Hallo,
auch wenn ich mich wiederhole und Du dir vielleicht eine andere Antwort erhofft hättest: Ich kann auf den Fotos nur typische Pyritwürfel erkennen. Arsenopyrit sollte Winkel aufweisen, die deutlich von 90° abweichen und keilartige Ausbildung zeigen. Natürlich kann die Perspektive auf einem Foto täuschen, was wohl auch zu den kontroversen Meinungen führt. Wie die Stufe dreidimensional aussieht, kannst nur Du selbst beurteilen.
Was die Farbe von Pyrit angeht, so kann die durchaus (warum auch immer) etwas variabel und auch sehr hell sein, aber immer gelb(lich). Nach meiner Erfahrung neigen gerade die helleren Varietäten besonders schnell zur Zersetzung.
Deine Stufe ist eben nicht "total stabil", wie das gelbe Eisensulfat ganz eindeutig beweist. Leider! Arsenopyrit würde übrigens eher dazu neigen, weiße oder graue Beläge zu bilden - wenn überhaupt unter den Bedingungen in der Sammlung. Die Stufe stammt höchstwahrscheinlich aus der Wismut-Zeit und ist somit etwa 60 (+/- 20) Jahre alt. Die Lebensdauer von Pyriten kann sehr unterschiedlich sein. So sind die von Elba im allgemeinen sehr stabil, während andere praktisch sofort mit dem Zerfall beginnen, wenn sie mit Sauerstoff Kontakt bekommen (das gilt besonders für Pseudomorphosen). Ich persönlich habe Pyrite aus Gernrode in meiner Sammlung, die sich nun schon über 30 Jahre ohne jedes Anzeichen von Zersetzung gehalten haben, aber auch solche vom gleichen Fundort, die sich unter gleichen Bedingungen nur wenige Jahre gehalten haben!
Wenn Du Gewissheit haben willst, wirst Du eine kleine Probe entnehmen müssen, was der Stufe keinen wesentlichen Schaden zufügen würde, wenn das am Rand (z.B. 1.Foto ganz links) und vorsichtig geschieht. Wenn erst von allein was abfällt, ist es zu spät: WAR mit Sicherheit Pyrit.
Also am besten mit der Flachzange einen kleinen Kristall abbrechen und diesen dann mit der Zange zerquetschen (Lappen drum, damit nichts weg fliegt). Erst dann sind wirklich frische Bruchflächen zu sehen! Arsenkies ist weiß und OHNE GELBSTICH. Im Zweifel kannst Du ja einen Krümel immer noch in der Flamme zum glühen bringen und daran riechen.
Gerade in großen Sammlungen werden solche "einfachen" und unspektakulären Mineralien von irgendwo her zur Vervollständigung bezogen und erfahren ansonsten wenig Beachtung oder werden auf die Richtigkeit der Angaben überprüft. Vielleicht ist sie aber gerade deshalb abgegeben worden, weil bemerkt wurde, dass da was nicht stimmt.
Zur luftdichten Aufbewahrung von Pyrit sollten sich außer Paraffinöl auch leichtere Kohlenwasserstoffe eignen, wie z. B. handelsüblicher Grillanzünder. Der ist leicht beschaffbar, farblos und verdunstet -wenn auch langsam- von selbst, wenn man die Stufe doch mal trocken anschauen möchte. Der eigentümliche Geruch ist ohne Belang, da das Gefäß ohnehin fest verschlossen sein sollte.
Thomas