist das Belüften des Geräts.

MfG

Frank


Offline Kupperdroll

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Re: Pseudomalachit??
« Antwort #7 am: 17 Sep 08, 17:18 »
Erstmal Vielen Dank!! an ALLE!!

Kontte heute mit 10%-iger HCl den Nachweiss erbringen,dass es kein Malachit ist.Keine Reaktion !!Zur Probe habe ich ein bekanntes Malachitstück benutzt,welches ordentlich brauste. Und NU??? 

Offline cmd.powell

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Re: Pseudomalachit??
« Antwort #8 am: 18 Sep 08, 01:46 »
Tja, jetzt wird es leider doch kompliziert. Es gibt einen sehr typischen nasschemischen Nachweis für Phosphat, allerdings setzt der schon etwas mehr vorraus, als ein paar Tropfen Salzsäure. Du hattes mir ja schon eine PN geschickt, ggf. können wir das noch etwas vertiefen, Dein Interesse vorrausgesetzt.

Offline stollentroll

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Re: Pseudomalachit??
« Antwort #9 am: 18 Sep 08, 07:37 »
Was ist denn überhaupt passiert mit dem Material in der Salzsäure ?

Glück Auf

Offline Kupperdroll

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Re: Pseudomalachit??
« Antwort #10 am: 18 Sep 08, 17:39 »
Hallo!!
Mit der Säure ist nichts passiert.Habe zum Vergleich mit bekannten Malachit probiert-das hat "gezischt"!Habe mich nochmal mit "Strunz" befasst,und frage mich,woher das [PO4)-Ion herkommen soll?Wäre da nicht naheliegender,das ein AsO-Ion in der Nähe sein kann?Im Mansfelder Rücken kommen ja jedemenge Arsenminerale vor.
Mit "chem.Labor" ist bei mir nicht drin.Kann nur Bilder vergleichen,Strich und Härte(wenn Material gross genug ist)und Literatur Lesen,Lesen.... und dann kommt Grübeln und Fragen...!!

Macht man weiterso!!Will eigentlich noch viel lernen!

Glück Auf!

Offline cmd.powell

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Re: Pseudomalachit??
« Antwort #11 am: 18 Sep 08, 21:14 »
Ich glaube wo Thomas drauf hinaus wollte ist, ob sich das Mineral auch ohne "zischen" mehr oder weniger schnell in der Salzsäure gelöst hat. Das kann auch schon ein wertvoller Hinweis auf die Natur des Mierals sein. Aber es ist ja letztlich auch verständlich, das ein Sammler ohne die nötigen technischen Hilfsmittel schnell an seine Grenzen kommt. Hätte ich damals nicht Chemie als ein Hobby gehabt, hätte ich heute sicherlich auch kaum die Möglichkeit, selbst einfachste Tests durchzuführen. Ok, dank den Mineralogiestudiums kann ich auch noch Analysen in der Uni machen, aber zu solcher Technologie haben ja die wenigsten Sammler zugang.
Aber Du hast letztlich sicherlich auch schon recht: Wenn es keine naheligende Quelle für Phosphat gibt und arsenhaltige Minerale (z.B. Primärerze) von dem Fundort bekannt sind, sind Arsenate sicherlich wahrscheinlicher als Phosphate. Leider gibt es auch hierfür keine Patentlösung. Die Phosphatquellen können z.B. das Nebengestein sein und daher für den Sammler zunächst nicht erkennbar.

Offline stollentroll

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Re: Pseudomalachit??
« Antwort #12 am: 19 Sep 08, 20:04 »
Ja, was ich wissen wollte ist, ob sich das Mineral aufgelöst hat oder nicht, ob es eine leichte Verfärbung gegeben hat dort wo sich das Mineral in der Säure befand usw.


Offline Kupperdroll

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Re: Pseudomalachit??
« Antwort #13 am: 20 Sep 08, 13:39 »
Ja,Hallo!!
In der Säure gab es keine Reaktion,zu mindest erkennbare.Nach ca. 5 min. sah es aus als gebe es eine leichte Verfärbung.Kann mich aber auch getäuscht haben.

Kupperdroll

 

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