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Ätzfiguren - Lösungsanisotropie oder Korrosion
Krizu:
Hallo,
bin zwar noch brandneu in diesem Forum, möchte aber auch was dazu sagen :
Da die Figur in die Fläche reingeht sollte es eine Ätzfigur sein. Hintergrund ist, dass das Wachstum der umgekehrte Vorgang der Auflösung ist. Ein Kristall wird - bei normalen Größen - immer durch die Flächen begrenzt, die am langsamsten wachsen. Die Auflösung als umgekehrter Vorgang geschieht somit bevorzugt von den Ecken und dann von den Kanten aus. Somit ist die Ätzfigur einer Würfelfläche ein halber Oktaeder, meist an einer Versetzung. Die Linien scheinen Flächenversetzungen zu sein. Aber die Richtung der Kanten sollte bei allen Figuren gleich sein und in Bezug zu den Ecken des Kristalls stehen.
Unter Lösungsanisotropie verstehe ich (habe ich gelernt), dass sich verschiedene Richtungen verschieden schnell auflösen. Nur so können so schöne Strukturen entstehen.
MfG
Frank
(Vorstellung folgt)
berthold:
Hallo Frank,
danke auch für Deine Antwort und wilkommen hier im Forum. Ja, bei genauer Betrachtung habe ich gesehen, dass die Würefel-Ecken angegriffen sind. Wenn ich das richtig deute sind es Flächen eines 48-Flächers, vieleicht {731}. Die Kanten sind ebenfalls angegriffen, hier scheinen es Flächen eines 24-Flächers {310} (oder flacher {410}) zu sein.
--- Zitat ---Die Linien scheinen Flächenversetzungen zu sein.
--- Ende Zitat ---
Das verstehe ich nicht ganz. Unter Fächenversetzung würde ich Parkettierung verstehen, die ist es aber mit Sicherheit nicht. Vielmehr folgen die diagonalen Linien den Spaltflächen des Hexaeders (das Bild ist kantenparallel zum Würfel aufgenommen). Ich denke, dass sind ansonsten identische Ätzfiguren, die an Spaltrissen entsatanden sind.
Gruß
Berthold
Krizu:
Hallo,
{731}-Flächen sind ja schon heftig, aber bei Auflösungen koennen die krummsten Dinger kommen :-)
Mit den Linien reden wir vielleicht nur aneinander vorbei. Die "Parkettierung" kenne ich eher als Kleinwinkelkorngrenzen (Mosaikstrukturen) oder ähnliche Effekte. Das muss aber nicht sein. Es können z.B. Stapelfehler in einer Ebene sein, häufig bei Perowskiten, auch schon in Rutilen gesehen. Eigentlich ist in meinen Augen eine Zwillingsbildungen auch eine Flächenversetzung, oder? Wenn die Geschichte von Spaltrissen losgehen würde, sollten die doch eigentlich größer sein als die einzelnen Löcher in der Fläche.
MfG + Danke für das Willkommen.
Frank
McSchuerf:
Zwillingsbildung ist stets an einspringenen Winkeln und an einer Erhöhung der Symmetrie erkennbar.
berthold:
Hallo,
hmm, also eine Zwillingsbildung liegt sicher nicht vor.
--- Zitat ---Zwillingsbildung ist stets an einspringenen Winkeln und an einer Erhöhung der Symmetrie erkennbar.
--- Ende Zitat ---
Richtig, Peter, Erhöhung der Symmetrie, aber einspringende Winkel müssen nicht immer und unbedingt sein (denk mal z.B. an die Quarz-Brasilianer-Zwillinge).
Stapelfehler bei Fluorit führen eben zu Fächenversetzungen die ich als Parkettierung bezeichne - hat meiner Ansicht nach nichts mit Zwillingsbildung zu tun. Diese Parkettierung ist auf Fluorit-Würfelflächen immer kantenparallel (oder ?, ich hab noch keine andere gesehen). Die linearen Ätzfiguren laufen aber diagonal, eben genau parallel zu möglichen Spaltrissen.
--- Zitat ---Wenn die Geschichte von Spaltrissen losgehen würde, sollten die doch eigentlich größer sein als die einzelnen Löcher in der Fläche.
--- Ende Zitat ---
Warum? Wenn ich als Ansatzpunkt für eine Loch-Ätzfigur eine kleine Verletzung der Kristalloberfläche oder eine Kristallbaufehler vermute hängt doch die Größe der Ätzfigur eher von der Ätzdauer und Intensität, weniger von der Qualität der Angriffsstelle (in der Fläche) ab.
Gruß
Berthold
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