Hallo Jörn,
Einzelne Stücke dieser Art fielen mir auch schon in München als ausgesprochen skurril in der Sonderausstellung auf. Allerdings waren diese in ihrer Symmetrie noch in einer Achse orientiert. Nachdem ich diese Objekte jetzt in großer Zahl, kostengünstig und in bizarrer, manieristischer Gestalt sehe (Hand Truthahn, ein U, Zickzack etc.) glaube ich nicht mehr an einen natürlichen Ursprung. Ich kann mir keine Verwitterungsprozesse vorstellen, die derart selektiv Material an einer Stelle zerstören, und an einer anderer Stelle stehen lassen. Die bizarre Formgebung fördert wahrscheinlich den Absatz.
Sollte ich diese Dinge als Achatschleifer produzieren sollen, wären die Arbeitsschritte folgende: brasilianische Achate einkaufen, sägen, grob vorformen durch Schleifen, durch Sandstrahlen eine durch Härteunterschiede im Material bedingte Rippelung herstellen, bräunlich und/oder rötlich färben, trommeln für eine feine Oberfläche (könnte auch das Sandstrahlen ersetzen, wenn man mit entsprechenden Schleifkörpern (Nadeln etc.) arbeitet), ätzen um eine Verwitterte Oberfläche zu schaffen und zum Schluss mit einem Firnis anmalen und ölen um Bearbeitungsspuren zu überdecken.
Ich habe bisher noch keines dieser Objekte in meiner eigenen Hand begutachten können, allerdings ist auf den Bildern zu erkennen, dass die Farbschicht nur äußerlich und recht dünn ist, da sie auch manchmal fehlt (verblasst oder weggeschliffen ?)
Gruß von Klaus