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Autor Thema: Smithsonit nachweisen  (Gelesen 5324 mal)

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Offline ZdW

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Smithsonit nachweisen
« am: 26 Apr 09, 20:24 »
Wie kann ich einen Smithsonit nachweisen.
Könnte es mit Natronlauge reagieren ??? also NaOH + ZnCO3
Die Probe ist leider winzig. Viel kann ich damit nicht herumexperimentieren.


Edit: Hab gerade einen dieser winzigen Dinger aufgebrochen. Innen war eine Art Sand. Kann es sich hier überhaupt noch um einen handeln???
Foto kann ich leider keines Machen. Bekomm das nicht auf die Kamera, und am Mikroskop hab ich keine  :-[
« Letzte Änderung: 26 Apr 09, 20:33 von ZdW »

Offline -M-

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Re: Smithsonit nachweisen
« Antwort #1 am: 27 Apr 09, 03:37 »
Hallo,

"...Wie kann ich einen Smithsonit nachweisen..."
 - Test auf Karbonat + Zn wäre dann fällig.

"...innen war eine Art Sand. Kann es sich hier überhaupt noch um einen handeln???..."
 - kann es - das kommt bei Smithsonit durchaus häufiger vor.

 - S. kommt i.d.R. in dolomitischen Gesteinen vor ... paßt das ?

und wie siehts mit Begleitmineralen aus ? ( S. hat ja i.d.R. eine recht charakteristische Parag. )

Gruß -M-
« Letzte Änderung: 27 Apr 09, 03:42 von -M- »

Offline ZdW

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Re: Smithsonit nachweisen
« Antwort #2 am: 27 Apr 09, 13:16 »
Begleitmineral ist Galenit. Gestein dürfte Dolomit sein ja.
Fundort ist übrigens der Libochgraben in der Steiermark

Was mich erhlich gesagt noch zweifeln lässt ist die Härte. Man kann es nämlich sehr leicht zerstoßen.
Da aber das Mineral sehr klein und dünn ist bin ich mir eben nicht sicher.

Hier sind die Funde, aus dem Stollen (von mindat.org)
Baryte 
Calcite 
Cerussite   
Cinnabar 
Copper   
Cuprite 
Galena 
Hemimorphite 
Hydrozincite 
Malachite 
Quartz
Rosasite 
Smithsonite 
Sphalerite 
 

Offline Hg

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Re: Smithsonit nachweisen
« Antwort #3 am: 27 Apr 09, 13:48 »
Zitat
Könnte es mit Natronlauge reagieren  ??? also NaOH + ZnCO3
sollte sich das Carbonat in Lauge lösen? Zink bildet ein amphoteres Hydroxid; das bedeuted aber nicht, dass sich auch das Cabonat amphoter verhält.
Außerdem wäre das nicht gerade ein für Zink spezifischer Nachweis. Der klassische Nachweis von Zn läuft über die Bildungung von Rinmanns Grün .
Gruß,
Andreas

Offline Axinit

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Re: Smithsonit nachweisen
« Antwort #4 am: 27 Apr 09, 15:47 »
Hallo ZDW,

zusaetzlich zu den sachdienlichen Hinweisen von -M- und des Chemiker-Kollegen Hg noch ein oder zwei praktische Tips:

Smithsonit ist ein Carbonat - alle Carbonate reagieren mit Mineralsaeuren (evtl erst beim Erwaermen) unter Aufschaeumen (Freisetzung von gasfoermigen Kohlendioxid). Ueblicherweise verwendet man hierzu ca 10 % Salzsaeure.

Dies laesst sich bei kleinen Probemengen schoen auf einem Objekttraeger mit eingetiefter "Mulde" (einige Pulverkoernchen + ein Tropfen Saeure) unter einem simplen Auflicht-Mikroskop (Experimentierkasten) beobachten.

Zink wirst Du zu Hause nicht so ohne weiteres nachweisen koennen - Rinmann' s Gruen erfordert doch einigen Aufwand  ;).

Solltest Du also beim Saeuretest ein Aufschaeumen beobachten, laesst dies lediglich auf die Anwesenheit eines Carbonats schliessen - Du kannst aber nicht zwischen Smithsonit, Cerussit, Calcit  etc. unterscheiden (Dolonit sollte bei RT kaum mit HCl reagieren). Zusaetzlich kann Gasentwicklung auch von der Anwesenheit saeurelabiler Sulfide (wie z. B. Sphalerit) herruehren, die bei Saeurebehandlung Schwefelwasserstoff freisetzen. Letzterer laesst sich einfach am Geruch nach faulen Eiern identifizieren.

Viel Spass beim Ausprobieren

GA

Harald


Offline ZdW

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Re: Smithsonit nachweisen
« Antwort #5 am: 27 Apr 09, 16:40 »
Super! danke für den Tipp.  :D

Offline -M-

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Re: Smithsonit nachweisen
« Antwort #6 am: 28 Apr 09, 13:57 »
Hallo,

"...Was mich erhlich gesagt noch zweifeln lässt ist die Härte. Man kann es nämlich sehr leicht zerstoßen..."

- das hat nicht viel mit der Härte zu tun, die Ursache dafür liegt eher in der Tenazität (Sprödigkeit), dem Bruch-
bzw. Spalt-verhalten. (abgesehen von evtl. Inhomogenität durch Verunreinigungen, und Verwitterungs-bedingtem
Zustand, etc.)
Wenn der Karbonat-test positiv ausgefallen sein sollte, dann wäre die Härte tatsächlich nicht der schlechteste
Ansatz, da Smithsonit unter den ansonsten nicht sicher zu unterscheidenden anderen Karbonaten, so ziemlich
die größte Härte (Mohs: 5) aufweist. Ob die Härte über Mohs: 4 liegt, ließe sich testen, indem man mit einem
Splitter der Probe versucht, auf einer mglst. ebenen Fluorit-fläche dtl. Kratzer zu hinterlassen. Noch besser wäre
es, wenn du eine Testfläche irgendeines Minerals / Materials mit mglst. exakt Mohs: 4,5 hättest... dies alles führt
zwar nicht dazu, daß man wirklich sicher auf Smithsonit schließen könnte, aber sollte die Härte eben nicht dtl.
über Mohs: 4 liegen, ist die Wahrscheinlichkeit, daß es Smithsonit ist, doch eher sehr gering.

Gruß -M-

edit: übrigens gibt es unter diesen Karbonaten auch alle mgl. Mischkristallbildungen, insofern würde auch ein rein
qualitativer Zn-Nachweis allein, noch keine 100%ige Sicherheit geben, um welches es sich nun genau handelt.
« Letzte Änderung: 28 Apr 09, 14:04 von -M- »

Offline ZdW

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Re: Smithsonit nachweisen
« Antwort #7 am: 28 Apr 09, 20:27 »
hm. ok.
hab jez jedenfalls mal den Versuch mit 7%iger Salzsäure gemacht und siehe da, es gab eine heftige schäumende Reaktion.

Das Problem ist echt nun die Härte. Die Mineralien sind ja wie schon erwähnt sehr klein. max. 1 mm und außerdem enthält es innen noch Sand. Die Wände sind daher sehr dünn. Man kann sie schon mit einem Zahnstocher komplett zerreiben.

Edit: Wäre ein Hydrozinkit möglich. ??? der ist viel weicher und auch ein Karbonat. allerdings ist mein Mineral Gelbockerfarben
« Letzte Änderung: 28 Apr 09, 20:41 von ZdW »

Offline Axinit

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Re: Smithsonit nachweisen
« Antwort #8 am: 28 Apr 09, 21:08 »
Servus,

falls es Hydrozinkit sein sollte, fluoresziert dieser im kurzwelligen UV-Licht weiss-blau. Dies ist ein sehr empfindlicher Test - die Farbe Deines Minerals will wenig besagen (vermutlich Verunreinigungen wie Eisenoxide oder dergl.)

GA

Harald

Offline -M-

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Re: Smithsonit nachweisen
« Antwort #9 am: 28 Apr 09, 21:20 »
Hallo,
die Farbe schließt Hydrozinkit nicht aus, über die tatsächliche Härte kannst du offensichtlich keine sichere Aussage treffen,
also solltest du sie auch nicht unbedingt als Argument für oder gegen was auch immer anführen. (so wie du es beschreibst
hast du da kaum ne Chance, die Härte wirklich sicher zu ermitteln)
Wie sehen denn eigentlich die xx / Aggregate aus ? Hydrozinkit ist meistens nur erdig - krustig, mitunter auch schalig mit
strahliger Struktur, die rel. selten anzutreffenden xx sind nadelig bis (lang-)tafelig und winzig ... sofern keine deutlichen xx-
formen zu erkennen sind, läßt es sich optisch nicht sicher von Smithsonit u.anderen ähnlichen Min. unterscheiden.
Ansonsten würde ich mich an deiner Stelle erstmal damit abfinden, daß du es so halt nicht näher bestimmt bekommst ...
evtl. findest du eines Tages noch mehr und vlt. besser bestimmbares Material vom selben FO, oder du findest vergleich-
bares, schon bestimmtes Material ... (sowas wird dir noch öfter passieren, daß du das eine oder andere Stück einfach nicht
eindeutig bestimmt bekommst - das gehört dazu - sowas behält man am besten im Hinterkopf, und ergänzt die Dokumentation
,falls dazu irgendwann neue Erkenntnisse auftauchen)

Gruß -M-
« Letzte Änderung: 28 Apr 09, 21:23 von -M- »

Offline ZdW

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Re: Smithsonit nachweisen
« Antwort #10 am: 28 Apr 09, 21:25 »
xx sind keine zu erkennen. Ist wie du gesagt hast erdig und krustig.

Aber ich werd es erstmal dabei belassen. In ein paar Wochen steig ich da eh nochmal runter und dann halte ich genauer Ausschau danach.

Nochmals vielen Dank an alle für die Hilfe  :)

 

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