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Wissenschaftliches zu der Achatgenese

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Bernd G:
hallo, ja aber wir wissen auch nicht alles .aber frag mal trauf los.

gruß bernd

HeikoB:
Hallo @ all,

nachdem ich hier recht vielseitige Ansätze zur Achatgenese gelesen habe, möchte ich auch
noch etwas zu dem Thema beitragen.  Meiner Meinung nach, wird sich die Achatgenese nie
bis ins kleinste Detail erklärbar sei, da zu viele Faktoren hier eine Rolle spielen. Denken
wir nur mal an die Vielfalt der Achatformen. Wie lassen sich  diese alle zu erklären !?

Im Messethemenheft 2005, Mineralientage München, "Achatträume" kann man auf den Seiten
130 ff folgendes lesen: " Nur weil Kieselsäure so ist wie sie ist (also das Potential der Hautbildung
besitzt), gibt es die Möglichkeit, das Achat entsteht. Doch nur wenn die Bedingungen zur Entfaltung
stimmen ( freier Hohlraum, relativ niedrige Temperaturen und geringer Druck), kann sich diese
Möglichkeit auch realisieren." ..." Wäre die postvulkanisch auftretende Kieselsäure z.B. einfach an
die Erdoberfläche ausgetreten, wären Chalcedonbildungen die Folge, allerdings ohne entsprechende
Bänderung und Zeichnung."... weiter heißt es... " Doch nicht nur ein geschützter Raum, auch die innere
Abgrenzung durch Kieselssäurehäute, die z.B. Fremdstoffe in der einen Schicht einlagert und aus der
anderen fernhalten, spielt hier eine Rolle. Die unterschiedlichen Bänderungen zeigen, dass in der
Entstehung der Achate selektive Prozesse vor sich gehen. Prozesse bei denen gewissermaßen
sortiert und eingeordnet wird."

Weiter bekam ich einen Hinweis von unserem Bezirksgruppenleiter Martin Füßl (VFMG-Weiden).
Im Aufschlußheft, 56, Mai/Juni 2005, ist ein Artikel von Peter Prüfer erschienen,
"Gedanken zur Achatgenese"

Ein sehr lesenswerter Artikel wie ich finde. Prüfer beleuchtet darin die Diffusionstheorie von
M. Landmesser und stellt fest, dass sich einige Achatbildungen mit der Diffusionstheorie
Landmessers decken, andere widerum nicht.

Wir wissen heute, dass zur Achatbildung Kieselsäure  erforderlich ist, die in einen Hohlraum
eindringt und sich in einem sehr langen Zeitraum (Jahrtausende oder noch länger) zu Kieselgel
und später zu Chazedon (Opal, phanerokristalliner Quarz) verfestigt. Kieselsäure entsteht bei der
Verwitterung von Vulkanaschen, demnach ist eine Bildung in Vulkaniten sehr häufig. Vulkanaschen
werden auch durch den Wind  sehr weit abgetragen und es können sich so Achate  auch an
anderen Orten bilden. Achate treten ebenso in fossilen Pflanzen und Tieren auf. Weiter sind
Achatbildungen auch in Sedimenten, wie wir ja heute alle Wissen möglich. In der Oberpfalz sind
Achatbildungen in Quarziten zu beobachten. Ihnen haften haufig außen noch Sand an. Diese
sind nach Meinungen der Geologen, " Ausfällungen im ariaden Milieus durch aufsteigende
kieselreiche Wässer ". Also Achatbildungen ohne Einfluss durch Vulkanasche oder doch durch
Ascheüberdeckungen des Vulkanismusses der  z.B. nahegelegenen "fränkischen Linie"
entstanden ?

Was ist aber mit anderen kieselsäurebildenden  Lebewesen und Pflanzen ? 

Der Schachtelhalm enthält ebenso Kieselsäure, wie Radolarien und Kieselschwämme.
Können daraus nicht auch Achatbildungen entstehen ?

Ein befreundeter Geologe zeigte mir kürzlich  einen kleinen Achat aus dem Plattenkalk von
Painten bei Kehlheim. Dieser ist offenbar aus kieselsäurebildenden Radolarien oder
Kieselschwämmen entstanden. Bisher sind mir aus dem Plattenkalk nur Platten,- oder
Knollenhornsteine (Flint) des Malm (weißer Jura) bekannt gewesen.

HeikoB

Elmore:
Hallo,

Einen kleinen Beitrag zur Achatgenese gibts auch auf der Homepage des Mineralienvereins Freisen

www.mineralienverein-freisen.de/de/achat/achatentstehung_de.html

Elmore

Bernd G:
hallo,
hier mal einige fragen zu den thüringer schneekopfkugeln.(prophyr kugeln aus dem thüringer raum)
bei den meisten fundstellen ist es so das diese kugeln lose in einer art verwitterten prophyr oder krus liegen.
oder in einen lehm ton gemisch,es gibt auch einige ausnahmen am felsenschlag gibt es noch kugeln die im fels eingewachsen sind.
diese krus ton und lehmschichten sind meiner meinung nach verwitterungs produkte vom prophyr.
nun ist es ja so das die kugeln auch aus porphyr bestehen , auch gleiche anteile von feldspat quartz usw. haben wie der sie umgebende porphyr, nur sind diese kugeln nicht durch verwitterung umgewandelt in ton lehm usw.
meist ist es auch so das achate z.b. im raum friedrichroda und im baumgartenthal  meistens in den lehm und ton schichten gefunden werden ,also da wo der porphyr schon umgewandelt ist, nur die kugeln bestehen noch.
warum wandeln sich diese kugeln nicht gleichzeitig mit dem porphyr um.
ich glaube in den kaolingruben um meißen ist es ähnlich, nur dort sind diese kugeln auch in kaolin umgewandelt worden und nur der harte quartz oder achatkern sind übrig.

so nun wieder zu den thüringern,
wäre es möglich das diese kugeln eine andere zusammensetzung haben wie der sie umgebende porphyr ? also einen größeren quartzanteil zum beispiel, wenn ja warum ?
oder haben diese kugeln möglicherweise durch die achatbildung dem umgebenden porphyr mineralien entzogen,und somit dazu beigetragen das der umgebende porphyr schneller umgewandelt wird ?
auch kann man nicht sagen warum 2 achate nebeneinander liegen und in einem ist festungsachat und in einen 5 cm daneben ist lagenachat oder quarz oder amethyst.
das wäre auch noch ein interessantes thema !!!

gruß bernd

Goldi85:
Hallo,
Soweit ich weiss, wandeln sich diese Kugeln nicht in Lehm um, weil das Gestein (von den Kugeln) um die Achatbildung praktisch mit SiO2 "imprägniert" ist, daher sind die Kugeln wiederstandsfähiger gegen Verwitterung... ist wissenschaftlich nicht ganz einwandfrei, aber ich glaub, das geht so in die Richtung.

Gruß  Daniel

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