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Autor Thema: Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz, Mosel ....  (Gelesen 516823 mal)

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Offline felsenmammut

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #735 am: 07 Feb 10, 22:19 »
Glück Auf!
Nein, eben nicht. Der Achat wurde vor den Konglomeraten in vulkanischen Gesteinen gebildet, war also schon da und wurde durch den Transportprozess zerbrochen. Und eben dieses Bruchstück wurde in derjenigen geologischen Umgebung abgelagert, wo sich später Konglomerate bildeten, die heute als Tremosna-Konglomerate bekannt sind. Damit wurde es Bestandteil dieser Konglomerate. Nachfolgende Verwitterung und Umlagerung brachten das gute Stück bis zu seinem Fundort. Dabei wurde der Großteil der umgebenden Konglomeratmasse abgearbeitet, so dass der Achat recht frei wurde. Nur im Zentrum (von dem was man sieht) der Achatbänderung hat sich an dem Bruchstück die Konglomeratmasse bis heute erhalten.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut

Offline Mineralroli

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #736 am: 07 Feb 10, 22:45 »
Hallo
Zitat
Danke Felsenmamut,wenn ich das richtig verstanden habe hat sich,wie bei den Hölzern , der Achat also erst nachträglich gebildet?
auch diese Bildungsbedingung ist durchaus möglich.
Ein sehr treffliches Beispiel sind die Achate mit Amethyst aus Artigas, Uruguay.
Der Link dazu ist unter Spitzenachate weltweit eingefügt. Viele dieser sog. Amethyststerne haben im Zentrum Gesteinsbruchstücke um denen sich der Achat bzw. Chalcedon erst später gebildet hat (wie bei einem Keim). Ich werden in den nächsten Tagen davon noch reichlich einstellen und gebe dann Bescheid.
1: Hier mal eine Kostprobe.
2: eine zweite
« Letzte Änderung: 05 Sep 13, 15:23 von oliverOliver »

Offline Mineralroli

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #737 am: 07 Feb 10, 22:47 »
eine dritte
und eine vierte
« Letzte Änderung: 05 Sep 13, 15:24 von oliverOliver »

Offline Ralf

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #738 am: 07 Feb 10, 22:56 »
Glück Auf!
Nein, eben nicht. Der Achat wurde vor den Konglomeraten in vulkanischen Gesteinen gebildet, war also schon da und wurde durch den Transportprozess zerbrochen. Und eben dieses Bruchstück wurde in derjenigen geologischen Umgebung abgelagert, wo sich später Konglomerate bildeten, die heute als Tremosna-Konglomerate bekannt sind. Damit wurde es Bestandteil dieser Konglomerate. Nachfolgende Verwitterung und Umlagerung brachten das gute Stück bis zu seinem Fundort. Dabei wurde der Großteil der umgebenden Konglomeratmasse abgearbeitet, so dass der Achat recht frei wurde. Nur im Zentrum (von dem was man sieht) der Achatbänderung hat sich an dem Bruchstück die Konglomeratmasse bis heute erhalten.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut

Das ist eine sehr interessante und nachvollziehbare Erklärung.
Jetzt wäre es interessant zu erfahren, ob der Achat im Fundzustand wirklich nicht komplett war.

Offline Sargentodoxa

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #739 am: 08 Feb 10, 08:33 »
Hallo
Auch ich habe Dadoxylon-Hölzer mit Konglomeratanhaftungen schon gefunden. Gebe zu mir nie über deren Entstehung Gedanken gemacht zu haben, da ich nur an der botanische Einordnung der Hölzer interessiert bin. Tremosna-Konglomerate findet man häufig, zum Teil schön abgerollt und mit Wüstenlack überzogen in der Niederlausitz.  In der Literatur wird die Entstehung der Tremosna-Konglomerate im Kambrium angegeben. Die Böhmischen Achate allgemein mit der Vulkantätigkeit im Rotliegenden in Zusammenhang gebracht. Dies Würde aber bedeuten, das der Konglomerat vor!!! dem Achat da war.
Möglicherweise gibt es heut neue geologische Erkenntnisse über die Zeit der Entstehung der Konglomerate,( meine Literatur ist schon etwas älter ) wenn nicht, muß man nach anderen Theorien suchen.
Gruß Werner

Offline Mineralroli

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #740 am: 08 Feb 10, 17:24 »
Hallo
Ich muß aber auch zugeben das die Theorie von Markus auch sehr interessant ist und in jedem Fall nicht von der Hand zu weisen ist.
Beste Grüße
Roland

Offline Sargentodoxa

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #741 am: 08 Feb 10, 17:43 »
Hallo
 Interessant schon, aber wenn die Konglomerate ca. 300 Mill. Jahre früher da waren, funktioniert das Ganze nicht ! Ich hab von Achatgenese keine Ahnung, aber z.B. die Trümmerachate sind ja auch später wieder verkittet worden. Ich denke die Konglomeratstücke müssen während des Vulkanismus in die Achate gekommen sein und nicht umgekehrt.  Aber ich denke ein Mineraloge müßte uns weiterhelfen können ?
Gruß Werner

Offline alexis buhridorakes

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #742 am: 08 Feb 10, 18:16 »
Werner ich glaube die Theorie mit den Trümmerachaten ist nicht schlecht. Dann müßte das Konglomerat sich in einer Gasblase befunden haben ,die sich anschließend mit Calcedon gefüllt hat?Axel.

Offline Sargentodoxa

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #743 am: 08 Feb 10, 18:45 »
hallo Axel
Möglich, ich sagte aber das ich von Achatgenese kaum Ahnung habe. Mein Interessengebiet liegt mehr auf palaeobotanischer Art. es schien mir aber zeitlich nicht zusammenzupassen.
Anderseits wundert es mich sehr, das kein Achatspezialist hier im Forum eine Idee hat, zumindest müßten die sich doch mit Achatgenese auskennen.
Oder verbrauchen sie ihre ganze Energie um sich bei der Ästetik der Spitzenachate in die Haare zu liegen.
Gruß Werner

Offline alexis buhridorakes

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #744 am: 08 Feb 10, 18:58 »
Wenn ich jetzt auf deine Frage mit der Ästetik antworte,geht das Theater vieleicht  wieder los. Das sind nur Ausnahmen ,wenn die Jungs endlich wieder draußen spielen können läßt das sicher nach und wir bekommen eine Antwort.

Offline Mineralroli

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #745 am: 08 Feb 10, 20:14 »
Hallo Axel
Zitat
Wenn ich jetzt auf deine Frage mit der Ästetik antworte,geht das Theater vieleicht  wieder los
Ich denke wenn wir beim Erkennen solcher Absicht diese gemeinsam gleich im Keim ersticken brauch es soetwas nicht geben.
Ich jeden Falls bin kein Freund davon. Am besten man macht es wie Ralf, nicht darauf eingehen und gleich mit schönen Bildern ablenken.
So funktioniert.
Ich bin zwar von der Theorie, die Markus ins Spiel brachte, angetan aber nicht überzeugt. Dafür das der Achat dazu aufgebrochen sein muß, dafür ist dieser zu perfekt ausgebildet. Wäre er nicht komplett könnte ich das nachvollziehen. Man hätte so auch Bruchzonen sehen müssen.
Hier noch eine andere Variante:
Es könnte sein das der Achat eine Druse mit einem Zugang nach außen hatte und sich dadurch das Konglomerat eingelagert hat (sowas hatte ich auch schon mit einem Kieselstein gefunden). Während des Transports können sich Sedimente stark verfestigen und so die Druse verschließen. Das Konglomerat bleibt eingeschlossen.
Die grundsätzliche Frage ist,  kam das Stück bei der Bildung des Achat oder danach ins Innere.
Es kann auch davon ausgegangen werden das es gleichzeitig bzw. unmittelbar danach (im geologischen Zeiträumen gesehen)  geschah. Das würde auch die plastische Verformung der Bänder erklären die sich dem Gesteinsstücken angepaßt haben. So etwas kennen wir ja auch bei den Pseudomorphosen.
Ich glaube ganz genau kann man das mit Sicherheit nicht sagen.
Beste Grüße
Roland
« Letzte Änderung: 09 Feb 10, 18:43 von Mineralroli »

Offline alexis buhridorakes

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #746 am: 08 Feb 10, 20:41 »
Zitat
Es kann auch davon ausgegangen werden das es gleichzeitig geschah  Klingt zumindest plausibel .Achate bildeten sich doch von außen nach innen, so zumindest die Theorie?Können dann die Stücke auf deinen Urugay -Bildern auf umgekehrte Weise entstanden sein?

Offline moldijaeger

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #747 am: 08 Feb 10, 20:43 »
Hi,

na da ist ja eine interessante Diskussion daraus geworden!
Was ich anhand des Stückes sagen würde, ist das dieser Achat nach seiner Entstehung  ein recht ungewöhnliches Loch hatte, was sich nach und wohl kurzem Transport mit Sediment  füllte!
Dann entstand unter den nötigen Bedingungen aus dem Sediment die Brekzie!

Das er irgendwie aufgebrochen wurde,oder sich eine Druse in der Mitte befand glaube ich eher nicht!

Das Stück steht natürlich auch nicht zum Tausch/Verkauf!

Grüße

Offline felsenmammut

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #748 am: 08 Feb 10, 21:08 »
Glück Auf!

Eins vorweg: Ich habe von Achatgenese auch keine Ahnung, kenne aber die eine oder andere Theorie und nehme immer diejenige die mir gerade recht ist.
Mit den Zeitaltern gibt es noch ein anderes Problem. Wie auch von anderen bestätigt, befinden sich in den Tremosna-Konglomeraten verkieselte Hölzer. Da meine eigenen Funde von verkieselten Hölzern in diesen Konglomeraten ebenfalls zu den Koniferen zu zählen sind, kann man die Verkieselung der Hölzer  wohl frühestens im Karbon erwarten. Damit können die Hölzer nicht schon im Kambrium existiert haben, um in die Konglomerate eingelagert zu werden. Schließlich kann ja nicht da drinn sein, was noch gar nicht existiert.
Da sich die verkieselten Hölzer in den Konglomeraten nicht signifikant von den verkieselten Hölzern unterscheiden (zumindest diejenigen die ich schon gesehen habe), die man sonst so lose in den Kiesen findet, gehe ich erst einmal nicht davon aus, dass die Hölzer innerhalb der Konglomeratablagerungen verkieselt sind. Ich würde somit die Theorie aufstellen, dass die Hölzer zunächst  woanders verkieselt sind und dann in die Ablagerungen eingebettet wurden, die später zu Tremosna-Konglomeraten wurden.
Ich behaupte einfach mal dass dort, wo Hölzer verkieselten, auch Achate entstanden sein können. Dies muss nicht unbedingt in den gleichen geologischen oder vulkanischen Ablagerungen/Gesteinsschichten passieren. Eine gewisse regionale Nähe der Entstehungsorte von Achat und verkieseltem Holz reicht da völlig aus. Ein Vulkankomplex mit hohlraumreichen Basalten oder Melaphyren (zum Hohlraumfüllen mit Achaten oder anderen schönen Dingen) und Aschetufflagen unter denen die Wälder begraben wurden (zum verkieseln), bringt am Ende beides hervor: Achate und verkieselte Hölzer. Ich kann mir somit gut vorstellen, dass dort wo verkieselte Hözer herkommen auch Achate herkommen.
Daher kann ich mir gut vorstellen dass in den Tremosna-Konglomeraten , in denen ich bisher nur Hölzer fand, auch Achate drinne sein können und wenn es nur Bruchstücke sind.
Zwei Überlegungen noch zu der Möglichkeit mit "Achat erst im Konglomerat entstanden". Die erste Frage die sich mir da stellt ist: Wieso gehen die Bänderungen nicht annähernd äquidistant um das Konglomeratbruchstück, oder bauen dieses als Frendkörper in die Bänderung ein? Dem Bild nach zu urteilen werden die Bänderungen am Kontakt zur Konglomeratmasse abgeschnitten. Die zweite Frage ist: Wie bekomme ich diesen runden Hohlraum da rein, damit der Achat so rund wachsen kann.

Damit komme ich vorerst zu folgender Schlussfolgerung: Entweder hat jemand die Datierung der Tremosna-Konglomerate versaut, denn mit den Zeiten stimmt offensichtlich etwas nicht. Oder die Tremosna-Konglomerate sind ein Kukuksei - sehen aus wie welche, sind aber keine. Bei letzterem kann man dann nur Mutmaßen, wer dieses Ei gelegt hat. Es kann natürlich sein, dass der Konglomerateinschluss garnichts mit den Tremoschna-Konglomaeraten zu tun hat, sondern aus einer Konglomeratbildung von einer ganz anderen Gegend stammt. Dann dürften die Tremoschna-Konglomerate, denen dieser Einschluss nun mal verdammt ähnlich sieht, aber keine Leitgerölle sein.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Sargentodoxa

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Antw:Geröllachate aus Kiesgruben usw. Lausitz ,Mosel ....
« Antwort #749 am: 08 Feb 10, 21:18 »
Hallo Enrico
Ich glaube nicht, das dein Achat ein Loch /Hohlraum hatte, welches sich mit Sediment füllte und danach zum Konglomerat wurde.
Ich bin fest überzeugt, das es ein Bruchstück eines Tremosna-Konglomerat ist, und der ist viele Jahrmillonen vorher entstanden, war also zum Zeitpunkt der Achatentstehung schon fertig. Wenn wir uns mal die gewaltigen Vulkaneruptionen anschauen und uns deren Kräfte vor Augen führen, denke ich das mittels Druck dieses Bruchstück in den unfertigen noch plastischen Achat ( Kieselsäure ) eingepresst wurde. Muß aber nicht sein, aber über Hohlraum, ich weis nicht.  aber wie gesagt: Wo bleiben die Mineralogen?
Gruß Werner

 

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