Gault hat die Flächen angeätzt, was man dort sieht, ist die Geometrie der Ätzgrübchen ("etch pits").
Aber das Prinzip ist natürlich das gleiche.
Rechte und linke Quarze sind in ihrer Struktur und der Geometrie der Flächen Spiegelbilder, wie rechte und linke Hand.
Und das gilt auch für die Ausbildung der Ätzgrübchen und Wachstumshügel bzw. Vizinalien.
Wenn man also Vizinalien auf einer Rhomboederfläche sieht, deren Geometrien sich spiegelbildlich zueinander verhalten (also z.B. nach links geneigt versus nach rechts geneigt), dann liegt ein Brasilianer Zwilling vor (das gleiche gilt für das hexagonale Prisma, aber nicht für die anderen Formen).
Dass die Wachstumshügel im Übergangsbereich so "geflammt" aussehen, liegt wahrscheinlich daran, dass mehrere Zwillingsgrenzen hintereinander liegen ("polysynthetische Zwillinge"), aber für den sicheren Nachweis mehrerer Grenzen braucht es entweder einen Dünnschliff oder eine Ätzung.
Apropos Ätzung: Brasilianer Zwillingsgrenzen fallen im Gegensatz zu den Dauphinéer Zwillingsgrenzen meist nicht auf, da sich die Wachstums oder Auflösungsgeschwindigkeit der Flächenanteile nicht unterscheidet - es sind ja beides jeweils r- oder z-Flächen, während Rhomboeder bei Dauphinéer-Zwillingen aus unterschiedlichen Flächen r und z zusammengesetzt sind. Deshab sieht man auf dem Bild auch keine Zwillingsgrenzen. Man ist beim Erkennen von Brasilianer Zwillingdomänen deshalb oft auf die Geometrie von Vizinalien oder Ätzgrübchen angewiesen.
Fabian ist dran.