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Autor Thema: Uranmineralien von Wittichen  (Gelesen 3178 mal)

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Offline Alexopex

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Uranmineralien von Wittichen
« am: 21 Jun 14, 02:01 »
Hallo Leute,

ich war in den letzten Tagen wieder mal in Wittichen und dort vor allem an der Schmiedestollenhalde unterwegs. Nun habe ich die ersten Bilder fertig (falls es wen interessiert, der Fortschritt gegenüber meinen ersten Aufnahmen: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,35890.msg266498.html#msg266498 macht langsam immer mehr Spaß  ;D)

Zum ersten Bild: Das es sich um Zeunerit handelt, ist denke ich mal richtig, was mich aber interessiert, ist was diese kleine Fäden, vorallem auf dem Kristall sein könnten, habe sie nun öfters gesehen. Auserdem wollte ich gerne Fragen, ob es noch andere erkennbare Mineralien auf dem Bild gibt. Da ich mich noch nicht gut auskenne, hätte ich gar keine Idee, wie ich bei der Bestimmung anfangen sollte. Hier ist die Bildbreite 2 mm

Zum zweiten Bild: Bei diesem Mineral hätte ich zunächst auf Uranospinit getippt, einerseits vom Aussehen und andererseits wegen der auftretenden Fluoreszens bei langwelligem UV-Licht (grün, sehr ähnlich zu Heinrichit). Was mich dabei allerdings verunsichert, ist dass Uranospinit nicht bei der Mineralienliste des Schmiedestollens aufgeführt ist. Eine zweite Frage wäre, um was es sich bei den bräunlichen Flecken auf dem Kristall handeln könnte. Außerdem wieder die gleiche Frage, wie beim ersten Bild. Hier ist die Bildbreite 1,5 mm

Hoffe ihr könnt mir helfen.


Mit freundlichen Grüßen

Alex

Offline smoeller

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Re: Uranmineralien von Wittichen
« Antwort #1 am: 21 Jun 14, 11:15 »
Hallo,

1. Zeunerit, 2. Heinrichit.

Die bräunlichen Pusteln dürften Arseniosiderit oder Pitticit sein. Uranospinit gibt es schon im Bereich des Schmiedestollens, aber meines Wissens nicht sehr häufig (die Funde sind vor allem von der Grube Sophia), viele Funde sind zudem eher von untertage bzw. von den Haldenresten als von der eigentlichen Schmiedestollenhalde. Irgendwo hab ich noch 1 oder 2 Stücke Uranospinit von dort. Die Kristalle sind zudem meist wesentlich kleiner, diese größeren Tafeln sind meines Wissens Heinrichit (allenfalls Mischkristalle).

Glück Auf!
Sebastian

Offline FrankBL

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Re: Uranmineralien von Wittichen
« Antwort #2 am: 21 Jun 14, 12:04 »
Hallo,

was den Heinrichit betrifft, sollte man bedenken, dass es sich durchaus auch um Novacekit handeln könnte. Ich habe mittlerweile den Grossteil meiner Schwarzwald-Uranglimmer analysieren lassen und es stellte sich bei mehr als einem Wittichener "Heinrichit" heraus, dass es sich um Novacekit handelt.
Um ganz sicher zu gehen, kommt man in vielen Fällen (zumindest bei U-Glimmern) nicht um eine Analyse herum. Natürlich nur, sofern es einem wichtig ist und sich "lohnen" könnte, Stichwort: Raritäten  ;)

Glück Auf!
Frank

Offline Alexopex

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Re: Uranmineralien von Wittichen
« Antwort #3 am: 22 Jun 14, 00:14 »
Hallo,

erst mal danke für eure Antworten. Habe nicht gedacht das Heinrichit so gelb aussehen kann, deckt sich aber gut mit den Bildern im Atlas. Kann man Novácekit von Heinrichit nicht durch die andere Fluoreszensfarbe unterscheiden? Nur mal so aus Interesse, wo hast du deine Analyse denn machen lassen Frank ? Woher weiß man bzw. wo kann man nachsehen, dass es sich bei den kleinen Pusteln bspw. nicht um Yukonit o.ä. handelt ?  ???

Habe heute noch ein paar Bilder machen können unter anderem das Angehängte. Das Mineral fluorisziert minimal (!) dunkel-bräunlich. Könnte es sich dabei um Novacekit handeln, soweit man das so sehen kann? (Sieht tatsächlich noch ein Tick gelber als auf dem Bild aus) BB 1,5 mm


Mit freundlichen Grßüßen

Alex

Offline smoeller

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Re: Uranmineralien von Wittichen
« Antwort #4 am: 22 Jun 14, 10:54 »
Hallo,

Schwache gelb-bräunliche Fluoreszenz spricht für einen Novacekit. Es kann aber auch eine orientierte Verwachsung von Zeunerit mit Novacekit sein. Eine genaue Bestimmung solcher Verwachsungen setzt ortsaufgelöste Analysen (etwa EDX mit REM oder Mikrosonde) voraus, da können dann im Mikrometerbereich Analysen gemacht werden.

Franks Analysen sind an der TU Freiberg gemacht worden.

Glück Auf!
Sebastian

Offline FrankBL

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Re: Uranmineralien von Wittichen
« Antwort #5 am: 22 Jun 14, 11:09 »
Hallo zusammen,

die Fluoreszenz kann tatsächlich ein Unterscheidungsmerkmal sein, aber eben nur "kann". Es ist keinesfalls ein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal!

Meine Analysen habe ich früher in Freiberg (TUBAF) machen lassen, aber seit ca. 1 Jahr lasse ich diese woanders machen. Die Adresse/E-Mail schicke ich gern per PM.

Gerade eben habe ich wieder die Resultate für einige Uranglimmer von Menzenschwand erhalten (in der Hoffnung auf einen reinen Autunit). Es waren aber alles Mischristalle von Uranocircit und Heinrichit. Und das obwohl rein gelbe bis typisch gelbgrüne xx vorgelegen haben. Also: Vorsicht bei Bestimmungen nur anhand der Farbe  ;)

Glück Auf!
Frank


 

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