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Autor Thema: unvorstellbare Naturgewalt  (Gelesen 13553 mal)

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Offline guefz

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #15 am: 06 Sep 10, 22:17 »
Naja, nach etwa 13000 Jahren Schlaf braucht es halt ein wenig mehr Lärm um wieder richtig wach zu werden  ;) ;D

Günter

Offline spotts

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #16 am: 07 Sep 10, 08:16 »
Der Laacher See hat diese Größe weil es sich um zwei Ausbruchszentren handelt. Es scheint ganz am Südende des Sees noch einen kleinen Krater unbekannten Alters zu geben.
Die CO2 Austritte zeichnen den Rand des Kraters nach. Sie sind nur deshalb nicht an der gesamten Ostseite des Sees zzu sehen weil die Kraterlinie z.T. im Landbereich verläuft.
Achtet mal auf die Pflanzen, es fallen am Ufer "Streifen" von CO2-liebenden Pflanzen auf. Auch im See selber steigt CO2 auf, durch den langen Aufstieg ist dies aber nicht mehr als Blubbern zu erkennen. Im Sonar lässt sich dies aber nachweisen.
Über den nächsten Ausbruch lässt sich noch nichts sagen. Es gab in der Vergangenheit immer erst einen großen Knall (Wehrer Kessel, Riedener Kessel) und es folgten einige kleinere Vulkane. Den Knall hatten wir nun - warten wir es ab.
Tatsächlich scheint der CO2-Gehalt aus dem Boden in der Eifel anzusteigen. Auch die Radon-Werte scheinen diesen Trend zu zeigen.
Schlimmer ist der Anstieg des CO2 zur Zeit im Eger-Graben (Tschechien). Dort sind Anstiege im zweistelligen Prozentbereich gemessen worden.

Gruss
Helge

Offline triassammler

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #17 am: 07 Sep 10, 10:58 »
Hallo Helge,

danke für die Hintergrundinformationen!  :D

Gruß,
Rainer

Offline giantcrystal

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #18 am: 07 Sep 10, 15:39 »
Hallo Spotts

Zitat "es fallen am Ufer "Streifen" von CO2-liebenden Pflanzen auf"

Um welche Pflanzen handelt es sich denn...und woher weiß man, das diese CO2 liebend = CO2 Indikatoren sind

Hört sich interessant an, habe ich noch nie von gehört

Glück Auf

Thomas

Offline gsiberger

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #19 am: 07 Sep 10, 18:00 »
Schlimmer ist der Anstieg des CO2 zur Zeit im Eger-Graben (Tschechien). Dort sind Anstiege im zweistelligen Prozentbereich gemessen worden.

Gruss
Helge

In welchem Zeitraum denn?

Offline spotts

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #20 am: 08 Sep 10, 08:06 »
Der Anstieg des CO2 im Eger-Graben ist monatlich zu verzeichnen (Aussage eines dort arbeitenden Geologen). Er vermutet, dass sich im Untergrund ein Gang platziert. Ein Ausbruch ist nach heutigen Kenntnissen aber noch nicht zu befürchten. Die Werte sind auch im 0,0.... Bereich, da sind solche Zuwächse in % noch nicht so gravierend.
Bei den Pflanzen am Laacher See gehören irgendwelche Gräser dazu (Seggen), auf einem Vortrag habe ich die lateinischen Namen zwar gehört aber nicht behalten. Die CO2-liebende Vegetation tritt nach deren Angaben nahezu ausschließlich in den zu erwarteten Bereichen auf. Dieser Vortrag stellte die Ergebnisse einer Studentengruppe von der Uni Jena vor, die im Sommer im Bereich des Laacher Sees gearbeitet haben.
Viele Pflanzen benötigen ein gewisses Fenster bezüglich der Bodenart, pH-Wertes und Feuchtigkeit. So gibt es Pflanzen die bei vermehrtem CO2-Anteil im Boden besser bzw. überhaupt wachsen können. So kann der Wechsel der Pflanzengesellschaften für den Feldgeologen bei Kartierungen ein Hinweis auf den unterschiedlichen Untergrund sein.

Gruss
Helge

Offline Trommelsteinsammler

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #21 am: 15 Sep 10, 10:03 »
Also besteht in der Eifel nicht nur eine latente Gefahr. Wäre es nicht an der Zeit die Leute - die dort wohnen - in andere Regionen umzusiedeln? Es bietet sich doch da Brandenburg an - wo ganze Regionen nicht mehr bewohnt werden - weil die Leute weg sind.

Manfred

Offline doe

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #22 am: 15 Sep 10, 10:30 »
Hi Manfred,
ich nehme mal an,die Eifeler werden nicht nach Brandenburg wollen,(Du willst ja auch nicht nach Sibirien) -
die Brandenburger werden die Eifeler nicht besonders mögen (wer liebt schon Kolonialisten) -
und wenn es im Egergraben so richtig los gehen sollte, dürfte es eh egal sein,wo Du wohnst.
MfG Günter

Offline triassammler

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #23 am: 15 Sep 10, 10:44 »
Hallo Manfred,

an sich ist Deine Forderung unter dem Aspekt der Gefahrenabwehr nur logisch und nachvollziehbar.

Zu bedenken sind neben gravierenden wirtschaftlichen Konsequenzen für die Region und die Republik im Ganzen (standortgebundene Wirtschaftsbetriebe u. a. der Rohstoffbranche lassen sich nicht einfach umsiedeln; andererseits würde ihnen ja dann das Personal wegfallen) auch "weiche Faktoren" wie die Bindung der Menschen an ihre Heimat. Bspw. beim Oderhochwasser zeigte sich ja auch, dass Menschen nach dem Rückgang der Flut wieder in ihr angestammtes Gebiet zurückkehrten und ihre Häuser wieder instand setzten, wohl wissend, dass ihnen in 5, 10, 20... Jahren das gleiche höchstwahrscheinlich erneut passiert.

Zitat
bietet sich doch da Brandenburg an - wo ganze Regionen nicht mehr bewohnt werden - weil die Leute weg sind.

Etwas provokant gefragt: Warum sind die Leute da weg? Man wird schwerlich Menschen dazu motivieren können, in eine Gegend umzusiedeln, die von anderen Leuten verlassen wird, denn diese Landflucht wird schon ihre Gründe haben...

Im Ganzen betrachtet ist die Chance, dass ein Eifel-Vulkan noch zu Lebzeiten der aktuellen Generationen ausbricht, äußerst gering. Weder politisch noch humanitär und schon gar nicht sozial wäre eine Anordnung zur Umsiedelung zu begründen oder gar durchzusetzen. Zumal diese Aktion um Größenordnungen größer wäre als die Umsiedelung einer Ortschaft in einem Braunkohlerevier, und das ist politisch und wirtschaftlich ja schon schwierig genug.

Das gleiche müsste man sonst auch mit der Stadt Neapel und dem ganzen Umland des Vesuvs machen, oder mit Los Angeles und San Francisco (San Andreas-Spalte), oder mit einem Großteil Wyomings (Yellowstone-Supervulkan), und und und...

Gruß,
Rainer

Offline skibbo

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #24 am: 15 Sep 10, 11:23 »
Hi Rainer,

Zitat
Das gleiche müsste man sonst auch mit der Stadt Neapel und dem ganzen Umland des Vesuvs machen, oder mit Los Angeles und San Francisco (San Andreas-Spalte), oder mit einem Großteil Wyomings (Yellowstone-Supervulkan), und und und...

....in Brandenburg ist doch reichlich Platz....

(sorry, den Witz konnte ich mir nicht verkneifen)  ;D  ;D  ;D  ;)

LG Stefan


Offline Trommelsteinsammler

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #25 am: 15 Sep 10, 11:53 »
Natürlich war meine Ansage etwas provokant. Nur die Frage ist nicht ob - sondern wann der Knall kommt. Als Berliner habe ich schon mehrmals in der Eifel MM` gesammelt. Mann kann dort sehr viele aufgeschlossene und intelligente Menschen finden. Aber auch den klassischen Hinterwäldler. Nur die angesprochene Thematik interessiert niemanden. Ich bin auch der Meinung - eine Lösung kann nur eine Nationale sein. Eine Umsiedlung - sollte natürlich auch über jahrzehnte dauern. Nur eines ist klar: Die Menschen sollten schon richtig aufgeklärt werden und ihnen muß eine Perspektive geboten werden.

Manfred

Offline triassammler

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #26 am: 15 Sep 10, 14:43 »
Hallo Manfred,

solche sehr langfristigen Projekte decken sich leider nicht mit dem menschlichen Erleben von "Zeit". Menschen sind außerstande, im Kollektiv für Jahrhunderte oder gar Jahrtausende konkret vorauszuplanen. Wenn die Bedrohung nicht ausgerechnet morgen vor der Tür steht, kann man es nachfolgenden Generationen überlassen, sie zu bewältigen - so die menschliche Denkweise. In einigen Bereichen mag dies fatal sein, in anderen ist es angemessen.

Im ähnlichen Zeitrahmen sollten wir uns überlegen, wie wir Kanada Nordamerika, den größten Teil Großbritanniens, Skandinavien, Norddeutschland und all die anderen Gebiete, die in 15.000 bis 50.000 Jahren wieder von Gletschern überzogen sein werden, allmählich räumen...

Kurz, es gäbe eine Menge Bedarf für Umsiedlungen auf diesem Planeten, als hätten wir nicht schon genug Bevölkerungsdruck. Und es wird viele, viele Menschen geben, die sagen, dass sie lieber heute in Freiheit gefährlich und morgen vielleicht gar nicht mehr leben wollen statt zusammengepfercht mit dem Rest der Menschheit in den wenigen Gebieten auf dem Planeten, die wirklich sicher sind...

Wobei - es gibt ja auch noch die Bedrohung von außen: Metoriten- und Asteroideneinschläge! Wenn uns in einer bestimmten Region also zumindest kein Vulkan bedroht, könnte uns trotzdem immer noch der Himmel auf den Kopf fallen. Statistisch wenig wahrscheinlich ist es, dass am Ort eines bereits existierenden Meteoritenkraters noch einmal ein kosmisches Geschoss herabfällt - soll man deswegen die ganze Menschheit zur Umsiedlung in die bekannten Krater anhalten?

Ich bin für Fatalismus: Wenn jemand - wie die Eifelbewohner - um die Gefahr weiß, in der er lebt, seine Heimat aber trotzdem nicht verlassen will (schließlich zwingt sie auch schon jetzt niemand, unbedingt dort zu bleiben), dann soll er das tun dürfen.
Und ich bin gegen einen Rundumbedenkenträgerstaat, in dem die Laternenmasten mit Schaumstoff gepolstert und die Autos aus Gummi sind...

Gruß,
Rainer

Offline fassi

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #27 am: 15 Sep 10, 21:28 »
Nun stell Dir doch mal vor es betrifft Dich selbst .
Du hast ein Haus gebaut ,einen Baum gepflanzt und nen Sohn gezeugt , wohnst sehr gern dort -
kommst eines guten Tages nach hause von Arbeit und wills eigentlich nur Deinen Kaffe trinken -
da gibt Dir mit starre Mine Deine Frau einen Brief vom Landratsamt in dem Steht  Du sollst mit sack und Pack umsiedeln nach Brandenburg . weil eventuell ein Vulkan ausbrechen könnte ....
Ob Du dabei finanzielle Hilfe bekommst steht natürlich NICHT in diesen Brief ...

Dein Kaffe wird kalt und Du vor Wut heiß ...

so würde es jeden gehen .-

Offline spotts

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #28 am: 16 Sep 10, 08:57 »
Die bisherigen Vulkane der West-Eifel haben nicht die Energie gehabt um die Region weiträumig zu verwüsten. Natürlich ist es lästig einen Ausbruch im Garten zu haben, ist aber auch gut für den Tourismus...
So spektakulär wie in den RTL-Vulkanfilm wird es nicht passieren. Für die explosiven Ausbrüche ist in der Westeifel zu wenig Quarz in der Schmelze.
Übrigens: wer einmal die Entstehung des Dreiser Weihers kennen lernen möchte: am Sonntag (19.9.) gibt es zum Tag des Geotops eine Wanderung dorthin.

Gruss
Helge

Offline triassammler

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Re: unvorstellbare Naturgewalt
« Antwort #29 am: 16 Sep 10, 11:13 »
Hallo Helge,

wenn ich mir aber die Größe des Laacher Sees und das Volumen an Pyroklastika im Umland so ansehe, können die Ausbrüche ja soooo klein nicht gewesen sein...

Soweit ich mich erinnere, spielt beim Eifelvulkanismus das Grundwasser (phreatomagmatische Eruptionen) eine wesentliche Rolle hinsichtlich der Explosivität?

Gruß,
Rainer

 

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