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Autor Thema: Bolivien/Oruro, Departamento/Poopó, Provinz/Poopó/Mina San Francisco  (Gelesen 6600 mal)

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Offline smoeller

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Hallo,

Diese bräunlichen xx sind eine Pseudomorphose nach Zinkenit, könnte (mit Vorbehalt) Limonit, evtl. im Gemenge mit Stibiconit oder Bindheimit (Oxyplumboroméit) sein.
Auf dem einen der beiden Stücke mit diesen bräunlichen Nadeln sind blassgelbe glasige xx, das ist wohl ged. Schwefel. Genau diese Paragenese kenne ich zur Genüge aus den Antimonerzgängen des Schwarzwaldes, sie ist aber auch international verbreitet.

Das andere fragliche Stück mit dem roten Kristall, da würde ich mal mit Pyrargyrit in den Raum werden, evtl. auch Wurtzit von der Form her.

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Smoeller

Offline Stefan

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Sebastian,

vielen Dank, das wäre eine meiner nächsten Bestimmungsfragen gewesen. Ich bereite gerade alles vor, da ein guter Kenner demnächst drüber schauen wird und ggf. die offenen Fragen klären wird.

Besten Gruß
Stefan
« Letzte Änderung: 28 Sep 12, 20:00 von Stefan »

Offline Stefan

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Jamesonit oder Zinkenit? Ich bin mir noch nicht so klar bei der Unterscheidung. Beides scheint ja sehr ähnlich optisch daher zu kommen.

(1)
Bolivien/Oruro, Departamento/Poopó, Provinz/Poopó, Municipio/Mina San Francisco
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selbe Frage
(2)
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(3)
hier haben wir Pyrit neben Zinkenit wie ich vermute. Was sitzt denn da dunkelgraues auf dem Zinkenit (eher rechs-mitte im Bild)?
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Besten Dank
Stefan
« Letzte Änderung: 29 Sep 12, 19:07 von Stefan »

Offline Stefan

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und hier (4) ist das Zinkenit? Der extreme, fast schon Chromglanz verunsichert mich etwas.

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Besten Gruß und dank
Stefan
« Letzte Änderung: 29 Sep 12, 19:14 von Stefan »

Offline smoeller

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Hallo,

Ich tendiere, mit allem Vorbehalt, eher zu Zinkenit. Jamesonit kenne ich eher als schwarze, sehr feine, fast haarförmige xx, diese dickeren, antimonitähnlichen Nadeln sind meist eher Zinkenit (oder Boulangerit oder Antimonit, die man nur röntgenographisch wirklich sicher vom Zinkenit trennen kann). Das graue Mineral auf dem Zinkenit halte ich evtl. für Tetraedrit.

Das auf dem letzten Foto könnte Andorit sein, der ist in Bolivien gar nicht so selten. Die Form kommt hin und auch der hohe Glanz. Sicher nur röntgenographisch zu bestimmen!!

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Smoeller

Offline Stefan

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Hallo Sebastian,

Andorit, könnte evtl. sein. Auch wenn noch nicht von da beschrieben gibt es Bilder die sehr ähnlich rüber kommen.

Danke für Deine Tips


Hier noch ein paar tafelige Mineralien bei denen ich auch gerne noch Hinwiese annehme.
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Die vermeintlichen Schwefel habe ich auch noch mal vergrößert. Mehr geht mit meinem Equipment nicht.
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Besten Gruß
Stefan

Offline smoeller

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Hallo Stefan,

Den Schwefel würde och anhand des neuen Fotos bestätigen. Diese Pseudomorphosen enthalten wohl auch Metastibnit, farbloch ganz ähnliche Metastibnit-Pseudos nach Berthierit habe ich vom Schwarzwald, da ist dann häufig auch Schwefel in solchen hellgelben xx drauf. Wenn du ein kleines Stück zum Testen hast, was hinterher nicht mehr gebraucht wirst, nimm eine Nadel und eine Kerzenflamme und bringe die Nadelspitze in der Flamme zum glühen. Schwefel wird mit der heißen Nadelspitze sofort zum Schmelzen gebracht.

Das tafelige könnte tatsächlich Richtung Polybasit gehen, die Kristalle haben die für die Polybasitgruppe typische Form. Allerdings ist auch Pyrrhotin (Magnetkies) oder Argentopyrit möglich, der in Eisensulfide (Markasit z.B.) umgewandelt ist. Auch da stimmt die Form. Man müsste an einer unauffälligen Stelle einen Kristall aufbrechen. Die Minerale der Polybasitgruppe haben einen hohen Glanz (lackartiger, blendeartiger halbmetallischer Glanz), tw. rote Innenreflexe (wie Pyr- oder Miargyrit), eine dunkel schwarzrote bis schwarze Farbe und einen muscheligen Bruch. Pseudomorphosen sollten eher körnig sein und grau oder gelblichgrau.

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Smoeller

Offline Stefan

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Hallo Sebastian,

ich bin auch spontan beim Anblick der Kristalle auf Markasit gekommen. Da die Stelle eher eine Oxidationszone zeigt. Das Material ist körnig an der Bruchstelle, so wie Du beschrieben hast und farblich wie für Markasit üblich, was wegen der fehlenden Reflexe so auf dem Bild nicht so ganz kommt. Markasit wird wie Schwefel und Andorit bisher nicht erwähnt.

Der Schwefeltest muss leider ausfallen, da die Stelle so winzig ist, dass nichts übrig bleiben würde. Die 3 Kriställchen sind kleiner als eine Nadelspitze.

Besten Dank und Gruß
Stefan

Offline Stefan

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und hier haben wir vermutlich das Ausgangsmaterial der Pseudomorphose

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Offline smoeller

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Hallo,

Das letzte Bild lässt mich schon fast an Polybasit denken, v.a. wegen der dreieckigen Streifung der Tafelflächen. Ist für die Polybasit-Gruppe ebenso typisch wie die Form der Rosetten. Könnte aber auch angelaufener Magnetkies sein, den gibts auch in der Form. Im Bruch ist der aber bronzefarben, im Gegensatz zum Polybasit. Auch ist Polybasit deutlich spröder, kennt jeder Clarafan bzgl. des Polybasit-Tac (Antimonpearceit).

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Smoeller

Offline Stefan

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Stefan

Offline Goldi85

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Hallo Stefan,

mir fällt da auch direkt Pyrrhotin ein, wie Sebastian schon geschrieben hat. Besonders, wenn die Bruchflächen auf dem letzten Foto auch zu dem Mineral gehören. Pyrrhotin sollte magnetisch sein, das könnte man eventuell prüfen.

Gruß  Daniel

Offline smoeller

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Hallo,

Da habe ich mich wohl mit Polybasit getäuscht. Das Mineral ist zu braun, das kommt nicht hin. Aber ich hätte da einen anderen Kandidaten: Wurtzit, aus der Gegend dort wohlbekannt. Bei Mindat sind einige ganz ähnliche aus Potosí abgebildet.

Übrigens wird dort Metastibnit für Poopó genannt, das kommt, denke ich, dann für die nadeligen Pseudos gut hin. Wenn da allerdings noch gute, hochglänzende kirschrote Nadeln in Büscheln dabei sind, wird das Kermesit sein.

Glück Auf!
Smoeller

 

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