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Artefakte bei der Bildverarbeitung und Schwingungsdämpfung - Theorie und Praxis

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Harald Schillhammer:
Lutz, es wäre gut wenn du dazu schreiben würdest welchen stacking Algorithmus du verwendet hast und aus wievielen Aufnahmen der Stack besteht - das macht oft ein grossen Unterschied im Ergebnis.
Ausserdem habe ich das Gefühl, dass diese violetten Halos keine Stacking-Artefakte sind sondern Schatten die der lila Kristall auf den weissen Hintergrund wirft.

Zum Licht hat sich Josef ja schon richtig geäussert. Diffuses Licht (und u.U. ein anderer Stacking Algorithmus) ist der beste Weg um diese ausgebrannten Spitzlichter (Flares ist nicht der richtige Ausdruck) unter Kontrolle zu kriegen. Und wirklich scharf erscheint mir das Foto auch nicht. Aber es geht ja hier um trouble shooting  ....

lg

loparit:
Ich zeige hier einmal zwei Fotos auf denen ich bei einem auch diese "wolkenartigen Bereiche" habe.
Ich habe die Aufnahme mit CombineZP und auch mit ZereneStacker zusammengerechnet.
Mit CombineZP bekomme ich sehr häufig diese "wolkenartigen Bereiche. So dass das Foto nicht zu gebrauchen ist.
Mit ZS habe ich diese Probleme nicht. Allerdings sind bei ZS im PMax-Modus die Fotos doch mehr oder minder verrauscht, aber immer noch besser als das fertige Foto mit CombineZP.
Woran könnte das bei Combine liegen oder anders kann man das in der Software umstellen bzw. abstellen etc.

Die beiden Aufnahmen sind lediglich um 180° gedreht und auf 1400 Pix kleingerechnet. Sonst in keiner Weise bearbeitet. Die Bildbreite beträgt 1,2 mm und der Abstand zwischen den einzelnen Aufnahmen war 5/1000 mm. Insgesamt habe ich 28 Aufnahmen zusammengerechnet.

Gruß loparit

guefz:
Hallo,

ich vermute, dass der Algorithmus in den einzelnen Bildern zu wenig Kontrast hat, um dort noch zusammenhängende scharfe Bereiche erkennen zu können. Die Lücken werden dann mit unscharfem Material gefüllt. Wie man das abstellen kann, weiß ich aber auch nicht, ich habe nur auch immer wieder diesen Effekt.

bis denn

Günter

Harald Schillhammer:
Wäre interessant zu wissen welchen Algorithmus du in CZP verwendet hast. Das erste Bild sieht nämlich genauso aus wie wenn man in ZS den DMap Algorithmus verwendet.
Grunsätzlich kann man sich folgendes merken: Bei einförmigen Oberflächen (ohne Strukturen die sich überlappen) -> DMap
Bei sehr steilen Flächen und Stukturen die sich überlappen -> PMax.

Bei Auftreten von sehr hellen Spitzlichtern -> DMap

Oft ist es hilfreich beide Algorithmen durchlaufen zu lassen und dann das beste aus beiden zu kombinieren - kann man über die Retouchefunktion in ZS machen oder beide Bilder in Photoshop in Ebenen übereinanderlegen und mittels Ebenenmaske die optimalen Bildteile zusammenfügen. Ich bevorzuge zweiteres 1) weil Photoshop responsiver ist, 2) weil ich jeden Schritt rückgängig machen kann, egal wann ich ihn ausgeführt habe. Die neueste ZS-Version hat zwar mittlerweile ein Undo-Funktion beim Retouchieren, aber die nützt mir nichts wenn ich erst 10 Schritte später draufkomme, dass ich einen Fehler gemacht habe.
Das verstärkte Rauschen bei PMax tritt nur in Unschärfebereichen auf und speziell wenn diese dunkel sind. Man kann die kombinierte Methode auch dazuverwenden um die verrauschten PMax-Partien durch die nichtverrauschten DMap-Ergebnisse zu ersetzen. Aber gerade Unschärfe-Bereiche werden in DMap meist sehr unsauber gerendert. Ich helfe mir oft mit einem sehr guten Entrauschungsprogramm (Noiseware Pro), das ich, ebenfalls über eine Ebenenmaske, nur auf die verrauschten Teile anwende.

Bei sehr schwierigen Fällen, kommt es auch schon vor, dass ich das gleiche Stück mit anderer Beleuchtung nochmal fotografiere um einzelne Kristalle, die sonst scheuslich aussehen würden besser zur Geltung zu bringen.

Ein Beispiel eines Stückes mit enormem Kontrastumfang: hochglänzender Grafit, dunkelbrauner Phlogopit, einigermaßen durchsichtiger Heulandit und sehr helle Blätterkalzite (Loja, Niederösterreich). Das in einem Durchgang zu schaffen ist nahezu unmöglich, v.a. die Transparenz des Heulandits hat unter der diffusen Beleuchtung sehr gelitten, daher habe ich ihn nochmal fotografiert und die Beleuchtung für den Heulandit optimiert (ganz ist es mir eh nicht gelungen) und dann in Photoshop zusammengeführt. Manche mögen sagen, das sei unlautere Manipulation, aber es ist die einzige Möglichkeit das Stück einigermaßen so wiederzugeben wie es mein Auge sieht :).

Bildbreite 2,9 mm, Stack aus 126 Aufnahmen, Nikon D4, Mitutoyo 10X Plan-Apo ELWD an Balgen, 160mm Auszug.

Embarak:

--- Zitat ---...-> DMap
...-> PMax.
...beide Bilder in Photoshop in Ebenen übereinanderlegen und mittels Ebenenmaske die optimalen Bildteile zusammenfügen.

--- Ende Zitat ---
Hahh. Das ist ein guter ZS-Tip. Das ist wesentlich schneller als start und commit retouching und hat den Maskenvorteil.
Habe den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen.  :D  :D

Kompliment für Deine detaillierten Beschreibungen .
So macht lernen Spaß und erleichtert trial and error.  ;D

weiter so
Norbert

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