Hallo Swen,
Christian hat es schon angedeutet und ein sehr schönes Gwindel abgelichtet. Amir Akhavan hat auf seiner "The Quartz Page" ein in meinen Augen einleuchtendes Modell und auch illustrierte Abbildungen konkreter Gwindelstufen dargestellt.
Grob vereinfacht könntest Du Dir ein Gwindel basteln, indem Du mehrere gleich lange Quarzkristalle quer zur Längsachse durchbohrst, dann mit einem Draht auffädelst und jeden einzelnen Kristall im gleichen Drehsinn um den gleichen Winkelbetrag, z.B. 10°, gegenüber dem darunterliegenden um die Drahtachse weiterdrehst (weiter-windest). Wenn Du von oben und in der drahtachse draufschaust, sieht es einer Wendeltreppe ähnlich.
Das ist aber wie gesagt grob vereinfacht und hat mit den realen Exemplaren nur wenig gemeinsam. Die Drehung eines Gwindels ist manchmal so gering, dass man schon sehr genau hinschauen muss, um es als solches zu erkennen. Bei "offenen Gwindeln" kannst Du die Einzelindividuen der beteiligten Quarze noch angedeutet oder deutlich unterscheiden, bei "geschlossenen Gwindeln" sind die Einzelindividuen zu Flächen und die Spitzen zu Kanten verschmolzen. Halb geschlossene gibt es zu allem Überfluß auch noch.
Das "Geschlecht" von Gwindeln ist übrigens auch offen; gebräuchlich sind das G. und die G., Rudolf Rykart spricht in seiner "Quarz-Monografie" sogar von "Der Gwindel" im Sinne von: der gedrehte Quarz.
Alles klar?
Freundliche Grüße, Robert