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Autor Thema: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel  (Gelesen 211686 mal)

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Offline aca

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #915 am: 25 Feb 21, 16:12 »
Für den "Disthen"-Hinweis hätte ich ja schielen müssen  ;D

Hier ein Bilderrätsel, dafür aber nicht so bunt wie Kyanit.
Was ist das und welche nicht sichtbare Verwachsung verrät sich hier?

Offline Fabian99

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #916 am: 25 Feb 21, 17:06 »
Ich biete:

Wachstumspyramiden (Vinicial-Flächen?) um Schraubenversetzungen.
Die Schraubenversetzung erzeugt immer neue Stufen beim Wachstum, so dass das laterale Wachstum in der Fläche voran geht.
So entsteht ein Pyramide mit der Symmetrie der Kristallfäche. Der Höhenwinkel zur Fläche hängt von den Wachstumsbedingungen ab.

LG

Offline aca

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #917 am: 25 Feb 21, 18:10 »
ja, alles richtig, aber eine Versetzung ist keine Verwachsung.

Offline robodoc

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #918 am: 25 Feb 21, 19:14 »
Hallo zusammen,

wie Fabian schon angedeutet hat, handelt es sich um Vizinalflächen, die in meinen Augen belegen, dass makrokristalline Quarze trigonal zuzuordnen sind. Welche Verwachsung erkennbar sein soll, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Ein Fall für die Quarz-Cracks.

GA, Robert

Offline aca

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #919 am: 25 Feb 21, 19:35 »
>> ... kann ich beim besten Willen nicht sagen. Ein Fall für die Quarz-Cracks.

Was ich suche, kennen aber fast alle.
Hier ein Tip: Dein Foto zeigt die positive Rhomboederfläche eines Linksquarzes.


Offline aca

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #920 am: 26 Feb 21, 12:55 »
Ich hätte nicht gedacht, dass das so schwer ist, aber das dachte ich beim Tigerauge-Dünnschliff ja auch.

Hier nochmal ein Überblick über die ganze Fläche mit den Vizinalien/Wachstumshügeln, jetzt ist ja klar, dass es eine Rhomboederfläche ist (es ist das negative Rhomboeder z auf einem Bergkristall vom Tete Noire im Wallis).

Zum Vergleich habe ich noch das Bild einer anderen z-Fläche eines Rauchquarzes (offensichtlich ein Rechtsquarz) aus dem Wallis angehängt.
Jetzt sollte klar sein, was auf der Fläche auf dem Rätselbild anders ist und welche Verwachsung sich da versteckt.

Offline Fabian99

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #921 am: 26 Feb 21, 13:49 »
Es ist logischerweise ein Zwilling, der in dieser Fläche um geschätzte 20° nach rechts gekippt ist, erkennbar im unteren rechten Drittel. Aber wie der heisst, kann ich dir nicht sagen - falls es der sein sollte.

Ich werte meine Antwort als Hinweis, auf keinen Fall als Lösung!

LG

Offline aca

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #922 am: 26 Feb 21, 15:36 »
Die Verwachsung ist ein Zwilling, das ist schon mal gut.

Es gibt aber keinen Quarzzwilling, der um die [0 1 -1 1] Achse 20° "gekippt" ist (das wäre äußerlich wegen einspringender Winkel auch sofort zu erkennen), und "gekippt" ist auch nicht die korrekte Symmetrieoperation.

Je mehr man erklärt, desto komplizierter wirkt diese Trivialität...

Offline Fabian99

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #923 am: 26 Feb 21, 16:17 »
Hallo,

tja, jetzt ist deuten angesagt:
http://www.minsocam.org/msa/collectors_corner/arc/qtztwin.htm

Ich tippe:
Figur 2: Brazilianer Zwilling

LG - ohne Ahnung

Offline aca

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #924 am: 26 Feb 21, 17:48 »
Gault hat die Flächen angeätzt, was man dort sieht, ist die Geometrie der Ätzgrübchen ("etch pits").
Aber das Prinzip ist natürlich das gleiche.

Rechte und linke Quarze sind in ihrer Struktur und der Geometrie der Flächen Spiegelbilder, wie rechte und linke Hand.
Und das gilt auch für die Ausbildung der Ätzgrübchen und Wachstumshügel bzw. Vizinalien.
Wenn man also Vizinalien auf einer Rhomboederfläche sieht, deren Geometrien sich spiegelbildlich zueinander verhalten (also z.B. nach links geneigt versus nach rechts geneigt), dann liegt ein Brasilianer Zwilling vor (das gleiche gilt für das hexagonale Prisma, aber nicht für die anderen Formen).
Dass die Wachstumshügel im Übergangsbereich so "geflammt" aussehen, liegt wahrscheinlich daran, dass mehrere Zwillingsgrenzen hintereinander liegen ("polysynthetische Zwillinge"), aber für den sicheren Nachweis mehrerer Grenzen braucht es entweder einen Dünnschliff oder eine Ätzung.

Apropos Ätzung: Brasilianer Zwillingsgrenzen fallen im Gegensatz zu den Dauphinéer Zwillingsgrenzen meist nicht auf, da sich die Wachstums oder Auflösungsgeschwindigkeit der Flächenanteile nicht unterscheidet - es sind ja beides jeweils r- oder z-Flächen, während Rhomboeder bei Dauphinéer-Zwillingen aus unterschiedlichen Flächen r und z zusammengesetzt sind. Deshab sieht man auf dem Bild auch keine Zwillingsgrenzen. Man ist beim Erkennen von Brasilianer Zwillingdomänen deshalb oft auf die Geometrie von Vizinalien oder Ätzgrübchen angewiesen.

Fabian ist dran.
 
 


Offline Fabian99

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #925 am: 26 Feb 21, 18:25 »
Ok - gehen wir mal anders rum vor:

Welche chemische Verbindung, hier schluderig gezüchtet, spielt Dioptas.
Es ist also die Chemikalie der Fälschung gesucht.

LG

Offline pseudonym

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #926 am: 26 Feb 21, 22:04 »
ins blaue /grüne ... Alaun ?

Offline Fabian99

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #927 am: 27 Feb 21, 10:29 »
Hallo,

Leider nein. Das Material ist nicht gefärbt, es ist die Eigenfarbe der Substanz.

Falls bis heute Nachmittag keine Ideen kommen, werde ich den Kristall von verschiedenen Seiten Knipsen. Vielleicht hilft das.

Lg

Offline popeye

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #928 am: 27 Feb 21, 11:00 »
könnte NiSO4- Hydrat sein  (Nickel(II)-Sulfat Hexahydrat)

 Tobias

Offline Fabian99

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Re: neues Geologie/Mineralogie-Rätsel
« Antwort #929 am: 27 Feb 21, 11:52 »
Nein, das bildet längliche Kristalle, die meist schnell weiss werden durch Wasserabgabe. Der Trick um NiSO4 die zu züchten ist eine gewisse Schwefelsäurekonzentration und der Mutterlösung.

Aber - nein.

LG