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Idee für euzentrischen Objekthalter (4 €)

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Stefan:
Mein Setup ist insofern etwas anders als dass ich sehr einfach die Kamera separat in der Höhe positionieren kann ohne lange herum zu kurbeln. Den Fokuspunkt müsste ich bei um den Rotationspunkt und damit die Fixierung zu ermitteln evtl. neu finden. Bei mir ist das schieriger da Stackingbrücke und Optik getrennte Einheiten sind die ich unabhängig nutzen kann. So kann ich die Brücke auch mal unter das Mikroskop setzen und dort fotogrfieren.

Mit einer Taschenlampe anstelle der Kamera habe ich den senkrechten Trieb eingestellt damit der Fukuspunkt möglichst immer in der Mitte liegt. Die verlinkte Idee mit dem Laser ist klasse, kommt für mich leider etwas zu spät da die DSLR nicht mehr im Einsatz ist.

Bin gespannt was bei dem Projekt raus kommt.
Viele Grüße
Stefan

isbjoern:
So, nun habe ich die noch bestehenden Fragen für mich gelöst und darf Euch meinen Prototyp präsentieren!
Noch einmal zur Erinnerung: mir ging es um eine Möglichkeit, den zu fotografierenden Bereich einer Stufe auf einfache Weise im Drehpunkt eines drehbaren Objekthalters zu zentrieren/fixieren. Dies ermöglicht dann eine Drehung um die x/y/z-Achse (händisch, nicht genau achsweise), ohne dass sich z. B. ein Kristall aus dem Fokus bewegt.

Es geht dabei nicht um das "Framing", d. h. der Halter sitzt bei mir trotzdem auf einem Kreuztisch zur genauen Einstellung des Bildbereichs. der im Drehpunkt des Halters zentrierte Kristall muss sich nicht in der Bildmitte befinden!

Im Anhang findet Ihr nun meinen Stand der Dinge. Ich habe eine Halbkugel von 100 mm Durchmesser (1 mm Wandstärke) verwendet und eine Stahlscheibe (Ronde) von 80 mm Durchmesser eingeklebt (beides für ein paar Euro bei ebay zu finden). Wie beim ersten Muster werde ich den Halter innen noch mattschwarz lackieren. Die "Arbeitsfläche" liegt so ca. 25-30 mm unter dem Rand der Halbkugel. In dieser Dimension passt der Halter gut für MM und kleine Jousi-Dosen o. ä., die Probenhöhe darf max. den Abstand zum Rand betragen.
Für größere Stufen muss der Halter größer dimensioniert sein. Allerdings habe ich gefunden, dass eine Halbkugel von 120 mm zu groß für meine Stonemaster-Basis ist und nicht gut mit meinem aktuellen Beleuchtungs-Setup kompatibel. Mit einer größeren magnetischen Basis geht das aber problemlos.

Fixierung
Nun bestand die Frage der Fixierung auf der Basis. Eine Klemme (und dann noch in x-y-Richtung verschiebbar) -- wie bei vielen Kugelköpfen einschl. dem ursprünglichen Stonemaster-Halter -- macht bei diesem Konzept keinen Sinn. Kleben ist nicht verschiebbar. Kitt ist umständlich und nicht stabil.
Daher ist mir die Idee einer magnetischen Fixierung gekommen. Ich habe mir kleine runde Nd-Permanentmagnete 4x3 mm (N42) besorgt, mit zweien davon (diagonal in den Ecken) kann man auf der Metallbasis eine MM-Dose verschiebbar fixieren, mit dreien eine Jousi-Box (s. Bilder). Man muss ein bisschen aufpassen, dass die Magnete aufgrund der gegenseitigen Anziehung nicht durch die Gegend fliegen und die Proben beschädigen, hier kann man noch etwas optimieren (z. B. Magnet in kleine Kittkugel packen o. ä.). Die kleinen Magnete kann man z. B. mit einer Kunststoff-Pinzette platzieren.
Ich finde diese Fixierungstechnik aber grundsätzlich recht elegant, auch unabhängig von meinem Objekthalter (natürlich nur bei nicht magnetischen Stufen...)

Zentrierung in x-y-Richtung:
Am Rand der Halbkugel kann man sich vier Bleistiftmarkierungen im 90 Grad-Abstand machen. Man zentriert den interessanten Probenbereich durch Verschieben in einer Richtung per "Peilung" über die Markierungen, dreht den Halter um 90 Grad und zentriert dann wieder. Wenn man z. B. unter dem Stereomikroskop eine zentrierte Halterung für den Probenhalter fixiert, kann man das dort ggf. noch genauer machen.
WICHTIG: Es geht nur darum, die Probe nach Augenmaß auf 1-2 mm im Drehpunkt zu fixieren, das gibt schon ein sehr gutes Ergebnis und ist völlig problemlos in kürzester Zeit möglich.

Zentrierung in z-Richtung:
Das ist der schwierigste Punkt. Der interessante Probenbereich muss möglichst genau auf die Höhe des Randes der Halbkugel gebracht werden, der sich dementsprechend gut zur "Peilung" verwenden lässt. Auch hier habe ich eine Lösung mit Magnetfixierung überlegt. Man bastelt sich ein kleines Set von Spacern, jeweils unten mit einer selbstklebenden Magnetplatte und oben einem Blech (Unterlegscheibe o. ä.). Mit einem halben Dutzend Spacer (einzeln oder kombiniert) sollte man die Höhe der Probe auf +/- 2 mm sehr gut in das Zentrum bringen können.

Das hört sich jetzt alles komplizierter an als es ist, ich wollte die Idee aber möglichst gut beschreiben. De facto ist es etwas Bastelei mit dem Halter und den Spacern, die Zentrierung dauert aber mit etwas Übung sicher nicht länger als die Fixierung mit einer Klemme.

Wie im Bild zu sehen, habe ich das mal mit einem Streichholzkopf probiert. Das Ergebnis finde ich wirklich sehr beeindruckend, die seitliche Zentrierung ist in einem Augenblick erfolgt und man kann den Kopf dann von allen Seiten unter dem Mikroskop/Foto-Setup betrachten.

Wenn man unter dem Stereomikroskop und unter dem Foto-Setup eine entsprechende Basis hat, kann man die Probe mit der Halbkugel leicht transferieren. Unter dem Stemi reicht auch eine nicht magnetische Variante, z. B. eine leere Klebeband-Rolle o. ä.

Vielleicht ist der Ansatz ja für den einen oder anderen von Euch interessant!

Viele Grüße

- Björn


isbjoern:
Hier nun noch ein paar kleine Ergänzungen zum Halter, der nun komplett ist (siehe Bilder).

Ich habe nun noch passende Materialien für die Spacer zu Zentrierung in z-Richtung gefunden. Und zwar habe ich mir ein Set von 6 Spacern aus Kunststoff-Montageklötzchen (Abmessungen 60x40x1...20 mm, im Set erhältlich) jeweils mit einer Metallplatte für Handyhalterungen oben (auch 60x40 mm) und selbstklebenden Magnetplättchen (40x40 mm, unten) kombiniert.
Meine so erhaltenen Spacer sind ca. 21, 11, 6, 4, 2,5 und 1,3 mm hoch und lassen sich durch die Magnetwirkung beliebig miteinander kombinieren.
Durch freie Kombination dieser Spacer kann man nun die z-Höhe sehr schnell auf ca. 1-2 mm genau einstellen (= ins Zentrum der Halbkugel bringen) für alle MM und kleine KS (für größere Stufen ist der Halter zu klein).

Mit den kleinen Magneten war ich von der Handhabung her nicht ganz zufrieden, weil sie z. B. an einer Metallpinzette hängen bleiben und sich gegenseitig stark anziehen. Daher habe ich mit vom Spaziergang mit unserer Hündin heute morgen ein paar dünne Holunderäste mitgebracht und die Magnete alle in der gleichen Orientierung in so ein hohles "Stäbchen" mit dem passenden Durchmesser eingeklebt, diese lassen sich nun sehr leicht positionieren und auch mit der Metallpinzette handhaben (und ziehen sich nicht mehr so sehr an, weil sich die kleinen Magnete nicht mehr so leicht auf die Seite drehen können).

Das gewünschte Ziel ist nun erreicht, nach 1-2x üben ist man mit der "ungefähren" Zentrierung genauso schnell wie mit dem Fixieren einer Stufe in einer Klemme:
- passende Spacer wählen und Stufenbereich auf die Höhe des Randes bringen (erst ohne Magnet anhalten, dann MM mit 2 oder KS mit max 3 Magneten fixieren)
- gewünschten Stufenbereich durch Verschieben in eine Richtung zwischen die seitlichen Markierungen bringen
- um 90 Grad rotieren und in dieser Achse genau in die Linie zwischen zwei Markierungen bringen

Wie gesagt, eine perfekte Zentrierung ist so nicht zu erreichen, aber die ca. 1-2 mm Genauigkeit reicht aus, damit der Bildbereich beim Rotieren oder Kippen nicht aus dem Bild verschwindet.

Ggf. viel Spaß beim Nachbauen, falls sich jemand dafür interessiert!

Viele Grüße
- Björn

Stefan:
Hallo Björn,

interessante Lösung. Für mich sehe ich den Nutzen noch nicht so sehr um das nachzubauen. Wie Josef schon sagte um Winkel etc. abzuschätzen könnte ich mir das als recht nutzvoll vorstellen. Es sieht auf jeden Fall sehr durchdacht aus.

Viele Grüße
Stefan

isbjoern:
Hallo Stefan,
"never change a running system" bzw. wenn man so was nicht vermisst, braucht man es wahrscheinlich auch nicht!

Ich fand es bei meine Setup vorher teilweise schwierig einen Kristall so zu drehen, dass z. B. mit der Beleuchtung bestimmte Strukturen optimal rauskommen (was aber auch daran liegt, dass in der Regel nicht mit frei positionierbaren Lichtquellen arbeite) -- eben weil der betreffende Kristall ggf. schon wieder aus dem Bild marschiert ist, bevor man den gewünschten Effekt sieht.

Als Beispiel im Anhang mal ein heute gemachtes Bild von einem Calcitkristall (FO: Hvaleyri, Hvalfördur, Island). Durch die Zentrierung auf den Kristall ist es halt supereinfach, den Kristall in der gewünschten Weise ins Bild zu rücken. Da hätte ich vorher mehr Schwierigkeiten gehabt.

Die Magnetfixierung kann ich aber auch ganz unabhängig von diesem speziellen Halter empfehlen, die geht echt gut!

Viele Grüße
- Björn

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