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Mineralienfotografie - Reflexionen und Polfilter
Klinoklas:
Das Ergebnis ist deutlich zugunsten des Polfilters ausgegangen. ;)
Sattere Farbe, keine störenden Reflexe das sieht schon klasse aus.
Naja ein Polfilter steht auch noch auf meiner "nice to have" Liste aber da muss man auch vorsichtig sein, es gibt da unterschiedliche Anbieter und unterschiedliche Qualitäten. Mineralienfotografie generell Fotografie ist ein spannendes Thema.
Gruß
René
Krizu:
--- Zitat von: Tapir am 15 Apr 09, 08:04 ---Cirkulare Polfilter werden für DSLR empfohlen, da ein linearer Polfilter den Autofokus des Objektives in seiner Funktion stört (soweit mir das bekannt ist). Im manuellen Fokusbetrieb kann man auch die (wesentlich preiswerteren) linearen Polfilter verwenden......
--- Ende Zitat ---
ok, mag sein - kann ich nicht beurteilen.
Aber wie wirkt der Polarisationsfilter bei Reflexen?
Ein Reflex ensteht an der Oberfläche in unseren Fällen eines Nichtleiters.
Jetzt kann jeder Lichtstrahl in zwei Komponenten aufgespalten werden, ich nenne Sie mal s und p.
Der einfallende und ausfallende Strahl liegen in einer Ebene senkrecht zur Ebene die reflektiert.
Ein Lichtstrahl kann immer als Kombination zweier Lichtstrahlen mit zueinander senkrechter Polarisation beschreiben werden.
Jetzt gibt es in der Elektrodynamik (Licht ist ja eine elektro-magnetische Welle) die Maxwell-Gleichungen (nein, die schreibe ich nicht auf!).
Beim Lösen der Gleichungen erkannt man, das es zwei "Lösungen gibt", je nach Orientierung des elektrischen Vektors des Licht in Bezug auf die beiden Ebenen.
Siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Brewster-Winkel
Das bedeutet, dass das reflektierte Licht einen hohen bis ausschliesslichen Anteil linaer polarisiert ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkular_polarisiert
liefert aber wieder zwei Anteile! Entweder ist da eine Doppelbedeutung bezüglich "circular" und "zirkular" oder ich habe den Trick nicht verstanden!
MfG
Frank
Thomas Noll:
Hallo Stefan,
danke für die Infos. Hatte zwischenzeitlich den Mikroskop-Dealer meines Vertrauens angerufen der meinte für die Installation am Mikroskop sollte es ein linearer Polarisationsfilter sein. Dein Ergebnis mit den Filtern ist jedenfalls überzeugend.
Hallo franksch,
der Matildit ist sehr gut gelungen. Das Thema hatten wir ja schon mal ;D
Gruß Thomas
Stolzit, Montmins, Bb. 2 mm
aca:
--- Zitat von: Krizu am 15 Apr 09, 10:31 ---Ein Lichtstrahl kann immer als Kombination zweier Lichtstrahlen mit zueinander senkrechter Polarisation beschreiben werden.
--- Ende Zitat ---
Ich weiss, was Du meinst, aber ich glaube, dass man das missverstehen kann.
Ich bin deshalb mal so dreist, meinen Senf dazuzugeben ;)
Ein Lichtstahl besteht nicht aus 2 Lichtstrahlen.
Ein Lichtstrahl hat eine elekrische Komponente und eine magnetische Komponente, deren Vektoren senkrecht aufeinander stehen (daher der Begriff elektromagnetische Welle).
Aber man kann einen Lichtstrahl (aus mehreren Photonen) mit beliebiger Schwingungsebene durch Vektoraddition von 2 senkrecht zu einander schwingenden Lichtstrahlen erhalten.
Und umgekehrt lässt sich so ein Lichtstrahl auch in 2 senkrecht zueinander schwingende Komponenten auftrennen.
Bei einer Reflexion an einem Nichtleiter geschieht genau das und deshalb ist der reflektierte Lichtstrahl in einer Ebene polarisiert, während der eindringende oder absorbierte Lichtstrahl senkrecht dazu polarisiert ist.
(bei einem einzelnen Photon geht das nicht, weil sich das Lichtquantum nicht weiter aufspalten lässt)
Zirkulare Polarisation entsteht, wenn man 2 sekrecht aufeinander stehende Lichtstrahlen miteinander so kombiniert, dass der eine 1/4 Wellenlänge hinterherläuft. Die elektrischen und magnetischen Vektoren beschreiben dann eine Schraubenbewegung.
Siehe z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Polarisation
Dafür nimmt man doppelbrechendes Material (z.B. Quarz, sog. quarter-wave plates), die Licht in eine (senkrecht zueinander polarisierte) ordentlichen und außerordentlichen Strahl aufspalten. Da die Lichtbrechung sich für beide unterscheidet, wird einer der Strahlen gegenüber dem anderen effektiv verzögert. Wenn man die Platten geschickt dimensioniert, werden ord. und außerord. Strahl beim Wiederaustritt mit 1/4 Wellenlánge Versatz wieder miteinander kombiniert und das Licht ist zirkular polarisiert.
Bei einem zirkularen Polarisator für Kameras wird
1. zunächst linear polarisiert (eine Schwingungsebene herausgefiltert)
2. dann zirkular polarisiert.
Ein zirkularer Polarisationsfilter macht also beides, sonst könnte man die Reflexe nicht auslöschen.
Gruss
Amir
Krizu:
--- Zitat von: aca am 15 Apr 09, 21:56 ---
--- Zitat von: Krizu am 15 Apr 09, 10:31 ---Ein Lichtstrahl kann immer als Kombination zweier Lichtstrahlen mit zueinander senkrechter Polarisation beschreiben werden.
--- Ende Zitat ---
Ich weiss, was Du meinst, aber ich glaube, dass man das missverstehen kann.
Ich bin deshalb mal so dreist, meinen Senf dazuzugeben ;)
Ein Lichtstahl besteht nicht aus 2 Lichtstrahlen.
Ein Lichtstrahl hat eine elekrische Komponente und eine magnetische Komponente, deren Vektoren senkrecht aufeinander stehen (daher der Begriff elektromagnetische Welle).
Aber man kann einen Lichtstrahl (aus mehreren Photonen) mit beliebiger Schwingungsebene durch Vektoraddition von 2 senkrecht zu einander schwingenden Lichtstrahlen erhalten.
Und umgekehrt lässt sich so ein Lichtstrahl auch in 2 senkrecht zueinander schwingende Komponenten auftrennen.
Bei einer Reflexion an einem Nichtleiter geschieht genau das und deshalb ist der reflektierte Lichtstrahl in einer Ebene polarisiert, während der eindringende oder absorbierte Lichtstrahl senkrecht dazu polarisiert ist.
--- Ende Zitat ---
Bis hier fast volle Zustimmung, Superpositionsprinzip ;-) Mit der Goldwaage muss ich nachlegen: Ein Lichtstrahl ist in der Regel ohne feste Phasenbeziehung, also stets eine zufällige Superposition zweier Bezugssysteme. Der Lichtstrahl hat auch noch eine Ausbreitungsrichtung, aber wer zwei Vektoren kennt, kennt den dritten ;-)
--- Zitat ---Zirkulare Polarisation entsteht, wenn man 2 sekrecht aufeinander stehende Lichtstrahlen miteinander so kombiniert, dass der eine 1/4 Wellenlänge hinterherläuft. Die elektrischen und magnetischen Vektoren beschreiben dann eine Schraubenbewegung.
--- Ende Zitat ---
Haar gespalten stehen nicht die Lichtstrahlen senkrecht aufeinander. Die Ausbreitungsvektoren sind parallel, die E(M)-Vektoren der Strahlen sind senkrecht.
--- Zitat ---Siehe z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Polarisation
Dafür nimmt man doppelbrechendes Material (z.B. Quarz, sog. quarter-wave plates), die Licht in eine (senkrecht zueinander polarisierte) ordentlichen und außerordentlichen Strahl aufspalten. Da die Lichtbrechung sich für beide unterscheidet, wird einer der Strahlen gegenüber dem anderen effektiv verzögert. Wenn man die Platten geschickt dimensioniert, werden ord. und außerord. Strahl beim Wiederaustritt mit 1/4 Wellenlánge Versatz wieder miteinander kombiniert und das Licht ist zirkular polarisiert.
--- Ende Zitat ---
korrekt, oder einen "Phasenkeil", da die Pahsenvberschiebung wellenlängigabhängig ist. \delta n =(ne-no) variiert, deshalb sind gute \lambda/4 Platten immer für eine Wellenlänge.
--- Zitat ---Bei einem zirkularen Polarisator für Kameras wird
1. zunächst linear polarisiert (eine Schwingungsebene herausgefiltert)
2. dann zirkular polarisiert.
Ein zirkularer Polarisationsfilter macht also beides, sonst könnte man die Reflexe nicht auslöschen.
--- Ende Zitat ---
Da setzt es bei mir aus. Der Reflex ist polarisiert, und zwar bei starken Reflexen linear. Das lineare Licht fällt auf einen linearen Polfilter (deine 1). Also wird es linear durchgelassen und zwar gemäss des Winkels des zwischen der Pol-Ebene des Lichtes und der der Platte (BTW: I ist prop Ehoch2 und E wird durchgelassen - tut nichts zur Sache, aber ein Polfilter nimmt in der Regel 75% des Lichts ;-) ) . Das Ergebnis ist ein linear polarisiertes Licht. Wenn die Einfallspolarisation senkrecht zum Polfilter ist, ist der Reflex weg, ohne zirkulkaren Phasenschubser. Ein zirkulater Filter ändert doch die Intensität nicht mehr. Den kann ich mir doch in deinem Fall sparen!
Siehst du mein Problem?
Bei den Mikroskopen sitzt doch erst der Pol-Filter vor dem Objekt, dann das Objekt, dass etwas macht, dann der Phasenkeil um eine Phasenbeziehung herzustellen und dann erst der Analysator oder bin ich falsch?
MfG
Frank
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