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Autor Thema: Pyrit-Sphalerit Epitaxie  (Gelesen 18975 mal)

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Offline berthold

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Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« am: 08 Apr 11, 10:27 »
Hallo,

trotz umfangreicher google-Suche konnte ich zur Epitaxie von Sphalerit mit Pyrit nur sehr wenig ein Erfahrung bringen - zumindest scheint sie möglich und bekannt zu sein. 

Kennt jemand irgendwelche Quellen, Bilder oder Fundorte für solche orientierte Verwachsungen? Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

Gruß
Berthold

Offline Krizu

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #1 am: 08 Apr 11, 10:47 »
du hast Mail...
Aber vermutlich nicht das richtige :-(

Frank

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #2 am: 08 Apr 11, 12:56 »
http://dx.doi.org/10.1016/0022-0248(94)00528-1
(man müßte wahrscheinlich den kompletten Artikel lesen; Abstract ist nicht eindeutig)

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #3 am: 08 Apr 11, 12:57 »
Vultée, J. v. (1950/51): Die orientierten Verwachsungen der Mineralien. Fortschr. Mineral. 29/30, 297-378.

Offline raritätenjäger

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #4 am: 08 Apr 11, 13:43 »
Hallo,

das Bild ist nicht so der Kracher, aber eine solche Stufe habe ich in der Sammlung:

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Nordrhein-Westfalen/Ruhrgebiet/Gladbeck/Zeche%20Graf%20Moltke

Gruß
Andreas

Offline berthold

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #5 am: 08 Apr 11, 14:51 »
Vielen herzlichen Dank,

das hilft mir schon viel weiter.

Gruß
Berthold

@Andreas: Ist der Pyrit da achsenparallel mit dem Sphalerit verwachsen oder (wie ich vermuten würde) nach dem Spinell-Gesetz rotiert ?
« Letzte Änderung: 08 Apr 11, 16:13 von berthold »

Offline cmd.powell

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #6 am: 09 Apr 11, 03:07 »
Ich meine, Epitaxien richten sich nach Ähnlichkeiten in den Gitterabständen aus, da wäre eine Orientierung nach einer kristallographischen Hauptachse doch eher zufällig.

Offline berthold

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #7 am: 09 Apr 11, 09:32 »
Hallo,

Zitat
Ich meine, Epitaxien richten sich nach Ähnlichkeiten in den Gitterabständen aus, da wäre eine Orientierung nach einer kristallographischen Hauptachse doch eher zufällig.

Ähnlichkeit der Gitter - nicht nur der der Abstände. Es kommt auch darauf an mit welchen Atomen die Gitterpositionen besetzt sind. Je nach Raumrichtung (Netzebene) der Wirts- und Gastgitter treten unterschiedliche Abstände und Besetzungen auf. Es können passende oder unpassende Raumrichtungspaare sein - oder?

Für Pyrit-Sphalerit (leite ich aus Beobachtungen -noch ohne Beweis- ab) könnte es sein, dass die {111} Fläche vom Sphalerit zur {100} Fläche des Pyrits (als Anwachsfläche) passt. Dann hätten wir ein Verwachsung wie im Anhang.

Gruß
Berthold
« Letzte Änderung: 09 Apr 11, 09:39 von berthold »

Offline raritätenjäger

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #8 am: 09 Apr 11, 13:55 »
Hallo,

naja, ist mithin recht wirr und ich würde sagen, dass da verschiedene Ausprägungen von Verwachsungen vorliegen. Ich kann ja mal versuchen, ein paar Detailbilder zu machen.

Gruß
Andreas

Offline cmd.powell

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #9 am: 10 Apr 11, 03:10 »
Für Pyrit-Sphalerit (leite ich aus Beobachtungen -noch ohne Beweis- ab) könnte es sein, dass die {111} Fläche vom Sphalerit zur {100} Fläche des Pyrits (als Anwachsfläche) passt. Dann hätten wir ein Verwachsung wie im Anhang.

Durchaus möglich. Ich denke mal, um da eine Aussage machen zu können, muß man sich die einzelnen Gitter anschauen und überprüfen, ob und wo man die verschiedenen Gitter Überlagern kann. Dafür muß man sich wahrscheinlich nur auf die Postionen der S-Atome konzentrieren, Zn und Fe werden wohl eher nicht die Gitterplätze tauschen. Ich gehe mal davon aus, das diese Aufgabe nicht ganz trivial ist, da man mit einer 3D-Darstellung beider Gitter arbeiten müsste und zusätzlich auch noch beliebig ein- und ausblenden um entsprechende "Andockstellen" zu finden. Alternativ bleibt nur, die vorhandenen Epitaxien exakt zu vermessen und danach die gefundenen Winkel in die kristallographische Struktur zu übertragen, was wohl der "normale" Weg ist. Derzeit muß ich zugeben, das ich aus dem Bild keine wirklich stichhaltigen Schlussfolgerungen ziehen kann - zu undeutlich das Ganze; Sorry Andreas...
Mir fällt da grade ein, das ich von Oberschulenberg Pyrit auf/in Sphalerit gefunden habe, vielleicht ist der ja auch epitaktisch aufgewachsen.

Offline raritätenjäger

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #10 am: 10 Apr 11, 09:04 »
Hallo,

da der Pyrit da teilweise auch eingewachsen ist, war es recht schwer auf´s Bild zu bannen. Es entsteht eine große schimmernde Fläche :-\. Aber ich hab schon mal zwei Bilder, die besser erkennbar sind.

Gruß
Andreas
« Letzte Änderung: 11 Apr 11, 13:14 von raritätenjäger »

Offline cmd.powell

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #11 am: 12 Apr 11, 00:42 »
@Andreas

Schick, jetzt kann man die Pyrite sehr gut erkennen. Nur für die Beurteilung, ob und wie die aufgewachsen sind reicht es leider immer noch nicht. Kannst Du nicht durch das Mikroskop fotoknipsen ?

EDIT: @Berthold: Jetzt weiß ich was mich an dem Bild von der Epitaxie gestört hat: Schau Dir mal die eine Kanten des oberen Pyritoktaeders an, die auf dem Sphalerit "aufliegen". Falls der Pyrit wirklich parallel zu {111} aufgewachsen wäre, müssten diese Kanten parallel zu den Kanten des unteren Pyritoktaeders sein, sind sie aber nicht. Alle anderen Kanten der Oktaeder liegen parallel (was die Epitaxie beweist), somit kann der Pyrit nicht mit {100} auf der {111} des Sphalerit aufgewachsen sein, oder was meinst Du ?

Grüße

Markus
« Letzte Änderung: 12 Apr 11, 00:49 von cmd.powell »

Offline raritätenjäger

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #12 am: 12 Apr 11, 13:17 »
Hallo,

probieren kann ich´s ja mal >:D

Gruß
Andreas

Offline berthold

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #13 am: 12 Apr 11, 16:37 »
Hallo Markus,

Zitat
EDIT: @Berthold: Jetzt weiß ich was mich an dem Bild von der Epitaxie gestört hat: Schau Dir mal die eine Kanten des oberen Pyritoktaeders an, die auf dem Sphalerit "aufliegen". Falls der Pyrit wirklich parallel zu {111} aufgewachsen wäre, müssten diese Kanten parallel zu den Kanten des unteren Pyritoktaeders sein, sind sie aber nicht. Alle anderen Kanten der Oktaeder liegen parallel (was die Epitaxie beweist), somit kann der Pyrit nicht mit {100} auf der {111} des Sphalerit aufgewachsen sein, oder was meinst Du ?

Da kann ich nicht ganz folgen. Die Sphalerit-Zeichnung ist vereinfacht, es fehlen die {100} Flächen, die im Foto aber sichtbar sind (ganz sicher die schmalen Flächen unten links {100] und rechts {010} unten). Ich vermute dass die obere Fläche (auf der der obere Pyrit "aufliegt") eine {001}-Fläche ist (wäre ja schon ungewöhnlich, wenn der Sphalerit {100]  und {010} zeigt, aber {001} nicht).

Gruß
Berthold

Offline cmd.powell

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Re: Pyrit-Sphalerit Epitaxie
« Antwort #14 am: 13 Apr 11, 17:53 »
Hi Berthold

Ok, dann muß doch Photoshop her: Ich habe mit roten Linien die nichtparallen und mit grünen die parallen Kanten markiert, wobei ich feststellen musste, das die auch nicht ganz parallel sind (die Linie hab ich als Layer dupliziert um die gleiche Ausrichtung zu erhalten). Wenn Deine Zeichnung dem Bild entsprechen soll, ist der obere Pyritoktaeder etwas in die obere Sphaleritfläche eingedreht, wodurch eine nichtparallele Kante entsteht (als Schnittlinie). Würde die {100} des Pyrits exakt auf {111}, oder was auch immer die obere Fläche des Sphalerits ist, stehen müssten beide Kanten parallel sein. Bei den grün markierten Kanten könnte ich mir noch einen Projektionsfehler o.ä. vorstellen, da die Abweichungen gering und etwa gleich sind, die rot markierten Kanten passen aber gar nicht. Ok, ist natürlich nicht goniometrisch Vermessen oder so, aber ich denke mal trotzdem aussagekräftig !

Grüße

Markus