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Autor Thema: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb  (Gelesen 9369 mal)

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Offline Matthes

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Hallo Leute,
hier habe ich noch ein mir unbekanntes Mineral.
Was könnte die grüne Schicht auf dem Calcit sein?
Und was könnten die weißen Nädelchen auf der grünen Schicht sein?
Der Calcit ist komplett mit der grünen Schicht bedeckt. Mann sieht keine unbedeckte Bruchfläche.
Die kleinen Nädelchen sind auch überall.

Achso, interessant ist noch, das dieses Stück aus der Tsumeb Mine kommt.

Viele Grüße
Matthes
« Letzte Änderung: 29 Jan 09, 02:37 von Matthes »

Offline STRAHLER

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #1 am: 29 Jan 09, 09:08 »
Hallo,
ich denke das die Calcitstufe in irgend etwas flüssiges grünes getaucht wurde, und dann noch diesen Federschmuck (weisse Nadeln) abbekommen hat, ähnlich wie bei jemandem der "geteert un d gefedert" wird.

War nur Spass, aber ganz natürlich sieht´s wirklich nicht aus, da ja unübersehbar einige der Calcit-Kristalle abgebrochen sind, und dann trotzdem mit der Schicht überzogen wurden, auch die Rückseite (Bruchfläche) ist ja damit überzogen.  ???. Und dann noch diese wie einzelne Glieder einer Daunenfeder wirkenden Nadeln, na ich weiß nicht so recht. Trotzdem interessant, bin gespannt was hier noch so rauskommt.

Grüße vom STRAHLER

Offline uwe

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #2 am: 29 Jan 09, 09:58 »
Möglicherweise hat ein abgebrochenes Stück lange in kupferhaltigen Grubenwasser bzw. in entsprechender feuchter Umgebung gelegen. Die kleinen weißen Kristalle sind vermutlich Gipskristalle, wie die sich oft auf Haldenmaterial bilden.

Uwe

Offline Matthes

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #3 am: 29 Jan 09, 12:05 »
Hallo !
Sorry, habe ein bischen übersehen.
An der höchsten Stelle sind ein paar Stellen frei, teilweise auch nur wie ein Anflug von dem grünen Zeugs.
Sind aber keine Anwachs- oder Bruchstellen, sondern die Seiten der Calcitkristalle.

Gruß Matthes

Offline giantcrystal

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #4 am: 29 Jan 09, 13:05 »
Wenn es denn natürlich ist, was sehr fraglich ist, wird das grüne wohl Duftit sein, solche von Duftit überzuckerten Calcitstufen von Tsumeb sind bekannt.

Allerdings sieht das ganze ziemlich unnatürlich, da auch die Bruchflächen des Calcites durchgefärbt sind. Also wahrscheinlich ein Fake
Wie sieht denn das Stück auf der Unterseite aus...auch grün ?

Glück Auf

Thomas

Offline der Sauerländer

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #5 am: 29 Jan 09, 15:53 »
zeig doch mal die Abschlagseite. Dann wissen wir`s mit Bestimmtheit.
Solche Calcite sind häufig.

Offline Matthes

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #6 am: 29 Jan 09, 16:31 »
Hier mal die Rückseite

und dann mal eine Aufnahme vom Binokular
« Letzte Änderung: 30 Jul 16, 16:49 von oliverOliver »

Offline giantcrystal

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #7 am: 29 Jan 09, 17:33 »
Ooooh,es grünt  so grün

Sorry, ein Fake !

Damit leider ziemlich wertlos, es sei denn, die Grünung ist wsserlöslich oder so

Glück Auf

Thomas

Offline uwe

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #8 am: 29 Jan 09, 17:44 »
Ich denke nicht, daß es sich um eine Fälschung handelt, eher um einen Haldenfund bzw. ein in einem alten Abbau aufgelesenes Stück. Bei den farblosen Kristallen bin ich mir sicher, daß es sich um sekundär gebildete Gipskristalle handelt. Die grüne kristalline Kruste enthält sicherlich Kupferionen. Brochandit oder Antlerit wäre möglich. Blei- und Arsenionen im wässrigen Medium bei der Bildung (Bayldonit, Duftit) sind nicht auszuschließen.

Falls sich kein Tsumeb-Spezialsammler meldet, der diese Bildungen kennt, wirst Du wohl um eine Analyse nicht herum kommen.

Uwe

Offline geomueller

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #9 am: 29 Jan 09, 19:15 »
Hallo alle,
ich habe in der terra mineralia Freiberg eine sehr ähnliche Stufe gesehen, allerdings aus Frankreich, was aber nichts bedeuten muss ;). Es war Devellin-Langit auf Calcit mit Gips-Nädelchen. Ich habe ein leider nur schlechtes Bild von dem Stück beigefügt.

Gruß Jürgen

Offline Matthes

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #10 am: 30 Jan 09, 22:26 »
Hallo Jürgen,
danke für den Tipp.
Für eine Fälschung halte ich es auch nicht.
Bekannte haben sich das Stück auch angesehen, hielten es auch für echt aber wussten auch nicht was es sei.

Gruß Matthes

Offline Matthes

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #11 am: 30 Jan 09, 22:33 »
Ich habe mir die Stufe noch mal genau angesehen
und habe auch ein paar sehr gut erkennbare Gipskristalle gefunden.
Das grüne Zeugs ist teilweise so tafelig fast Fächer ähnlich.

Gruß Matthes

Offline uwe

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #12 am: 31 Jan 09, 10:14 »
Klar, Devilin macht Sinn. Kupferionen in einem wässrigenschwefelsaurem Medium und dazu das Calzium von der carbonatischen Umgebung. So etwas kann ich mir in einem alten Abbau schon vorstellen.

Uwe

Offline giantcrystal

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #13 am: 31 Jan 09, 18:45 »
Ich nicht...es sei denn die Stufe hätte durch starke Strömung freischwebend in der Kupferlauge gehangen....

Im Ernst : irgendwo müßte man dann eine Anwachs / Auflagestelle haben...

Und noch etwas...nimmt man tatsächlich die Einwirkung eine Kupferlauge / lösung über einen längeren Zeitraum an, so sollte es dann eigentlich zu einer Anlösung oder Umwandlung des Calcites kommen...

No, Sir, ich bleibe immer noch beim Fake....getreu Ockhams Razor...ist einfach die wahrscheinlichste Erklärung

Glück Auf

Thomas

Offline uwe

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #14 am: 31 Jan 09, 21:20 »
Das betreffende Stück hat natürlich nicht in einer Flüssigkeit gelegen. In diesem Fall wäre wohl auch der Calzit gelöst bzw. angelöst worden. Es genügt, wenn die Umgebung hineichen feucht ist. Dann "kriechen" die Ionen überall hin. Dieser extrem langsame, über viele Jahre währende Prozeß ist die Bedingung, daß Sekundärminerale auskristallisieren. Sonst gibt es nur amorphe Krusten. Es ist übrigens keine Seltenheit, daß ein Haldenstück rundum mit einem Sekundärmineral bewachsen ist.

Uwe

 

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