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Bestimmungssicherheit in Sammlungen
anatasi:
Da taucht jetzt gerade für die vielen MMs aus der Lithothek ein neues gravierendes Problem auf:
Viele der Stüfchen stammen aus alten Sammlungen - da befinden wir uns ja bei einer der Grundideen der Lithothek - und manchmal sind die früheren Besitzer nicht mehr zu befragen.
Soll man deswegen darauf verzichten, solche Bilder einzustellen, insbesondere, wenn die Mineralien für eine Fundstelle selten sind, besonders attraktiv oder sonstwie beachtenswert erscheinen.
Ist es nicht auch eine Aufgabe der sach- und fachkundigen Mitglieder des mineralienatlas, hier auftauchende Fragen zu stellen, Ideen einzubringen und auch andere zum Nachdenken anzuregen? Und das bitte ohne die gelegentliche Häme, die manchmal (glücklicherweise nur selten) auftaucht.
Glückauf
anatasi
Krizu:
--- Zitat von: anatasi am 27 Apr 13, 10:09 ---Da taucht jetzt gerade für die vielen MMs aus der Lithothek ein neues gravierendes Problem auf:
Viele der Stüfchen stammen aus alten Sammlungen - da befinden wir uns ja bei einer der Grundideen der Lithothek - und manchmal sind die früheren Besitzer nicht mehr zu befragen.
Soll man deswegen darauf verzichten, solche Bilder einzustellen, insbesondere, wenn die Mineralien für eine Fundstelle selten sind, besonders attraktiv oder sonstwie beachtenswert erscheinen.
Ist es nicht auch eine Aufgabe der sach- und fachkundigen Mitglieder des mineralienatlas, hier auftauchende Fragen zu stellen, Ideen einzubringen und auch andere zum Nachdenken anzuregen?
--- Ende Zitat ---
Hallo,
in meinen Augen steht diese Frage nciht zur Debatte. Es sind gute Bilder, mit Sachverstand begutachtet und warum dann nicht?
Also visuell bestimmt, Fundort nach bestem Wissen und Gewissen und immer kompetent bei Nachfragen.
Warum das "nicht einstellen"?
MFG
Frank
wilbi:
Hallo, mein Statement paßt nicht ganz zur Ursprungsdebatte. Aber je feiner die technischen Bestimmungsmethoden werden, desto schwieriger werden die visuellen Bestimmungen. Ich nehme nur mal als Beispiel meine Heulandite aus St.Andreasberg als Beispiel. Vor 10/15 Jahren war das Heulandit. Welcher Heulandit ist es denn jetzt? Heulandit-Ca,Heulandit-K,Heulandit-Na oder Heulandit-sr, inzwischen sind es womöglich noch mehr geworden. Ohne Untersuchung brauche ich doch jetzt gar keinen Heulandit in das Lexikon einstellen, oder sollte man bei der Grundbezeichnung Heulandit bleiben? Aber inzwischen sind ja die mit "Y" und weiteren bezeichneten Mineralien immer mehr geworden. Auf den Heulandit bin ich jetzt mit der Nase gestoßen worden, weil ein Sammler von mir ein Stück tauschen wollte, aber die genaue Bezeichnung wissen möchte. Aber ich bin ja nicht blöde und lasse z.B. 3,--/Euro-Stücke röntgen.
Glückauf
Willi
uwe:
Willi hat ein interessantes Thema angeschnitten. welches zumindest für mich die geforderte supergenaue Bestimmung zumindest für uns Hobbysammler "at absurtum" führt. Es mag für Wissenschaftler, welche darüber promovieren wollen, wichtig sein die Minerale formelgenau anzusprechen. Was soll es aber bringen, wenn man nach einer komplizierten Analyse das Ergebnis erhält, daß es eigentlich kein reines Mineral mehr gibt, sondern fast immer Zwischenglieder zwischen zwei oder drei nur theoretisch existierenden Endgliedern? In wenigen Jahren wirde es, wenn es so weiter geht, kaum noch eine verständliche Nomenklatur der Minerale geben
Für mich ist die Dokumentation des genauen Fundpunktes viel wichtiger, als zu wissen welche Elemente sich so in ein Kristall eingeschlichen haben.
Uwe
kks:
--- Zitat von: wilbi am 27 Apr 13, 15:41 --- Vor 10/15 Jahren war das Heulandit. Welcher Heulandit ist es denn jetzt? Heulandit-Ca,Heulandit-K,Heulandit-Na oder Heulandit-sr, inzwischen sind es womöglich noch mehr geworden.
--- Ende Zitat ---
Hallo,
da sprichst Du ein ganz, ganz übles Thema an. Selbst ich als Mineraloge sehe mich außerstande, bei vielen dieser modernen Benennungen einen wirklichen Sinn zu erkennen. Ganz schlimm war das vor einiger Zeit mit den Apatiten, hätte man das konsequent zu Ende geführt, würden wir heute von Halit-(Pb,S) reden anstatt von Galenit (was schon schlimm genug ist, ich bevorzuge immer noch Bleiglanz).
Meine persönliche Meinung ist, wir sollten diese nomenklatorischen Feinheiten nicht allzu ernst nehmen. Wenn der exakte Chemismus bekannt ist, sollte man ihn natürlich angeben, aber sonst sehe ich ganz einfach keinen Nutzen für den Mineraliensammler darin (und für die Mineralogie als solche in vielen Fällen auch nur einen sehr begrenzten).
Aber vielleicht bin ich auch ganz einfach nur zu alt, um das wirklich würdigen zu können ...
Gruß,
Klaus
Nachtrag: Während ich das Obige geschrieben habe, hat Uwe in die gleiche Kerbe gehauen. Volle Zustimmung, gerade auch wegen des Themas Fundorte.
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