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Autor Thema: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.  (Gelesen 103212 mal)

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Offline Ralf

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #30 am: 18 Dec 06, 08:04 »
Hallo Ulrich,

ich glaube Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.

Genau das meine ich auch. Wer heutzutage seine Ware überteuert anbietet, der wird nicht auf Dauer bestehen können. Ausgenommen vielleicht einige Hobbyhändler, die mehr oder weniger aus Spass auf den kleineren Börsen stehen und ein paar Stufen sehr teuer verkaufen wollen ( nicht zu verwechseln mit Sammlern, die Ihre Doubletten veräußern wollen ). Die vergleiche ich immer mit den Leuten, die in der Kneipe an Geldspielautomaten sitzen. Die holen einmal eine " Serie " und der Apparat schmeisst 100€ Gewinn aus. Damit wird dann monatelang geprahlt. Vergessen sind die 200€, die derjenige vorher reingeworfen hat.
Aber es gibt auch im Verhalten vieler Käufer einige " Merkwürdigkeiten ".

Beispiel:

Ich hatte eine doppelt Handgroße Vanadinitstufe. Als Schwimmer ausgebildet und rundum schön kristallisiert. 150.-€ sollte sie kosten. Nicht billig, aber ob der Qualität ein durchaus angemessener Preis. Drei Jahre lang hab ich sie von Börse zu Börse geschleppt. Immer schön auf einem Holzsockel präsentiert und nicht zu übersehen. Kein Mensch wollte sie haben. Ich hab während dieser Zeit an anderen Ständen wesentlich schlechtere Stufen für wesentlich mehr Geld über den Tisch gehen sehen. Auf einer der letzten Börsen stand sie Freitag und Samstag auf dem Tisch. Immer noch für 150 €. Am Sonntag hab ich die Wut gekriegt. Ein Marokkaner ein paar Tisch weiter verkauft eine Stufe nach der anderen. Schlechter und teurer. Also beschloß ich, die Stufe nicht mehr zu verkaufen, sondern zu Hause in die eigene Vitrine zu stellen. Mehr aus Blödsinn und Frust hab ich einen Preis von 350 € drangepappt. Jetzt soll sie halt keiner mehr haben.
Eine Stunde später war sie verkauft. Ist das nicht völlig daneben ?
Nachdem der Kaufentscheid gefallen war, hab ich dem Käufer die Situation erklärt und ihm das Stück für die ursprünglich geplanten 150€ überlassen.  Dumm, oder ? Er hätte sie auch für 350 mitgenommen. Natürlich war der Mann ziemlich verblüfft. Inzwischen hat aber genau dieser Käufer bei mir für weit mehr Geld weitere Stufen gekauft und sicher darf ich ihn nun zu meinen Stammkunden zählen. Er hat mir noch gesagt, dass er schon Tags zuvor auf der Börse war und auch an meinem Stand, aber er hätte die Stufe gar nicht wahrgenommen.

Das ist ein Phänomen, was man des öfteren beobachten kann. Vor vielen Jahren in Bergisch Gladbach. Ich war noch berufstätig und habe einmal im Jahr in Bergisch Gladbach meine Doubletten verkauft. Zusammen mit meinem Freund Thomas hatten wir kurz zuvor in Becke Oese eine Calcitkluft aufgemacht. Der Fund war reichlich und so standen dann auch viele Stücke davon auf unserem Börsentisch. Unsere Stände waren direkt nebeneinander. Er hatte die Stücke so um die 5 DM ausgepreist. Mir war das zu billig und ich hab so 8 bis 10 DM drangeschrieben. Wohlgemerkt vom gleichen Fund und in vergleichbarer Qualität. Thomas hat zwei oder drei verkauft, ich fast den ganzen Bestand.

Ich glaube das bei vielen Sammlern die " es ist eh alles zu teuer " Einstellung dazu führt, dass preiswerte Ware einfach übersehen wird.

Ralf

Offline loparit

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #31 am: 18 Dec 06, 09:45 »
@ Ulrich, Ralf

Ja Ulrich, genau so wie du es schreibst sehe ich das auch! Habe es nur nicht so schriftlich rüberbekommen.

Ralf, das mit den Preisen habe ich ähnlich auch schon erlebt. In den 80er habe ich 3 - 4 mal im Jahr an kleineren Börsen mitgemacht. Dort hatten ein Kollege und ich, Micromounts bis kleiner Handstufen von Ramsbeck angeboten. Alles Eigenfunde und preislich bei mir von 2- 5 DM. Wirklich tolle Stücke und bei dem Kollegen 8-15 DM, tatsächlich gleiche Qualität und Größe. Wir haben die Stücke zusammen gesucht und auch aufgeteilt. Erst als die Stücke von meinem Kollegen zu Ende gingen haben die Leute bei mir für weniger Geld dann die Stücke gekauft. Nach Rücksprache mit einigen Sammlern, kam oft die Antwort, na was so billig ist kann nicht viel sein und die haben sich die Stücke erst gar nicht angeschaut. Ist schon verrückt ?

Gruß loparit

couchmolch

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #32 am: 18 Dec 06, 14:33 »
Hallo, zusammen,

UlrichW, Ralf, loparit,

schön, das auch andere Sammler den Bezug zur Realität nicht verloren haben. Wir liegen mit unseren Meinungen
ziemlich beieinander.
Die Reaktionen waren mal wieder sehr unterschiedlich. Erst wird von denjenigen, die sich angesprochen fühlen,
gemeckert, dann soll man sogar aufhören, zu diskutieren.
Spitze war auch der Vorschlag, nebenbei Arbeiten zu gehen, um das Hobby zu finanzieren oder sogar damit aufzuhören.

Eins ist mir mittlerweile ganz klar. Auch hier im Mineralienatlas ist nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, wie man bei uns sagt,
sondern es gibt auch Neider, Mißgünstige und Extreme. Ist eben halt so wie im richtigen Leben.
Von solchen Menschen möchte ich mich ganz klar distanzieren und hoffe, das auch in Zukunft viel weiterdiskutiert wird.

Totschweigen bringt überhaupt nichts, Situationen werden höchstens noch schlimmer. Da, wo es im Argen liegt, sollte man immer wieder drauf hinweisen, damit sich mal was ändert.

Die Leute, welche diese Diskussionen überflüssig finden, bitte ich, dies in Zukunft nicht noch extra mit einem Beitrag zu krönen.
Lest nicht mit und ignoriert doch das Thema, da eure Beiträge eigentlich nichts wiederspiegeln als Ignoranz gegenüber
den Dingen, welche vielleicht für andere wichtig sind.

Ein frohes Weihnachtsfest und für alle einen reichlich gedeckten Eßtisch

wünscht euch der Couchmolch aus Haan.

MM-Bär

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #33 am: 18 Dec 06, 14:34 »
Was uns das Hobby teuer macht, ist die Dummheit der Sammler. (...) Und Internet...kannste knicken!

Moin,
Da spricht der reife Sammler und mir aus der Seele. Habe dem nichts mehr hinzuzufügen. Gehe völlig d'accord.

MM-Bär

Offline giantcrystal

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #34 am: 18 Dec 06, 15:13 »
Es lag und liegt mir fern, eine Diskussion abzuwürgen.

Allerdings sah ich die Gefahr, das diese Diskussion zunehmend unsachlich wird und polarisiert. Daher mein Vorschlag, diese zu einem gewissen Zeitpunkt, an der alles wesentliche gesagt schien, zu beenden.

Glücklicherweise blieb die weitere Diskussion dann doch wohltuend sachlich.

In diesem Sinne auch von mir ein fröhliches, friedvolles Weihnachtsfest Euch allen

Thomas

I

Offline Ralf

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #35 am: 18 Dec 06, 18:12 »
Hallo Peter,

die sachliche Art und Weise wie hier diskutiert wird ist der Grund, warum ich mich weiter daran beteiligt habe.  Das die Beiträge zum Teil recht kontrovers sind, liegt in der Natur der Sache. Und Thomas posting hat vielleicht den einen oder anderen dazu bewegt sich etwas moderater auszudrücken ohne den Sinn des geschriebenen zu entstellen.

Wenn Du nun schreibst, dass wir alle mit unserer Meinung ziemlich dicht beieinander liegen, finde ich das toll. Dann darf ich Dir einen teilweisen Sinneswandel unterstellen  ;) und als Fazit festhalten:

Es gibt Gauner und Halsabschneider. Es hat sie früher schon gegeben , es gibt sie heute und es wird sie immer geben. Es gibt sie bei Sammlern, Käufern und Händlern. Und - Gott sei Dank - sie sind in der Unterzahl.

Ralf


Offline Tobi

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #36 am: 18 Dec 06, 20:05 »
Servus, ich habe mich bei Diskussionen zum Thema "Mineralienspreise" eigentlich immer eingeschaltet, deswegen möchte ich auch diesmal meinen Senf dazu geben. Also:

Natürlich ist absolut klar, dass Mineralienpreise extrem schwanken. Ebenso stimme ich dem viel zitierten Argument zu, "dass die Händler ja auch überleben müssen". Auch der These "solange einer einen bestimmten Preis zu zahlen bereit ist, kann dieser ja nicht zu hoch sein" stimme ich zu. Aber:

Es gibt dennoch immer wieder unverschämte Händler, deren Preise einfach krank sind. Auch wenn man Preise bei Mineralien nicht fixieren kann, so kann man doch anhand eines breiten Vergleichs einen guten Mittelwert erhalten. Und dann kann ich z.B. nur den Kopf schütteln, wenn ich auf einer Börse völlig durchschnittliche Stücke von Massenwaren wie Marokko-Vanadinit, Indien-Apophyllit oder Madagaskar-Coelestin für horrende Summen sehe. Allerdings fluche ich dann nicht über die Händler, sondern grinse mir einen und erwerbe ein ähnliches Stück für ein Zehntel des Preises bei einem anderen Händler.

Klar, wer nicht aufs Geld achten muss, der kann treiben was er will. Dennoch schüttele ich den Kopf über diese Mentalität (vor allem in den USA scheint das ja extrem zu sein), für einen fingernagelgroßes Steinchen den Gegenwert eines Kleinwagens zu zahlen. Ok, wenn es sich um, sagen wir, ein extrem seltenes Mineral handelt oder um eine sensationelle Museumsstufe, dann ist es doch völlig normal, dass der Preis sehr hoch ist. Das selbe gilt für Edelsteinmineralien wie Smaragd oder so in perfekten Stufen.

Aber teilweise sehe ich Stücke auf Händlerseiten (vorwiegend US) für manchmal gar vierstellige Preise, dann schau ich rüber in meine Vitrinen und stelle fest, dass ich ein sehr ähnliches Stück (Gleiches Mineral vom selben Fundort natürlich, ähnliche Größe und ähnliche Qualität) vor ein paar Jahren auf der Cappler Börse für 20 Mark oder so erstanden habe.

Ich denke, manche neigen einfach dazu, alles was im Mineralreich "schön" ist (also große Kristalle, bunte Farben, um es mal etwas naiv zu formulieren) mit "edel" und/oder "selten" gleich zu setzen. Eine 20 cm große Amethyst-Druse aus Brasilien mit großen Kristallen sieht ja toll aus, aber ist das etwas Besonderes oder gar eine kostbare Rarität? Anscheinend schon, denn selbst solche Sachen findet man verziert mit Preisschildern, auf denen "€ 300 ,-" steht. Weiteres gutes Beispiel: Pyrit aus Navajun. Wenn man teilweise sieht, was die Leute dafür verlangen, dann meint man, es handle sich um pures Gold. Klar darf das ein paar Euro kosten, aber wenn ich an einem popligen 5 cm-Stüfchen "€ 145,-" sehe, dann fasse ich mir an den Kopf, ehrlich. Dabei gilt mein Kopfschütteln natürlich weniger dem Händler, der sich das erlaubt, als vielmehr dem Hirni, der ihm diese Summe auf die Hand klatscht.

Auch haben wir hier in Marburg ein Mineraliengeschäft, das ich schon öfter mal beim Bummeln durch die Altstadt betreten habe. Wenn diese Preise dort das Maß aller Dinge wären, dann wäre ich ziemlich reich. Ich denke in dem Fall aber, dass viele Leute, die dort einkaufen, sich nicht gut in der Szene auskennen und wissen, dass diese Preise unverschämt sind. Wer weiß, dass er z.B. ein kleines Aggregat von Huanzala-Pyrit auf einer Börse für 12 € bekommt, der geht doch nicht in den Laden und legt für das gleiche Stück 180 € auf den Tisch, oder?! Aber auch hier ich gebe zu: Wer so doof ist, das zu bezahlen, der gibt denen Recht, die diese Preise verlangen!

Also lasst uns darüber nicht streiten. Es soll jeder das tun, was ihm am meisten Freude macht und ihm das Beste für seine eigene Sammlung scheint!

Gruß

Offline Ralf

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #37 am: 18 Dec 06, 21:14 »
Hi Tobi,

genau so.

Aber noch ein Wort zu den USA. Dort herrscht eine andere Mentallität, insbesondere bei den Reichen. Während es sich in Deutschland nicht gehört über den gezahlten Preis einer Stufe zu reden, oder sich zu freuen wenn man ein Stück ( scheinbar oder wirklich ) günstig bekommen hat, ist das in den USA ganz anders.
Hier wird geprahlt, wie teuer man ein Stück gekauft hat. Das hat in erster Linie wohl damit zu tun, dass man signalisiert : " schau her, ich kann mir das leisten ".
Dieses Klientel besucht nur die Händler, welche exorbitant teure Stücke anbieten. Die wollen gar nicht wissen, dass man die gleiche Qualität woanders auch günstiger bekommen kann. Das ist auch der Grund für die exklusiven ( im Beuzug auf das Preisniveau ) Internetseiten in den USA.
Nun darf man aber nicht glauben das es ausreicht, sich in den USA einfach mit sauteuren Stücken auf eine Börse zu stellen, oder eine Homepage mit selbigen ins Netz zu stellen.
Meist handelt es sich bei den Händlern um alteingesessene und in diesen Kreisen wohlbekannte Verkäufer. Natürlich gibt es auch hier Newcomer oder Trittbrettfahrer.
Man kann das durchaus mit exklusiven Modemachern vergleichen. Die verkaufen auch nur Klamotten und deren Nutzwert dürfte nicht höher sein als bei C&A. Also völlig überteuert. Dennoch kauft dort, wer es sich leisten kann. Nur aus Imagegründen.

Ich denke das ist eine andere, für uns "normalen" nicht immer zu verstehende, Welt.

In der Klasse der Normalverdiener unterliegt der US-Markt einer ähnlichen Tendenz wie in Europa. Die Preise sind hier nicht viel höher als in Deutschland. Teilweise, bei US-Waren,  sogar deutlich darunter. Die Esowelle ist dort zwar schon voebeigerauscht und liegt im Ausklang, aber Tand und Nippes stehen hoch im Kurs. Es tut schon weh, wenn man z.B. letztes Jahr die berühmteste Achatbörse in den USA, das Pow Wow in Quartzsite, so verschanduliert sieht. Immer weniger Sammler bieten Ihre Eigenfunde an. Marokkaner und Brasilianer treten an deren Stelle. In drei Wochen bin ich wieder drüben. Mal sehen wo der Zug hingeht.

Ralf

Ingo Löffler

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #38 am: 18 Dec 06, 23:50 »

Hallo Ralf,
deine Beiträge waren bis her immer ganz ok.Aber das was du jetzt zuletzt geschrieben hast,ist absoluter Unsinn und das weist du selber.

Gruß Calciteminer

Offline UlrichW

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #39 am: 19 Dec 06, 00:59 »
Hallo Leute, hallo Calciteminer,

ich denke nicht das Ralf so falsch liegt mit seiner Aussage. Auch wenn es weder dem Mainstrean entspricht, noch irgend jemanden in den Kram passt, in den USA ist es genauso wie hier, tendenziell!

Auch in den USA jammern viele Sammler über die Preise, gibt es genausviele Sammler die ihr Zeug preiswert verkaufen usw. Aber es gibt halt eine viel größere Zahl von Reichen, die ihren Reichtum unbarmherzig zur Schau stellen und sich der Meinungsführung anmaßen. Machen wir die Amerikaner nicht schlechter als sie sind, viele derer sind nette liebe Leute, die ich gerne zu meinem engsten Freundeskreis zählen würde, wären deren bester Freund nicht auch Mister Pleitegeier. Nur hat dieses Land eben ein Problem mit seiner von der Meinungsführung in die Köpfe eingehämmerten Botschaft, dem "gobal american way of live"...oder zu gut deutsch: von mir aus verreck, hauptsache mir geht es prima!

Denkt man einmal über die Problematik der Preise nach, so muss man  auch mal sehr kritisch mit sich selbst umgehen. Ich nehme jetzt mal Händler ausdrücklich aus, denn sie müssen kalkulieren. Aber der normale Sammler hat irgendwann angefangen alles in Geld zu bewerten. Verloren gegangen ist dabei der lockere Umgang mit dem Geld als Wertausgleich. Gewinnoptimierung ist in die Erbmasse des Denkens eingedrungen, alles richtet sich nur noch nach monitären Fakten. "Die Stufe ist 200 Euro wert, also muss sie gut sein." Gibt man eine Stufe ab, fährt einem zuerst der "Wert" der Stufe durch den Kopf. Vorbei die Zeit, wo man eine Stufe verschenkt und sich an der Freude des Empfängers auch gefreut hat. Nein, wertvolle Sachen, im monitären Sinn, kann man doch nicht verschenken. Auch wenn sie bei einem nur rumliegen, die Sachen haben einen Wert. Das ist leider Mainstream geworden. Und je höher der "Wert", desto höher das Ansehen.

Ändern tut sich das nur bei den Leuten, die anfangen haben, über sich selbst mal nachzudenken. Was hat man nicht alles gesammelt, nur um "in" zu sein, oder um "erfolgreicher" zu sein oder um des Ansehens Willen. Spätestens wenn der Fundort erloschen ist, ist es aus mit dem Ansehen, dann tänzelt keiner mehr um einen herum. Dann liegt das Zeug da und man ist alleine!

Höre einer Gruppe Sammlern zu. Du gehst kotz.... Jeder ist erstes ein verkannter Wissenschaftler, zweitens hat er die absolute Rarität gefunden und drittens ist Seiner sowieso größer. Dafür ist Meiner seltener....das artet aus. Kein Wort darüber wie sehr man sich gefreuit hat den Kristall zu finden, oder wie schei.. hart der Klotz war wo der Kristall drin war. Kein Wort darüber, daß mehr Sand in der Hose war als sonstwas. Nein, nur daß der Block riesig war, daß man sofort wusste da ist was drin und sowieso, den schei.. Olivenit nehme ich gar nicht mehr mit.

Die Jungs blättern auch ohne mit der Wimper zu zucken 45 Euro für ein Micro mit Annabergit hin, nur weil es gestern zum ersten mal gefunden wurde. Dann ist man schließlich Einer derjenigen, die sowas HABEN. Ok, der grüne Fussel ist selten, aber wenn sie ihn haben wird ein Kreuzchen gemacht und das wars. Damit kann man prahlen, bis einer eine ganze Kiste davon findet. Auch die Maus, Häkchen dran und ran an die nächste Seltenheit. Jedem das Seine! Aber ICH  HABEN kommt zuerst!

So, und wenn ich mir meine Annabergit-Handstufen aus Lavrion ansehe und vergleiche, dann müsste meine so um die 500 Euro bringen, echt geil. Erwähnte ich das mit dem kotz.. schon.

Und der Anfänger oder fortgeschrittene Einsteiger? Er ist überfordert mit dem Sendungsbewusstsein dieser "Spezialisten", und glaubt, so muss sammeln sein. Also kauft er ihnen die teuren Sachen ab, denn der Nachbar, der das Gleiche zum halben Preis anbietet heist ja nicht ...wie auch immer. Was auch immer diese Sendungsterroristen von sich geben, es wird aufgesogen. Das ist die Szene, die die Preise kaputt macht, sowohl für den Sammler als auch für die, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen wollen.

Warum? Nun, irgendwann kapiert selbst der grobgestrickte, daß nur HABEN nicht wirklich befriedigend ist, da schnell die eigenen Grenzen kommen. Und dann ist Sense. Multimillionäre sind da im Vorteil, die halten länger durch! Die nächste Generation von Sammlern steht dann aber vor einem Scherbenhaufen, ob es nun wegen HABEN ausgeräumte Fundstellen oder überteuerte Preise sind. Erklär mal einem Anfänger, daß er eigentlich sehr sehr viel kaufen muss, weil andere schon alles HABEN. Er geht! Und damit geht ein potentieller Kunde.

Ich habe für mich entschieden, mit diesen HABEN-Leuten nichts zu tun haben zu wollen...ausser es gibt was zum zancken...das mach ich gerne...da bin ich gut drin!

Und ich habe für mich entschieden, das ich HABEN will, ich will endlich einen Kaffee haben.

Viele Grüsse
Ulrich








Ingo Löffler

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #40 am: 19 Dec 06, 07:31 »

Hallo UlrichW.,
wenn du meinst,wie auch Ralf und andere,das nur eure Meinung die richtige ist dann lass ich euch in den Glauben!Und da es nur schwarz oder weiss scheinbar für euch gibt,habe ich keine Ahnung und bin farblos.Und ob ihr euch darüber Beschwert oder in China fällt ein Sack Reis um....................
Diese Schubladendenkweise ist aber typisch für Stammtische und nach dem letzten Bier geht alles wieder auseinander und alles ist wieder wie vorher.


Calciteminer

MM-Bär

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #41 am: 19 Dec 06, 07:53 »
Moin,
um an UlrichW nahtlos anzuknüpfen empfehle ich die Lektüre von Erich Fromm: "Haben oder sein" in der Winterpause ... 8)
Es lohnt sich.

MM-Bär

Offline Ralf

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #42 am: 19 Dec 06, 08:05 »

Hallo Ralf,
deine Beiträge waren bis her immer ganz ok.Aber das was du jetzt zuletzt geschrieben hast,ist absoluter Unsinn und das weist du selber.

Gruß Calciteminer

Danke für das Lob und die Kritik, auch wenn ich letzteres etwas anders formuliert lieber gelesen hätte.

Nunm, es mag sein das Du Dich im US-Markt besser auskennst als ich, aber dann lass uns bitte an Deinen Erfahrungen teilhaben. Schreib uns doch bitte wo Du in den USA Deine Erfahrungen gemacht hast und wie sich Dein Handel drüben gestaltet. Mir fehlt an Deiner Kritik ein wenig die Begründung.

Ich für meinen Teil stehe jedes Jahr im Januar mit einem großen Stand in Quartzsite / Arizona, so auch 2007. In dieser Zeit habe ich zahlreiche Kontakte mit Händlern und Sammlern in den USA aufgebaut. Ich glaube schon, mir ein Urteil über die Entwicklung drüben erlauben zu können.
Leider gehöre ich nicht zu den Diors und Lacost´s der Mineralienbranche und mein Klientel ist das der Normalverdiener. Bei denen ist man mit dem Ohr viel näher an der Entwicklung der breiten Masse. Und dort ist es das gleiche wie hier.

Die Sammler klagen über die Schließung oder Ausbeutung von Fundstellen ( obwohl die USA darin unendlich reicher ist als  Deutschland ), Die Sammler klagen über die hohen Preise, die Händler über die ständig steigenden Kosten. Kleine Sammler fahren nicht mehr hunderte von Meilen um Ihre Eigenfunde zu verkaufen oder Börsen zu besuchen, da die Spritkosten ( für deren Verhältnisse ) enorm gestiegen sind.
Kleinclaimbesitzer werden ebenfalls immer weniger, da der Verkauf Ihrer Ware zurückgeht. Die hohen Kosten vermindern auch die Erschließung neuer Fundstellen.
Das die Esowelle im Abklingen ist habe ich schon geschrieben. Nun verlagert sich das Geschehen immer mehr auf den Bereich Schmuck und vor allem Cabochons. Selbst das in den USA so beliebte sammeln von Kugeln ( spheres ) stagniert.

Noch 2005 traf sich in Quartzsite zum jährlichen Pow Wow alles was in Sachen Achat und ähnlichem Rang und Namen hat. Man konnte wunderschöne Achate von bisher ( zumindest in Deutschland ) unbekannten Fundstellen bekommen. Auch Stücke vom Laguna oder Coyamitoclaim konnte man bekommen, zwar teuer aber dennoch interessant.
2006 war fast nur noch Schrott zu sehen. Lagunas wurden als Rohware zu 200$ das Pfund angeboten. Eingenäht in kleinen Zuckersäcken, soz. als Blindkauf. Vergleicht dazu auch den Bericht von Johann Zenz in der Mineralienwelt.
Auf der Desert Garden show bestand über die Hälfte der Stände aus Schmuck, Cabochons und Trödelkram. Diese show geht normalerweise von Anfang Januar bis Ende Februar. Wir haben in der ersten Februarwoche als einer der letzten unsere Zelte abgebrochen.
Ach ja, Tucson habe ich noch nicht erwähnt. Tucson ist derart teuer geworden, dass sich viele Amerikaner einen Besuch verkneifen. Standmieten´und Hotelkosten sind fast nicht mehr bezahlbar.
Eine Entwicklung, unter der auch Quartzsite sehr leidet. Bisher machten vor allem Sammler und Händler aus dem Süden und Westen auf dem Weg nach Tucson in Quartzsite halt, bzw. fuhren einen kleinen Umweg. Der Anteil dieser Klientel ist im letzten Jahr um mehr als 50 % zurückgegangen. Viele Händler in Quartzsite berichteten uns glaubhaft über Umsatzrückgänge von bis zu 80 % !!.

Nun mag es sein, dass die Ängste und Auswirkungen des Irakkrieges daran einen hohen Anteil hatten. Möglicherweise wird sich die Situation in diesem Jahr wieder etwas verbessern, aber der Trend ist unverkennbar.

Nun Calciteimer, ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen.

Ralf

Offline Ralf

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #43 am: 19 Dec 06, 08:12 »

Hallo UlrichW.,
wenn du meinst,wie auch Ralf und andere,das nur eure Meinung die richtige ist dann lass ich euch in den Glauben!Und da es nur schwarz oder weiss scheinbar für euch gibt,habe ich keine Ahnung und bin farblos.Und ob ihr euch darüber Beschwert oder in China fällt ein Sack Reis um....................
Diese Schubladendenkweise ist aber typisch für Stammtische und nach dem letzten Bier geht alles wieder auseinander und alles ist wieder wie vorher.


Calciteminer


Unsere Beiträge haben sich leider überschnitten. Trotz aller Mühe habe ich in dieser Diskussion Deinen Standpunkt noch nicht lesen können. Wie kann ich Deine Meinung in Frage stellen, wenn Du sie noch gar nicht geäußert hast`???
Davon abgesehen behaupte ich nirgendwo, dass meine Meinung die einzig richtige ist. Ich habe sie auf Grund persönlicher Erfahrung gebildet und vertrete sie. Das ist legitim.
Also bitte, lass uns an Deinen Erfahrungen teilhaben.

Ralf

Offline UlrichW

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #44 am: 19 Dec 06, 10:00 »

Hallo UlrichW.,
wenn du meinst,wie auch Ralf und andere,das nur eure Meinung die richtige ist dann lass ich euch in den Glauben!Und da es nur schwarz oder weiss scheinbar für euch gibt,habe ich keine Ahnung und bin farblos.Und ob ihr euch darüber Beschwert oder in China fällt ein Sack Reis um....................
Diese Schubladendenkweise ist aber typisch für Stammtische und nach dem letzten Bier geht alles wieder auseinander und alles ist wieder wie vorher.


Calciteminer


Hallo Calciteminer,

wenn Du dich auf den Schlips getreten gefühlt hast, dann bitte ich um Entschuldigung dafür, daß ich nicht nachvollziehen kann warum das passiert ist.

Du scheinst ein echtes Problem mit dem Verständnis einer Diskussion zu haben! Diese dient dazu, unterschiedliche Meinungen darzustellen und gegeneinander das Für und Wider abzuwägen. Schwarz-Weiss-Malerei betreibst nur Du, indem Du  agitativ Bruchstücke in den raum wirfst, die nur Eines im Sinn haben: Störfeuer! Was deine Farbangabe Deiner selbst betrifft, so möchte ich das unkommentiert lassen. Wenn Du es schon behauptest werde ich Dir da nicht wiedersprechen!  Im weiteren finde ich meine Meinung richtig, deshalb vertrete ich sie hier. Was ich nicht richtig finde ist wenn man dafür angegriffen wird. Ich sags mal so: Vis a Vis würdest Du Dir dieses Ton nicht erlauben, das garantier ich Dir!

Interessanterweise argumentieren immer Leute mit der Schubladendenkweise, die nicht dazu in der Lage sind differenziert zu betrachten und das Ergebnis in eine möglichst allgemeine Formel zu packen. Differenzierte Betrachtungsweise führt aber dazu, daß man nachher, wie Du richtig angemerkt hast, auseinander geht ohne ein Ergebnis gefunden zu haben. Wie auch, ist ja alles so unterschiedlich und so differenziert!

Aber eines ist mir klar: Diskutiert man über Fehlverhalten, so ist Uneinsichtigkeit oder reine Blockadehaltung die übliche Reaktion. Mir bleibt die Hoffnung, das es neben verbohrten Egoisten auch Menschen gibt, die darüber nachdenken können. Stell dir mal vor was passiert, wenn jeder nur noch an sich denkt und niemand mehr versucht Fehlentwicklungen aufzudecken und zu beheben. Dann jammerst Du irgendwann, daß man Dir was schlimmes angetan hat, sei es nun Job-Verlust, in deinem Club keine Neulinge mehr kommen  oder deine Fundstellen sind leergeräumt bzw. verboten. Alles Folgen von Egoismus.

Im übrigen kann ich aus deiner Reaktion auf Ralfs und meine Postings nur erkennen, daß wir getroffen haben. Es scheint dich aufzuregen, aber nur weil es dich berührt. Aber warum berührt Dich etwas, was dich doch eigentlich gar nicht betrifft...oder doch?

Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung: Ich denke, wie ich es auch von Vielen hier annehme, daß jeder nach seiner Art glücklich werden muss. Aber das es fehlverhalten gibt, und dieses Ursache für unsere Probleme ist, scheint unabdingbar gegeben. Oder anders ausgedrückt: Warum schließt ein Steinbruch nach dem Anderen, warum sind alle Halden total durchgewühlt und leergefegt bis auf den letzten Krümel- aber man sieht nichts von dem Material, oder warum sind all die Sammlungsbeschränkungen und nicht zuletzt, warum sind die Preise so hoch! Was sind die Entwicklungen, die dazu geführt haben, daß die "Alten Hasen" ohne Probleme weiter sammeln koönnen, aber die breite Masse der Sammler mehr und mehr abgeschnitten wird. Warum ziehen sich denn die wirklich guten Sammler mehr und mehr zurück usw.. Alles Paletti!

MfG
Ulrich
MfG
Ulrich