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Bernstein - Mineral ?????

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\"collector\":
Es gab ja schon ( danke slugslayer für die links ) umfangreiche Diskussionen zu Bernstein (und auch zu Weinstein). Nur die Teilnehmer haben gewechselt, sodaß nicht mehr alles vorgelegen hat.

Eine eindeutige Lösung hats bis heute nicht gegeben, nur Meinungen der unterschiedlichsten Autoren.

Mir fällt schon lange auf, daß es eine gläubige deutsche Gruppe von Strunz-Anhängern gibt, ( genauso wie die Amerikaner ihren Dana haben und die Russen ihren Betechtin.)  Alle diese alten Herren ( und viele andere mehr ) haben ihren Standpunkt und ihre Philosophie, jeder meint selbstverständlich, daß seine Auffassung das alleinseligmachende ist.

An eben diesen Gelehrten Köpfen ist auch ein Herr A. Wegener mit seiner Plattentheorie gescheitert - es dauerte immerhin fast 40 Jahre, bis man ihm Recht gab.

Nicht anders ist es hier mit den zitierten und unzitierten Mineralienpäbsten - die aber all einen gemeinsamen Nenner haben: Sie vertreten ihre persönliche Meinung ! Und das nicht nur bei Bernstein, sondern auch bei anderen Auffassungen (z.Bsp. diverse Thesen : Was ist ein Mineral ? )

Wir leben in einer Zeit in welcher Wissenschaftler angefangen haben, interdisziplinär und als Team zu arbeiten. Genauso ist es mit den Gremien, Ausschüssen und Arbeitsgruppen der IMA. Hier steht - gottseidank - nicht der Baghwan Strunz oder das für manche mit der Bibel gleichgesetzte  Bibel  Lapis- Mineralienverzeichnis - sondern hier werden gemeinschaftlich akzeptierte Lösungen von nicht wenigen internationalen  Fachleuten erarbeitet und letztendlich der IMA zur Dekretierung vorgelegt.

Das Thema Bernstein ist seit ca. 10 Jahren Haupttehma einer IMA-Arbeitsgruppe, ein endgültiges Ergebnis dürfte in Kürze vorliegen.

Im übrigen -  abgesehen von Herrn Strunz - hat nicht jeder nationale Mineralienpabst Bernstein als Mineral in seine Lehrbücher aufgenommen ! Selbst in den mir vorliegenden tw. sehr alten Quellen wird Bernstein als fossiles Harz, aber nicht als Mineral beschrieben ( Berendt u. Göppert, 1845; Bernstein; Meyer`s Hand-Lexikon, 1888 ).
Levin/Briecke, 1913; (Lehrbuch der Chemie und Mineralogie ) beschreiben Bernstein als fossiles Harz und nicht als Mineral. In der anglo-amerikanischen Literatur von Dana bis Bideaux taucht Bernstein bis heute nicht als Mineral auf; auch ein Herr Betechtin in Moskau hat den Zugriff auf Bernstein verweigert.

Könnte es sein - nur eine persönliche Hypothese - daß hier der Herr Strunz einen Alleingang gewagt hat und daß, weil es gerade so viele Strunz-Adepten gibt, Bernstein immer noch als Mineral durch die Köpfe geistert. ????

Haben sich alle anderen geirrt ? Spinnt die IMA ? Waren Dana, Mason, Anthony, Bideaux alle Ignoranten ?

Für mich als " Puristen " ist Bernstein eindeutig ein Harz, d.h. mit  biogenem / biologischem Ursprung. KEIN MINERAL  !!  Ich hoffe nur, daß es nicht wieder solange wie bei Wegener dauert, bis man sich zu einer weltweit gültigen Erkenntnis durchringt !

collector

McSchuerf:
Ohne diese Diskussion jetzt weiter anzuheizen bzw. meine eigenen Überzeugungen zu wiederholen..(siehe angegebene Links von slugslayer) ..

... einfach mal die Gegenfrage:

Weshalb wurde der Bernstein dann überhaupt als Mineral definiert? . .ich meine irgendwer muss das doch in den Anfängen so begründet haben, dass eine Mehrzahl entschied, den Bernstein als harzähnliche Verbindung in die Klasse 9 nach Strunz aufzunehmen bzw. überhaupt als Mineral zuzulassen?
Wenn jetzt wieder über Diskreditierung seitens der IMA oder (ist eigentlich völlig egal von wem) verhandelt wird, dann muss ich wieder mal sagen, dass die Wissenschaftler gerade im Bereich Mineralogie offenbar s o o o uneins oder sogar zerstritten sind, dass sie gar nicht wissen, wa sie eigentlich wollen oder keine Ahnnung haben? Unsicherheit verwirrt auch die Anfänger und wenn es gerade um die Rechtssicherheit geht, ist das wohl der ganz falsche Weg!

Bitte, wer kennt dann die ursprüngliche Begründung..das würde mich dann noch mal interessieren. :)
Nicht unsere Argumente oder Spekulationen oder Mutmaßungen sondern lediglich mal die Fakten, die damaligen Mitglieder irgenwelcher wiss. Kommisionen (?!!) auf den Tisch legten!!

Im übrigen steht der Bernstein als Mineral nicht nur in den Tabellen von Strunz sondern auch in anerkannten Lehrbüchern wie dem Klockmann, etc. drin.

Gruß Peter, für den der Bernstein ein Mineral ohne wenn und aber bleibt! (Meine Begründungen, Formeln, etc. werde ich jetzt hierzu nicht mehr wiederholen)..das kann man nachlesen..siehe Links von slugslayer..

McSchuerf:

--- Zitat ---auch in anerkannten Lehrbüchern wie dem Klockmann
--- Ende Zitat ---

kleine Korrektur ..

Zitat aus Klockmann:


--- Zitat ---...auch Ozokerit, Asphaltit, Bernstein und Retinit sind eigentlich keine Mineralien, werden aber aus mehreren Gründen hier kurz behandelt.. Als Biomineralisation versteht man die Bildung kristalliner anorganischer Substanzen (Aragonit, Calcit, Apatit, u.a.) in lebenden Organismen.
--- Ende Zitat ---

...aus welchen Gründen steht aber leider nicht im Klockmann..das ist aber, was ich mit Unsicherheit und Verwirrung durch die Wissenschaft im Bereich Mineralogie  meine.. :P :-\ :'(

die Wörter: 'eigentlich keine Mineralien' bedeutet doch soviel wie jein - also weder ja noch nein oder beides?? Jetzt ist doch klar was ich unter Rechtsunsicherheit verstehe..oder? :-X

Gruß Peter

rheinkiesel:



--- Zitat von: Collector am 04 Jul 05, 14:12 ---Da gibts ja recht unterschiedliche (tw. philosophische ) Definitionen, wobei diejenige von Betechtin, redigiert von Prof. Rösler, noch am einleuchtendsten erscheint:

"Mineralien sind natürliche chemische Verbindungen und seltener gediegene Elemente und treten als natürliche Produkte physiko-chemischer Prozesse auf, die sich in der Erdrinde vollziehen. Diese Produkte besitzen bestimmte physikalische und chemische Eiegnschaften. Diese Eigenschaften stehen in enger Beziehung zur chemischen Zusammensetzung und zum Kristallbau der betreffenden Substanz ""

(hier passen also auch die o.a. anerkannten organischen Mineralien rein - aber nicht der aus Pflanzenharz gebildete Bernstein )


--- Ende Zitat ---

also, ich stimme Collector voll zu, Bernstein ist für mich auch kein Mineral.

@Peter McSchuerf:  "eigentlich kein Mineral" bedeutet für mich: obwohl in vielen Büchern Bernstein noch als Mineral bezeichnet wird, entspricht es nicht (mehr) den gängigen Definitionen von Mineralien (siehe oben).

Warum also nicht die alten Zöpfe abschneiden?

Wir können ja beim Lexikon-Eintrag auf die kontroverse Diskussion hinweisen.

 :D rheinkiesel

McSchuerf:

--- Zitat ---entspricht es nicht (mehr) den gängigen Definitionen von Mineralien (siehe oben).

Warum also nicht die alten Zöpfe abschneiden?

--- Ende Zitat ---

Hallo Cordula,
nein, der Klockmann ist ja kein neuzeitliches sondern schon ein ganz altes Werk; die Bedeutung des Wortes 'eigentlich' bleibt hier im Dunkeln.
Die Zweifel gab es also wahrscheinlich schon seit Bestehen der Frage ob Bernstein ein Mineral ist oder nicht.

Gegen 'alte Zöpfe abschneiden' habe ich nichts aber dann muss eine allgemeinverbindliche Definition her, was Bersntein dann ist.
Dann sollen die Fossilien-Fachleute sich auch mal hier äußern und eine Definition bringen, mit der man leben kann.

Derzeit jedenfalls absolut unbefriedigende Situation, was eine klare Definition des Bernsteins anbelangt! Und solange das nicht geklärt ist, bleibt Bernstein für mich jedenfalls ein amorphes organisches Mineral mit der Formel C, H, O..da bin und bleibe ich dann ..von mir aus .. stur. ;)

Gruß Peter

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