Hi smoeller,

über Altersdatierung habe ich bisher nur relativ wenig nachgelesen.
Ich weiß in etwa welche Methoden es gibt und habe vor mich da auch noch näher drüber zu informieren.
doch Dank für diese Zeilen!
(die Nd/Sm Methode hatte ich auch schon mal in meinen tausenden Seiten von Papier hier, aber völlig aus dem Blick verloren...)
Eigentlich zweifle ich nicht an der Zuverlässigkeit der ermittelten Alter.
(und habe vor nichts mehr Respekt als vor einer guten wissenschaftlichen Beweisführung- es sind ja alles Leute, die wissen was sie da tun)
Die Bandbreite von 60 mio Jahre für die moldanubischen Granite akzeptiere ich, so wie vieles andere auch
(z.B. daß die Chondrite so ca. 4,3mrd Jahre alt sind).
Ehrlich gesagt habe ich selbst Probleme, das mit der potentiellen Fusion zu glauben und habe mir auch lange überlegt, ob ich das hier reinbringe.
Aber der Gedanke kam so plötzlich, daß ich hier diese Frage gestellt habe- er war zu verlockend und ist einer Diskussion sicher wert.
Wenn man das genau investigieren will, muß man äußerst komplizierte Berechnungen durchführen, zu denen ich mich aber derzeit nicht im Stande sehe.
Auszurechnen, welche Energie ein Körper mitbringt, ist ja noch leicht, wenn man Masse, Geschwindigkeit und Rohdichte kennt, aber wie sich das bei einem Impakt umsetzt schon viieeel schwieriger.
- und erfreue mich daran, daß der Kamacit der kubischen Hexaedrite Neumannsche Linien und der der Oktaedrite die schönen Widmannstettenschen Figuren hat.
Vielleicht fahre ich ja mal in die Sahara und such mir selbst einen Kamacit...

Mir geht es auch in erster Linie nicht darum, diese Problematik bis ins Letzte auszudiskutieren(- doch Danke daß Ihr da so fleißig mitdiskutiert!!!), sondern Impakte und das geologische Werden der Erde in einen schlüssigen Zusammenhang zu packen.
z.B.: wenn auch die ausdifferenzierten Meteorite dieses Alter von 4,3 mrd a haben, was ist da seinerzeit gewesen?
waren es ausschließlich große Planetesimale, die seitdem auf die Erde niedersausen,
oder war da vielleicht doch ein bereits fertig ausdifferenzierter Planet, den es aus einem vielleicht noch zu klärenden Grund zerfetzt hat?
Ich kenne die gängige Auffassung, daß man sagt, die Planetesimale des Asteroidengürtels seien eben alles Planetesimale und hätten maximal 500km Durchmesser, weil der Jupiter als "Himmelsstaubsauger" die Akkretion verhindert habe.
Doch kenne ich auch die Titius-Bodesche Regel und
könnte mir vorstellen, daß diese nicht ganz unberechtigt ist- obwohl immer wieder ins Reich der Fabel verwiesen.
Denn eine Planetenakkretion in "harmonischen" Abständen zur Sonne erscheint mir zunächst logischer als eine in anharmonischen.
Da ist ja gereade eine japanische Sonde auf dem Rückweg zur Erde und in ein paar Jahren wird man vielleicht mehr wissen.
weißt Du- Vesta is mir einfach zu sehr Kartoffel, um einfach nur Planetesimal zu sein- jaja, auch Planetesimale können kollidieren, das sollte man auch nicht außer Acht lassen...
Mir ist bekannt, daß als eines der Hauptargumente oft angeführt wird, die Summe aller Asteroidenmassen reiche nicht aus, um einen nennenswert großen Planeten zu bilden.
Das braucht es aber auch nicht, wenn die restlichen "Brocken" in der Zwischenzeit auf Merkur,Venus,Erde,Mond,Mars,Jupiter usw. nieder geregnet sind.
Mir ist auch bekannt, daß die erdnäheren Asteroiden eine andere chemische Zusammensetzung haben sollen als die jupiternahen- was die Planetesimaltheorie wieder eher unterstützen würde.
Jedoch- wie kann man das von der Erde aus sehen?
Die Asteroiden sind doch wohl alle ziemlich kalt, geben vielleicht schwache Infrarotsignale ab und sind zudem von einer Graphithülle umgeben.
Da wird man ohne Probenahme am extraterrestrischen Objekt wohl kaum zuverlässige Aussagen machen können.
Oder irre ich da??
Weil Du die Zerfallsreihen angesprochen hast:
Wenn man dieselben der häufigeren Elemente auf einer Zeitskala aufträgt, die von 4,3 mrd bis heute geht, sieht man, daß die langlebigen Isotope in ihrer Aktivität nahezu linear abfallen, die Kurve des
40K jedoch exponential abfällt. Is völlig logisch, kommt aber graphisch besser rüber alsmit nackten Zahlen.
Das
40K wird deshalb als Hauptwärmemotor der Erdfrühzeit angesehen.
Das bedeutet in logischer Konsequenz, daß die Erde Ende Hadäikum eine erste Kruste bekommen hat, so in etwa wie die Haut auf übergekochter Milch, und dann darunter langsam ein Mantel entstand.
Der Kaliumzerfall war jedoch bis vor ca. 500 mio Jahren noch relativ hoch, so daß ich vermute, daß auch der feste und zähe Erdmantel bis zu dieser Zeit noch wesentlich dünner war.
Wenn also vor 2 mrd a ein Asteroid runterkam hat es vielleicht nur ein wenig geplatscht-(ich untertreibe hier) und vor 500 mio a dann schon mehr gerummst.
Was ich damit sagen will:
kosmische Einschläge in der Erdfrühzeit waren dann zwar in der Lage das entstandene Leben in Teilen wieder auszulöschen, sie waren aber vermutlich nicht in der Lage, die Krustenstruktur als Ganzes zu zerstören. Irgendwann einmal (am Tag als aus Pangäa die Kontinente wurden) waren jedoch Kruste und Mantel so mächtig, daß die Kruste in ihre heutige Grobstruktur zerriß.
Danach erfolgte eine rasche Wärmeabgabe aus den Rissen (wurde natürlich mit H2O gelöscht), der Mantel konnte dadurch noch schneller mächtiger werden, weil die Kristalle brauchen ja Platz wenn alles kühler wird - selbst wenn sie hochverdichteter Postperovskit in der D" Schicht sind.
Und damit sind wir an einem Punkt, an den ich nun wirklich hin möchte:
Eine langsame Volumenvergrößerung der Erde, die allem Anschein nach vor 570 mio Jahren begonnen hat und vor 180 mio Jahren einen richtigen Schub bekommen hat, (Ozeanalter!!!) führt automatisch zu einer Verlangsamung der Erdrotation (man denke an die Eiskunstläuferin, welche ihre Pirouetten dreht) und man braucht dann keine Gezeitenreibung mehr, um das Phänomen zu erklären, daß unser Erdenjahr jedes Jahr ein paar Millisekündchen länger dauert (und die 408 bis 412 Tagesringe der devonischen Korallen wären dadurch auch erklärt)
Natürlich gibt es auch Subduktion- nördlich Sibiriens und an Nordamerikas Pazifikküste und andernorts auch hat man die ja auch schon gemessen - ich habe von einer bis jetzt ermittelten Subduktionsmaximalrate von 9 cm/Jahr gelesen - das jedoch nur an einer Stelle, sonst liegen die Raten anscheinend tiefer - jedoch an den mittelozeanischen Rücken gibts Neubildungsraten von bis zu 14 cm pro Jahr - an manchen Stellen auch zugegebenermaßen nur 3-4.
Daß die Erde ihr Volumen vergrößert (derzeit so ca. 4 cm mehr Umfang pro Jahr) scheint ja mittlerweile eine durch die GPS-Satelliten nachgewiesene Tatsache zu sein.
Erstaunlicherweise scheint es an den Rändern des Atlantik überhaupt keine Subduktion zu geben- und das läßt sich mit der herkömmlichen Plattentektonik, bei der alle Kontinente mehr oder weniger wirr über die Erdoberfläche wandern, wohl nur äußerst schwer erklären.
jetzt habe ich hier sozusagen die
Theorie der expandierenden Erde erklärt- die ist nicht von mir, aber es gibt eine Reihe von Wissenschaftlern, die daran arbeiten.
Ich besitze ein paar Bücher zu diesem Thema und bin eigentlich vor zweieinhalb Jahren eher zufällig da drauf gestoßen.
Da haben sich dann ein paar Dinge ereignet, die ich jetzt nicht breittreten werde, aber ich fühle mich irgendwie den ganzen lieben Menschen die um dieses Thema arbeiten verpflichtet- und deshalb bin ich nun in Euren Mineralienatlas reingeplatzt.
Weil es so ist, daß es in der Wissenschaft teilweise immer noch eine starke Verneinung dieser Theorie gibt, aber eher aus Uninformiertheit.
Denn es gibt eine Menge Leute, die glauben die Theorie der expandierenden Erde bestünde darin, daß die Volumenvergößerung durch die Materiezufuhr der Asteroiden und des täglich herabrieselnden kosmischen Staubes entstünde.
Das sicher nicht!!! Diese Mengen sind nun wirklich zu gering!
Die Abkühlung isses! des 40er Kalium und das Zerbersten der Kruste!
...und Wissenschaft ist für mich angewandte Dialektik:
These-Antithese-SyntheseVielleicht liest ja irgendwann mal der werte Cord Ernstson aus Würzburg diese Zeilen- unser aller Impaktspezialist.
- ne Diss darüber tät ich ziemlich gerne schreiben...
Auf Euer feedback freut sich
mfG Impaktus