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Autor Thema: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ  (Gelesen 31482 mal)

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Offline Kluftknacker

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #15 am: 25 May 12, 18:58 »
Quarz mit Glimmer und sonst nix !!

Jepp, dem schließe ich (schon als Bubi in den Alpen "Steine" gesucht und solche Stücke zuhauf gefunden) mich uneingeschränkt an.
Kluftknacker

Offline artbear

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #16 am: 25 May 12, 19:00 »
Danke für die Tips. Ich werde es mit verdünnter Salzsäure versuchen und halte Euch auf den Laufenden. Ich werde demnächst auch noch einmal ein Bild vom trockenen Brocken einstellen. Tatsächlich sieht die Kruste trocken anders aus.
Ich würde auch gerne herausfinden was es ist, auch wenn es kein Chloragyrid ist, allerdings tendiere ich immer stärker dazu.
Wie hochprozentig sollte den die verdünnte Salzsäure sein?

Offline argentopyrit

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #17 am: 26 May 12, 11:53 »
hallo!

Vieleicht könnte eine Schmelzprobe helfen.
Das im Chlorargyrit enthaltene chlor verdampft
Schon bei ca.450 grad.diese temperatur kann
Man schon mit einem feuerzeug erreichen.es
Entsteht ein unverwechselbarer chlorgeruch
Auch bei kleinsten mengen.übrig bleibt grau
Silbriges körnchen welches bei höherer temperatur
Ca.1000 grad (gasbrenner)zu einem reinen silberkorn
Verschmolzen werden kann.

Offline artbear

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #18 am: 26 May 12, 13:24 »
Hmm...wenn das Chlor verdampft, oder verbrennt, dann müßte sich doch auch die Flamme verfärben, in welche Farbe?

Offline wilbi

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #19 am: 26 May 12, 13:30 »
Versuch es mal mit rd. 30%iger Salzsäure.
willi

Offline argentopyrit

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #20 am: 26 May 12, 14:28 »
Was wäre denn mit der zugabe von30% Salzsäure  als
Antwort zu erwarten?????

Offline Blackminer

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #21 am: 26 May 12, 16:14 »
Hallo artbear,

Chlorverbindungen geben ne grüne Flammenfarbe, zumindest die organischen. Oder liege ich da falsch?
Glück auf!
« Letzte Änderung: 26 May 12, 18:44 von Blackminer »

Offline Goldi85

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #22 am: 26 May 12, 16:46 »
Hallo,

bei Zugabe von konz. HCl (über 25%) sollte sich AgCl, wie bereits geschrieben, langsam lösen. Es wird also nichts passieren  ;D

Gruß  Daniel

Offline cmd.powell

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #23 am: 27 May 12, 15:53 »
Hi

Einfacher geht es nicht: Chlorargyrit löst sich gut in Ammoniaklösung. Idealerweise ein paar Krümelchen in 25% Ammoniaklösung und ein paar Minuten warten. Wenn sich die Krümel gelöst haben, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit Chlorargyrit. Erweitern kann man den Test noch, indem man die Ammoniaklösung vorsichtig mit Salpetersäure neutralisiert (nicht zuviel Ammoniaklösung verwenden. Aufpassen, da sich die Lösung beim Neutralisieren stark erwärmen kann). Ist wirklich Chlorargyrit anwesend, fällt dieser, sobald die Lösung neutral wird, wieder als feines Pulver aus.
Eine weiter Möglichkeit ist die typische Lichtempfindlichkeit von Chlorargyrit bzw. Silberhalogeniden im Allgemeinen. Ein möglichst klares bzw. frisches Krümelchen von einer frischen Bruchfläche sollte sich in der prallen Sonne innerhalb weniger Stunden merklich dunkler verfärben. Diese Eigenschaft zeigt Glimmer definitiv nicht, daher sollte es auch sehr einfach sein, Chlorargyrit von Glimmer zu unterscheiden.

Offline wilbi

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #24 am: 27 May 12, 17:58 »
Hallo Markus, Dein chemischer Vorschlag gefällt mir gut. Aber mit der Lichtprobe sehe ich in einem solchen Fall schwarz, mit einer Probe, die lange Jahre im Flußschotter gelegen hat. Der braune und graue Clorargyrit der z.T. auch Jahrhunderte lang auf der Halde gelegen hat, verändert sich auch beim hellsten Licht nichts mehr. Und auf den Fotos sieht das Zeug eher so aus.
Gruß
willi

Offline 2045

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #25 am: 28 May 12, 08:52 »
Zu diesem Thema nun auch in diesem Forum eine kurze Stellungnahme.
In wie weit es sinnvoll ist, eine völlig idente Fragestellung gleichzeitig in 2 verschiedenen Foren zu stellen und damit eine Vielzahl an Mitgliedern zu beschäftigen, bleibt hiermit einmal offen. Die völlig identische Fragestellung wurde am 22.05.2012 im Forum Minerale Niederösterreichs eingestellt. Inzwischen gibt es dort neben meiner Antwort eine 2. Antwort, die wesentlich ist.
Das Gestein am Bild ist Quarz, die Silberlagerstätten bei Annaberg sind im Kalk. Diese Gesteinsprobe ist also definitiv nicht von den Silberlagerstätten.
Woher dieses Stück kommt ist somit völlig unklar, eine Bestimmung somit optisch nahezu unmöglich.
Wobei das 2. hier eingestellte Foto eigentlich nicht einmal mehr nach Erz aussieht.

Offline argentopyrit

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #26 am: 28 May 12, 10:28 »
Vielen Dank für die Fachgerechte Aufklärung.

Offline argentopyrit

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #27 am: 28 May 12, 10:37 »
Übrigens:
Mein Sammlerfreund Frank hat heute Morgen
einige Fotos mit echtem Chlorargyrit in die
Medienbibliothek eingestellt.

Offline wilbi

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #28 am: 28 May 12, 11:19 »
Hallo 2045, nicht so hitzig.  Die Teilnahme an der Diskussion zeigt doch, daß Interesse an diesem Thema besteht. Ich habe mir jetzt nochmal den Artikel über die Annaberger Gegend in Lapis 2/1994 nochmal zu Gemüte geführt. Daß es dort Hornsilber gab, hat schon Klaproth nachgewiesen. Aber auch neuere Untersuchungen haben das lt. Lapisartikel bestätigtbestätigt. So wurde auf einem Stück (Sammelnr.2066 aus dem Neukloster in Wiener Neustadt) zweifelsfrei  als jüngste Bildung Clorargyrit nachgewiesen als braune,nierige Partien bis 2mm Durchmesser neben Azurit.
Ob es dort keinen Quarz gibt, kann ich nicht beurteilen. Aber nur im Quarz hätte sich das Mineral halten können im Schotter. Daß man auf den Fotos  kein Erz erkennen kann, ist nur natürlich, denn das war ja für die Alten das Überraschende, daß darin ein dermaßen hoher Silbergehalt enthalten war, der auch leicht auszuschmelzen war. Wer sich ernstlichen damit befassen will für die Gegend Annaberg sollte den Lapisartikel lesen.
Gruß
willi

Offline 2045

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #29 am: 28 May 12, 19:02 »
Tut mir leid, sollte meine Antwort zu "hitzig"gewesen sein.
Finde es nur schade, da sich vorallem in diesem Forum eine Reihe von Leuten den Kopf zerbrochen haben, wie man Chlorargyrit mit einfachen Mitteln bestimmen könnte. Wenn aber der Fundort völlig unklar ist, ist das meiner Meinung nach vergebliche Mühe.

 

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