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Autor Thema: Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?  (Gelesen 14396 mal)

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Offline Wegschmeißit

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Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« am: 30 Jun 10, 16:00 »
Glück Auf!

Habe mal ein ganz interressantes Thema. Ich habe eine 10 jährige Tochter die sich verstärkt meine Mineralien ansieht
und auch anfängt fragen zu stellen. Manche Dinge lassen sich ja noch einfach erklären, aber wie beantworte ich fragen z.B. zur
Farbe, weil das ja schon ein etwas komplexeres Thema ist.
Gibt es ein Buch das man da empfehlen kann? Oder ein extra Thread für Kinder hier im Lexikon in dem die Mineralogie Kindgerecht aufbereitet wird.

Bin gespannt auf eure Antworten

Gruß

Dirk

Offline minerik

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« Antwort #1 am: 30 Jun 10, 16:14 »
Es gibt in der "Was ist Was?" Buchreihe ein Buch über Mineralien, meine Freundin hat das glaube noch bei uns zu Hause rumstehen. Werde den genauen Titel und ISBN Nummer noch reinstellen.
Ansonsten einfach im Forum die gewünschten Fragen reinstellen.
Gruß Erik

Offline Krizu

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« Antwort #2 am: 30 Jun 10, 17:33 »
Hallo,

ich kenne das Buch vermutlich - meiner Meinung nach eher naja.  Gerade bei Kindern empfehle ich eher den praktischen Ansatz.

- Caclit zerdeppern = konstante Winkel und Formen
- Magnetstäbe = Tetraeder und Oktaeder als Baugruppen = Welche Formen kann ich machen? = Einführung in die Drehachsen + Symmetrie
- Alaun züchten und den pH-Wert ändern = Oktaeder Würfel etc = kubisches Gitter

Dann kannst du Cr zugeben und der Kristall wird rot... aus der grünen Lösung.
Alternativ Kupfersulfat.

Schön ist auch Natriumthiosulfat als Einsteig in die Thermodynamik = latente Wärmespeicher.

MfG

Vater Frank

Offline Jochen1Knochen

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« Antwort #3 am: 30 Jun 10, 19:32 »
Hallo!
Das erste bei den Kindern ist eigentlich,daß sie sich selbst eine kleine Sammlung anlegen und ihnen dafür ein bischen Platz eingeräumt wird.Das können durchaus Reste aus dem eigenen Material sein.Dann kann zu Feiertagen auch mal ein Mineralienbuch ein schönes Geschenk sein.Bei 10jährigen ,würde ich dann schon die eigenen Lexika zur verfügung stellen und beim Studium etwas helfen um die jeweilige Systhematik des Buches zu verstehen.Aber auch da sollten eigene Stücke das Interesse des Kindes wachrufen.
Gruß Jens

Offline triassammler

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« Antwort #4 am: 30 Jun 10, 23:24 »
Hallo!

Ich finde den Ansatz von "Vater Frank" (krizu) sehr gut: Einfach mal ins Praktische gehen und dabei anschaulich, aber nicht unzulässig vereinfachend, erklären. Gerade falsche Vereinfachungen (immer wieder (un)gern gehört: "Ammoniten sind [fast wie] Schnecken") setzen sich sonst fest...
Mein Dad hat Klein-Rainer eigentlich nie von Fremdwörtern oder komplizierteren Sachverhalten verschont, wenn es darum ging, ein Phänomen aus der Natur zu erklären. Wobei eine Zeichnung, die Papa vor den Augen (oder unter Beteiligung) des Sprößlings anfertigt - sozusagen mit ihm gemeinsam den Gedanken entwickelt und herausarbeitet - m. E. immer noch tausend mal wertvoller ist als ein ganzes "kindgerechtes" Sachbuch. Ich denke, das hilft dem Kind auch dabei, zu verstehen, dass manche Fragen nicht in drei Sätzen zu beantworten sind, und dass das Finden einer Antwort mitunter etwas Zeit benötigt.

Kristalle selbst züchten wär doch mal ein toller Anfang: Da ist alles mit drin, vom sauberen, konzentrierten Vorarbeiten über das warten-können-Lernen und Beobachten des Wachstums bis zum Resultat, das man dann handfest be- und ergreifen kann. Und sicher gibt das allerhand Gesprächsstoff.

Gruß,
Rainer

Offline Krizu

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« Antwort #5 am: 01 Jul 10, 08:58 »
Hallo,

vielleicht auch einfach über die Eigenschaften, für die spätere Bestimmung: Quarz gegen Calcit.
- Härte, an Glas
- Glanz
- Bruch vs. Spaltbarkeit
- Säureverhalten
- Strich
- Geschmack :-)

und ganz wichtig: Selber suchen!!!

Frank

Offline Wegschmeißit

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« Antwort #6 am: 01 Jul 10, 11:03 »
Hallo.

Danke erstmal für die (wie immer) sehr hilfreichen Antworten. Das mit dem "Was ist Was" Buch ist schonmal nicht schlecht, da meine kleine zum Glück auch eine Leseratte ist. Auch die praktischen Ansätze sind sehr gut.

Danke für die zahlreichen Anregungen, jede weitere Idee ist natürlich immer wilkommen  :)

Gruß Dirk
 

Offline harzforelle

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« Antwort #7 am: 01 Jul 10, 11:06 »
Hallo zusammen,
gut, daß jemand mal so einen Thread begonnen hat. Ich will mal meine Erfahrungen dazu zum Besten geben:
Also ich hab einen neunjährigen Sohn, den ich von Anfang an mit auf Exkursionen genommen hab. seit der Zeit unternehmen wir immer gemeinsam etwas. Er findet auch manchmal schon bessere Stücke wie ich. Sammlerkollegen sagen, er brauch sich ja auch nicht so tief bücken, hat eine bessere Augenhöhe als Erwachsene. Mittlerweile hat er auch seine kleine Sammlung und bekommt auf Börsen sogar was geschenkt !! Eindeutige Meinung: Toll das sich Kinder finden die dieses tolle Hobby auch schätzen, viele kennen ja nur die Glotze. Ich kann nur sagen, daß kinder unterstützt und andas Hobby herangeführt werden müssen und auch die vielen Fragen die gestellt werden beantwortet werden müssen und wenn man , wie wir zum Anfang mal einen Vulkan aus Styropor zum Verständnis(hydrothermaler Erzbildung)gebaut haben.
GlückAuf Jochen

Offline Wegschmeißit

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« Antwort #8 am: 01 Jul 10, 11:23 »
Hallo.

Das mit dem Vulkanmodell ist auch eine sehr gute Idee und hab gleich mal gegoglet  ;D

Hier: http://www.westermann.de/pdf/978-3-14-114497-0-1-l.pdf

Gruß Dirk

Offline minerik

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« Antwort #9 am: 01 Jul 10, 11:23 »
Also ich wurde ja auch durch meinen Vater zum Sammeln begeistert. Weil er mich immer zu seinen Exkursionen mitgenommen und mir alle Fragen so gut wie möglich erklärt hat, auch mit Fremdwörtern.
Er hat mir  eine eigene Ausrüstug besorgt , also  Hammer, Meißel und Schutzbrille. Und somit hab ich das Sammeln von klein auf gelernt, ist wahrscheinlich auch der Grund weshalb ich der Einzige in der Familie bin der nicht Medizin sondern Chemie studiert.
Gruß Erik

Offline Anatas

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« Antwort #10 am: 01 Jul 10, 16:56 »

zum Thema Kinder, Judendliche und Mineralogie noch etwas was mich doch sehr nachdenklich stimmt :

http://www.osirisgems.com/MMFJugend/index.html

Viele Grüße Gerhard
und sorry für die Abweichung vom Hauptthema


Offline Krizu

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« Antwort #11 am: 01 Jul 10, 19:12 »
Hallo,

nein, der Bericht ist keine Abweichung, sondern zeigt auf, was in meinen Augen die Schwierigkeiten sind:
- Pflichtbewusstsein
- Aktive Mitarbeit und nicht alles vorgesetzt bekommen
- etwas langfristigere Ausrichtung=länger als Daddeln.

Ich würde das "Daddeln" nicht als Ursache sehen, sondern eher als Symptom, denn als Spiel ist es ideal an diese "modernen" Anforderungen angepasst:
- iss doch egal, was passiert
- ich setz mich aufs Sofa und brauch keinen Anderen
- Jauw, ausschalten einschalten - kein Problem. Das Problem ist dann eher, wenn die Daddelbox ohne Saft ist, weil vergessen wurde zu laden.
Die Bereitschaft Pflichten zu übernehmen, hat insgesamt imho nachgelassen.

Ja, ich sass auch früher vorm C64. Trotzdem war lesen interessant, trotzdem gab es den Verein, Tanzkurs etc.

Aber die Frage, was ist es wert, halte ich für nicht so verwerflich wie dargestellt. Dann kommt halt die Antwort "10cts vielleicht".

Meine Meinung

Frank





Offline triassammler

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« Antwort #12 am: 01 Jul 10, 20:22 »
Hallo,

ein trauriger stimmender Artikel, in dem die Verbitterung des Autors deutlich mitschwingt  :(

Es ist unserer heutigen Lern- und Arbeitswelt mit ihrer ständig geforderten "Flexibilität" geschuldet, dass viele nicht mehr in der Lage sind, sich über längere Zeit am Stück hinweg mit einem Thema zu befassen. "Multitasking" ist das Zauberwort, wobei geflissentlich verdrängt wird, dass ein "Multitasker" nicht mehrere Aufgaben in derselben Zeit erledigt, sondern lediglich Scheibchen abarbeitet und sich die gesamte Abarbeitung aller Aufgaben dann doch wieder zeitlich summiert. Von Flüchtigkeitsfehlern dabei ganz abgesehen... Die Auswirkungen sind aber IMHO eindeutig: Für langfristige Tätigkeiten fehlt die Konzentration, nach einer kurzen Zeitscheibe verlangen Körper und Gehirn nach einem Reizwechsel, weil sie bereits darauf trainiert sind. Die Zerstückelung von Sendungen in TV und Radio trägt diesem Trend Rechnung - oder unterstützt ihn auch noch.

Gerade deshalb ist das Sammeln für mich eine willkommene Abwechslung vom Arbeitsalltag, und es wäre zu wünschen, dass man dies als Gegenpol zur Multitasking-Zivilisation auch den Jüngeren näherbringen könnte.

Die Frage nach dem Wert eines Eigenfunds halte ich eigentlich nicht für verwerflich: Kinder und Jugendliche sind sicher am Anfang begeistert, einen "Schatz" gefunden zu haben, und wollen natürlich wissen, wie wertvoll dieser ist. Die Abstumpfung kommt dann mit der Zeit von ganz allein, wenn man seine Funde immer besser selbst bestimmen und in den Fundstellenkontext einordnen kann, woraus sich dann ja auch der sammlerische Wert ergibt.
Bendenklich wird es erst, wenn der allererste Eigenfund, dem ein Wert von 10 ct attestiert wurde, aus diesem Grund keine Wertschätzung erfährt und gleich wieder weggeworfen wird.

Man kann aus dem Artikel aber auch schöne Lehren ziehen: Allen voran die, dass man sein Kind dahingehend sensibilisiert,  dass es beim Mineraliensammeln um weit mehr als schnöden Mammon geht, und dass der frühe Vogel den Wurm fängt und nicht derjenige, der bis 11 Uhr am Vormittag ausschlafen will.

Ein anderes angesprochenes Problem finde ich schwerwiegend: Der Autor sagt von sich, sich als Jugendlicher die Werkzeuge etc. für sein Hobby durch Nebenjobs finanziert zu haben. Das ist in der heutigen Zeit gar nicht mehr so einfach - der traditionelle Ferienjob (der mir zu meiner Zeit als Schüler auch maßgeblich dabei geholfen hat, Ausgaben rund um die Sammlung zu decken) wird kaum mehr vergeben. Firmen haben in den Ferienzeiten Produktionsverringerungen bereits einkalkuliert und seit Jahren wohl auch keinen wirklichen Bedarf mehr, diese durch jugendliche Ferienarbeiter auszugleichen. Man kann viel über die "faule Jugend" lästern, Fakt ist aber auch, dass sie nicht mehr so viele Möglichkeiten zur Betätigung in der Erwachsenenwelt hat wie früher. Und dann wird stattdessen eben gedaddelt...

Grundsätzlich beneide ich die heutige Jugend nicht, die ja irgendwie das Gefühl vermittelt bekommt, dass die Erwachsenen sie in fast allen Bereichen an den Rand stellen und nicht ernst nehmen (TV statt Familienleben, Daddeln statt Ferienjob...).

Mein Kommentar geht jetzt wirklich stark am Thema vorbei, aber das musste mal raus in Anbetracht des verlinkten Artikels...

Gruß,
Rainer

Offline Krizu

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie? - OT
« Antwort #13 am: 01 Jul 10, 21:13 »

Grundsätzlich beneide ich die heutige Jugend nicht, die ja irgendwie das Gefühl vermittelt bekommt, dass die Erwachsenen sie in fast allen Bereichen an den Rand stellen und nicht ernst nehmen (TV statt Familienleben, Daddeln statt Ferienjob...).

Mein Kommentar geht jetzt wirklich stark am Thema vorbei, aber das musste mal raus in Anbetracht des verlinkten Artikels...

Hallo,

mal die andere Seite:
Ein Student sucht für 6 Wochen einen Job.
Tag 1 Personalabteilung, Ausweisbüro etc
Tag 2 Sicherheitsunterweisung allgemein (interner - externer Alarm, Alarmkette) nachmittags dann Laborrichtlinie, persönliche Schutzausrüstung
Tag 3 Sicherheitsunterweisung speziell: UV-Strahler, Chemie, verwendete Gefahrstoffe und Lösungsmittel
Tag 4 +5 Was soll er machen? Arbeitsanweisung und Betriebsanweisungen
2. Woche Praxistauglichkeit

Ja - ich hatte wirklich hilfreiche Hilfskräfte (juhu Theresa - vielleicht liest du das :-) ) und andere die stolz darauf waren nach 4-Chlorphenol zu riechen, weil sie trotz Unterweisung keine Handschuhe trugen. Ein anderer Schulpraktikant (angeblich Mathe und Physik 1 - 9. Schuljahr) konnte nicht die Kraft auf eine 30cm x 30cm Fläche ausrechnen, wenn auf der einen Seite Vakuum ist und auf der anderen Seite Normaldruck mit 100.000 N/m2, Formel war gegeben!

Nee - sorry, die Arbeitswelt ist heute nicht mehr auf solche Jobs ausgerichtet.

BTW: Ich habe meinen Rechner losgelassen und bin mit Sohn nochmal in dne Keller gegangen um Osmosewasser für Morgen zu machen (Cr-Alaun und Kupfersulfat).

MfG

Frank

Offline Jochen1Knochen

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind Mineralogie?
« Antwort #14 am: 01 Jul 10, 21:40 »
Hallo!
Kinder sind nicht programmierbar ! Sie wechseln eben Ihre Interessen.Heute Briefmarken ,morgen Mineralien,übermorgen Fußball und dann eventuell wieder Briefmarken!
Das Hauptproblem heutzutage ist- ZEIT
Die Unmengen neuer Erkenntnisse ,welche die Kinder heutzutage verkraften müssen ist enorm.Das Wissen der gesamten Menschheit verdoppelt sich momentan alle 4 Jahre.Dazu kommen ständig neue technische Geräte,welche Zeit zum erforschen brauchen.Na egal ,wollte ich eigentlich jetzt auch kein Buch schreiben :-\
Meine Kinder(6 und 8 Jahre) sammeln seit sie 4 Jahre wurden.Ich hab Ihnen jeweils Ihren eigenen Setzkasten gegeben,sie dürfen meine Steine auch jederzeit in die Hand nehmen,Fragen werden beantwortet(notfalls mit Buch);sie verschenken fleißig überschüssiges Material an Schulkameraden,haben von meiner Halde Steine durchbohrt zur Schmuckherstellung :)usw.
Deshalb kann ich trotzdem nicht sagen,daß die mal Mineralien sammeln werden!!!!
Gruß Jens

 

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