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Autor Thema: Gobi Achate Entstehung - in Form gesägt und geätzt  (Gelesen 5245 mal)

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Offline jlies

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Hallo,

wer kennt solche Gobi Achate und weiß, wie diese entstehen?

https://www.ebay.de/itm/176484542136?mkcid=16&mkevt=1&mkrid=707-127634-2357-0&ssspo=Fvc90xbTTRm&sssrc=4429486&ssuid=BTEDWdE6TLu&var=&widget_ver=artemis&media=COPY

Der Anbieter hat verschiedene scheinbar alterierte Achate im Angebot. Bei diesem hier frage ich mich besonders, wie das auf natürliche Weise entstehen würde?

Danke und Grüße,
Jörn.
« Letzte Änderung: 20 Nov 24, 16:23 von oliverOliver »

Offline Klaus Schäfer

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Re: Gobi Achate Entstehung
« Antwort #1 am: 20 Nov 24, 07:44 »
Hallo Jörn,

Einzelne Stücke dieser Art fielen mir auch schon in München als ausgesprochen skurril in der Sonderausstellung auf. Allerdings waren diese in ihrer Symmetrie noch in einer Achse orientiert. Nachdem ich diese Objekte jetzt in großer Zahl, kostengünstig und in bizarrer, manieristischer Gestalt sehe (Hand Truthahn, ein U, Zickzack etc.) glaube ich nicht mehr an einen natürlichen Ursprung. Ich kann mir keine Verwitterungsprozesse vorstellen, die derart selektiv Material an einer Stelle zerstören, und an einer anderer Stelle stehen lassen. Die bizarre Formgebung fördert wahrscheinlich den Absatz.

Sollte ich diese Dinge als Achatschleifer produzieren sollen, wären die Arbeitsschritte folgende: brasilianische Achate einkaufen, sägen, grob vorformen durch Schleifen, durch Sandstrahlen eine durch Härteunterschiede im Material bedingte Rippelung herstellen, bräunlich und/oder rötlich färben, trommeln für eine feine Oberfläche (könnte auch das Sandstrahlen ersetzen, wenn man mit entsprechenden Schleifkörpern (Nadeln etc.) arbeitet), ätzen um eine Verwitterte Oberfläche zu schaffen und zum Schluss mit einem Firnis anmalen und ölen um Bearbeitungsspuren zu überdecken.

Ich habe bisher noch keines dieser Objekte in meiner eigenen Hand begutachten können, allerdings ist auf den Bildern zu erkennen, dass die Farbschicht nur äußerlich und recht dünn ist, da sie auch manchmal fehlt (verblasst oder weggeschliffen ?)

Gruß von Klaus

Offline jlies

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Re: Gobi Achate Entstehung
« Antwort #2 am: 20 Nov 24, 08:43 »
Hallo Klaus,

meine Gedanken gehen in die gleiche Richtung. Vor allem, weil Stücke mit diesen Oberflächeneigenschaften in den letzten Jahren kontinuierlich mehr und von der Form her komplizierter wurden.

Verstehen tu ich die Chinesen da schon, bei ihrer Historie im Steine schnitzen. Aber was für ein Aufwand bei den Preisen …

Was ätzt denn Quarz so gut!? Es ist ja doch recht viel Material, was da zum Schluß noch runter muß. Nähme man da Flußsäure?

Und: Ist das dann bei solchen Stücken hier d.M.n. auch de Fall? Zumindest bei denen hatte ich anfangs die Hoffnung, daß sie natürlichen Ursprungs wären.

https://www.ebay.de/itm/176686611410?mkcid=16&mkevt=1&mkrid=707-127634-2357-0&ssspo=Fvc90xbTTRm&sssrc=4429486&ssuid=BTEDWdE6TLu&var=&widget_ver=artemis&media=COPY

Viele Grüße
Jörn
« Letzte Änderung: 20 Nov 24, 09:00 von jlies »

Offline Wetterstoa

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Re: Gobi Achate Entstehung
« Antwort #3 am: 20 Nov 24, 09:05 »
Hallo!

Beim Messebericht zu der Munich Show findest du zwei Bilder von Gobi-Achaten aus der Sonderschau.

Gruß, Thomas

Offline Klaus Schäfer

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Re: Gobi Achate Entstehung
« Antwort #4 am: 20 Nov 24, 13:09 »
Hallo Jörn,

Achate ätzt man am effektivsten mit Natriumhydroxid. In Laugen löst sich Quarz besser.

In meiner Samlung finden sich einige durch starke Verwitterung typisch geformte Achate. Allerdings weisen diese grundlegende Unterschiede zu den chinesischen Gobi-Achaten auf.

Madagaskar/Boeny, Region/Ankarafantsika National Park/Mahajamba
Gobi Achate Entstehung - in Form gesägt und geätzt
Deutschland/Rheinland-Pfalz/Birkenfeld, Landkreis/Herrstein-Rhaunen, Verbandsgem./Niederwörresbach/Steinbruch Juchem/Hungerwand
Gobi Achate Entstehung - in Form gesägt und geätzt


Gruß von Klaus

Offline oliverOliver

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Re: Gobi Achate Entstehung
« Antwort #5 am: 20 Nov 24, 16:16 »
Zitat
Ich kann mir keine Verwitterungsprozesse vorstellen, die derart selektiv Material an einer Stelle zerstören, und an einer anderer Stelle stehen lassen

ich auch nicht  ;D

Zitat
Und: Ist das dann bei solchen Stücken hier d.M.n. auch de Fall?

Bei Bild 6054 bin ich mir da nicht so sicher - das könnte auch (od. sogar eher) natürlich geätzt (verwittert) sein - oder es wurde bei einem natürlich verwitterten Stück etwas "nachgeholfen".
« Letzte Änderung: 20 Nov 24, 16:22 von oliverOliver »

Offline Anrheiner

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Re: Gobi Achate Entstehung - in Form gesägt und geätzt
« Antwort #6 am: 20 Nov 24, 22:20 »
Die Form könnte auch bei einem künstlichen Herstellungsprozess entstanden sein, z. B. dadurch, daß man das Objekt unter der Düse bewegt.
Mich erinnert das an Formen, die ich während meiner Zeit in der Spezialglasherstellung gesehen habe.

VG Klaus

Offline Klaus Schäfer

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Re: Gobi Achate Entstehung - in Form gesägt und geätzt
« Antwort #7 am: 21 Nov 24, 06:56 »
Hallo Kollegien,

Ich hatte vor längerer Zeit mal einen "Gobi-Achat" hochgeladen. Das Stück ist eher gering profiliert, zeigt aber dennoch ähnliche Verwitterungsprozesse, die bei den problematisierten Stücken auftauchen. Hier bin ich von der Authentizität des Stückes überzeugt.

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Offline jlies

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Re: Gobi Achate Entstehung - in Form gesägt und geätzt
« Antwort #8 am: 21 Nov 24, 08:08 »
… das würde ich bei solchen Stücken auch vermuten. Obwohl die sicherlich auch öfter gefärbt sind.

Auffällig ist, daß die problematischen Stücke alle in Gelb-beige-ocker-rottönen auftreten. Aber im Prinzip ist das Phänomen von Klaus ja hinreichend erklärt, oder?

Grüße,
Jörn.

Offline oliverOliver

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Re: Gobi Achate Entstehung - in Form gesägt und geätzt
« Antwort #9 am: 21 Nov 24, 12:25 »
Passend zur Jahreszeit - Kunsthandwerk für den Weihnachtsmarkt .....  >:D ;D >:D

Offline Zinnstein

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Re: Gobi Achate Entstehung - in Form gesägt und geätzt
« Antwort #10 am: 03 Jan 25, 13:36 »
Hallo Kollegien,

Ich hatte vor längerer Zeit mal einen "Gobi-Achat" hochgeladen. Das Stück ist eher gering profiliert, zeigt aber dennoch ähnliche Verwitterungsprozesse, die bei den problematisierten Stücken auftauchen. Hier bin ich von der Authentizität des Stückes überzeugt.

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Hallo Klaus,
was für ein unglaublich schöner Achat!

Offline vandendrieschen

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Re: Gobi Achate Entstehung
« Antwort #11 am: 03 Jan 25, 17:16 »
Verstehen tu ich die Chinesen da schon, bei ihrer Historie im Steine schnitzen. Aber was für ein Aufwand bei den Preisen …

Die machen das zum Spaß an der Freude. Dahinter steht keine kapitalistische Gewinnmaximierung wie in unserer westlichen Leistungssgesellschaft. So wie man sich auch auf Börsen hinstellt, mit dem Risiko, die Standgebühr nicht wieder rein hat. So what. Muss man denn alles, was man macht, herstellt (und wieder verkauft), in Arbeitszeit aufwiegen? Versteh ich alles nicht.

Offline alfredo

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Re: Gobi Achate Entstehung - in Form gesägt und geätzt
« Antwort #12 am: 03 Jan 25, 20:17 »
Wahrscheinlich nicht "gesägt und geätzt" sondern mit "air abrasive" geschnitzt. (Google sagt mir, dass es auf Deutsch „Luftstrahlverfahren“ heißt, aber ich bin mir nicht sicher ob das stimmt?) Dies sieht man bei mehr Mineralien und immer häufiger, angefangen vor ein paar Jahrzehnten mit den Galenit-„Rahmen“ aus Bulgarien.

Offline oliverOliver

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Re: Gobi Achate Entstehung - in Form gesägt und geätzt
« Antwort #13 am: 03 Jan 25, 20:25 »
Vermutlich ist Sandstrahlen gemeint. Das ist aber wohl nur für die abschließende Feinbearbeitung geeignet - die ganzen Figuren mit dem Sandstrahler rauszuschnitzen, würde ewig dauern ...
ga
oli

Online Chrisch

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Re: Gobi Achate Entstehung - in Form gesägt und geätzt
« Antwort #14 am: 03 Jan 25, 21:22 »
Kommt drauf an, wit welchem Strahlmittel (SiC o.ä.) und Druck...  ;D

Gruß Chrisch