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UV-Kasten - Taschenlampe - geht das?
Krizu:
--- Zitat von: Lapislazuli am 28 Jan 09, 23:20 ---@ Krizu: Danke für deine Ausführungen und die Diagramme, wirklich interessant :).
Dass das Violett nicht von der schwarzen Röhre kommt, ist mir schon klar. In jeder Leuchtstofflampe ist UV-Licht drin (größter Anteil), der Anteil des sichtbaren Lichts ist eher gering. Nun kommt es drauf an, was man aus der Röhre machen will. Will man sichtbares (normales) Licht, wird die normale weiße fluoreszierende Schicht auf die Lampe aufgedampft. Hier wird die meiste UV-Strahlung in sichtbares Licht umgesetzt und der Anteil an schädlicher UV-Strahlung, der noch mit raus kommt, ist verschwindend gering. Will man jedoch eine Schwarzlichtlampe (UV-Licht), wird eine andere Leuchtschicht aufgedampft. Damit wird der schädlichere UV-B-Bereich (davon kriegt man Sonnenbrand) in den nicht so schädlichen UV-A-Bereich umgewandelt; Tetraborat für 370 nm, Blei-dotiertes Bariumsilikat für 350 nm (deshalb sprechen wohl einige Mineralien je nach Röhrenhersteller besser bzw. schlechter an). Ich weis nicht, weshalb man UV-B nach A umwandelt, UV-B und C kommen ja eh nicht durch das Glas (wenn ich das richtig verstanden habe). Ich vermute hier, dass das nutzbare UV-A-Spektrum einfach noch verstärkt werden soll. Gleichzeitig wird ein nickeloxid dotiertes Glasrohr verwendet, das das sichtbare Licht absorbiert und nur das UV-A-Licht durchlässt. Weil die Diagrammkurve bei 405 nm im oberen UV-A-Bereich und somit relativ nah am sichtbaren Bereich des Lichtspektrums liegt, erscheint es uns deshalb dunkelviolett. Hier schließen nun deine (Krizu) Ausführungen an. Ich hoffe, so kann man es stehen lassen (falls nicht, bitte um Verbesserung).
--- Ende Zitat ---
Hallo Edgar,
fast richtig, nach meinem Wissen: Falls du einen Lumineszenzkonverter (so nennen sich die Borate und Silikate die du nanntes offiziell), im System hast, hast du neben den schmalen Spektrallinien breite Emissionsmaxima, siehe blaue LED mit Yttrium-Aluminium-Granat:Ce und der breiten gelben Emission. Viele Bewitterungsgeräte für Kunststoffe verwenden diese Konverter. Diese Spektren sehen dann in etwa so aus: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Uvbuvaandsunlight.JPG . Glaube mir einfach, diese Spektren sehen anders aus, leider darf ich die Spektren der MEssgeräte nicht veröffentlichen :-X.
Der zweite Weg der Spektrenänderung ist das zugeben von Metallen (Salzen?) zur Lampe. Dann hast du eine HQI-Lampe ;-)
Anbei das Spektrum der LSR-Röhren an meinem Schreibtisch. Da sieht man die Hg-Linien und mindestens zwei Farbstoffe.
MfG
Frank
Lapislazuli:
Wie interessant so eine Leuchtstoffröhre doch sein kann. :)Ich hoffe, wir sind jetzt nicht zu sehr in den elektrotechnischen Bereich abgedriftet.
@Helicat: Ich hätte mir eher um die Quecksilberdämpfe Gedanken gemacht. Also bei der nächsten zerbrochenen Röhre Fenster auf, sicher ist sicher.
Glück auf
Edgar
Krizu:
Hallo,
beim Quecksilber ist es eher die Dauerexposition, als nur die einmaligen Dämpfe. Die kleinen Kugeln sorgen für eine stetige Belastung, klar per Dampf.
Wenn jetzt der Staub mit dem anhaftendem Quecksilber wirklich überall liegt, hast du in etwa 30mg Quecksilber in der Wohnung verteilt.
Quelle:
http://www.wertstoff-boerse.ch/information/docs/leuchtstoffroehren.pdf
Also nicht wirklich akut kritisch, aber nicht zur Nachahmung empfohlen.
MfG
Frank
Lapislazuli:
Hallo, ich würde den Quecksilberwert nicht so hoch ansetzen. Laut dem Text aus dem Link liegt der Quecksilberanteil von Leuchtstofflampen zwischen 15 - 30 mg, in einer anderen Tabelle weiter unten wird allgemein von 15 mg ausgegangen. Da Helicat ja eine kleine Röhre hat, würde ich beim Maximalwert von höchstens 15 mg ausgehen. Vom Pulver geht meines Erachtens weniger Gefahr aus, weil ja das Meiste Quecksilber gasförmig ist. Da der Boden durch die Pulververschmutzung ja vermutlich sowieso abgesaugt wurde, wird wohl nicht mehr so viel von den Kügelchen übrig sein, was zu einer ernsten Bedrohung führen könnte. Steht nur noch die Frage im Raum, ob die Kügelchen dann im Staubsaugerbeutel bleiben oder durch die Abluft wieder rauskommen. :P Wenn die Lampen so gefährlich währen, würden sie bestimmt nicht mehr verkauft werden. Alte Röhren können unter Umständen ja auch ausgasen, wenn sie undicht werden. Von dem Rest, der noch da sein kann, nimmt man ja nicht 100% davon auf, ein großer Teil wird sich bestimmt mit der Zeit selbst verflüchtigen.
Mir ist mal neulich ein Quecksilbertermometer auf einem glatten Steinboden zerbrochen. Ich konnte das Quecksilber nicht mit einem Taschentuch aufnehmen, es sind einfach immer kleinere Kügelchen entstanden, je mehr ich dies versucht hatte. Hab das Ganze dann mit einem Kehrblech beseitigt und dieses danach abgewaschen.
Glück auf
Edgar
Krizu:
Im Falle eines Falles mit Schwefel bestäuben und aufnehmen.
Oder ein Amalgam-Bilder einsetzten, zinn oder Zinkpulver so so etwas war das.
VORSICHT mit den Eheringen. Die saugen das Hg auf und können es langfristig ideal dosiert abgeben.
In diesem Fall soll Ausglühen beim Juwelier helfen, wenn kein Stein drin ist.
MfG
Frank
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