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Autor Thema: Mineraliensammlung - an ein Museum vermachen oder verkaufen?  (Gelesen 21948 mal)

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Offline Sonntag

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Hallo an alle Mineralienfreunde,
seit ca. 40 Jahren  bin ich begeisterter Mineraliensammler.  Anfangs suchte ich in Steinbrüchen, und später kaufte ich bei Minenarbeitern  und auf Börsen in Deutschland und im europäischen Ausland. Ich verbrachte sehr viel Zeit in meinem Leben damit eine wohl einmalige Sammlung
zusammen zu tragen. Seitdem ich über 60 bin beschäftigt mich ab und zu der Gedanke, was mit meiner umfangreichen Mineraliensammlung später mal geschehen soll.  Meine Tochter hat kein Interesse an meinem Hobby. Neben dem Verkauf erwäge ich auch eine Schenkung an ein Mineralienmuseum. Wem geht es ähnlich oder kann mir über seine Erfahrungen
Mitteilungen machen?  Über eine Antwort bin ich dankbar.

Schöne Grüsse
aus dem Rheinland
Sonntag


Offline cmd.powell

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  • Calcit vom Winterberg, Harz
Das "Vererbungsproblem" kenne ich nun auch schon, obwohl ich davon mit meinen 38 Lenzen noch nicht direkt betroffen bin. Ich habe von diversen Sammlern gehört, das grade Museen nicht wirklich an Sammlungen interessiert sind, auch nicht, wenn sie schon einen beträchtlichen Wert besitzen. Außnahmen mögen hier vielleicht Weltklassesammlungen sein, aber die hat nun wieder kaum jemand. Daher vorher fragen, ob das fragliche Museum überhaupt interesse hat, sonst landet die Sammlung letztlich doch im Bauschuttcontainer ! Dann eher verkaufen.

Offline michael berghäuser

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  • Diplom-Geologe und Mineraliensammler
    • Schöne Mineralien aus Deutschland und Namibia
Hallo Bruno,

es kommt -wie immer- ganz auf die Qualität der Sammlung an.

M. E.  gibt es verschiedene Ansätze/Pläne:

1.  Abgabe/Schenkung der Komplettsammlung an eine Person oder Museum
2. Verkauf der Komplettsammlung an eine Person oder Museum
3. Verkauf eines Teiles der Sammlung an eine Person oder Museum (z. B. auf mich bezogen ggf. Namibia komplett oder Goboboseb
     komplett oder Eifel-Mikros, etc.)

Wenn es Dir wichtig ist, dass Deine Sammlung "weiterlebt", wäre es interessant zu erfahren, was diese konkret beinhaltet. Damit kann man dann überlegen, welche Zielpersonen/Institutionen in Frage kommen.

Persönlich hab ich erlebt, wie ganze Sammlungen zerpfückt wurden und die "Rosinen" für "AppelundnenEi" unwissentlich weggegeben wurden und der Rest dann oftmals in die Tonne wanderte.
Vielleicht sagt Dir der Name Theo Günther was.

Also, wenn Du uns mehr Details über Deine Sammelgebiete geben könntest, wäre das bei der Hilfe sehr hilfreich.

Beste Grüße aus dem quarzeichen Westtaunus
« Letzte Änderung: 06 Aug 09, 08:01 von michael berghäuser »

Offline uwe

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Die meisten Museen werden wohl dankend ablehnen, es sei denn es handelt sich um eine sehr gute Lokalsammlung. Verkaufen geht, obwohl das der traurigste Weg für einen Sammler ist. Schließlich ist die Sammlung ein wesentlicher Teil des eigenen Lebens. Das ist dann etwa ein partitielles Sterben.

Ich werde bald 66 und denke über eine Reduzierung der Sammlung (beispielsweise die weltweite Systematik abstoßen) nach. Die komplette Sammlung aufgeben bzw. ganz mit dem Sammlen aufhören kommt mir aber nicht in den Sinn.

Übrigens: Nach dem eigenen Ableben ist es egal was mit der Sammlung wird. Wegwerfen oder weiterführen, für den verblichenen ist das ohne Bedeutung. Ich kann jeden empfehlen die Sammlung, bzw. den wesentlichen Teil davon aufzuheben und sich bis zum letzten Schnaufer daran zu erfreuen.

Uwe

Offline wolfilain

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Hallo

Will mal aus eigener Erfahrung einige Hinweise geben. :)
Ich denke nicht das die meisten Museen ablehnen würden. Da ich einfach nicht weiß was in deiner Sammlung ist.

  • Es muss nicht die ganze Sammlung sein welche an ein Museum geht. Manchmal sind einzelne Stücke wirklich wichtiger.
    Zwar schade um die komplette Sammlung - aber wenn du die verkaufst passiert auch nichts andres.
  • Schon mal über Dauerleihgabe nachgedacht? - Du verkaufst oder verschenkst einen Teil deiner Sammlung an ein Museum und kannst den Teil oder einzelne Stücke dennoch dauerhaft bei dir haben. Und wenn du es mal nicht mehr brauchst dann wirds im Museum abgegeben.
  • Im Museum ist halt der Vorteil das damit noch geforscht werden kann - oder es in eine Ausstellung kommt. Und auf lange Zeit noch als deine Sammlung identifizierbar ist.
  • Was ist mit einem Verein? Manche nehmen auch Sammlungen an. Es gibt auch welche die ankaufen.

Grüße
Volker
« Letzte Änderung: 16 Mar 13, 18:46 von oliverOliver »

Offline Sonntag

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  • Beiträge: 68
Hallo an alle Mineralienfreunde,
über die raschen Antworten habe ich mich sehr gefreut!
Ich finde die Hinweise sehr nützlich und bedanke mich
für alle Infos.

Schöne Grüße
aus dem sonnigen Rheinland
Sonntag

Offline michael berghäuser

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  • Diplom-Geologe und Mineraliensammler
    • Schöne Mineralien aus Deutschland und Namibia
Hallo Bruno,

da Du auf meine dezenten Fragen/Andeutungen (noch) nicht reagiert hast, möchte ich es erneut versuchen  :D:

Zitiat:
"Anfangs suchte ich in Steinbrüchen, und später kaufte ich bei Minenarbeitern  und auf Börsen in Deutschland und im europäischen Ausland. Ich verbrachte sehr viel Zeit in meinem Leben damit eine wohl einmalige Sammlung zusammen zu tragen."

Was heißt das konkret? Was sammlest Du?

Viele Sammler denken, sie hätten eine "einmalige" Sammlung, leider muß man ihnen oftmals die schmerzliche Wahrheit offenbaren, dass dem leider nicht so ist.

Beste Grüße

Michael

Offline smoeller

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  • Diplom-Mineraloge
Hallo,

Museum: Ankauf durch ein Museu ist heutzutage schwierig. Viele Museen haben kaum noch Geld (heute muss sich ja alles entweder selbst tragen und damit wirtschaftlich rechnen oder mit geringen staatlichen Geldern auskommen), da wird gerade bei den mineralogischen Abteilungen gekürzt. Leider sind historische Sammlungen oder aber Dinos interessanter als irgendwelche Vitrinen mit Sammlungsstücken (es sei denn, man hat natürlich sehr interessante Fossilien oder sehr gute, bunte und glitzernde große Stücke). Der Schauwert einer Stufe mit seltenen Erzmineralien ist nicht so hoch, da kann das Stück noch so selten sein. Wenn ein Museum, dann am ehesten mal bei einer Universität (die großen Sammlungen in D sind Freiberg in Sachsen und Clausthal-Zellerfeld im Harz). Da bekommst du nicht viel dafür, aber dort wird die Sammlung am ehesten genutzt, sei es zu Forschungszwecken oder für die Ausbildung der Studenten, sei es als Ausstellungs- oder zumindest Belegstücke, ein Teil kann auch zur Beschaffung neuer, seltener Minerale über den Tauschweg gebraucht werden. Es ist Illusion, dass eine Sammlung von irgendeinem Institut/Museum ganz übernommen wird (es sei denn, der Sammler ist weltberühmt oder es sind alles absolute Topstücke). Dann gibt es auch regionale Museen, z.B. das Mineralienmuseum in Oberwolfach im Schwarzwald, die suchen auch immer wieder Stücke im Ankauf. Dazu müsste man aber die Sammlung in   regionale Lots aufteilen (siehe drittnächster Abschnitt). Es sollte sich für ein Museum um gute, zumindest aber ordentliche Belegqualität handeln. An hundert Derberzstücken hat niemand Interesse, höchstens für Lehrzwecke an Universitäten (dann aber nur geschenkt oder zumindest fast geschenkt).

Händler: Die schlechteste Idee, zumindest, wenn man nicht erfahren im Verkauf von Mineralien ist. Händler kaufen zwar manchmal ganze Sammlungen, doch zumeist weit unter dem Wert, den man mit Einzelverkäufen bei Sammlern erzielen könnte. Händler suchen meist Sammlungen im mittleren bis oberen Bereich, reine Hobbysammlungen ohne herausragende Exponate fallen meist aus dem Raster heraus. Grundsätzlich zahlen angloamerikanische Händler bei guten und besten Stücken mit die höchsten Preise.

Sammler: Auch hier am Besten aufteilen (siehe nächster Abschnitt). Sammler zahlen je nach Interessengebiet und Seltenheit, Attraktivität und Einkommen manchmal die besten Preise, aber nie die Katze im Sack (zumindest nicht fortgeschrittene Sammler). Europäische Stücke, wenn gut ausgebildet und reich besetzt sowie attraktiv, erzielen in den USA die höchsten Preise, Belegstücke verkaufen sich dagegen in der Region, von wo das Stück stammt (zumindest in Mitteleuropa) besser (hier sitzen die Lokal- und Regionalsammler), allerdings für wenig Geld.

Aufteilung: Am sinnvollsten bei einem Verkauf ist die Aufteilung in Lots oder Pakete. Dabei kann man sich eine Einteilung nach Ländern vorstellen (z.B. D, A, CH, Rumänien, GUS etc.), dann evtl. bei vielen Stücken (z.B. aus D) noch nach Fundgebieten (Bundesländer oder Gebirge). Oder man stellt thematische Sammlungen (Zwillinge, Calcite, Zeolithe etc.) zusammen, auch Mischformen (Calcit Deutschland, Fluorit USA o.ä.) ist denkbar. Damit sprichst du gezielt Personen an, die Fachleute auf einem Gebiet sind, sie zahlen häufig mehr als diejenigen, die alles suchen.

Sehr gute/herausragende Stücke besser einzeln anbieten!

Wo anbieten? Am Besten direkt Kontakt mit den Kustoden der Institute aufnehmen, dabei entweder (bei Kontakt per Mail) einige sehr gute/interessante (objektiv, nicht für den Verkäufer) Stücke erwähnen, noch keine Fotos und Preise beifügen. Im Internet Ausschau nach Seiten von Händlern halten, gegebenenfalls an geeigneten Stellen nach Adressen fragen, auch hier und bei mindat.org die Sponsorenlinks anschauen.Wenn  der potentielle Käufer Interesse bekundet, eine Reihe von Fotos (wirklich gut, nichts verschwommenes oder extrem kleines) per Mail zusenden. Am sinnvollsten ist natürlich ein persönliches Treffen. Aber in jedem Fall zuvor per Telefon/Mail vereinbaren, auch der zuvorkommenste Kustode oder Händler kann ablehnend werden, wenn man seine Zeit unnötig in Anspruch nimmt. Wenn möglich, die Stücke vorher schätzen (jeder erfahrene Sammler oder Händler kann zumindest Anhaltspunkte geben, aber keine Gutachten!), dies nur als Verhandlungsbasis nutzen, nicht auf dem Preis bestehen. Nicht die Einkaufspreise zusammenrechnen! Das ist meist mehr als der Wert, den du bekommst (es sei denn, es sind sehr gute Stücke erloschener und gefragter Fundorte (z. B. 5 cm Azurit unbeschädigt von Tsumeb/Namibia)). Da sind dann auch Preissteigerungen drin, ansonsten kannst du froh sein, wenn du zumindest einen Teil des Kaufpreises wieder rausholst.

Auktionsplattformen im Internet (eBay!) sind meist keine gute Idee. Hohe Gebüren, Risiken, evtl. sogar erforderliche Anmeldung als gewerblicher Verkäufer, da bleibt dann unterm Strich meist nicht viel. Zudem: Wer wirklich Gebote haben will, muss meist zu 1 Euro Startpreis anbieten, oft bleibt der Betrag selbst bei guten Stücken im unteren Bereich (1-20 Euro). Wirklich hohe Gebote erzielen nur gesuchte (und unbeschädigte) Raritäten.

Die Zeiten, in denen Sammler, Institute und Museen riesige Sammlungen weltweiter Fundstellen anlegten, dürften vorbei sein. Der Trend geht hin zu Spezialisierung und regionalem Schwerpunkt. Grund: Platz, Geld, Zeit.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Sonntag

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  • Beiträge: 68
Hallo,

bin über die erhaltenen Antworten sehr dankbar. Mit so  ausführlichen
und sehr guten Infos habe ich nicht gerechnet.
Mit den Hinweisen fällt mir eine Entscheidung leichter,
was  später mal mit meiner Mineraliensammlung geschehen soll.
Nochmals vielen Dank für die Mühe und Arbeit.

Schöne Grüße
Sonntag

Offline jayjay

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Eine Idee die bisher noch überhaupt nicht in Betracht gezogen wurde.

Das ein oder andere Stück an jemanden verschenken.

Jeder von uns hat doch Bekannte oder Freunde, die auch schon lange sammeln.
Es gibt Leute, die können sich vielleicht auch das ein oder andere Stück nicht leisten und
der Sammler selbst hat es nicht unbedingt nötig all das Geld wieder rauszuholen, was er
vielleicht hinein gesteckt hat.
Da bekommt man zwar kein Geld, aber dafür vermutlich SEHR VIEL Dankbarkeit.
Und das ist ja die Frage, was man am Schluss mit seiner Sammlung will? Geld oder
das Wissen, dass es bei jemand anders in guten Händen ist.

Bei mir scheidet es im Moment aus, weil ich noch einigermassen jung bin und finanziell eher knapp.

Offline DonMineral

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  • KENIA MINERALIEN ... Von den Minen zu Ihnen.
hallo,
da wir in einem anderen Threat diskutiert haben, wie es möglich ist Interesse bei jüngeren zum Sammeln zu wecken ,wâre es doch denkbar die Sammlung in eine Stiftung zu geben,  die von einer Schule verwalte twird, die die nötigen günstigen Ausstellungsmöglichkeiten hat um die Sammlung in der Schule weiter zu führen.
.Als Anthroposoph denke ich da an die Rudolpf Steiner Schulen , bestimmt gibt es da eine in deiner Nâhe

Gruss aus Midelt
Don Ronaldo

Offline faulesau

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Hallo Mineralienfreunde,
schön, dass Ihr das Thema anschneidet. Ich möchte meinen Lieblingsstein, einen Dioptas aus Kasachstan (siehe Anhang)
dem Freiberger Museum als Leihgabe für 1 oder mehrere Jahre zur Verfügung stellen. Bevor ich da anrufe, wollte ich mal
eure Meinung dazu wissen. Nicht, dass die mich da auslachen, aber ich habe so was Ähnliches in keinem anderen Museum
gesehen. Und hier mein Grund: da ich im Museum viele Leihgaben gesehen habe und ich mich darüber sehr gefreut habe
und warum sollte ich dann nicht auch meinen weggeben?
Tschüß  Johns Schulz alias Faulesau

Offline marcel

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  • Beiträge: 77
Hallo,

Zitat:
da wir in einem anderen Threat diskutiert haben, wie es möglich ist Interesse bei jüngeren zum Sammeln zu wecken ,wâre es doch denkbar die Sammlung in eine Stiftung zu geben,  die von einer Schule verwalte twird, die die nötigen günstigen Ausstellungsmöglichkeiten hat um die Sammlung in der Schule weiter zu führen.

An was für Eine schule hasst du gedacht
    jüngeren zum Sammeln zu wecken
Ich bin 15 und ganz ehrlich,
An meiner Schule kann man es vergessen.
Und an anderen auch warscheinlich.
Die Sammlung würde warscheinlich sogar Kaputt gemacht oder verkauft.
(Von Kindern kaputt gemacht)

In einer Grundschule kann ich mir kaum vorstellen das die Kinder sich dafür interessieren.

Offline morion

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museum ist gut, prüfe aber vorher, ob die bestehende sammlung auch in einem gepflegten zustand ist!