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Autor Thema: Impakte Plateaubasalte KT PT  (Gelesen 23691 mal)

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Offline Impaktus

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #30 am: 07 Sep 06, 23:22 »
Hi smoeller,
nur kurz, da ich ziemlich aufgewühlt bin wegen der Sache und jetzt dann mal abschalten muß.
seit ich diesem thema hinterher bin, wälze ich Chemiebücher, Astrophysik, Geologie und und und, und das gleiche auch noch im Netz.
Und kann seit 2 Jahren kaum noch schlafen....
Ich freue mich über Deine Antwort, da ich sehe, ich werde ernst genommen.

Und doch nicht in die Parawissenschaftlerecke gedrängt, wie ich nach Bertholds vorletztem post schon befürchtete.
Ich wußte, daß sowas kommen würde- und habe es sogar noch provoziert mit meinen Gedankenspielchen zur Fusion und dem Hexaferrum...

hat mich fix und feddich gemacht, weil ich fast die zweiten 20 Jahre meines Lebens nahezu komplett den Naturwissenschaften verschrieben hab
(soweit mir das mein Leben erlaubt)
über Parawissenschaften kann man mit mir flachsen
(siehe meine Bemerkung zum K-Einfang des Herrn Quecksilber) ;)
aber das Maß der Naturwissenschaft sind für mich die physikalischen Gesetze und die große vereinheitlichte Theorie, aber auch die hat noch Lücken....
(was ein anderes Thema wäre)

mein background ist jedoch ein Anderer als bei Euch Geologen
>>Grundvorlesung Geologie in München LMU
>>schnellschnell die Steineprüfung abgelegt
>>8Wochen in selbstauferlegter Totalklausur auf den Chemieschein gepaukt
danach ging es mehr um Bodenkunde,Geobotanik,BWL, und vieles Andere.
Da war selten noch Platz für Geologie geschweige denn Minerale
dennoch immer wieder gern den Scheffer/Schachtschabel rausgeholt und den Gesteineführer.
und meine geologische Karte hab ich selbst kaschiert für das Gelände...
einen Bohrstock besitze ich auch sowie ein Fläschchen HCl und pH-Indikatorlösung...

und nun versuch ich seit mehreren Jahren diese Defizite aufzuarbeiten, aber Chemie, Astrophysik, Mineralogie....
alles Fässer ohne Boden- man wird nie alles wissen....
...und der Hollemann-Wiberg is ein geiles Buch,aber er erschlägt mich immer wieder, und ich lese ja auch noch anderes.
...und jetzt dieses Forum
...das nächste Faß ohne Boden in meinem Leben...

>>> ich meinte nicht daß das Wasser den Erdkern erreicht. sondern da wo Magma aufsteigen kann (MORB und andere Stellen, z.B. HotSpot)
und mit Wasser zusammenkommt, da kann es Oxidieren und sein Volumen vergrößern

der Mantel erhält in seiner Gänze sicher nicht viel Wasser, wenn überhaupt, dann nur ziemlich weit oben, da auch das "Kristallwasser" bei den hohen Drücken und Temperaturen rausgequetscht wird, und Du sagst es ja: Eklogite <2% wasser

Mißverständnis da wieder mal zu einfach formuliert.... das mit dem Kern...
Ich schrieb ja bereits, daß ich Subduktionsvorgänge nicht negiere, irgendwo muß der andesitische Vulkanismus ja her kommen, und der explosive Vulkanismus läßt sich am besten mit ner abtauchenden Platte erklären die auch gleich noch ein bißchen H2O mit eindringen läßt bzw. das etwas weiter oben dann auf langsam aufsteigende Magma trifft.
Daß vor Chile von den Platten abgeschabt wird, weiß ich, gerade das macht die Bohrungen offensichtlich wegen dem Scherdruck so schwer....

Es grüßt Euch
Impaktus :)

der jetzt 2 Bierchen kippen geht....

Offline berthold

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #31 am: 08 Sep 06, 11:02 »
Hallo Impaktus,

niemand will Dich in eine parawissenschaftliche Ecke drängen. Nur die Thesen, die Du hier bringst sind -wie gesagt- peinlich. Und Jacob's Thesen waren eben auch dem Dekan und dem ehemaligen Dekan der geowissenschaftlichen Fakultät der TU Berlin peinlich, besonders deswegen, weil er sich leider auf Pseudowissenschaften stützte (ich sage nur Meyl'sche Skalarwellen / Neutrinoeinfang ...). Glaube bitte nicht, die Wissenschaft hätte sich nicht mit solchen Thesen auseinandergesetzt. Nur konnten Hilgenberg, Jacob, Pfeufer, Maxlow usw. keinerlei stichhaltige Beweise für ihre Thesen bringen.

Die erste große Frage ist doch, wo könnte ein für die EE-These notwendiger (gewaltiger) Massezuwachs oder Volumenzuwachs  herkommen. Und schon da scheitern alle.

Nebenbei: Deine Sauerstoff-Bindung im Erdmantel verändert die Masse der Erde natürlich um kein Gramm - und das Volumen bestenfalls geringfügig in entgegegesetzter Richtung.

Unpassenderweise darf die EE auch nicht kontinuierlich gehen. Wir haben ja im Perm einen Superkontinent, vorher und nachher mehr oder weniger zusammenhängende Kontinentalplatten. Das würde ja bedeuten: Vorpermische müsste die Erde schrumpfen, nachpermisch ganz heftig wachsen.

Und jetzt kann man auf die Idee kommen, die Erde sei ohne Massenzuwachs gewachsen. Aber da werden die phyikalischen Erklärungsnöte noch größer. Warum sollten Kern und Mantel (drastisch) wachsen, die doch wohl den gleichen physikalischen Gesetzen unterliegenden Kontinentalplatten aber nicht?

Zudem müsste man schon ganz schöne Bauchaufschwünge machen um (wie z.B. Jacob argumentiert) ohne Plattentektonik die Vielzahl der Beobachtungen die uns die Geologie gegeben hat, zu erklären. Gebirgsbildung, Decken-Überschiebungen, Vulkanismus, Erdbeben, und weiß der Geier was sonst noch. Nur ein Beispiel: Das Knete-Gummiball-Modell zur Orogenese haut auch deswegen nicht hin, da die Erdkruste schon in wenigen km Tiefe plastisch reagiert. Selbst wenn: Alle Orogenesen hätten (natürlich nachpermisch) gleichzeitig stattgefunden...

Du schreibst: "Daß die Erde ihr Volumen vergrößert (derzeit so ca. 4 cm mehr Umfang pro Jahr) scheint ja mittlerweile eine durch die GPS-Satelliten nachgewiesene Tatsache zu sein." Mal ganz abgesehen davon, dass die globale Messgenauigkeit vom GPS um minimal eine (eher zwei Zehnerpotzenzen) nicht ausreicht so einen Beweis zu führen, woher hast Du diese Info? Und welcher Umfang (einer reicht ja nicht...)?

Und nun meine Frage: Wozu brauchen wir eine EE-Theorie?  Hilgenberg erklärt damit die Küstenlinien-Übereinstimmung. Schön. die kann man mit Plattentektonik auch machen. Aber sonst? Ja, da wird es sehr dünn. Und deswegen die Naturwissenschaften (Physik !) in ihren Grundfesten umwerfen?

Gruß

Berthold

Offline Impaktus

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #32 am: 08 Sep 06, 15:06 »
Hi Berthold,

bis jetzt habe ich noch keine naturwissenschaftliche Grundthese über den Haufen geworfen.

Aber ich muß Dir den Gedanken noch weiter ausführen.

Hier geht es nicht um Massenzuwachs.

Nur das Volumen!

Und daß das Volumen sich bestenfalls geringfügig in die entgegengesetzte Richtung verändert, das ist genau das hüpfende Komma,der springende Punkt mein ich...

Du hast sicher recht, wenn man sich dabei denkt, daß die Schmelze ihr Volumen geringfügig verringert, wenn sie zum Kristall wird (nicht jedoch beim Wassereis, das ist schon mal sicher...),
weil die Atömchen thermische Eigenbewegung haben, die auch Platz braucht.
Aber die Schmelze, die Du aus nem Krater rausfließen sehen kannst, unterliegt ja anderen physikalischen Bedingungen als die in 100 km Tiefe oder gar in 3000km.
Die steht unter Druck!
und der schränkt doch wohl den Raum für die thermische Eigenbewegung wieder ein?

Die EE wird wohl auch nicht kontinuierlich gehen sondern so lange, bis es keinen flüssigen äußeren Kern mehr gibt.
und das wird noch einige Milliönchen Jahre dauern.

Von Kernwachstum spreche ich nicht, nur von Mantelwachstum.

Das mit den GPS-Messungen habe ich irgendwo mal ersuchmaschint.
muß kucken ob ich den link noch hab.
Habe aber die letzten Jahren öfter mal meine Betriebssysteme neu aufgesetzt hier, dabei sind mir zweimal die explorerfavoriten flöten gegangen
(is was beim backupmachen schiefgelaufen)

Wozu wir die EE-Theorie brauchen:
weil sie die richtige ist.
Pangäa schwamm nicht inmitten eines riesengroßen Panthalassa, sondern da war größtenteils landunter.

Herrn Maxlows Paläogloben vor dem Perm sind auf jeden Fall zu klein und die von Perm bis heute vermutlich in der Tendenz auch.
Herr Maxlow hat zwar bei seinen Rekonstruktionen brav Zugaben gemacht für die Plattenüberschiebungen, anscheinend aber zu wenig.
Ich schätze den Paläoradius Perm größer als die Hilgenbergschen 0,6 Erdradien oder die von Maxlow.

Das läßt sich aber auf anderem Wege rekonstruieren:

Nämlich indem man die heutige Masse der Erde nimmt.
Dann die Kugel in möglichst viele ineinandergeschachtelte Sphären unterteilt
(z.B. Kern/Mantel/Kruste) und den Sphären dann die richtigen Rohdichten zuordnet.
Dann läßt man die Kugel sich drehen mit 365,2425 Tagen pro Jahr
und rechnet aus welches Volumen sie haben müßte, damit sie sich 412 mal pro Jahr dreht
damit hättest Du ungefähr das Volumen fürs Devon...

Dabei vernachlässigt man zunächst den Mond und eine (hypothetische) Gezeitenreibung.
Wenn es diese wirklich geben sollte und man die berechnen kann, dann würde die berechnete Paläokugel wieder etwas größer werden.
Man berechnet also zunächst einen Paläominimalradius ohne Gezeitenreibungseffekte, damit man auf der sicheren Seite ist.
Kleiner kann dann die Kugel nicht gewesen sein.

Du mußt mir dazu nicht erzählen, daß der Schwerpunkt des Erde/Mondsystems bei 0,73 Erdradien ist und daß die Kruste sich deswegen beim Mondumlauf hebt und senkt und Gezeitenberge und -täler dem Mond hinterherlaufen.
Das weiß ich, bin jedoch wie ich bereits schrieb der Ansicht, daß sich alle "Gezeitenreibungskräfte" netto zu einer Nullsumme aufheben.
(laß mich aber gern eines besseren belehren, wenn mir das einer mathematisch beweisen kann)

Den Rotationsellipsoid Erde vernachlässigen wir auch zunächst einmal und bleiben bei der Kugel, weil der uns die Rechnung erschwert und wir faule Säcke sind.
Schreiben wir aber ne Diss darüber, berechnen wir ihn natürlich mit ein. ;D

Wenn man den Paläoradius so einigermaßen ermittelt hat, liefert der dann sogar Information, welches Volumen an Kruste bei der Subduktion wieder augeschmolzen worden sein muß und man könnte versuchen dies den einzelnen Orogenen zuzuordnen (das wird dann aber ne verdammt schwere Berechnung)

Dann bekommen wir eine neue Paläokugel, bei der man sehen wird, daß Laurentia so ziemlich genau auf der anderen Seite von Antarctica liegt.

Dann stellen wir ein neues Modell auf und lassen einen großen Körper mit voller Wucht auf die Erde fallen.
Und zwar mitten in die Hudson Bai...
Und kucken ob es nicht auf der anderen Seite Antarctica wie nen Sektkorken aus der Flasche springen läßt.

(Ich weiß, HudsonBai ist nach bisherigen Untersuchungen kein Krater. Wenn man sich jedoch die geologische Karte von Kanada betrachtet sieht man einen riesigen plutonischen Kraton - ich zumindest -. Ich kann mir gut vorstellen, daß die Spuren des Impaktes längst verwischt sind. Die Erde hat nach dem Impakt geächzt und gestöhnt, der Hudson Kraton sich gehoben und alle Spuren sind längst wegerodiert)

damit wäre die Gravitationsanomalie unter der antarktischen Decke, die man Anfang dieses Jahres festgestellt hat, auch erklärt, nur andersherum... ;)

http://researchnews.osu.edu/archive/erthboompix.htm

soweit meine Hypothese...

freundlichster Gruß und überhaupt nicht beleidigt wegen dem ...peinlich...

Impaktus

P.S. die GPS-Info finde ich jetzt nicht mehr- die Suche könnte ewig dauern und ist mir jetzt zu mühselig - könnte NASA oder SpaceGoddard gewesen sein...
« Letzte Änderung: 08 Sep 06, 15:32 von Impaktus »

Offline Krizu

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #33 am: 08 Sep 06, 15:14 »
Hallo,

Das mit den GPS-Messungen habe ich irgendwo mal ersuchmaschint.
muß kucken ob ich den link noch hab.
Habe aber die letzten Jahren öfter mal meine Betriebssysteme neu aufgesetzt hier, dabei sind mir zweimal die explorerfavoriten flöten gegangen
(is was beim backupmachen schiefgelaufen)

glaube nicht alles, was im Netz steht!
GPS hat welche Wellenlänge?

Zitat
Nämlich indem man die heutige Masse der Erde nimmt.
Dann die Kugel in möglichst kleine ineinandergeschachtelte Sphären unterteilt
(z.B. Kern/Mantel/Kruste) und den Sphären dann die richtigen Rohdichten zuordnet.
Dann läßt man die Kugel sich drehen mit 365,2425 Tagen pro Jahr
und rechnet aus welches Volumen sie haben müßte, damit sie sich 412 mal pro Jahr dreht
damit hättest Du ungefähr das Volumen fürs Devon...

Dabei vernachlässigt man zunächst den Mond und eine (hypothetische) Gezeitenreibung.

eine starke Vereinfachung des Systems...  8)
Ohne Beschränkung der Allgemeinheit vernachlässigen wir die Sonne.
Die Erde ist eine punktförmige Masse im Weltall. Was korrekt ist, da d(Erde)<<d(Weltall).

Da ein Punkt keine Oberfläche hat, kann es keine Menschen geben. somit sind wir virtuell!!!  :o

 ??? ???

Frank


Offline Impaktus

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #34 am: 08 Sep 06, 15:45 »
Hi Krizu,
ich kann deinen gedanken nicht folgen und will es gerade auch nicht.

Jedoch: ich glaube erstmal gar nix was im Netz steht, sondern prüfe jede Quelle auf ihre Seriösität

wenn Du dich konstruktiv äußern willst, dann tu es..

..ich habe nur aufgezeigt, wie man sich rechnerisch der Sache nähern kann

und soeben das Wort "kleine" in "viele" verändert- das Fehlerteufelchen hat zugeschlagen..

Lies es nochmal dann weißt Du was ich meine.

Gruß Impaktus

Offline berthold

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #35 am: 08 Sep 06, 16:03 »
Hallo Impaktus,

jetzt habe ich gerade versucht die Konten aus meinen Gehirnwindungen rauszubekommen, die sich beim lesen Deiner Zeilen bei mir eingeschlichen haben.

Aber im Ernst, ich blick nicht mehr so recht durch was Du sagen willst.

Für eine EE gibt es weder brauchbare Theorien für die Ursachen noch nachweisbare Auswirkungen.

Ursachen:
Kein von Dir angeführter Mechanismus könnte -unter Beachtung der physikalischen Gesetze- den Erdradius beträchlich wachsen lassen. Da nützt es auch nicht wenn Du -im Vergleich zu Jacob und co. den Faktor nicht so drastisch beurteilst.

Auswirkungen:
Die unnachprüfbare Behauptung mit dem GSP-Messungen: Schon mal was vom GOCE-Projekt gehört? Da wir ein gigantischer Aufwand betrieben um die Grundlagen zu schaffen, mit denen man die Genauigkeit vom GPS bzw. ähnlichen Systemen in den Bereich zu bekommen der Messungen im dm oder cm Bereich ermöglichen könnte.  Der Satellit soll 2007 gestartet werden...

Gruß

Berthold


Offline Impaktus

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #36 am: 08 Sep 06, 16:53 »
Hi Berthold,

nee, GOCE is mir neu,
1000 Dank!!
Da wird man ja dann 2012 schon eine kleine Meßreihe haben....

und ich bin gespannt auf die ersten trends...

ich habe die GPS-Quelle so ne viertelstunde lang in meinen tausenden gespeicherten links (nee is geflunkert, mehrere hundert sinds) gesucht,
da ich mich aber entsinne mir damals gedacht zu haben, daß ich das eh nicht selbst überprüfen kann und das Rechnen den Leuten überlassen muß, die Zugang zum Datenpool haben, ist es wohl besser noch 5 Jahre zu warten....

ich versuche es nochmal mit anderen Worten:
der flüssige äußere Kern ist reduzierte Schmelze ohne Sauerstoff,
der Mantel ist es nicht>>> oxidiertes Silikat

wenn reduzierte Schmelze aufsteigt, sei es am MORB oder im HotSpot, dann holt sie sich den Sauerstoff zur Gitterbildung, sobald sie ihn irgendwo finden kann.
Im simpelsten Fall halt als 4 O-Atome um ein Si-Atom in Form eines Tetraeders.

Und der Sauerstoff kommt bei Vulkaneruptionen aus der Atmosphäre, bei Ausfließen der Magma unterhalb des Meeresspiegels aus dem Meerwasser.

Sieh Dir einfach mal an, wie so untermeerische Magma aufquillt, wenn sie erstarrt....
Dann solltest Du verstehen, was ich meine...

(ich hoffe es klingelt jetzt bei Dir und ich konnte den gordischen Knoten lösen)

Gruß Impaktus

Offline Impaktus

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #37 am: 08 Sep 06, 20:28 »
hallo Berthold,
darf ich Dir eine PM schicken?
2 Zeilen...nur zur Kenntnisnahme..
Ich möchte Dir etwas mitteilen, was nicht in diesen thread reinsoll...
eilt nicht mit der antwort, schönes wochenende!

gruß
Impaktus
(hab mir die GOCE-Seite angesehen, Du arbeite(te)st an diesem Projekt?
die PM is aber nicht deswegen)

Offline berthold

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #38 am: 08 Sep 06, 21:02 »
Hallo, Impaktus,

klar kannst Du mir PM's schicken. Und nein, mit GOCE habe ich nichts zu tun. 

Aber zur Sache:

Zitat
der flüssige äußere Kern ist reduzierte Schmelze ohne Sauerstoff,
der Mantel ist es nicht>>> oxidiertes Silikat

wenn reduzierte Schmelze aufsteigt, sei es am MORB oder im HotSpot, dann holt sie sich den Sauerstoff zur Gitterbildung, sobald sie ihn irgendwo finden kann.

... und irgendwo sitzt ein Heinzelmännchen, das die Fe und Ni Atome (über 80 % der Masse des äußeren Kerns besteht aus Eisen+Nickel) gegen Si (und Sauerstoff) austauscht, denn alle uns bekannten Magmen bestehen ja aus 40-75% SiO2  ;D

Und warum bitte sollte das zu einer EE führen.   :P 
Und die Gitterbildung - ähh, die kann es ja erst geben, wenn das Magma kristallisiert (Erdkruste/Oberfläche)
Und warum haben wir dann überhaupt noch Sauerstoff in der Atmosphäre - müssten wir dann nicht eine kontinuierliche O-Abnahme haben? (haben wir nach Untersuchungen der Paläoatmosphäre(n) nicht)

Gruß

Berthold


Offline Impaktus

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #39 am: 09 Sep 06, 02:16 »
Hallo Berthold,

woher weißt Du, daß die Masse des äußeren Kerns aus NiFe und nicht was anderem besteht?
Hast Du eine Quelle (Forschungsarbeit) die das belegen kann?
Ich weiß nur, daß da keine Scherwellen durchgehen sondern nur P und deswegen flüssige Phase vorherrscht (jedoch hochverdichtete flüssige Phase, die unter mehreren Megabar Druck steht)
und daß das Ni und Fe sich wohl vermutlich größtenteils im inneren Kern als feste Phase befindet
(an der Obergrenze des inneren Kerns wohl auch im Übergang zu flüssig),
weil es ja 4,3 mrd Jahre Zeit hatte sich aus der Phase abzutrennen und durch seine höhere Rohdichte bedingt abzusinken.

man kann die Zusammensetzung ab 20km Tiefe bis ins Zentrum der Erde ja nur vermuten, in dem man Rückschlüsse aus den Fortpflanzungsgeschwindigkeiten
von P- und S- Wellen zieht.
Das tiefste je gebohrte Loch war bis jetzt 14km in Windischeschenbach/Opf.
Da wurde schon am Limit gearbeitet, was das Bohrgestänge und die Bohrköpfe noch vertragen.
(technisch gehts vielleicht noch paar km tiefer, aber je tiefer Du bohrst desto größer der Aufwand und Kosten)

nach meinen bisherigen Recherchen vermute ich im äußeren Kern eher flüssige silikatische Schmelze ohne O2 da drinne.
Also elementares Si mit Beimengungen anderer Elemente,
wobei die inkompatiblen schweren Element (dazu gehört auch Uran), die auch hätten absinken können jedoch aus Inkompatibilität zur NiFe Legierung das nicht taten sondern vor allem in der Erdfrühzeit schon als Krustenbestandteile ausgeschieden wurden.

Deswegen ist die kontinentale Kruste ja auch um einiges radioaktiver als die junge ozeanische!!!

und 02 kann ja auch durch den Zerfall von N entstehen, welcher die Atmosphäre mit über 70% dominiert.
Ionisierende Höhenstrahlung gibt es ja genug....

Auch H2 ist ja nix anderes als 2 Protonen, die sich in einer "Elektronen- Wohngemeinschaft" zusammengefunden haben,
und die Protonen entstehen aus den Neutronen mit einer HWZ von 10,7 Minuten..

Um die Entstehung von O2 und H2O muß man sich also nicht so viel Gedanken machen.
Schon eher aber darüber, wenn die Pflanzenwelt und die Korallenriffe mit der CO2 Senke nicht mehr hinterherkommen...

In meinen Augen passiert da etwas anderes als z.B. bei der Bildung von z.B. Quarz aus hydrothermaler Lösung.
Der aufsteigenden Magma fehlt noch die Menge und das Volumen des Sauerstoffs. ;D

und genau das ist der Punkt um den es geht....

In eine Pipe eines gerade eruptierenden Vulkans hat meines Wissens bis jetzt auch noch keiner hineingebohrt...
Magma das Du überirdisch ausfließen siehst, hat wohl schon den meisten Sauerstoff an sich gezogen,
ist somit bereits abgelöscht und muß nur noch abkühlen.
Unter Wasser hast Du aber wegen der viel schnelleren Abkühlung ein völlig anderes Bild und siehst die Pillowlava wie ein Marshmallow wachsen..

Zufrieden???
Du siehst, ich laß nicht locker....
..aber Du auch nicht.

Das ist Hegelsche Dialektik! ;)

Gruß
Impaktus

Offline berthold

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #40 am: 09 Sep 06, 09:44 »
Hallo Impaktus,

Zitat
woher weißt Du, daß die Masse des äußeren Kerns aus NiFe und nicht was anderem besteht?

Die Entdeckung, dass der Erdkern aus flüssigem Eisen besteht, gelang Harold Jeffreys 1926 und 1936 konnte Inge Lehmann den Erdkern in einen festen inneren Kern und einen flüssigen äußeren Kern unterscheiden.

Zitat
Hast Du eine Quelle (Forschungsarbeit) die das belegen kann?

ja, hab ich. Da wird sehr viel geforscht. Schau doch mal z.B. auf der Homepage vom GFZ-Potsdam.

Zitat
(an der Obergrenze des inneren Kerns wohl auch im Übergang zu flüssig),

Du meinst die D''-Zone ?

Zitat
weil es ja 4,3 mrd Jahre Zeit hatte sich aus der Phase abzutrennen und durch seine höhere Rohdichte bedingt abzusinken.

4,3 Milliarden Jahre ?

Zitat
man kann die Zusammensetzung ab 20km Tiefe bis ins Zentrum der Erde ja nur vermuten, in dem man Rückschlüsse aus den Fortpflanzungsgeschwindigkeiten von P- und S- Wellen zieht.

wieder falsch. Nicht nur Fortpflanzung, auch Brechung und Reflexion. Und überhaupt: Es gibt eine ganze Reihe von physikalischen Eigenschaften (Megnetfeld...), die man untersuchen kann. Und man hat auch Gesteine, die aus deutlich größerer Tiefe kommen.

Zitat
Das tiefste je gebohrte Loch war bis jetzt 14km in Windischeschenbach/Opf.

die KTB bei Windischeschenbach war weder das tiefste Loch, noch 14 km tief. Genau 9001,1 Meter.

Zitat
nach meinen bisherigen Recherchen vermute ich im äußeren Kern eher flüssige silikatische Schmelze ohne O2 da drinne.
Also elementares Si mit Beimengungen anderer Elemente,

ein elementares Halbmetall?  :o Und da kommst Du mit den gut zu beobachtenden Eigenschaften (Masse!) in großen Konflikt...

Zitat
und 02 kann ja auch durch den Zerfall von N entstehen, welcher die Atmosphäre mit über 70% dominiert.
Ionisierende Höhenstrahlung gibt es ja genug....

*schluck*

...nee, jetzt lese ich nicht weiter.

 Gruß

Berthold
« Letzte Änderung: 09 Sep 06, 13:04 von berthold »

Offline Impaktus

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #41 am: 09 Sep 06, 15:01 »
Hallo Berthold,

nee, ich meine nicht D"-Zone
(die ist unterster Mantel, nicht Kern)

sondern den (relativ kleinen) Übergangsbereich innerer/äußerer Erdkern.
Da sollte das NiFe noch flüssig sein,
weil a) der Druck noch nicht so hoch wie im Zentrum
und b) der liebe Sulfur... (Stichwort "Ausfrieren" des Kerns)
>>> also relativ viel NiFe im unteren Bereich des äußeren Kerns
und so gut wie keins im oberen Bereich des äußeren Kerns

wie konnten Jeffreys und Lehmann das rausfinden?
Sind sie mit Jules Verne da runter gereist?

jaa, 4,3 mrd Jahre
oder 4,5... oder 4,1...seit halt unser Geoid akkretiert ist- und durch Gravitationswirkung das NiFe absinken kann.
Der Akkretionszeitpunkt der Erde wird ja aus dem Alter der Chondrite deduziert.
Gesteine diesen Alters haben wir ja nicht...
(und ein Chondrit der im heutigen Asteroid-belt entstand sollte etwas früher akkretieren haben können als einer aus dem Bereich des heutigen Abstandes Sonne/Erde von 149mio km- da is die Strahlung niedriger weil ja viel weiter von der Sonne weg)

mit den Tiefengesteinen hast Du recht.
Das habe ich nicht gut formuliert und bezog sich auf das, was man vielleicht erbohren kann...
...und nicht was durch plattentektonische Vorgänge aus der Tiefe auftaucht..
...ich bin ein plattentektonischer Erdexpansionist, ich dachte, daß ich das bereits klar dargestellt hab -
plate tectonics is not a myth for me- I am not Mr. Maxlow...
-welcher (leider) auch mal was von Massenzunahme schreibt, aber ansonsten ganz gute Ideen hat..

(der zweite Editor des Symposium-buches neben Jacob, Herr Scalera, läßt sich da nicht so über Massenzuwachs aus,
der kennt halt seine Kissenlava...ist ja auch Vulkanologe- und vielleicht heute am Ätna, weil der seit gestern mal wieder eruptiert)

Ich dachte in Windischeschenbach wurde zunächst bis 9km gebohrt.
Dann nochmal weiter bis 14..??
..und dann das Projekt eingestellt...
Ich geh noch mal auf deren webseite..is schon paar Jahre her...

Brechung und Reflexion gehören natürlich dazu, zu den P- und S-Wellen..that's correct..

..und jetzt sag mir doch, wo der Sauerstoff im äußeren Kern herkommen soll...???
..im Archaikum wurde auf jeden Fall aller vorhandene Sauerstoff zur Gesteinsbildung verbraucht, so daß in der Atmosphäre zunächst keiner da war..
..und die Hydrosphäre auch erst entstehen mußte...

und so behaupte ich weiterhin:
äußerer Kern= reduzierte silikatische Schmelze ohne nennenswerte Anteile O2.
..ein klein wenig O2 lokal vielleicht dort, wo die D"-Schicht wieder aufschmilzt...
...was dann dazuführt, daß Konvektion stattfindet...
...aber sonst nicht viel O2 im Kern..
..drum heißt er ja auch Kern- und nicht Mantel...

...und Alfred Wegener hätte diesen Aspekt sicher seiner Plattentektonik noch hinzugefügt,
wenn er nicht im Packeis erfroren wär..

was spricht gegen elementares Si??
mit Resten von Mg,Fe,Ni,B,F,...usw...
Computerchips und mono/polykristalline Solarzellen sind auch überwiegend aus elementarem Si.
obwohl man auch elementares Germanium nehmen kann.
das gibt es nur nicht so häufig...

Du mußt nicht glauben, daß ich noch nicht auf den GFZ-Seiten war...
..ich weiß daß da viel geforscht wird
und hole meine Infos aber nicht nur da, sondern auch ausm Erwin-Schrödinger-Zentrum,
der Staatsbibliothek, beim ISE in Freiburg, bei den Jet Propulsion Labs und noch etlichen Quellen mehr...
...weil Astrophysik und Halbleiter interssieren mich auch....

da gibt es auch Dinge, die ich nicht verstehe, gebe ich gerne zu
z.B. die Gültigkeit der physikalischen Gesetze in der kleinen Zeitspanne zwischen t0 und der Planckzeit...
da kommt aber wahrscheinlich auch der Harald Lesch in Erklärungsnöte...
..und die grand unified theory an ihre Grenzen..

Es grüßt
Impaktus


Offline Impaktus

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #42 am: 09 Sep 06, 15:56 »
Sorry mit dem KTB,
da war ich weiter als die Wissenschaft und schlecht informiert.
nix 14km sonder 9
und das tiefste Loch ist Kola mit 12km
mfG
Impaktus

Offline smoeller

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #43 am: 09 Sep 06, 16:03 »
Hallo,

Habe hier einen Bericht über die KTB gefunden, die von dem Petrologen verfasst wurde, der damals die Vorbohrung Windischeschenbach auswertete:

http://www.oberrheingraben.de/KTB/KTB.htm

Die wollten damals tiefer bohren, geht aber im Variszikum Deutschlands nicht, da die Temperaturzunahme mit der Tiefe auch heute noch hoch ist (bis zu 35 °C/km Tiefe, ist so im Erzgebirge im Schacht 371 nachgewiesen (das Gestein war in 1880 m Teufe 70 °C heiss)). Auf Kola (alter Schild) hat man 10-15 °C/km Tiefe.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Impaktus

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Re: Impakte Plateaubasalte KT PT
« Antwort #44 am: 09 Sep 06, 18:14 »
Lieber smoeller, ;)
Vielen Dank, das sehe ich mir gleich an.
35° mal 9 km= 315°C
Das sollten guter Stahl und Carborundum noch aushalten.
Soweit ich weiß ist das Schwierige bei der Sache die Bohrrichtung beizubehalten
mfG
Impaktus

 

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