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Bestimmungssicherheit in Sammlungen
wilbi:
Hallo, wie lange wird es noch dauern, daß auch bei Bleiglanz und Fahlerz, die ja auch Silber enthalten, in der Formel auftauchen? Oder ist das ein Hirngespinst für studierte Mineralogen?
Gruß willi
smoeller:
Hallo,
Ich sehe es als Mineraloge genau so wie Klaus (kks) und wilbi.
Wegen solcher Kleinigkeiten wie fehlender Analyse sollte man keine Bilder weglassen. Hauptsache ist, dass der Fundort stimmt und das Mineral zumindest rein optisch den für das Mineral verfügbaren Bestimmungskriterien entspricht. Eine Analyse ist immer dann vonnöten, wenn das Mineral ungewöhnlich erscheint oder für den Fundort noch nicht beschrieben wurde. Ansonsten müsste man wohl über die Hälfte der Bilder im Lexikon löschen.
In den meisten Fällen ist es relativ egal, ob es sich um einen Heulandit-Ca,Heulandit-K,Heulandit-Na oder Heulandit-Sr handelt. Das spielt maximal eine Rolle, wenn es um Ionenaustauscher oder Katalysatoren geht, nur nimmt da die chemische Industrie lieber synthetische Zeolithe.
Als Sammler beschrifte ich meine Zeolithe und REE-Mineralien meist mit dem Gruppennamen. Nur wenn es anhand von Analysen oder fundorttypischer Paragenese kaum oder keine Zweifel gibt, verwende ich den Suffix. Genauso problematisch ist das mit Amphibolen. Soll ich jeden Hornblendektristall und jeden Amphibolit unter die Mikrosonde schieben, nur damit ich hinterher weiss welche drei oder vier Endglieder ich da gefunden habe?
Für Bleiglanz kann ich da Entwarnung geben: Silber kann maximal in weniger als 1 Prozent im Gitter gelöst auftreten, viel zu wenig, damit das formelwirksam ist. Es gibt so gut wie keine Mischbarkeit, AgS ist meines Wissens unbekannt. Hohe Ag-Gehalte beruhen meist entweder auf Einschlüssen (mechanische Beimischung) von Silber oder Pyrargyrit/Proustit, oder auf der Hochtemperaturmischbarkeit mit Schapbachit (AgBiS2).
Bei Fahlerz ist es schwieriger. Silber kann hier den Gehalt an Cu überwiegen, was dann zu den Endgliedern Freibergit und Argentotennantit führt.
Glück Auf!
Sebastian
harzgeist:
Den vorherigen Meinungen kann ich nur beipflichten, oft besteht nicht die Möglichkeit für eine Analyse ( eine ist manchmal nicht ausreichend) oder einfach auch nicht die Notwendigkeit. Das sollte kein Hinderungsgrund sein, das Bild nicht im Lexikon zu veröffentlichen, wenn die Funndstelle unzweifelhaft ist.
Mir wäre es z.B. egal ob in einer Phase das Mg/Fe- Verhältnis bei 51% (Dolomit) liegt oder doch nur bei 49% (Ankerit) und was wäre wenn außerdem noch Mn beteiligt ist. Die alte Bezeichnung "Braunspat" wäre n.M.n. treffend und völlig ausreichend.
Es spricht ja auch nichts dagegen, mehrere Zuordnungen gleichzeitig zu treffen:
*Dolomit
*Ankerit
*Dolomit-Ankerit-Reihe
... und evtl noch (nicht IMA-konform) zu
*Braunspat
An "Wolframit" stört sich auch niemand, obwohl es eigentlich "Ferberit-Hübnerit-Reihe" heißen müsste. Das ist aber sicher auch ein psychologiches Problem. Wolframit klingt so schön definitiv, während der Bindestrichausdruck doch eher nach Zweifeln klingt.
Ich könnte mir auch eine Beschreibung vorstellen, die etwa wie folgt lautet:
"Blaue Kruste von Langit oder Posnjakit oder Wroewolfeit, EDX-analysiert"
Wobei das Bild allen drei Mineralen zugewiesen ist.
Dabei sind zwei der drei Zuordnungen natürlich falsch, aber der (aufmerksame) Leser sollte stutzig werden und vielleicht angeregt werden, sich eventuell näher mit dem Problem zu beschäftigen. So ergibt sich quasi nebenbei noch ein edukativer Effekt.
Wie ist eure Meinung dazu? Sollte von der Möglichkeit von Mehrfachzuordnungen (öfter/überhaupt) Gebrauch gemacht werden?
Thomas
Sebastian:
Hallo,
Ich finde das ist der falsche Ansatz. Einfach
den Namen aufschreiben den man wissen kann.
Sprich Gruppennamen bei Mischkristallreihen ohne endgültige Bestimmung. Fertig.
Keine Fragen, keine falschen Zuordnungen und wenn es mal genauer bestimmt wird, kann man es noch genauer zuordnen.
Es ist doch wie bei den Fundstellen und der Hierarchie.
Gruß Sebastian
HaDeS:
Hallo Gemeinde,
als eher Sammlerlaie möchte ich natürlich auch meinen Senf dazu geben. Ich handhabe es so, dass ich ohnehin alle Daten eintrage, die ich zu diesem Mineral habe. Da die meisten ohnehin visuell identifiziert werden, würde ich das nicht extra mit erwähnen. Zudem traue ich mich nicht, Bilder der Stufen einzustellen, zu denen ich keinen Fundort habe. Das wäre das Einzige. Also kennzeichnen, dass die Fundortangabe eventuell falsch ist. Dann wären aber theoretisch alle Stufen und deren Fundort fraglich...
Vielleicht ein Button mit "unsichere Bestimmung" oder so.
Beste Grüße
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