Hallo Manfred,
solche sehr langfristigen Projekte decken sich leider nicht mit dem menschlichen Erleben von "Zeit". Menschen sind außerstande, im Kollektiv für Jahrhunderte oder gar Jahrtausende konkret vorauszuplanen. Wenn die Bedrohung nicht ausgerechnet morgen vor der Tür steht, kann man es nachfolgenden Generationen überlassen, sie zu bewältigen - so die menschliche Denkweise. In einigen Bereichen mag dies fatal sein, in anderen ist es angemessen.
Im ähnlichen Zeitrahmen sollten wir uns überlegen, wie wir Kanada Nordamerika, den größten Teil Großbritanniens, Skandinavien, Norddeutschland und all die anderen Gebiete, die in 15.000 bis 50.000 Jahren wieder von Gletschern überzogen sein werden, allmählich räumen...
Kurz, es gäbe eine Menge Bedarf für Umsiedlungen auf diesem Planeten, als hätten wir nicht schon genug Bevölkerungsdruck. Und es wird viele, viele Menschen geben, die sagen, dass sie lieber heute in Freiheit gefährlich und morgen vielleicht gar nicht mehr leben wollen statt zusammengepfercht mit dem Rest der Menschheit in den wenigen Gebieten auf dem Planeten, die wirklich sicher sind...
Wobei - es gibt ja auch noch die Bedrohung von außen: Metoriten- und Asteroideneinschläge! Wenn uns in einer bestimmten Region also zumindest kein Vulkan bedroht, könnte uns trotzdem immer noch der Himmel auf den Kopf fallen. Statistisch wenig wahrscheinlich ist es, dass am Ort eines bereits existierenden Meteoritenkraters noch einmal ein kosmisches Geschoss herabfällt - soll man deswegen die ganze Menschheit zur Umsiedlung in die bekannten Krater anhalten?
Ich bin für Fatalismus: Wenn jemand - wie die Eifelbewohner - um die Gefahr weiß, in der er lebt, seine Heimat aber trotzdem nicht verlassen will (schließlich zwingt sie auch schon jetzt niemand, unbedingt dort zu bleiben), dann soll er das tun dürfen.
Und ich bin gegen einen Rundumbedenkenträgerstaat, in dem die Laternenmasten mit Schaumstoff gepolstert und die Autos aus Gummi sind...
Gruß,
Rainer