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Giftigkeit verschiedener Mineralien
michaelh:
--- Zitat von: uwe am 27 Feb 19, 22:28 ---Ich bin der Meinung, daß der fragende Dennis nun total verunsichert ist. Aus juristischer Sicht hat Martin durchaus recht, aber dies führt diese Diskussion nicht zum Ziel.
Falls jemand den Martin mal fragt, ob er während des Berufsverkehr auf der Straße mit dem Fahrrad fahren kann, dann wird die juristisch korrekte Antwort lauten: Fahrrad fahren im Verkehr kann nicht empfohlen werden, wenn ich das Fahrrad, die Fahrstrecke, die körperliche Verfassung usw. des Fragenden nicht kenne. Also können - dürfen wir Fahrrad fahren nicht empfehlen.
Also Dennis, nehme Deine Kuofer und Bleiminerale ruhig zum Ansehen in die Hand. Auch ein Stück Asbest oder Uranpechblende führt durch Anfassen nicht zu Krankheit oder Tot. Minerale sind kein Kontaktgift.
Gruß
Uwe
--- Ende Zitat ---
Danke Uwe für deine klaren Worte!!!
Ich verfolge die Diskussion mit einem Schmunzeln im Gesicht ;D
Es ist unglaublich, wie ausholend auf "einfache" Fragen geantwortet wird, welche eigentlich eine sehr zielgerichtete Antwort vermuten lassen.
Bitte steckt keine Vierbeiner in die Waschmaschine zum Reinigen oder in die Mikrowelle zum Trocknen! Um die eventuell aufkommende Frage aus Sicherheitsgründen und dem schlichten Nichtwissen, wie der Tierbesitzer mit dem Tier umgeht, vorweg zu beantworten:"Ja, das gilt auch auch für Vögel!"
Sorry, aber musste eben sein ;)
grüße
Michael
Lynx:
Hallo zusammen
ich versteh Euer Unbehagen mit meiner langen Antwort und möchte deshalb ein paar Dinge klarstellen.
(1) Mir ist die Unterscheidung "Giftigkeit" und "Gefährdung" wichtig. Da relativiert einiges, was so im Internet unkommentiert herumschwirrt und ist ganz im Sinne Eurer Aussagen.
(2) Allerdings hatte Dennis (noch bevor ich irgendeinen Kommentar geschrieben habe) geantwortet:
--- Zitat von: EinMineralienSammler am 25 Feb 19, 19:38 ---Im Internet steht auf diversen Seiten, dass alle genannte Mineralien sehr giftig sind und Berührung vermieden werden sollte und falls dies nicht möglich ist sofort die Hände gründlich gewaschen werden sollten.
Das steht ja im Widerspruch zu den Aussagen hier und verwirrt mich ein wenig.
--- Ende Zitat ---
Da gab es hier im Forum schon einige Antworten - die Dennis offenbar nicht überzeugt haben und im Widerspruch zu anderen Quellen stehen. Nur implizit darauf zu beharren - wie spätere Posts es tun - , dass andere Quellen Unsinn sind, macht noch kein überzeugendes Argument.
Dank an Uwe, dass er sehr explizit seine Gedanken geäußert hat, das bringt sicher mehr Klarheit in die Diskussion, als das Thema in die Nähe eines Scherzes zu rücken.
(3) Leider fehlen (vielleicht nur mir?) Belege oder Querverweise zu den Aussagen. Es liessen sich Fragesteller wohl leichter überzeugen, wenn Fakten und Belege genannt werden. So fürchte ich, kann beim Fragesteller das Gefühl der Verunsicherung noch verstärkt werden und im schlimmsten Fall auch das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.
(4) Mir geht es nur um die Wirkung (dieses Forums) nach außen, nicht darum, Euren Umgang mit Mineralien in Frage zu stellen.
Gruß, Martin
chertbreaker:
Also, ich bin im Chemiebereich tätig und interessiere mich auch deshalb für Mineralien, wegen der Elemente. Ich kann dazu sagen, dass man sich trefflich streiten kann über die Gefährlichkeit. Wenn man Mineralien in das normale bestehende (Gefahrstoff-)Recht einstufen würde (CLP Verordnung, REACH, Chemikalienrecht usw...), wäre keiner in diesem Forum mehr glücklich.
Man kann anhand einfacher Beispiele einen Einblick gewinnen, indem man für die chemischen Verbindungen die toxikologischen Daten abgleicht.
Dies kann man in Datenbanken tun. Wie z.Bsp.: https://www.dguv.de/ifa/gestis/gestis-stoffdatenbank/index.jsp
in der GESTIS Datenbank der DGUV.
Bitte dort mal unseren guten alten Bleiglanz aufrufen, der in einigen Gebieten Deutschlands zu Tonnen rumliegt. Die chemische Bezeichnung wäre Bleisulfid. Die LC 50 gibt die Dosis an, bei der 50% einer Population (Versuchstiere) sterben. Bei Bleiglanz wäre es für Krustentiere besonders fatal. Hier wären im Mittel ( Median) 0,138 milligramm / umgerechnet 0,000138 gramm! in einem Liter nach 48 Stunden ausreichend um 50% der Krustentiere zu töten. Auch ist Bleisulfid als reproduktionstoxisch eingestuft. Also sollte wer Kinder haben möchte, sollte die Stufen nicht allzu lange und oft mit den Fingern anfassen und sich danach tunlichst die Hände waschen.
Mit anderen Mineralien, kann man dies in der Datenbank auch mal tun und man ist erstaunt. Bleiglanz also nicht als Aquarienstein benutzen! :)
Nun aber mal die andere Seite: Wenn diese Mineralien wirklich eine so große Giftwirkung auf Menschen hätten, müssten sehr viele Bergleute daran gestorben sein, dem ist aber nicht in dem Umfang so wie man es erwarten würde. Bei stetigem, täglichem Umgang und ohne großes Händewaschen beim Frühstücksbrot im Stollen, die Kleider voller Staub haben sehr wenige Gesundheitsprobeme durch die Giftwirkungen bekommen. Eher durch die Quarzanteile im Staub und durch Silikose, oder die Arbeitsbedingungen an sich.
Bei vernünftigem Umgang mit Schaustufen, dem guten Händewaschen mit Seife (besser Handwaschpaste) nach dem Sammeln und anfassen, dürfte einem nichts passieren. Auch ein Hinterherwischen, wenn eine Stufe mal auf dem Tisch lag ist nicht verkehrt.
Man sollte sich das Verhältnis Bergmann ( Staub, stetiges ausgesetzt sein, große Mengen) und Stufensammler ( nur geringer, gar kein Staub, selten ausgesetzt, Kleinstmengen) vor Augen halten. Nichts desto trotz wurde zum Beispiel das beliebte Bleigießen zu Silvester verboten.
Von Proustit, Greenockit, Crookesit, Krokoit, Auripigment oder gar Imiterit / Cinnabarit will ich erst gar nicht anfangen.....
Ich denke man sollte die Kirche auch manchmal im Dorf lassen. Das sind alles natürlich vorkommende Verbindungen und Teil dieser Erde und nichts anderes. Das ist was anderes, als wenn solche Stoffe in großen Mengen und stetig Industriell in die Umwelt geblasen werden. Ich sag nur verbleites Benzin und Wasserrohre.
Lynx:
Hallo Stefan
deshalb ja mein Versuch, die Dinge zu trennen und einen Hinweis auf einen offiziellen Standpunkt zu geben.. In diesen offiziellen Publikationen wird typischerweise ja Gefährdung von Giftigkeit getrennt (Gefährdung als Folge eines Umgangs, Giftigkeit als Stoffeigenschaft).
Dennoch: es macht einen Unterschied, ob Du eine konkrete Empfehlung als Antwort auf eine Frage hier im Forum gibst, oder ob Du jemandem persönlich einweist. Darauf bezieht sich eben mein Verweis auf die offizielle Beschreibung.
Mir wäre am liebsten, wenn wir einen Fragesteller auf eine (Disclaimer - bewehrte) Seite hier (oder außerhalb des Atlas) verweisen könnten und dazu die Aufforderung, sich doch bitte einem Verein anzuschliessen und dort sich in einen angemessenen Umgang mit Mineralien einweisen zu lassen. Dann wären hier im Forum (hoffentlich) die Diskussionen auch deutlich entspannter.
Gruß, Martin
P.S. Malachit ist als Aquariumsstein wohl auch eher nicht geeignet.
Lynx:
PPS.: Damit es nicht verloren geht, hier noch ein Querverweis:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?topic=48598.0
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