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Autor Thema: Mineraleigenschaft "magnetisch"  (Gelesen 13090 mal)

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Offline steinbock

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Mineraleigenschaft "magnetisch"
« am: 20 Dec 10, 20:47 »
Hallo Comunity,
unter Euch Experten ist doch sicher einer, der mal erklären kann, was "magnetisch" bedeutet.
Gilt ein Mineral nur dann als magnetisch, wenn es (nicht magnetisches) Eisen anzieht, oder auch, wenn es selbst vom Magneten angezogen wird, dh. der Magnet haften bleibt? Man könnte vielleicht aktiver bzw. passiver Magnetismus dazu sagen.
M.W. ist -- wie auch in div. Mineralbeschreibungen wie etwa der Wikipedia zu lesen -- Magnetit im Gegensatz zu Hämatit magnetisch. Und hier fangen für mich die Rätsel an. Ich hänge mal 3 Bilder dran: Nr. 1 Magnetit vom (bescheidenen) Haldenrest des Martinschachtes bei Berggießhübel/Zwiesel im Gottleubatal in Sachsen (Martinzecher Lager), der bis 1888 auf Magnetit baute, Nr. 2 Hämatit plättchenförmig ausgebildet von der Insel Elba, Rio Marina, alte Erzverladung (also wohl aus dem Val Giove),Nr. 3 Hämatit von der Insel Elba, Rio Marina, Falde di Monte Giove. Alle 3 ziehen selbst das Eisen nicht an, Nr.1 und Nr. 2 werden vom Magneten jedoch sehr kräftig angezogen, er springt regelrecht daran. Nr. 3 aber wird überhaupt nicht angezogen. Wie erklärt sich das denn nun?
Warum ist im Mineralporträt Magnetit die ja immerhin namengebende Eigenschaft "magnetisch" überhaupt nicht erwähnt?
Gibt es außer Magnetit noch andere magnetische Minerale?   

Offline Jochen1Knochen

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #1 am: 21 Dec 10, 20:35 »
Hallo Wolfgang!
Magnetismus-puu-sehr schwierig da eigentlich niemand weiß,was Magnetismus eigentlich ist.Er ist eben da!
Könnte durchaus sein,daß deine 2. Stufe Pyrrhotin ist,wenn sie der Magnet anzieht.
Du schreibst;wenn es (NICHT MAGNETISCHES) Eisen anzieht-???
Weiterhin sind Unterschiede in ferromagnetisch,paramagnetisch,diamagnetisch.
Hilfe!!!!!!!! Wie soll man das erklären!!!!!!
Jens

Offline Bergbaumaulwurf

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #2 am: 21 Dec 10, 20:49 »
Glück Auf !
Da sind wir wieder bei einem heiklen Thema!  Wiso ist Eisen eigentlich nicht gleich Eisen? Hier gibt es ja Mineralogisch in der Bestimmung feine Unterschiede, aber warum nicht jedes Eisen Magnetisch ist, weis ich auch nicht.
Jedenfalls vor kurzen eine Befahrung im St. Christoph/ Breitenbrunn gehabt und dort kommt der Magnetit vor und der ist gut Magnertisch. Nicht selbst, aber stark angezogen von einem Magneten.
Mal sehen was so unsere Experten dazu zu sagen haben.
Bergbaumaulwurf

Offline berthold

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #3 am: 21 Dec 10, 22:04 »
Hallo,

meine Lieblingsseite zu dem Thema: http://www.weltderphysik.de/de/1408.php

Zitat
Magnetismus-puu-sehr schwierig da eigentlich niemand weiß,was Magnetismus eigentlich ist.Er ist eben da!
sorry, das möchte ich so nicht stehen lassen. Der Magnetismus und seine Phänomene sind durchaus gut bis sehr gut erforscht und finden vielfältigste Anwendung. Denke mal an Elektromotoren, Generatoren, Festplatten, Magnetscheider in der Rohstoff-Aufbereitung, Supraleitung, Magnetschwebebahn oder an die magnetische Ablenkung des Elektronenstrahls in Röhrenfernsehern oder Elektornenmikroskopen. Ein schönes Beispiel ist auch der Magnetspintomograph. All das würde ohne das notwendige Basiswissen um die physikalischen Hintergründe nicht machbar sein. Nur als Beispiel: Zur magnetischen Datenspeicherung auf Festplatten wendet man heute Techniken und Magnetbeschichtungen an, von denen man vor 10 Jahren nicht mal geträumt hat, da wird in vielen Institutionen und Firmen aufwändig geforscht.

Gruß
Berthold

Offline Jochen1Knochen

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #4 am: 21 Dec 10, 22:33 »
Hallo Berthold
Hab mich da falsch ausgedrückt!
Ich habe die Entstehung des Magnetismus gemeint.Die Wirkung des Magnetfeldes der Erde ,des Weltalls in Wechselwirkung zu den kleineren Teilchen.Natürlich ist der reine Magnetismus gut erforscht,aber warum er da ist??????Werde mir deine Lieblingsseite mal zu Gemüte führen,heute aber nicht mehr.Da melde ich mich wieder,wenn ich das Problem besser beschreiben kann.
Derweil muß trotzdem jemand mal eine verstehbare Antwort auf die Frage liefern -in Bezug zur Mineralogie.
Gruß Jens
« Letzte Änderung: 21 Dec 10, 22:57 von Jochen1Knochen »

Offline steinbock

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #5 am: 21 Dec 10, 22:40 »
Ich schrieb: Warum ist im Mineralporträt Magnetit die ja immerhin namengebende Eigenschaft "magnetisch" überhaupt nicht erwähnt?
Entschuldigung--im Mineralporträt "Magnetit" steht ja eine ganze Menge dazu (allerdings eben leider keine Erklärung, warum wohl sämtliche Magnetite bei mir kein Eisen anziehen, obwohl der Magnetit doch so stark magnetisch sein kann, dass er dem Hirten Magnes sogar die eisernen Nägel aus seinen altgriechischen Sandalen gezogen haben soll, aber einige meiner Stücke des  nicht magnetischen Hämatits den Magneten förmlich an sich reißen!!!)
Ich meinte die Lexikonseite Magnetit.
Übrigens ist meine abgebildete Stufe 2 ziemlich sicher Hämatit: Strich typisch eisenrot, mit Stahlspitze nicht ritzbar.
Wolfgang

Offline Jochen1Knochen

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #6 am: 21 Dec 10, 22:54 »
Hallo!
Das habe ich schon verstanden!Es ist eben nur das Problem,daß im Mineralieporträit und in den Lexikonseiten des Mineralienatlas alle mitarbeiten müssen und dafür solche Themen,wie du sie gerade angefangen hast sehr gut sind den Atlas zu vervollständigen.
Gruß Jens

Offline Krizu

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #7 am: 22 Dec 10, 10:02 »
Hallo,

da ich im Studium nebenbei mit Magnetismus beschäftigen musste:
Diamagnetismus: nur gepaarte Elektronen, ideal bei Supraleitern
Paramagnetismus: ungepaarte Elektronen vorhanden, wird bei der ESR genutzt
Ferromagnetismus: eine Eigenschaft des Festkörpers, hängt von einigen Sachen ab.
Elektronenstruktur des Ions, imho an d-Orbitale gebunden
Überlappung der Orbitale im Festkörper, dieses Austauschintegral führt dazu, dass der gemittelte Erwartungswert des Spins über viele Atome hinweg ungleich 0 ist. Das erzeugt dann einen Ferromagnetismus.

Damit es ein Ferromagnet ist, muss auch noch die Magnetisierung umpklappbar sein. Dann wird aus einem ferromagnetischem Eisen ein Magnet.

Aber das steht auch im Moore, Einführung in die Festkörperpyhsik oder im Charles Kittel, Festkörperphysik.

Mfg

Frank


 

Offline Jochen1Knochen

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #8 am: 22 Dec 10, 19:53 »
Hallo Wolfgang!
Habe jetzt erst im Mineralienporträit Magnetit geschaut.Da steht doch im 5. Absatz Magnetismus!
Gruß Jens

Offline Emil Box

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #9 am: 23 Dec 10, 01:12 »
Siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Weiss-Bezirk
mit weiteren Links.

Gruß
Milo

Offline ZEO

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #10 am: 27 Dec 10, 12:35 »
Hallo,
den Lexikoneintrag Magnetit habe ich unter Zusatzinformationen um eine kurze Erklärung ergänzt. Bitte gegenlesen, ob das nun erklärt, was von Magnetit angezogen wird und warum.
Gruß
Zeo

Offline ZEO

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #11 am: 27 Dec 10, 16:33 »
Hallo Wolfgang,
zu der Stufe 2 kann ich nicht viel sagen, zumindest nicht so ganz mit Sicherheit.
Da sie den Magnet stark anzieht, besteht sie kaum zu 100% aus Hämatit. Und Elba ist als Fundort für Magnetit literaturbekannt. Z.B. Orlandi, P. and Pezzotta, F. (1997) Minerali dell'isola D'Elba. Edizioni Novecento Grafico, Bergamo. Auch hier im MA zu lesen. Also vielleicht doch Magnetit, zumindest in der Matrix?
Gruß
Zeo

Offline Jochen1Knochen

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #12 am: 27 Dec 10, 17:51 »
Hallo!
Raetzelhaft,dass Stufe 3 ueberhaupt nicht angezogen wird!
ZEO-der Bemerk bei Magnetit ist erstmal ausreichend.Im Lexikon fehlt aber noch diamagnetisch und paramagnetisch.Es gibt eine Seite magnetische Mineralien und auch eine Seite Magnetismus.Irgendwie ist alles nur angeritzt,aber nichts erklaert.Ich schaetze mal,das gehoert irgendwie auf eine einzelne Seite zum weiterbearbeiten!
Gruss Jens

Offline Krizu

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #13 am: 27 Dec 10, 21:32 »
Hallo,

tja, einen Diamagnetismus von einem Paramagnetismus zu unterscheiden braucht es etwas mehr als einen Stabmagneten.

Zum "wird vom Magneten angezogen": Ilmenit mit Hämatit-Lamellen wird vom Magneten angezogen, aber imho nur wegen der Grenzfläche Ilmenit-Hämatit.

Die Sache mit dem Ferrimagnetismus und dem Ferromagnetismus und der MAgnetisierung von Magnetit erscheint mir nicht ganz logisch. Aber da muss ich wohl noch etwas lesen...

Frank

Offline steinbock

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Re: Mineraleigenschaft "magnetisch"
« Antwort #14 am: 07 Jan 11, 23:44 »
@ ZEO

Hallo ZEO,

es ist schon sonderbar. Meine Stufe 2 ergibt an allen Stellen (Matrix und Kristallplättchen) einen eindeutigen typisch roten Strich. Mittlerweile bin ich mir aber gar nicht mehr so sicher, ob es wirklich Hämatit ist. Stutzig macht mich die eigentümliche Kristallform: Messerscharfe unregelmäßig polygonale Plättchen, die sich teilweise auch durchkreuzen. Ich füge mal eine Skizze an. Unter den vielen Hämatit-Bildern im Lexikon habe ich nur ein einziges, meinen Stücken ähnliches gefunden (1271186076), allerdings weniger prächtig, doch vom gleichen Fundort Rio Marina auf Elba. Beim Magnetit kommt nichts Vergleichbares vor.
Nachdem ich ein Kristallplättchen eine Woche lang an einem kräftigen Magneten hängen gelassen habe, ist es nun tatsächlich selbst magnetisch geworden.
Wie hängt denn das nun bloß zusammen???