Hallo,
@Uwe Kolitsch: Sorry, habe wieder etwas Platz geschaffen. Müsste jetzt gehen. Ansonsten erwin.moeller(at)freenet.de.
@all: Werde wohl wirklich mal schauen müssen, wie sich eine Arbeit zu dem Thema finanzieren ließe.
Es gibt sicher mehrere verschiedene Prozesse, die getrennt werden müssten: Brände auf der Halde (sowohl Haldenbrände als auch Waldbrände), Probeschmelzen/Hütten/Schmelzen auf der Halde oder in der Nähe, Feuersetzen, etc.
Ich kann jetzt leider im wesentlichen nur für den Südschwarzwald sprechen, von dort habe ich umfangreiches Material sowohl an Literatur als auch Mineralien. Dort ist das Feuersetzen im Mittelalter halt allgemein verbreitet gewesen, vor allem in derartigen Gängen, die sich durch eine große Härte des die Bleierze üblicherweise begleitenden Quarzes (oft Hornstein/Chert/Chalcedon) auszeichnen. In den Fällen wurde das Feuersetzen als Abbaumethode Hammer und Schlägel eindeutig bevorzugt.
Zu den Argumenten bzgl. der Nitrate: In der Regel liegen in Badenweiler offene Verhaue oder sehr kurze Stollen mit Frischluftzufuhr vor. Näheres müssten Untersuchungen zu Bildungsbedingungen (u.a. mit kontrollierter Sauerstoff-Fugazität und verschiedenen möglichen Stickstoffquellen) erbringen.
Der Verhau war im mittelalterlichen Schwarzwald übrigens das Mittel der Wahl, an einigen Stellen sind noch imposante Schluchten bis 7 m Tiefe im Gelände zu sehen, so am Altemannfels bei Badenweiler oder bei Kropbach im Münstertal. Die Stollen sind meist nur wenige Meter lang und oberflächennah gelegen. Größere Tiefbaue wurden nur auf mächtigeren, sehr reichen Gängen (z.B. Teufelsgrund/Schindler) angelegt. Erst in der frühen Neuzeit (16. Jhd.) drang man tiefer vor, als oberflächennahe Reicherze erschöpft waren und erste finanzkräftigere Gewerkschaften entstanden, die genug Kapital zur Anlage der nötigen Grubenbaue (vor allem auch Tiefstollen zur Entwässerung) besaßen. Reviere/Gruben mit sehr geringer Erzführung wurden oftmals gar nicht mehr wieder aufgenommen oder nur versuchsweise bebaut.
Der Begriff "Feuerparagenese" hat sicherlich seine Berechtigung, solange der tatsächliche Grund der Bildung (Feuersetzen, Verhüttung, Probeschmelze, Röstung, Brand) nicht bekannt ist. Es gibt jedoch eindeutige Fälle, in denen untertägige Spuren, anstehendes Gestein, Stollenprofil keinen anderen Schluss als das Feuersetzen zulassen. Das sind die Fälle, die mich besonders interessieren.
Glück Auf!
Smoeller