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Chlorargyrit

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Nathan:
Hallo,
hier meine Meinung:
Ich halte die Aussage von Wikipedia(Clorargyrit): "Chlorargyrit ist lichtempfindlich und verfärbt sich durch die Bildung von elementarem Silber zunächst grau und dessen Verwitterungsprodukt Silbersulfid (Ag2S) schließlich braun bis schwarz." für wahrscheinlicher, als die mit der Komplexierung, von Dir Harald.
Denn Ammoniak kommt meines Wissens nach in der Natur kaum vor, sodass man diesen Aspekt vernachlässigen kann. Wahrscheinlicher wäre es aber, dass der "Saureregen" die Umwandlung begünstigt. Dieser Effekt nimmt immer mehr zu, da sich die Abgasausstöße in den letzten Jahren drastisch vergrößert haben.
Falls ich falsch Mut meiner Annahme liegen sollt tut es mir leid.
Gruß
Philipp

ganomatit:
Silberchlorid schwer löslich entsteht aus wasserlöslichen Silberverbindungen und Chlorid-Ionen. Wir denken an unsere Schulzeit (ich bin in der DDR zur Schule gegangen) HCL+AgNO3=HNO3+AgCl um Chloridionen nachzuweisen. Außerdem bildet sich Chlorargyrit als Sekundärmineral in der Oxidationszone oder aridem Klima. Es muß erst einmal etwas reagieren damit Chlorargyrit gebildet wird! Wir sind jetzt aber weit ab von der eigentlichen Frage über Chlorargyrit. Ob schön oder nicht schön Chlorargyrit bleibt etwas Besonderes in der Welt. Manche Stufen bleiben so wie sie sind und manche reagieren auf Lichteinwirkung, indem sie sich verändern. (in Andreasberg ist das jedenfalls so)

Frank Heise

Axinit:
Servus,

es scheint unzweifelhaft zu sein, dass Chlorargyrit vor allem in den Oxidationszonen von silberhaltigen Lagerstaetten zu finden war/ist. Zu historischen Vorkommen oder aktuellen Fundmoeglichkeiten UT oder auf Halden im Harz oder Erzgebirge kann ich nichts beitragen.

Interessant sind fuer mich in diesem Zusammenhang aber alle Beobachtungen zu Fundumstaenden  sowie der Stabilitaet von Chlorargyrit auf Halden.

Bevor diese Diskussion abgleitet, moechte ich nochmals einige FAKTEN wiederholen:

(1) Chlorargyrit ist Silberchlorid, ein Halogenid. Chlorargyrit zerfaellt bei laengerer Belichtung unter Dunkelwerden zu metallischem Silber und Chlor. Die dunkle Farbe ruehrt von der Anwesenheit feinstverteilten Silbers her. Silbersulfid (Akanthit) ist zwar gleichfalls schwarz, kann aber auf direktem Wege nicht aus Chlorargyrit enstehen.

(2) Die Moeglichkeit, tatsaechlich Chlorargyrit auf einer Halde zu finden zu koennen, haengt - neben der Sorgfalt des Scheidwerks - von den physikalisch-chemischen Randbedingungen ab (Loeslichkeitskonstante,  Vorliegen potentieller Reaktionspartner, Temperatur, pH-Wert, Licht-Exposition usw.).

(3) Die Loeslichkeitskonstante von Silberchlorid in Wasser (KL = 1.7 x 10-10; mol2L2; der gestern von mir zitierte Wert ist falsch) ist relativ gross:  ein Liter Wasser loest somit 1.8 mg AgCl (bei 25 Grad Celsius).

Dieser Wert kann natuerlich durch die Anwesenheit anderer Ionen oder Verbindungen drastisch beeinflusst werden. Der pH-Wert des Wassers ("Saurer Regen") sollte hierbei allerdings, wenn ueberhaupt, nur einen geringen Einfluss haben (beim Vorliegen von Carbonaten sieht dies natuerlich wieder ganz anders aus).

In unserer recht niederschlagsreichen Klimazone scheint es somit nicht voellig unmoeglich, dass Chlorargyrit aus Halden tatsaechlich langsam  "ausgewaschen" werden kann. Im UT-Bereich und auf geologische Zeitraeume bezogen, ist Chlorargyrit vermutlich als ein eher mobiles Mineral zu sehen, was somit auch zwanglos die  relative Seltenheit/lokal begrenzte Haeufigkeit erklaeren koennte.

GA

Harald

P.S.:
Ammoniak wird in der Natur in gigantischen Mengen produziert und umgesetzt. Natuerlich liegt die Verbindung auf Grund ihrer Wasserloeslichkeit meist in Form von Ammoniumverbindungen vor.

Jochen1Knochen:
Hallo!
Ich bin jetzt nicht gerade so ein Haldensammler,aber wenn ich das Thema hier so lese,dann möchte ich mal dazu bemerken,daß im Erzgebirge die Halden auch immer mal wieder umgegraben wurden um je nach Bedarf verschiedene Mineralien zu bergen,da es verschiedene Bedarfsepochen gab und das dabei eigentlich jedes Erzbröckchen symbolisch gesehen bereits dreimal angeschaut wurde.Viel übriggeblieben ist da jedenfalls nicht.Jedenfalls auf den alten Halden in der Vor-Wismut Zeit.
Gruß Jens

wilbi:
Hallo Jens, ich denke mal, dieses Mineral ist  schwer zu erkennen, wenn es nicht in diesen idealen Kristallen von z.B. Würfeln auftritt. Alle Haldenfunde ob im Harz, Siegerland, Brixlegg/Silberalm sind alle erst in den 80/90er Jahren gemacht worden, soweit ich weiß. Auf der Clara vielleicht schon etwas eher. Und hauptsächlich sicherlich auch von Leuten die genauer hinschauen mit Mikroskop, denn große Kristalle sind sehr selten bei diesem Mineral.
Glückauf willi

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