Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Ist das Hauyn?
berthold:
Hallo,
--- Zitat ---( natürlichen) Neubildungen
--- Ende Zitat ---
also was jetzt, natürlich - oder Neubildung ? ???
Vergleiche dazu auch im Lexikon:
--- Zitat ---Anthropogene Mineralien: Chalkanthit-Neubildungen in Schwefelsäure verarbeitenden oder metallurgischen Betrieben.
--- Ende Zitat ---
Aber egal, ob sich die "Hauyn"-Kristalle im Laborglas, in der Aufbereitungsanalge oder in einem Absetzbecken kristallisiert haben, natürlich sind die nicht.
Unter "natürlich" versteh ich immer noch, von der Natur gebildet (als Gegentteil von "anthropogen").
Gruß
Berthold
Collector:
ich habe absichtlich nicht " anthropogen " verwendet und "natürlich in Klammern gesetzt.
Mit allem, was zu Labor-, Absatzbecken, Aufbereitungsanlage, Schwefelsäure verarbeitende Betriebe etc. gesagt wurde, 100 % einverstanden. Keine natürliche Bildung.
Natürlich und Neubildung sind zwei verschiedene Hüte.
Wie schon im Artikel "Mineralneubildungen" erwähnt, gibt es Halden- und Schlackenmineralien, die einerseits als natürlich anerkannt, andererseits nicht mehr als ntürlich anerkannt werden (dazu gibts ausführliche und unausgegorene Diskussionen bei der IMA).
Im gesamten Gebiet des spanischen Pyritgürtels ( Rio Tinto) und bei Almeria gibt es Unmengen von Sulfat-Neubildungen, welche sich aus den Primärmineralien Pyrit und Chalcopyrit sowie den sekundärmineralien Chalkosin und Covellin ( pH-saure wässrige Lösungen, welche durch natürliche Auslaugung der Cu-haltigen Mineralien aus dem Eisernen Hut und spätere Präzipitation ) gebildet haben. Darunter auch Chalkanthit.
Unter welchen Neubildungs- Unterbegriff solche Mineralbildungen fallen, ist nicht ganz klar. Ich habe diese als Präzipitate bezeichnet.
Tatsache ist jedoch, daß dieses Sulfate, resp. Chalkanthit, nicht durch von Menschen (= anthropogen ) erzeugte oder angelegte Grubenwässer, sondern ganz natürlich entstanden sind.
In der uralten Untertagegrube Kaymar bei Decazeville in Südfrankreich kannst Du eine ca. 25 m hohe und ca. 35 m breite blaue Wand nur aus Chalkanthitkristallen "besammeln " - die Abbauarbeiten auf Kupfer wurden allerdings schon wesentlich während der römischen Bestzung eingestellt, sodaß die Chemie fast 1.800 Jahre Zeit hatte, dieses schönen Chalkanthite ohne menschliches Zutun neu zu bilden. Der Beispiele gibts viele. Und dazu gehören auch die beiden von mir abgebildeten Stufen aus Almeria und Rio Tinto.
Und ob die blaue "Hauyn " -stufe, welche Ausgangspunkt dieser Diskussion ist, nun natürlich wie in Rio Tinto neugebildet wurde oder ein anthropogenes pr bzw. industrielles Produkt oder ein Präzipitat aus dem Flußbett ist - das kann man wohl kaum nachvollziehen. Auf jeden Fall dürfte ves sich, wie auch immer entstanden, um Chalkanthit handeln.
gruß
collector
Krizu:
Hallo,
genauso sehe ich es auch, aber du hast eine Reaktion des Kupferkieses:
FeCuS2 mit viel O2 wird zu schwefliger oder Schwefelsäure und die reagiert nunmal mit dem verbliebenen Kupder zu CuSO4, welches sich mit Wasser anreichern kann.
Wenn der Mensch die Säure zugibt ist es klar,´auch wenn der Mensch das Absetzbecken gebaut hat um die Lösung einzudunsten . Aber was ist mit den Kristallen im Rammelsberg? Nur weil der Mensch den Gang in den Berg getrieben hat, wo die Lösung kristallisiert? Dann ist der Diamant auch immer synthetisch. Beweise, dass der auch vor dem Gang im Berg war 8) (eine Sichtweise der Quantentheorie)
Die Kristalle in meiner Schublade dagegen sind garantiert synthetisch! Ich habe das Zeug gekauft, das Wasser gerührt und ich habe gewartet.
MfG
Frank
berthold:
Hallo,
@Frank: Mit der Übertragung der Quantentheroie in die Lagerstättenkunde gehe ich nicht einig. ;D Die zeitliche Gliederung (natürliche Entstehung - dann Abbau von Menschenhand) ist eindeutig.
@Peter: Ja, hab ich schon begriffen, nur diese "Neubildung" halte ich eben für anthropogen, und damit nicht für natürlich. Übrigens sehe ich auch in Deinem Beispiel Kaymar eine anthropogene Bildung (Voraussetzung war der Abbau).
Da wir uns nun offensichtlich einig sind, dass es keine Glasschlacke und auch kein Hauyn sondern sicher Chalkanthit ist, stellt sich eine ganz andere Frage:
Wer schickt den Honig ? (siehe Posting #3) ;D
Gruß
Berthold
Krizu:
--- Zitat von: berthold am 15 Dec 05, 13:59 ---@Frank: Mit der Übertragung der Quantentheroie in die Lagerstättenkunde gehe ich nicht einig. ;D Die zeitliche Gliederung (natürliche Entstehung - dann Abbau von Menschenhand) ist eindeutig.
--- Zitat ---
Ups, damit machst du einige Quantenphysiker sehr unglücklich - vielleicht auch Schrödingers Katze. ;D
Nur zum Verständnis
Also wenn in einem Bergwerk etwas auskristallisiert, was auch in der Höhle nebenan kristallisieren könnte, ist anthropogen? Bei der Synthese sit das der Unterschied zwischen Zucht/Unzucht (unkontrolliert) und Züchtung (definierte Bedingungen, Planung etc). Ich sehe nur die Bedingung: Da muss Luft dran kommen. Aber vielleicht bin ich zu liberal.
Ist ein Tropfstein in einem Bergwerkl ein anderer als in einer Höhle?
Keine Ironie - ich suche die Grenze!
--- Zitat ---Da wir uns nun offensichtlich einig sind, dass es keine Glasschlacke und auch kein Hauyn sondern sicher Chalkanthit ist, stellt sich eine ganz andere Frage:
Wer schickt den Honig ? (siehe Posting #3) ;D
--- Ende Zitat ---
GRINS 8)
--- Ende Zitat ---
--- Ende Zitat ---
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