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Autor Thema: Alter von Mineralien  (Gelesen 25068 mal)

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Offline Philip Blümner

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Alter von Mineralien
« am: 13 Jun 04, 21:54 »
Hallo!

Ich wollte mal wissen, wie alt Mineralien sind bzw. wie schnell sie wachsen?

Darüber habe ich noch nirgends was gefunden, vielleicht bin ich aber zu dumm zum Suchen  ::)

Offline Frank de Wit

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #1 am: 13 Jun 04, 22:53 »
das hangt vom mineral ab...
alpine quarze warten schon 10.000e jahre auf dich im kluft
winter-schnee-eis-gefrieren-sommer-(sonne)-meistens-regen-in-die-alpen-mechanische-erwitterung-lawine-eis-schnee-(das-jahre-jahre lang)-und-dann-hammer-meisel-strahlstock-im-rucksack-im-papier-im-auto-nach-hause-auspacken-waschen-im-vitrine-und-die-sind-noch-nicht-kaputt :o
und
alunogen-xx, salmiak-xx, selen-xx uzw vom Anna/Alsdorf sind schon etwa 6 wochen spater wieder da, wenn du 6 wochen fruher dachte: 'jetzt habe ich alles mitgenommen'  ;)
und
die letzte vulkane im eifel waren etwa 10.000 jahre her aktiv, die schone blaue jeremejewite vom wannenkopfe sind damals entstanden
uzw

Hojje! Frank

Offline Schatten

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #2 am: 14 Jun 04, 07:00 »
Hallo slaggy,

da hast Du Dir aber eine sehr komplexe Frage einfallen lassen ;D.

Nehmen Wir mal die Sekundärmineralien, viele von denen (die man heute findet) haben sich erst in jüngerer Zeit gebildet.
Vor allem auf den alten Abraum-und Schlackenhalden bereits erloschener Bergbauaktivitäten.
Bestes Beispiel ist (denk ich Mal) Laurion/Griechenland.
Dort haben sich in den antiken Schlacken unzählige Mineralien gebildet (bitte jetz keine Diskusion, ob man da von Mineralien sprechen kann ;))

Theoretisch müsste es Mineralien seit der Zeit geben, zu der sich die Erde abgekühlt hat. Nur wird es von diesen vor Mill. Jahren gebildeten Mineralien wohl heute nichts mehr geben...
Mineralbildungen sind ein ewig fortlaufender Prozess, solange der 'innere Motor' der Erde läuft und die Verwitterung des entstandenen Materials anhält, sollten wir noch einige Jahre mit Mineralien versorgt werden.

Ich denke mal, es ist schwierig zu sagen wie alt Mineralien wirklich sind-so könnte ein Quarz aus dem Alpen jünger sein, als ein Quarz ausm Harz.
Es hängt halt viel von den erdgeschichtlich, relevanten Vorkommnissen ab.

der Schatten

Nachtrag: habe da was zum lesen:
http://www.adolf-reichwein-schule.de/u_mat/geschi/e041.htm
und
http://www.asoka.de/mineralalpin/ (ob da alles stimmt :-\)
« Letzte Änderung: 14 Jun 04, 07:12 von Schatten »

Offline Florian

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #3 am: 16 Jun 04, 09:19 »
Hi,

Zirkon und Monazite sind (glaube ich) recht alte Mineralien, die überstehen Wiederaufschmelzungen der Gesteine und werden daher zur Altersbestimmung von z.B. Pegmatiten benutzt. Muss mal sehen ob ich da Literatur dazu finde!

Glück AUf Flo

Offline Philip Blümner

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #4 am: 16 Jun 04, 14:04 »
Hallo!

Danke erstmal.
Ja, die Frage ist komplex. Es kommt ja sicher auch drauf an, wieviel welchen Elements in der Matrix/Umgebung vorhanden ist usw...

Uwe Kolitsch

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #5 am: 16 Jun 04, 19:11 »
Manche Sekundärmineralien wachsen bei guten Bedingungen sicher innerhalb von Stunden bis Wochen.
Schweizer Mineralogen hatten mal einen größeren Bergkristall untersucht (Analysen vom Kern bis hin zum Rand), und herausgefunden, daß er über einen Zeitraum von ca. 1 Mio Jahren gewachsen ist.  (Der Bericht stand, wenn ich mich recht erinnern kann, in einem Lapis-Sonderheft - über Alpine Minerale?).

Uwe Kolitsch

Offline Erik

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #6 am: 17 Jun 04, 08:27 »
Hallo zusammen,

die ältesten radiometrisch datierten Zirkone zum Beispiel stammen aus dem Archaikum und haben ein Alter von ca 4,2 Milliarden Jahren!  :o
Die mussten den Gesteinskreislauf also schon mehrfach 'durchmachen' und haben es unversehrt überstanden!

Gruß, Erik

Offline Philip Blümner

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #7 am: 17 Jun 04, 11:26 »
Was sind Sekundärmineralien?


Offline Erik

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #8 am: 17 Jun 04, 11:30 »
Hi slug,

Sekundärmineralien sind Mineralien die zB bei der Zersetzung und Umwandlung von Erzen entstehen.

Malachit und Azurit beispielsweise sind sekundäre Kupferminerale.

Gruß, Erik

Offline uwe

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #9 am: 17 Jun 04, 20:53 »
Leute, sagt mal lest Ihr keine Fachbücher ?

In jedem besseren Mineralienlehrbuch ist die Entstehung der einzelnen Mineralarten (pneumatolytisch, Hydrothermal, kontaktmetamorph usw.) ausführlich beschrieben.

Daraus kann man ableiten, daß die hydrothermalen Quarze und auch alle anderen hydrothermal gebildeten Kristalle eben nur so lange wachsen, wie der Druck der hydrothermalen Lösung anliegt. Um einen Quarz wachsen zu lassen, braucht es keine Million Jahre. Quarzkristalle werden heute schon künstlich aus der Lösung gezüchtet.

Ich habe allerdings mal gelesen, daß in den alpinen Zerrklüften die Bergkristalle durch zirkulierende Wässer entstehen. Das allerdings braucht dann schon seine Zeit.

In vulkanischen Gebieten entstehen in größeren Tiefen auch heute noch die schönsten Mineralstufen. Bis die aber zugänglich sind, muß der Vulkanismus erloschen und das Deckgebirge weitgehend abgetragen sein. Das dauert dann.

Glück Auf
Uwe


Offline McSchuerf

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #10 am: 18 Jun 04, 06:29 »
Wachstumsgeschwindigkeit wäre dann ein weiteres Thema ..

schnell in der damaligen Eifel nach oben ausgestossene Lapilli z.B., bringt auch ganz rasche Abkühlung der Mineralien mit sich; dadurch entweder nur glasige Massen, skelettartige 'Individuen' oder winzige Kriställchen..wie sollten auch die Kristalle 'reifen', wenn sie ad hoc durch Vulkanausbrüche nach oben 'geschossen' wurden und keine Zeit hatten, langsam abzukühlen.. :)

Ergänzung zum Alter von Gesteinen (Gesteine bestehen ja immer aus einem oder mehreren Mineralien)..'unser' Phyllit aus Bierstadt ist mit das älteste Gestein Deutschlands..480 Millionen Jahre alt! ;)

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 18 Jun 04, 06:32 von McSchuerf »

Offline McSchuerf

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #11 am: 18 Jun 04, 06:41 »
Hallo uwe,

ganz so pauschal kannst Du das nicht sehen.. ;)..

...tektonische Plattenbewegungen und damit als Folge Vulkanismus, etc. gab es nicht nur zu e i n e r bestimmten Zeit (nämlich zur Variskischen Gebirgssbildung - Oberkarbon - vor rd. 325 Millionen Jahren) sondern auch schon viel früher und immer wieder bishin zum Quartär in dem wir heute leben..

...hydrothermale Entstehung z.B. erfolgt immer als letztes Stadium im Rahmen der magmatischen Entstehung von Mineralen - also auch nach der Pegmatitbildung (aus den Restschmelzen) ..folglich kann auch die hydrothermale Entstehung entweder vor X Millionen Jahren eingesetzt haben oder auch vor  Y Milionen Jahren.. ;)..je nachdem wann der entprechende Gesteinkreislauf 'angestossen' wurde..
..so sehe ich das jedenfalls..aber das leite ich jetzt einfach aus eigenen Überlegungen ab..man kann ja darüber auch noch mal wieter diskutieren..
 :)
..und richtig: zirkulierende Wässer haben für die Quarz-Entstehung in Kluftsystemen (Zerrklüfte) der Alpen z.B. länger gebraucht..

2. Beispiel..
Es gibt Gipskristalle in Stollensystemen die nach 50 Tagen entstanden sind; es gibt aber auch Gipskristalle die länger brauchen..

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 18 Jun 04, 06:44 von McSchuerf »

Offline Philip Blümner

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #12 am: 18 Jun 04, 07:08 »
Ich habe keine Fachbücher, in denen ich sowas lesen könnte.... :-\

Aha, es ist also ganz unterschiedlich und allgemein eine Laune der Natur. Ich denke nicht, dass die Natur einen Vulkanausbruch verhindern würde, nur damit wir schöne Mineralien ernten könnten  ;D

Ich habe auf der Messe in Stuttgart Gips-Kristalle erworben, die auf Schilf  oder Stroh o.ä. wuchsen. Und die können dann net sooooo alt sein.

...Sekundärmineralien sind Mineralien die zB bei der Zersetzung und Umwandlung von Erzen entstehen.
Malachit und Azurit beispielsweise sind sekundäre Kupferminerale.
Gruß, Erik
Sind also Sekundäre Mineralien welche, die ein Metall beinhalten?
« Letzte Änderung: 18 Jun 04, 09:38 von slugslayer »

Offline Philip Blümner

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #13 am: 18 Jun 04, 09:33 »
Wie kann man denn das Alter bestimmen? Durch Radiometrie?
Oder durch die C14-Methode?

Mich würde es schwer interessieren, wie alt meine Mineralien sind!

Diese 4,3 Mrd alten Zirkone...puuh...boah...staun  :o
Wie groß sind denn die?
Wow, die haben ja viel erlebt...die haben ja die ganzen Dinos etc
miterlebt. Wenn die sprechen könnten!!!

Offline Florian

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Re: Alter von Mineralien
« Antwort #14 am: 18 Jun 04, 15:52 »
zu Sekundärmineralien: meines Wissens (nur kleiner Sammler) gibt es sehr viele Sekundärmineralien z.B. Kupfersekundär wie Azurit und Malachit... und bei Phoshpaten wie Triphylin, Zwieselit, Apatit.. sind Sekundärphosphate dann Beraunit, Kakoxen, Vivianit.... so kann man aus den Sekundärmineralien auf die verwitterten Primärmineralien schließen, müssen also nicht nur Erze sein.

zu Altersbestimmung mit Zirkonen, puh muss ich erst mal suchen da bin ich nicht mehr so am laufenden, hat glaub ich was mit der letzen AUfschmelzung und dem Schalenwachstum (Zonarbau) dieser zu tun. Bin aber halt nur ein Sammler kein Wissenschaftler, aber vielleicht kann jemand anders da weiter helfen!

 

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