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Autor Thema: Minerale Abraham-Halde  (Gelesen 24296 mal)

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Offline berthold

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #15 am: 26 Nov 07, 22:01 »
Hallo,

ich denke auch Devillin. Und wie sich die Diskussionen manchmal gleichen  ;D: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,12559.0.html

Gruß
Berthold

Offline minuwe

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #16 am: 27 Nov 07, 00:09 »
Nee- an Devillin glaube ich immer weniger, seit ich einige gute Bilder gesehen habe, z. B. von Berthold:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=12559.0;attach=47930;image. Dieser ja nachgewiesene Devillin ist wirklich hellblau, mit leichtem Grünstich und eindeutig rechteckig. Wärend die Aggregate von Uwe grün wie Alian sind.

@ Uwe- auf deinem Bild ist die Kristallgruppe dicht oberhalb der Mitte doch nicht rechtwinklig, eher strahlig. Alles andere ist unscharf. Ist denn dein anderer Devillin von Schwatz im Lexikon  nachgewiesen? Manchmal hat sich was im Kopf verankert, und es ist dann nicht leicht, davon abzurücken. Wieso sind eigentlich einige der von mir angeführten Minerale auszuschließen, könnte doch auch ein Arsenat sein, oder? Würde gerne eigene Bilder mit reinwerfen, habe aber auch das Problem mit der Schärfe  :-\ .

Wie könnte denn mal eine ordentliche Mineralliste von Lauta entstehen? Da gibt es doch noch diesen Vollblut- Geologen aus Freiberg, der ab und zu da ist, den werde ich mal fragen.

Glück Auf
Uwe
« Letzte Änderung: 27 Nov 07, 00:12 von minuwe »

Offline -M-

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #17 am: 27 Nov 07, 01:23 »
´n Abend Minuwe,
- zur Farbe der xx auf Bld.1. - die würde ich schon auch als hellblau mit leicht grünlichem Stich beschreiben
- zur xx - Form, auf Bld.1.       -  ich sehe ( glaube zu sehen ) da wirklich eher rechteckige - längliche Tafeln
Zitat: "...Manchmal hat sich was im Kopf verankert, und es ist dann nicht leicht, davon abzurücken..."
- sehe ich genauso ( weiß zwar nicht so recht wen du meinst, mir geht es dabei v.a. um gewisse Experten )
Zitat: "...Wieso sind eigentlich einige der von mir angeführten Minerale auszuschließen,..."
- meine Meinung zu deinen Vorschlägen:
Konichalcit - hat eine sehr charakt. : apfelgrüne Farbe, und die xx sind : nadelig
Agardit -  die xx sind: nadelig, und SE-Min. wären in der Region doch als ziemlich ungewöhnlich einzustufen
Arthurit - die xx sind ebenfalls: nadelig - prismatisch, die Farbe: apfel- / smaragd-grün
Lavendulan - die Farbe: ist  blau - z.T. mit violettem Stich, die xx sind : nadelig
- soweit jedenfalls die Argumente, die mir dazu ein- / aufgefallen sind ( fast alle von anderen noch vorgeschlagenen
Minerale, würde ich auch ausschließen )
Tirolit - wiederum hatte ich ja auch schon vorgeschlagen, ist ein Arsenat - was durchaus nicht auszuschließen ist -
jedenfalls soweit ich das einschätzen kann.
Devillin - würde ich mittlerweile auch erstmal akzeptieren, Serpierit - allerdings nicht.

Zu der Liste: m.M.n. wäre es nicht zu verachten, wenn einfach mal alle mgl. Funde von dort per Foto und detaillierter
Beschreibung ( viel wichtiger - wenn gekonnt, jedenfalls in Anbetracht dessen, daß die meisten interessanten Sachen
ja doch im Micro-bereich stattfinden, und da gute Bilder zu machen,  nunmal nicht so einfach ist ) hier zur Begutachtung
und groben Zuordnung reingestellt werden.

Gruß-M-
« Letzte Änderung: 27 Nov 07, 01:25 von -M- »

Offline stollentroll

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #18 am: 27 Nov 07, 11:53 »
Die Mineralliste von der Grube Vater Abraham, Marienberg:
Kupfer, Silber, Arsen, Wismut, Chalcosin, Acanthit (Argentit), Naumannit, Chalcopyrit, Argentopyrit, Sternbergit, Nickelin, Pyrrhotin, Millerit, Clausthalit, Covellin, Linneit, Bismuthinit, Pyrit, Cobaltit, Markasit, Safflorit, Rammelsbergit, Pararammelsbergit, Arsenopyrit, Lautit, Skutterudit, Nickel-Skutterudit, Tetraedrit, Proustit, Pyrargyrit, Xanthoconit, Stephanit, Emplektit, Freieslebenit, Polybasit, Auripigment, Chlorargyrit, Fluorit, Cuprit, Hämatit, Arsenolit, Senarmontit, Quarz, Cassiterit, Wolframit (nicht näher bestimmt ob Ferberit oder Hübnerit), Uraninit, Goethit, Calcit, Siderit, Dolomit, Malachit, Bismutit, Azurit, Baryt, Gips, Langit, Pyromorphit, Kaatialait, Guerinit, Skorodit, Kankit, Erythrin, Annabergit, Parasymplesit, Pharmacolit, Torbernit, Uranophan, Turmalin (nicht näher bestimmt).


Hier im Mineralienatlas wird noch Arsenolamprit genannt, das Foto dazu sieht mir aber nach typischen Arsen-Kristallen aus.
Auch Arseniosiderit und Duftit erscheinen mir fragwürdig von dort, gibt es Analysen oder Literatur dazu ?

Analysierten Devillin gibt es übrigens von der Grube Himmelreich im Marienberger Revier.

Glück Auf
der Stollentroll

Offline minuwe

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #19 am: 27 Nov 07, 13:26 »
Muskovit, Biotit, Talk (?) Chlorit, Galenit, Sphalerit- rot (?), Psilomelan (?) Aktinolith, Kaolinit, Lepidokrokit (ev. Hämatit?), Brochantit, Limonit,  Melanterit (?).

Die Frage ist, in wie weit man zwischen den einzelnen Gängen und Haldenmineralien(sekundären) trennen sollte.

Glück Auf
Uwe

Offline uwe

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #20 am: 27 Nov 07, 15:25 »
Hallo Gemeinde,

aus der Diskussion kristallisiert sich Devillin als das wahrscheinlichste Mineral heraus. Das war auch meine erste Vermutung, da die Aggregatform und die Kristalle wie eine andere Devillinstufe in meiner Sammlung ausehen.

Allerdings ist der Hinweis auf Tirolit nicht von der Hand zu weisen, da in Lauta violetter Fluorit sehr häufig mit Arsenopyrit vergesellschaftet ist. Leider sehen sich Devillin und Tirolit sehr ähnlich.

Die kleinen Würfel sind höchstwahrscheinlich Pseudowürfel, welche ebenfalls aus kleinen rechteckigen Täfelchen bestehen. Die blaßgrüne Farbe (teilweise sind die Würfelchen fast farblos) ist ja nun wiederum nicht typisch für Devillin. Allerdings wird die Farbe von Tirolit als blaßgrün bis blaugrün beschrieben.

Tirolit und Devillin können ja auch nebeneinander vorkommen, oder ? Oder ist sogar eine Epitaxie möglich ?

Gruß
Uwe

Offline stollentroll

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #21 am: 27 Nov 07, 16:11 »
Diese "Pseudowürfel" sehen mir sehr nach einem Uranglimmer aus. Torbernit oder Zeunerit sind gut möglich (bzw. die Meta-Formen). Torbernit z.B. kann auch sehr blassgrün aussehen.

Glück Auf
der Stollentroll



Offline uwe

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #22 am: 27 Nov 07, 19:09 »
@Stollentroll,

na das ist doch schon mal etwas ! Zeunerit sollte aber anstandshalber wenigstens etwas fluoriszieren. Es könnte deshalb Torbernit sein.

Gruß
Uwe

Offline smoeller

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #23 am: 27 Nov 07, 19:42 »
Hallo,

@Uwe: Zeunerit fluoresziert in der Regel nicht. Kenne keine fluoreszierenden Cu-Uranglimmer. Wenns doch fluoresziert, ist es meist Heinrichit, der bei geringem Cu-Gehalt ebenfalls hellgrün ist.

Glück Auf!
Smoeller


Offline uwe

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #24 am: 27 Nov 07, 20:45 »
@ Smoeller: Logisch, mir war im Moment nicht geläufig, daß Zeunerit ja auch Kupfer enthält.

Ich habe aber noch ein (zumindest für mich) rätselhaftes Mineral entdeckt. Auf den besagten würfligen Aggregaten, welche Uranglimmer sein könnten, sitzen vereinzelt winzige giftgrüne Kugeln. Es sind tatsächlich Kugeln und keine kugligen Aggregate. Die Kugeln sind durchsichtig und wasserklar. Sie sind nicht wasserlöslich, denn sie waren auch noch nach einer reinigung um Ultraschallbad vorhanden.

Ich hänge mal ein Bild an, nicht ohne mich diesmal ausdrücklich für die unwürdige Qualität zu entschuldigen.

Gruß
Uwe

Offline -M-

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #25 am: 27 Nov 07, 21:32 »
Hallo Uwe,
1. wenn ich dich richtig verstanden habe, sind sowohl Bld. 1., 2., als auch jetzt 3. von der selben Stufe - ist das richtig ?
2. versuche doch bitte  mal die vermeintlichen U-glimmer von Bld. 2. etwas deutlicher hinzubekommen - könnte wichtig sein.
3. die Kugeln auf Bld. 3. lassen mich im ersten Moment  an Arsenate wie etwa Cornwallit oder Konichalcit denken  - jedenfalls
fällt mir auf die Schnelle erstmal kein Cu-hydroxysulfat ein, zu dem sowohl die kugelige Form, als auch die Farbe und der Glanz so recht passen würden - falls ich mit meiner Annahme ( daß sich alle 3 Rätsel auf einer Stufe befinden ) recht hätte, könnte dies durchaus auch  ein Indiz für Tirolit (für Bld.1.) sein.( auch wenn die gleichzeitige Anwesenheit von Arsenaten und Sulfaten generell nat. nicht auszuschließen ist )
Gruß-M-
« Letzte Änderung: 27 Nov 07, 23:17 von -M- »

Offline smoeller

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #26 am: 28 Nov 07, 09:43 »
Hallo,

Am ehesten Konichalcit von der Farbe her. Allerdings kann auch Eulytin in derartigen grünen Kugeln auftreten. Aber wahrscheinlicher ist halt Konichalcit.

Glück Auf!
Smoeller

Offline stollentroll

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #27 am: 28 Nov 07, 11:04 »
Grüne Kugeln nur visuell zu bestimmen ist kaum möglich (außer an speziellen Fundorten, wo sonst nichts weiter so vorkommt). Ich habe genau so aussehende kleine grüne Kugeln von Pöhla mal analysiert. Bei denen hatte ich alles mögliche vermutet, und dann hat es sich überraschenderweise als Antlerit erwiesen.

Wenn es sich bei den grünen Kugeln von Marienberg um eine Haldenbildung handelt, würde ich Conichalcit für unwahrscheinlich halten.

Glück Auf
der Stollentroll
 

Offline uwe

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #28 am: 28 Nov 07, 12:20 »
Zuerst vielen Dank für Eure Hinweise.

Ja, alle drei fraglichen Minerale sind von einem Stück. Dabei handelte es sich um Gneis mit dunklevioletten Fluorit.. An der Außenseite waren keine farbigen Ausblühungen zu sehen was allerdings nicht aussschließt, daß doch etwas Sekundäres da war, denn ich habe den Brocken erst zerschlagen und dann die Stücke gereinigt bevor ich unter dem Mikroskop die Sache betrachtet habe.

Alle drei betreffenden Minerale waren innen in Klüften der Fluoritadern bzw. in kleinen Klüften im Gneis. Ich nehme deshalb an, daß es sich nicht um einen typische Haldenbildung handelt. Es ist natürlich nicht auszuschließen, daß sulfat- oder arsenanthaltige Haltenwässer den Weg ins Innere des Gesteines gefunden haben haben. Allerdings liegt die Halde so lange nun auch nicht.

Um bessere Bilder der "Würfel" werde ich mich bemühen. Ich versuch's halt mal mit meiner Spiegelreflex.

Kupfer-, Arsen und Wismutinonen sind sowohl auf der Halde als auch in der Lagerstätte nicht selten. So kommt bekanntlich Emplektit im Fluorit eingewachsen recht häufig vor. Der Fluorit ist natürlich sogenannter Stinkspat, jedoch war der typische Geruch beim Zerschlagen in diesem Fall sehr deutlich zu bemerken. Ich nehme auch an, daß vorhandene schmutzig-schwarze Beläge auf einigen Fluoritkristallen in die Richtung Uraninit gehen.

Es ist bei manchen der Bruchstücke eine schwache grünliche Fluoreszenz bei kurzwelligem UV zu bemerken. Allerdings gehören die drei angefragten Minerale nicht zu den fluioreszierenden Zonen. Unter dem Mikrospkop ist an den fluoreszierenden Stellen kein auffälliges Mineral zu entdecken. Der Fluorit sebsst fluoresziert nicht.

Gruß
Uwe

Offline stollentroll

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Re: Minerale Abraham-Halde
« Antwort #29 am: 28 Nov 07, 13:03 »
Sekundärminerale können sich auf Halden sehr schnell bilden. Um bei einem Uranglimmer zu bleiben, ich habe Torbernit als Haldenbildung gefunden, der hat maximal 20 - 30 Jahre zur Entstehung gebraucht. und von der Grube Willi Agatz in Dresden habe ich grünen kugeligen (!) Torbernit, der hat höchstens 10 Jahre gebraucht.

Dass Sekundärminerale im Inneren der Stücke auf Klüften sitzen, ist kein Kriterium gegen eine Haldenbildung. Es ist nichts ungewöhnliches, dass Haldenbildungen auf Klüften und Rissen sitzen.

Der in Fluorit eingewachsene "Emplektit" von Vater Abraham ist übrigens fast immer Bismuthinit. Emplektit ist sehr selten.

Glück Auf
der Stollentroll

 

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