Die Mehrebenentechnik ist ein zweischneidiges Schwert. Sie ist, wie Harjo schon sagte, ein gutes Hilfsmittel um Bilder zu machen, die aufgrund der geringen Schärfentiefe mit konventioneller Aufnahmetechnik kaum oder nicht realisierbar wären.
Andererseits vermitteln die Bilder häufig einen mehr oder weniger unnatürlichen Eindruck, weil eben das Auge gewohnt ist, dass es neben dem scharfgestellten Bereich auch unscharfe Bereiche gibt. Das Auge/Gehirn benötigt diese Informationen etwa um Größeneindrücke und Entfernungen zu ermitteln. Fehlen diese Informationen, wirkt das Bild unnatürlich oder aber es können die Größenverhältnisse kaum noch geschätzt werden.
Ein weiterer Punkt sind die (notwendigen) Bildverarbeitungsalgorithmen, die zu dem unnatürlich empfundenen Bildeindruck beitragen, indem etwa nicht selten die Oberflächen der Kristalle mit aquarellartigen Texturen gezeichnet werden und die Bilder am Ende eher wie gerendert (was gewisserweise ja stimmt) oder gemalt aussehen. Häufig werden die Bilder zudem noch gnadenlos überschärft. Für viele mag dies sogar knackiger und gefälliger wirken, hat aber meines Erachtens manchmal kaum noch etwas mit einem natürlichen Bildeindruck zu tun. Deswegen versuche ich die (verlockende) Mehrebenentechnik, wo möglich, zunehmend zu vermeiden und nehme unscharfe Bildbereiche, wo vertretbar, als Gestaltungsmittel in Kauf. Natürlich gibt es aber Motive, die man kaum anders als mit DMF darstellen kann. Da hat diese Technik m.E. nach wie vor ihre vollste Berechtigung.
Das Bild unten zeigt einen 1,5 mm Kristall. Die Aufnahme ist konventionell one-shoot, ohne DMF.

Mineralienbilder